TERRE DES FEMMES protestiert: Firma Redcoon wirbt mit Mini-Pornos

Im letzten Jahr hatte TERRE DES FEMMES über die Werbekampagne der Firma Redcoon erfolgreich Beschwerde beim Deutschen Werberat eingelegt. SeitOktober 2013 ist die Firma nun mit einer neuen Werbekampagne unterwegs, bei der nach altbekanntem Muster freizügig bekleidete Damen für Redcoon werben sollen. Das aber kein Zusammenhang zwischen fast nackten Frauen und Elektronikartikeln besteht, beweist die Firma damit selber: In den auf YouTube laufenden Spots erfahren die BetrachterInnen nicht, um was für eine Firma es sich bei Redcoon handelt. Es werden lediglich unter dem Namen kleine Pornofilmchen gezeigt, bei denen Frauen als Sexobjekte verschiedenste „Abenteuer“ auf dem Land erleben. Werbung für ein Produkt? Fehlgeschlagen!

Da die Mini-Pornos aber als Werbung vermarktet werden, haben wir erneut beim Deutschen Werberat Beschwerde gegen die Firma Redcoon eingereicht. Wir empfinden die Darstellung der Frauen als eine „Reduzierung auf ein sexuelles Objekt“ (Kriterium des Deutschen Werberats) und fordern den Deutschen Werberat auf, die Firma Redcoon zu rügen. Aus Jugendschutzgründen müssen die Videos und TV-Spots sofort gesperrt werden.

 

An: werberat@werberat.de

11.11.2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

bedauerlicherweise müssen wir uns heute bei Ihnen erneut über die Werbespots der Firma Redcoon beschweren. Wie Sie sich sicherlich erinnern, hatten wir uns zuletzt im Mai über die damalige Werbekampagne der Firma Redcoon bei Ihnen beschwert.

Auch die neue Kampagne von Redcoon unter dem Motto "So viel billig hat ein Zuhause" operiert mit vier bekannten Frauen, die als Porno-Darstellerin dargestellt werden. In einem der Videos, die bei YouTube laufen, läuft eine der Darstellerinnen nackt über einen Fußballplatz, in einem anderen Video catchen zwei Darstellerinnen im Schlamm.

Vor allem das Video über das Schlammcatchen, aber auch das "Flitzer-Video" sind unserer Meinung nach pornographische Darstellungen, die niemals für Kinder und Jugendliche frei zugänglich im Internet gezeigt werden dürften, erst recht aber nicht im Fernsehen.

Wir sind entsetzt darüber, dass solche Spots gezeigt werden dürfen. Sie vermitteln unserer Meinung nach keine Ironie, wie es die Werbeagentur gerne behauptet. Hier werden lediglich Frauen als Sexobjekte dargestellt. Inzwischen wird sogar gänzlich darauf verzichtet, überhaupt noch Elektronikartikel damit in Verbindung zu setzen. Es geht lediglich nur noch darum, eine Verbindung zwischen den fast nackten Frauen, dem Wort "billig" und der Marke Redcoon herzustellen. Die fast nackten Frauen dienen nur noch als Blickfang. Aus diesem Grund hatte der Deutsche Werberat zum Beispiel das Möbelhaus Tristan im März 2012 gerügt. Sie argumentierten, dass der Körper als reiner Blickfang ohne jeglichen Bezug zum eigentlichen Anliegen der Werbebotschaft stehe und daher die Würde der Frauen verletzt würde. Dies sei ein Verstoß gegen die Grundsätze des Werberates zur Herabwürdigung und Diskriminierung von Personen.

Wir sehen bei dieser Werbung von Redcoon dieselbe Diskriminierung wie im Fall Tristan sowie die Herabwürdigung der Frauen auf ein sexuelles Objekt und fordern Sie deshalb auf, eine erneute Rüge gegen die Firma Redcoon auszusprechen und aus Jugendschutzgründen sofort die Videos und TV-Spots der Firma Redcoon sperren zu lassen.

Mit freundlichen Grüßen

Birte Rohles,
TERRE DES FEMMES-Referentin

 

 

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