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TERRE DES FEMMES –
Menschenrechte für die Frau e.V.
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BHUMIKA, Indien – Anlaufstelle für Frauen in Not

  • Übersicht

  • Hintergrund

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  • Erfolge

  • Unterstützung

  • Weitere Informationen

Das Team von BHUMIKA. Foto: © ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.Frauen in Indien auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben.
Foto © ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.
Interventionsgebiete: Hyderabad in der Region Andhra Pradesh im Süden Indiens

Wird von TDF unterstützt seit: 2016

Zielgruppe: von Gewalt betroffene und benachteiligte Frauen in der Region Andhra Pradesh

Projektaktivitäten:

  • Hilfe-Telefon für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen
  • Telefonische Beratung für Mädchen und Frauen in Not
  • Aufklärungsarbeit im Kampf gegen Gewalt an Frauen
  • Durchführung von Seminaren für PolizistInnen, RichterInnen, AnwältInnen sowie Universitäten
  • Lobbyarbeit auf politischer Ebene

Projektgründerin: Gründerin von BHUMIKA ist die Frauenrechtsaktivistin Kondaveeti Satyavati. 1993 gab sie das erste feministische Magazin in der Regionalsprache Telugu heraus. Seit 2006 ist BHUMIKA eine Anlaufstelle und Telefon-Hotline für hilfesuchende Mädchen und Frauen.

Kontakt: Ehrenamtliche Projektkoordinatorin Ruth Meding (Indien@frauenrechte.de)
oder TERRE DES FEMMES-Referat Internationale Zusammenarbeit (iz@frauenrechte.de)

Hintergründe und Projektbeschreibung

Die Situation der Frauen in Indien - Allgemeine Informationen

Seit der tödlichen Vergewaltigung einer indischen Studentin im Dezember 2012 steht Indien massiv im Fokus der Öffentlichkeit, insbesondere was Gewalt gegen Frauen anbelangt. Geschlechtsspezifische Gewalt ist in Indien ein großes Problem, wie eine Studie des International Center for Research on Women und des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2014 zeigt. Demnach haben 52% der befragten Frauen zwischen 18 und 49 Jahren mindestens schon einmal in ihrem Leben Gewalt erlebt. Dem indischen „National Crime Records Bureau“ zufolge wurden 2013 in Indien über 33.000 Frauen vergewaltigt, davon 1636 allein in Delhi.

Da vergewaltigte Frauen in der indischen Gesellschaft geächtet werden, dürfte die Dunkelziffer weitaus höher sein. Auch Zwangsverheiratungen, Mitgiftmorde und die gezielte Abtreibung weiblicher Föten sind in Indien weit verbreitet. Durch die öffentlichen Proteste und der daraus entstandenen Diskussion über Gewalt gegen Frauen scheint in Indien etwas in Bewegung gekommen zu sein. So genannte Schnellgerichte wurden eingerichtet, die rasche Ermittlungen einleiten und Täter konsequent bestrafen sollen. Anfang des Jahres 2013 wurde zudem das indische Sexualstrafrecht verschärft. Der Begriff der Vergewaltigung ist nun weiter gefasst und nicht mehr gekoppelt an die Anwendung von Gewalt oder konkrete Drohungen, sondern lediglich an das fehlende Einverständnis der betroffenen Frau. Trotz des entscheidenden Fortschritts auf rechtlicher Ebene besteht in Indien noch immer eine enorme Diskrepanz zwischen der Rechtslage und der praktischen Umsetzung durch RichterInnen und PolizeibeamtInnen.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen zwar, dass Veränderungen möglich sind. Sie zeigen aber auch, dass patriarchale Strukturen noch immer tief in der indischen Gesellschaft verwurzelt sind. Indien ist ein Land zwischen Moderne und Tradition - insbesondere, wenn es um das Thema Frauenrechte geht.

