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TERRE DES FEMMES fordert besonderen Schutz für Frauen auf der Flucht

Frauen auf der Flucht sind besonders schutzbedürftig. Sie sind in allen Phasen der Flucht einem besonderen Risiko geschlechtsspezifischer Gewalt ausgesetzt. Auch leiden viele weibliche Geflüchtete unter geschlechtsspezifischen Gewalterfahrungen, die sie bereits in ihren Herkunftsländern gemacht haben. TERRE DES FEMMES setzt sich dafür ein, dass der besonderen Schutzbedürftigkeit von Frauen und Minderjährigen auf allen Etappen der Flucht Rechnung getragen wird.

TERRE DES FEMMES fordert:

  • die Verankerung eines standardisierten Gewaltschutzkonzepts in allen Flüchtlingsunterkünften zur Prävention von und Intervention bei geschlechtsspezifischer Gewalt.
  • die flächendeckende Information geflüchteter Frauen über ihre Rechte und das Hilfesystem in Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt.
  • umfassende Prüfung und Würdigung geschlechtsspezifischer Verfolgungsgründe im Asylverfahren. AnhörerInnen, EntscheiderInnen und SprachmittlerInnen müssen ausreichend qualifiziert und für die spezifischen Lebensumstände der von geschlechtsspezifischer Verfolgung betroffenen Geflüchteten sensibilisiert werden.
  • Staatliche Anstrengungen zur effektiven gesamtgesellschaftlichen Teilhabe geflüchteter Frauen. Hierzu ist der Zugang zu Sprachkursen und die Sicherstellung einer Kinderbetreuung Grundvoraussetzung

In Deutschland zu leben bedeutet, neben allen Hürden und Schwierigkeiten, die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben für geflüchtete Frauen. Das Geschlechterverhältnis und -verständnis in streng patriarchalen Gesellschaften, aus denen viele der Geflüchteten kommen, stellt für TERRE DES FEMMES ein Haupthindernis einer vorbehaltlosen Integration dar. Diese Barriere gilt es in allen Maßnahmen, die der Integration geflüchteter Mädchen und Frauen dienen, gezielt abzubauen.

Schauen Sie sich auch unser detailliertes Forderungspapier zum Thema „Flucht und Frauenrechte“ (PDF-Datei) an.

Stand: 03/2017

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