Empowernde Geschichten und leckere Rezepte - Ein Projekt mit geflüchteten Newcomerinnen

Cover des Buches NewcomersStarke Frauen, leckere Gerichte, kreativer Umgang mit Farbe – all das findet sich im Buch „Newcomer’s Women Empowerment Safe Space“ wieder, welches im August 2017 erschienen ist.

Initiiert wurde das Projekt von der Menschenrechtsaktivistin Fadhumo Musa, die neben ihrem Engagement als CHANGE Agentin für TERRE DES FEMMES bei compassorange, einer Entwicklungsagentur für zeitgemäße Personal- und Organisationsentwicklung, arbeitet. Als geflüchtete Frau weiß sie nur allzu gut über die Schwierigkeiten von Geflüchteten Bescheid, sich nicht nur in der deutschen Kultur, sondern auch der hiesigen Arbeitswelt zurechtzufinden. Vor allem für Frauen ist dies besonders schwierig: Ein Großteil der Unterstützungsangebote ist auf männliche Geflüchtete zugeschnitten. Neu angekommene Frauen sind dort kaum anzutreffen. So entstand die Idee, geflüchtete Frauen mit Projekten und Institutionen zusammenzubringen - die Geburtsstunde des „Newcomer Women´s Flying Business Lunch“. Einmal monatlich trafen sich geflüchtete und berufstätige Frauen, um sich beim gemeinsamen Mittagessen in der WeiberWirtschaft, der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung oder bei TERRE DES FEMMES zu vernetzen und interessante Projekte und Organisationen kennenzulernen.

Doch für Fadhumo Musa war das nicht genug: Für geflüchtete Männer ist es leicht, für einige Stunden ihre Unterkunft zu verlassen um Fußball zu spielen, in brandenburgischen Seen zu baden oder Berlin zu entdecken. Für geflüchtete Frauen gibt es nur wenige spezielle Angebote. Sie zögerte nicht lang und ließ ihren Worten Taten folgen: Fortan traf sich die Somalierin mit anderen Newcomerinnen, um gemeinsam zu kochen. Dies gab den Geflüchteten aus Somalia, Eritrea und Afghanistan ein Stück Selbstständigkeit und Freiheit zurück, weil sie in ihren Unterkünften nicht kochen dürfen. Gleichzeitig ergab sich dadurch eine Möglichkeit, sich besser gegenseitig kennenzulernen. Beim Zwiebelhacken wurden Rezepte und Lebensgeschichten ausgetauscht, kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede besprochen und die Sorgen des Alltags - der unsichere Aufenthaltsstatus, die Isolation in den Unterkünften oder die im Heimatland gebliebene Familie - für einige Stunden vergessen.

Neben dem Kochen konnten sich die Frauen gemeinsam mit der Kunsttherapeutin Stefanie Schairer auch im künstlerischen Bereich ausprobieren: Sie stellten Gipsmasken her, zeichneten filigrane Henna-Tattoos auf die Hände der anderen und brachten ihre Eindrücke von Deutschland und ihre Erinnerungen an die alte Heimat mit Wachsmalstiften auf Papier. Für viele Frauen war es das erste Mal, dass sie frei mit Stiften und Farben experimentierten.

Die Kunstwerke und die afghanischen, somalischen und eritreischen Rezepte sowie die Stimmen der jungen Frauen wurden in einem Buch zusammengefasst - von den Frauen, für die Frauen. Gespickt mit vielen Fotos, die von der herzlichen Atmosphäre zeugen, steckt das Buch voller Tatendrang und Energie. Lassen Sie sich inspirieren von den starken Frauen, die nicht darauf warten, bis ihnen Angebote geschaffen werden, sondern selbst in Aktion treten, um ihrem Alltag zu entfliehen, Kraft zu schöpfen und Neues kennenzulernen.

„Newcomer Women’s Cooking Space“ ist ein von „Frauen iD“ im Rahmen von „Kultur macht stark“ mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, entstandenes Projekt. TERRE DES FEMMES hat das Projekt von Dezember 2016 bis September 2017 koordiniert und gemeinsam mit den Kooperationspartnerinnen Gründerinnenzentrale und Sharehaus Refugio umgesetzt.

 

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