BHUMIKA – Anlaufstelle für Frauen in Not

Musste selbst für ihr Recht auf Bildung kämpfen: Kondaveeti Satyavati, Gründerin und Koordinatorin von BHUMIKA. Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische WeltMusste selbst für ihr Recht auf Bildung kämpfen: Kondaveeti Satyavati, Gründerin und Koordinatorin von BHUMIKA.
Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt
Die Geschichte der Frauenrechtsorganisation BHUMIKA nimmt 1993 ihren Anfang: Damals gibt Gründerin Kondaveeti Satyavati zum ersten Mal ein Frauenmagazin unter dem Namen BHUMIKA heraus. Dieses erscheint bis heute und behandelt Themen wie HIV/AIDS, häusliche Gewalt sowie Frauen in verschiedenen Berufen. Kondaveeti Satyavati stammt aus einer Bauernfamilie und musste für ihr Recht auf Bildung kämpfen. Schließlich schaffte sie sogar den Sprung an die Universität. Bereits in den Siebziger Jahren setzte sie sich bei einer großen indischen Frauenorganisation für Geschlechtergerechtigkeit ein.

2006 ruft BHUMIKA eine Telefon-Hotline ins Leben, an die sich hilfesuchende Mädchen und Frauen wenden können. Bei häuslicher Gewalt, Eheproblemen, Frühehen und anderen Notlagen leistet die Frauenrechtsorganisation erste Beratung, macht den Frauen Mut und garantiert eine weitere Betreuung in schweren Fällen.

Mitarbeiterin von BHUMIKA im Beratungsgespräch. Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische WeltMitarbeiterin von BHUMIKA im Beratungsgespräch.
Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt
BHUMIKA organisiert auch Seminare für PolizistInnen, RichterInnen, AnwältInnen sowie Universitäten um sie für das Thema Frauenrechte zu sensibilisieren und über die Gesetze zum Schutz der Frauen zu informieren. Außerdem leistet BHUMIKA erfolgreich Lobbyarbeit auf politischer Ebene. Dank ihrer früheren Tätigkeit bei der Regierung kann Gründerin und Koordinatorin Kondaveeti Satyavati hierbei auf gute Kontakte zurückgreifen.

BHUMIKA ist eine Partnerorganisation der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. (ASW). TERRE DES FEMMES unterstützt BHUMIKA in Kooperation mit der ASW seit Januar 2016. Mit Hilfe der ASW und TERRE DES FEMMES soll es nun möglich werden, dass AnwältInnen die vielen Freiwilligen, die Frauen am Telefon beraten, in Rechtsfragen schulen.

 

 

 

Projektaktivitäten von BHUMIKA

Erstanlaufstelle für Frauen in Not

Ein Sticker macht auf die Helpline von BHUMIKA aufmerksam. Foto: © ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.Ein Sticker macht auf die Helpline von BHUMIKA aufmerksam.
Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt
Die Mitarbeiterinnen von BHUMIKA sind im Raum Hyderabad meist die ersten Ansprechpartnerinnen für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen. Sie erhalten bei dem Hilfe-Telefon der Organisation anfängliche Beratung und werden über ihre Rechte aufgeklärt. Je nach Notsituation werden die hilfesuchenden Frauen auch an zuständige Stellen weitervermittelt. Nachgefragt werden die Adressen von Rechtsberatungen, Selbsthilfegruppen, speziellen Anlaufstellen für Traumabehandlungen sowie von Notunterkünften für Frauen.

Inzwischen hat das Hilfe-Telefon in der Region Andhra Pradesh einen großen Bekanntheitsgrad erlangt: So gingen bei BHUMIKA von 2006 bis 2014 52.000 Anrufe ein. Im Durchschnitt erhalten die Mitarbeiterinnen 15 bis 20 Anrufe am Tag. Die häufigsten Gründe, warum sich Frauen an die Organisation wenden, sind häusliche Gewalt, Schikanierungen durch den Ehemann und die Schwiegereltern sowie Frühverheiratung.

