Aktuelles zum Thema Frauenrechte allgemein

Witwen: Stigmatisiert und marginalisiert

Women 2000 Witwen„Im Südosten Nigerias, im Staat Anabra, übernehmen die Brüder des Ehemanns sein Erbe, wenn die Witwe ihrem Ehemann nur Töchter geschenkt hat. Während der siebentägigen Bestattungsphase ist es der Witwe nicht erlaubt, ihre Zähne zu zeigen. Während dieser Zeit muss sie auf einer Matte sitzen und ihren Mann beweinen“. Eine brennende Substanz, die ihr in die Augen gerieben wird, verhindert, dass sie einschläft. Dies berichtete die Gründerin der nigerianischen Organisation Women Empowerment Network, Prinzessin Gloria Okojie, 2005 bei ihrem Besuch in der TERRE DES FEMMES-Geschäftsstelle und fügte hinzu, dass es in anderen Staaten Nigerias ähnlich sei.

Obwohl solche Praktiken in Nigeria inzwischen als diskriminierend und verfassungswidrig gelten, werden vielerorts dank der Dominanz patriarchaler Weltsichten weiterhin Jungen den Mädchen vorgezogen, Mädchen früh verheiratet und Witwen auch heute noch entwürdigenden und schmerzhaften Behandlungen ausgesetzt, enteignet und der Armut preisgegeben, so der jüngste Schattenbericht nigerianischer Frauenrechtsorganisationen vor der Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen.

Weiterlesen ...

Wahlprüfsteine und Forderungen von TERRE DES FEMMES zur Bundestagswahl 2017

Wahlpruefsteine 2017. Foto: © pico - Fotolia.com

Am 24. September wird in Deutschland ein neuer Bundestag gewählt. Wir machen den großen Parteien-Check: Wie stehen die Parteien* zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt? Welche Ideen und Vorhaben gibt es, um Frauen in Deutschland besser vor Gewalt zu schützen? Sind in der neuen Legislaturperiode Verbesserungen bei der Prävention vor Gewalt und bei der Versorgung von Betroffenen zu erwarten? Oder steht uns ein frauenpolitischer Backlash bevor?

Wir wollen es genau wissen und haben unsere Wahlprüfsteine an CDU, CSU, SPD, Die Linke, FDP, Bündnis 90/Die Grünen* verschickt. Die Antworten werden nach und nach auf dieser Webseite veröffentlicht.

 

* TDF legt die Wahlprüfsteine nicht der AfD vor, weil wir uns für ein modernes, zukunftsorientiertes Frauenbild einsetzen. Es steht im Gegensatz zu dem rückwärtsgewandten Frauenbild der AfD.

Lesen Sie mehr dazu in unserer Stellungnahme zu Rechtspopulismus und Extremismus.

Wenn die Geburt einer Tochter ein Unglück ist

 

Cover Hvistendahl2007 machte eine 29-Jährige Chinesin international Schlagzeilen: Ihr sollten 26 Nadeln aus dem Körper entfernt werden. Die Nadeln wurden ihr, so vermutet die Patientin, von ihren Großeltern gleich nach ihrer Geburt eingeführt, um sie zu töten, da sich die Eltern einen Jungen gewünscht hatten.

„Mit einem Sohn hast du einen Nachkommen, mit zehn Mädchen hast du nichts“, heißt es einem chinesischen Sprichwort. Das von konfuzianistischen Werten geprägte Land ist streng patrilineal: Es ist der Sohn, der das Erbe und den Namen der Familie weitertragen wird, nur er wird die Bestattungsrituale vornehmen dürfen.

Während rund um den Globus in vielen Regionen die Geburt eines Sohnes mit Freude begrüßt wird, wird die Geburt einer Tochter oft kaum als Anlass zum Feiern empfunden. Meistens sind es patriarchal geprägte Gesellschaften, die in der Tochter eine Bürde sehen. Sie wird nach der Heirat der Familie ihres Mannes dienen, während ein Stammhalter ein höheres Ansehen für die Familie bedeutet und die Eltern bis zum Tod finanziell absichern wird.

Weiterlesen ...

Abtreibung – ein Selbstbestimmungsrecht der Frauen?

Als das Abtreibungsschiff der niederländischen Organisation Women on Waves am 22. Februar vor der Küste Guatemalas anlegen wollte, um auf die harschen Abtreibungsgesetzte de Landes aufmerksam zu machen, wurde es von der Marine festgesetzt.

Das Schiff nimmt schwangere Frauen an Bord und bietet Ihnen – auf internationalen Gewässern bis zur zehnten Schwangerschaftswoche kostenlose Abtreibungen an.
Die AktivistInnen um die Gründerin Rebecca Gomberts haben schon vor Irland, Polen, Portugal, Spanien geankert. Zuletzt 2012 vor Marokko, auch hier wurden sie von der Marine gestoppt.

Weiterlesen ...

Ein Sieg für die Teilhabe von Mädchen - TERRE DES FEMMES begrüßt die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes über die Teilnahme muslimischer Mädchen am Schwimmunterricht.

Die muslimischen Eltern aus Basel verweigerten ihren Mädchen die Teilnahme am gemischtgeschlechtlichen Schwimmunterricht. Sie beriefen sich auf das Recht der Religionsfreiheit. Gegen sie wurde daraufhin ein Bußgeldbescheid in Höhe von 1300 Euro verhängt, gegen den sie klagten. Der Europäische Gerichtshof entschied, dass die Schulpflicht und die Integration der Kinder Vorrang habe gegenüber dem religiös begründeten Wunsch der Eltern nach einer Befreiung vom Schwimmunterricht.

Auch in Deutschland klagen immer wieder muslimische Eltern gegen die verpflichtende Teilnahme ihrer Kinder am Schwimmunterricht. Richtungsweisend war hierzulande das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, welches 2013 die Klage einer Frankfurter Schülerin ablehnte. Das Gericht entschied, dass der staatliche Bildungs- und Erziehungsauftrag Vorrang hat.

Stand: 01/2017

Logo Transparenzinitiative   

Feed-Einträge