Chronik-Frauenhandel-Hintergrundinformationen

Fußball-WM und Zwangsprostitution-Aktionen am Münchner Flughafen

Frauen informieren - Freier können helfen

Logo der Kampagne: Stoppt ZwangsprostitutionVom 1. bis 3. Juni standen Frauen der Münchner Städtegruppe TERRE DES FEMMES und weiterer Organisationen am Münchner Flughafen. Sie haben im Rahmen der bundesweiten Kampagne "Stoppt Zwangsprostitution" über die unter ausbeuterischen Bedingungen arbeitenden unfreiwilligen Prostituierten informiert. Denn nach Expertenmeinungen wird die Anzahl der in Deutschland arbeitenden Zwangsprostituierten zur Fußball-WM sprungartig ansteigen. Neben der Schirmherrin, Heide Simonis, unterstützt auch die Fußballlegende Sigi Held die Kampagne. "Zeigt der Zwangsprostitution die Rote Karte," fordert der Fußballer.

Infobroschüren und Kärtchen, mit einer Hotline-Nummer unter der Hilfe für diese Frauen gerufen werden kann, wurden Anfang Juni am Flughafen und werden während der WM im ganzen Stadtgebiet von München und anderen Austragungsorten verteilt. Die Frauen von TERRE DES FEMMES, Jadwiga, vom DGB, von Ver.di, Solwodi und die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit wollen die Öffentlichkeit aufmerksam machen. Vor allem Freiern wollen sie zeigen, dass diese helfen können. Denn sie sind oft die Einzigen, mit denen Zwangsprostituierte Kontakt haben. Und schließlich ist Zwangsprostitution auch Betrug an den Freiern, die damit in die Grauzone organisierter Kriminalität abgleiten. Männer können in Deutschland ganz legal die Dienste von selbstständigen und selbstbestimmt tätigen Prostituierten in Anspruch nehmen. Sie haben die Macht, Zwangsprostitution vom Platz zu stellen.

Eine spezielle kostenfreie Hotline-Telefonnummer 0180 2006 110 ist seit dem 15. Mai 2006 deutschlandweit rund um die Uhr geschaltet. Auch die Münchner Beratungsstellen Jadwiga 089-54497233 und Solwodi 08 000-111 777 nehmen telefonisch Hinweise entgegen.

Weitere Infos gibt es unter:
www.frauenrechte.de,
www.stoppt-zwangsprostitution.de und
www.solwodi.de

Pressekontakt und Infos zur Aktion:
Juliane von Krause, muenchen@frauenrechte.de
Tel. 089-43 65 14 74

Städtegruppe Berlin verteilt 10.000 Bierdeckel - Rote Karte für Zwangsprostitution während der WM 2006

Zehntausend Bierdeckel mit dem Aufdruck „Rote Karte für Menschenrechtsverletzungen während der WM, Zwangsprostitution kommt nicht in die Kiste“ verteilt die Terre des Femmes Städtegruppe Berlin ab dem 6. Juni 2006 in Berliner Kneipen und Cafes.

Die Aktion weist auf den erwarteten Anstieg der Zwangsprostitution während der Fußball-WM hin. Menschenhändler bringen vor allem junge Frauen aus Osteuropa mit falschen Versprechungen nach Deutschland um hier die verstärkte Nachfrage während der WM zu befriedigen.

Bierdeckel-VorderseiteBesonders Männer sollen angesprochen und für das Problem der Zwangsprostitution sensibilisiert werden. Männliche Kunden schaffen die Nachfrage und können durch ihr Verhalten Frauenhandel unterstützen oder nicht. Auf den Bierdeckeln wird die Adresse der Website www.stoppt-zwangsprostitution.de angegeben, die Freiern Hinweise gibt, um Zwangsprostitution zu erkennen und Vorschläge für den Umgang mit Zwangsprostituierten liefert. Die Frauen der Städtegruppe Berlin möchten allen die rote Karte zeigen, die Zwangsprostitution unterstützen. Wir fordern die Männer auf, sich an dieser modernen Sklaverei nicht zu beteiligen. Wir fordern Freier auf, der Zwangsprostitution die rote Karte zu zeigen.

Bierdeckel-RückseiteNach Angaben der EU sind jährlich 500.000 Frauen vom Menschenhandel betroffen. Oft zwingt die wirtschaftliche Lage in den Heimatländern die Frauen, auf dubiose Arbeitsangebote im Ausland einzugehen. Die betroffenen Frauen werden eingesperrt, erpresst, bedroht und ausgebeutet. Sie müssen am Tag bis zu 20 Freier bedienen und können deren Wünsche nicht ablehnen. Viele Frauen infizieren sich mit HIV oder Hepatitis, weil der Kunde kein Kondom benutzen will.

Frauenhandel ist eine moderne Form von Sklaverei, die in ihren Dimensionen den historischen Sklavenhandel übertrifft. Derzeit werden Opfer von Frauenhandel von Polizei und Behörden noch immer in vielen Fällen als Kriminelle behandelt. Frauen, die den Mut haben, als Zeugin gegen ihre Peiniger auszusagen, sollten die Sicherheit eines unbefristeten Aufenthaltes
in Deutschland oder eine Starthilfe für eine Existenz in ihrer Heimat erhalten.