Betreuung von schwerwiegenden Einzelfällen

Bei Notfällen, wie schwerwiegender häuslicher Gewalt, schreitet die Frauenrechtsorganisation aktiv ein und leistet längerfristige Betreuung. Die Mitarbeiterinnen von BHUMIKA begleiten die Frauen etwa ins Krankenhaus und versuchen zunächst mit der Familie zu sprechen. Denn die Lage von alleinstehenden Frauen in Indien ist sehr schwierig. Zwar betreibt das indische Ministerium für die Entwicklung von Frauen und Kindern mehr als 600 Frauenhäuser, doch diese befinden sich meist in einem sehr schlechten Zustand. Zeigen die Gesprächsversuche mit der Familie keinen Erfolg, unterstützt BHUMIKA die gewaltbetroffenen Mädchen und Frauen beim Zugang zu staatlichen Fördermitteln und steht ihnen bei Rechtsfragen zur Seite. Die Mitarbeiterinnen betreiben außerdem Nachsorge und überprüfen, ob es den Frauen langfristig gut geht.

So wurde BHUMIKA von einer anderen Nichtregierungsorganisation der Fall einer Hausangestellten vermittelt, die keinen Lohn erhielt und von der Familie, bei der sie arbeitete, schikaniert wurde. Alleine schaffte sie es nicht zu fliehen. Daraufhin suchte BHUMIKA das persönliche Gespräch mit dem Arbeitgeber. Außerdem informierte die Organisation die Eltern der hilfesuchenden Frau und stellte ihr das nötige Geld zur Heimfahrt zur Verfügung. Schließlich konnte sie zu ihrer Familie zurückkehren.

Aufklärungsarbeit im Kampf gegen Gewalt an Frauen

Mitarbeiterinnen von BHUMIKA im Gespräch. Foto:  © ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V.Mitarbeiterinnen von BHUMIKA im Gespräch.
Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt
BHUMIKA organisiert darüber hinaus Seminare für PolizistInnen, RichterInnen, AnwältInnen sowie Universitäten, um diese für das Thema Frauenrechte und Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren. Außerdem betreibt BHUMIKA Lobbyarbeit auf politischer Ebene, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen, sich gezielter für den Gewaltschutz von Frauen und Mädchen einzusetzen. „Auf dem Papier existieren zwar Gesetze zum Schutze der Frauen, in der Realität werden diese jedoch kaum umgesetzt“, beklagt Satyavati.

Mit Hilfe der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW) und TERRE DES FEMMES soll es nun möglich werden, dass die vielen Freiwilligen, die Frauen am Telefon beraten, fachliche Unterstützung durch RechtsanwältInnen bekommen. Der Erfolg von BHUMIKA macht Mut. So denkt Kondaveeti Satyavati bereits über eine Ausweitung des Projekts nach: „Es gibt ja in allen Regionen Indiens Frauen, die eine Ansprechpartnerin in der Not brauchen!“

 

Erfolge des Projekts

 Das Team von BHUMIKA bei einer Besprechung. Foto: © ASW Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt e.V. Das Team von BHUMIKA bei einer Besprechung.
Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt
Die Telefon-Hotline ist inzwischen in der ganzen Region Andhra Pradesh bekannt, circa 15 bis 20 Anrufe gehen Tag für Tag bei BHUMIKA ein. Auch die Regierung und die Polizei verweisen Fälle an die Organisation. Auf diesem Weg hat BHUMIKA vielen Mädchen und Frauen in Notlagen durch Rat und Tat helfen können.

Außerdem leisten die Mitarbeiterinnen von BHUMIKA erfolgreich Lobbyarbeit auf politischer Ebene. So konnten sie unter anderem erreichen, dass die verschiedenen Behörden in Bezug auf Notunterkünfte für Frauen besser miteinander kooperieren.

 

 

 

 

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Weitere Informationen

Auf der Homepage der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt gibt es eine Vielzahl an nützlichen Informationen über die Situation von Frauen in Indien.

Hier zum Beispiel eine Zusammenfassung zum aktuellen Gewaltschutzgesetz in Indien (PDF-Datei)


Im Januar 2014 hat TERRE DES FEMMES gemeinsam mit dem Festival of Hope eine große Veranstaltung zum Themenschwerpunkt Frauen in Indien und in Sri Lanka durchgeführt. Der Erlös des Festivals kam unserer ehemaligen Partnerorganisation REDS zugute.

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