Recht auf Kindheit muss gewahrt bleiben: TERRE DES FEMMES fordert gesetzliches Kopftuchverbot bei Mädchen

v.l.n.r.: Dr. Necla Kelek, Dr. Hania Luczak, Christa Stolle, Inge Bell und Prof. Dr. Godula Kosack. Foto: © TERRE DES FEMMES e.V.v.l.n.r.: Dr. Necla Kelek, Dr. Hania Luczak, Christa Stolle, Inge Bell und Prof. Dr. Godula Kosack. Foto: © TERRE DES FEMMES e.V.Berlin, 22.05.2017. TERRE DES FEMMES fordert, das sogenannte Kinderkopftuch im öffentlichen Raum, vor allem in Betreuungs- und Ausbildungsinstitutionen, für alle minderjährigen Mädchen gesetzlich zu verbieten. Darauf hat sich die Frauenrechtsorganisation auf ihrer jährlichen Hauptversammlung mit großer Mehrheit am vergangenen Wochenende verständigt.

„Wir wollen, dass jedes Kind – gemäß der UN-Kinderrechtskonvention sind dies alle Personen unter 18 Jahren – ein Recht auf Kindheit hat“, erklärt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES zum Kopftuchverbot für Minderjährige. Verschleierung (häufig Hidschab) von Mädchen, wie sie zunehmend bereits in Kindergärten und Schulen zu beobachten sei, stehe diesem entgegen. Sie manifestiere bereits in der hochsensiblen Entwicklungsphase eine Art von Geschlechter-Apartheit und markiere Mädchen als Sexualwesen, als Verführerinnen, die ihre Reize vor den Männern zu verbergen haben. Dieses patriarchalische Rollenbild des weiblichen Kindes und heranwachsender Mädchen diskriminiere nicht nur sie, sondern auch den Mann als angeblich triebgesteuert und unbeherrscht.

Kindergärten, Schulen und andere Ausbildungsstätten müssen Orte sein, in denen sich jeder unabhängig von Geschlecht, kultureller Herkunft und Weltanschauung entwickeln kann. Nur so kann Chancengleichheit realisiert werden. „Alle müssen das Recht auf eine gleichgestellte Entwicklung erhalten“, fordert Stolle. Dazu gehöre auch das im Grundgesetz verankerte Recht auf Weltanschauungsfreiheit. Hierfür müsse allen Kindern ein gesetzlicher Schutzraum zur Verfügung gestellt werden, in dem sie ein säkulares Gesellschaftsmodell erfahren können.

Ferner wurde der Vorstand gewählt: Die Bundesgeschäftsführerin wird gemeinsam mit der Soziologin und Ethnologin Prof. Dr. Godula Kosack, der Publizistin Dr. Necla Kelek, der Wissenschaftsjournalistin Dr. Hania Luczak und Medienunternehmerin und Management-Coach Inge Bell für die kommenden zwei Jahre den Verein leiten. Inge Bell und Dr. Hania Luczak wurden neu in den Vorstand gewählt.

Für Anfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Marion Brucker (Pressereferentin), Tel. 030/40504699-25, oder per E-Mail an presse@frauenrechte.de.

 

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