Kontakt:
TDF-Städtegruppe Berlin
Johanna Suwelack,
berlin@frauenrechte.de

(Ober-)Bürgermeister unterstützen Resolution gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution

Das Motto der Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland lautet: "Die Welt zu Gast bei Freunden". Viele Menschen freuen sich auf das Ereignis und auf zahlreiche Begegnungen und neue Bekanntschaften.

Frauen- und Menschenrechtsorganisationen wie TERRE DES FEMMES und der Deutsche Frauenrat befürchten jedoch eine verstärkte Nachfrage nach sexuellen Dienstleistungen. So wird zur Fußball-WM 2006 in Deutschland ein Anstieg der Aktivitäten der Menschenhändler erwartet, die junge Frauen mit falschen Versprechungen vor allem aus Osteuropa nach Deutschland schleppen.

Nach Angaben der EU sind jährlich 500 000 Frauen von Menschenhandel betroffen. Oft zwingt die wirtschaftliche Lage in den Heimatländern die Frauen, auf dubiose Arbeitsangebote im Ausland einzugehen.

Die betroffenen Frauen werden eingesperrt, erpresst, bedroht und ausgebeutet. Sie müssen am Tag bis zu 20 Freier bedienen und können die Wünsche der Freier nicht ablehnen. Viele Frauen infizieren sich mit HIV oder Hepatitis, weil der Kunde kein Kondom benutzen will.

Die Menschenhändler machen den Frauen die Flucht unmöglich, indem sie ihnen Pass und Handy wegnehmen. Ihr illegaler Aufenthaltstatus erschwert die Einbeziehung der Polizei. Auch die Androhung von Gewalt an Kindern und Eltern im Heimatland und die Angst, dass ihre Tätigkeit im Ausland der Familie bekannt wird, hindern die Frauen an der Flucht aus der Zwangsprostitution.

Wir Oberbürgermeister möchten als Repräsentanten der Kommunen des Landes Baden-Württemberg all jenen die rote Karte zeigen, die die Fußball-Weltmeisterschaft für ihre kriminellen Machenschaften ausnutzen wollen und dieses Ereignis für den Handel mit Mädchen und Frauen aus der ganzen Welt missbrauchen. Der Kampf gegen Zwangsprostitution ist nicht nur die Aufgabe von Nicht-Regierungs-Organisationen, sondern sollte vor allem von staatlichen und kommunalen Einrichtungen geführt werden - nicht nur während der WM.

Wir werden uns in Zukunft stärker gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution einsetzen und die uns zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen, um diesen schweren Menschenrechtsverletzungen Einhalt zu gebieten und die Würde der Frauen zu schützen.

Wir unterstützen die von TERRE DES FEMMES initiierte Resolution:
Oberbürgermeister:
Dr. Wolfgang Schuster, Stuttgart; Andreas Hesky, Waiblingen; Winfried Kübler, Schorndorf; Dr. Jürgen Zieger, Esslingen;  Klaus Tappeser, Rottenburg; Heinz Fenrich, Karlsruhe; Horst Frank, Konstanz; Dr. Dieter Salomon, Freiburg im Breisgau; Gerhard Widder, Mannheim; Ivo Gönner, Ulm; Jürgen Kessing, Bietigheim-Bissingen; Christel Augenstein, Pforzheim; Karl Hilsenbek, Ellwangen; Martin Gerlach, Aalen; Edith Schreiner, Offenburg; Dieter Gummer, Hockenheim;

Bürgermeister:
Steffen Bühler, Besigheim; Kornelius Bamberger, Bönnigheim; Lutz Schwaigert, Erdmannhausen; Albert Leibold, Erligheim; Rainer Gerhäusser, Großbottwar; Ralf Maier-Geißer, Freiberg; Martin Schwarz, Hessigheim; Volker Godel, Ingersheim; Herbert Pötzsch, Marbach; Holger Haist, Mundelsheim; Manfred Hollenbach, Murr; Ralf Trettner, Pleidelsheim; Jürgen Scholz, Sersheim; Albrecht Dautel, Walheim; Reinhard Rosner, Oberstenfeld; Gerhard Greiner, Neulußheim; Walter Klein, Reilingen;  

Stand: 12. Juli 2006

Auftakt zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006

Kampagne gegen Zwangsprostitution - Männer tragen Verantwortung

Anlässlich der Fußball- WM stellt sich das Rotlichtmilieu auf eine zu erwartende höhere Nachfrage ein. Tausende, möglicherweise 30 000 Frauen werden zusätzlich in die Prostitution nach Deutschland geschleust werden, meist aus osteuropäischen Ländern.

Viele werden unter Zwang und ausbeuterischen Bedingungen arbeiten. Vergewaltigung und Erpressung sind üblich, um Frauen zur Prostitution zu zwingen. Doch Freier können aktiv werden: "Die Männer sollen genau schauen, in welcher Situation sich die Frau befindet. Wenn Sie die Möglichkeit haben, müssten sie uns helfen, aus dieser Situation rauszukommen". (Ronja 19 Jahre, aus Rumänien).

TERRE DES FEMMES beteiligt sich an der Kampagne "Stoppt Zwangsprostitution" unter der Schirmherrschaft von Heide Simonis und unterstützt die Kampagne "Abpfiff" vom Deutschen Frauenrat. Es gibt u.a. Telefonhotlines für Frauen in Not, und für Männer, die helfen wollen.


Logo von Frauenrecht ist Menschenrecht     Logo der Kampagne Stoppt Zwangsprostitution    TDF-Logo

Wie wird TDF aktiv?


Links zu