Ereignisse aus dem Jahr 2018

Im Rahmen der universitären Projekt Veranstaltung „Wissenschaftliche Aspekt praxisorientierter Unterrichtsplanung“ zu dem Thema Beschneidung und Genitalverstümmelung an der Leuphana Universität in Lüneburg am 15. Januar, hielt Mitfrau Heidemarie Grobe einen Vortrag der sich mit dem historischen Hintergrund der Beschneidung,  dem Verfahren der Genitalverstümmelung von Frauen und den psychischen und gesundheitlichen Folgen der Betroffenen auseinandersetzte und in dem sie zusätzlich die Leitideen von TDF vorstellte.

Am 11. Januar fand ein Austauschtreffen mit Vertretern von Projekt 100% Mensch, MOGiS e.V., Intersexuelle Menschen e.V. und TDF in Berlin statt. Besprochen wurden erste Ideen für eine gemeinsame Kampagne  (Arbeitstitel: Der blinde Fleck) gegen Genitalverstümmelung aller Art. Im Vordergrund der Kampagne soll der Schutz der betroffenen Kinder stehen. Besprochen wurden Fragen wie Start und Laufzeit der Kampagne, reichweite der Kampagne und welcher Akteur was einbringen kann (Finanzierung, Arbeitskraft, Kontakte etc).

Am 14. Januar endete das EU-weite CHANGE Plus Projekt, das TERRE DES FEMMES von 2016-2018 koordiniert und gemeinsam mit sieben europäischen und zwei westafrikanischen Partnerorganisationen umgesetzt hat. Insgesamt wurden 48 CHANGE Agents und 10 CHANGE Champions ausgebildet, 215 behaviour change activities implementiert und mehr als 2.000 MigrantInnen aus praktizierenden Communities erreicht. Darüber hinaus nahmen die CHANGE Champions an 20 Lobby- und Advocacyveranstaltungen teil und brachten sich auch auf politischer Ebene in den Dialog zu FGM ein. Der Aufklärungsfilm „Amina“ wurde im Rahmen des Projektes entwickelt und produziert. Charlotte Weil hat das Projekt für TDF koordiniert und Dr. Idah Nabateregga als Community Managerin im Projekt gearbeitet.

Am 18. Januar organisierte die Stiftung Hilfe mit Plan eine Informationsveranstaltung mit Fachvortrag zum Thema FGM. Das CHANGE Plus Projekt und seine Erfolge wurden vorgestellt und Dr. Dan mon O’Dey hielt einen Vortrag zu Rekonstruktionsmöglichkeiten der Klitoris. TDF wurde von Mitfrau Heidemarie Grobe vertreten.

Am 11. Februar fand im Rahmen des Internationalen Tag „NULL Toleranz zu weiblicher Genitalverstümmelung“ im kommunalen Kunst- und Kulturzentrum K9 in Konstanz eine Filmvorführung statt. Gezeigt wurde „Moolaadè“, ein Film der von vier Mädchen handelt, die sich weigern sich beschneiden zu lassen. Anwesend war auch der Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Konstanz, Moustapha Diop, der genau wie der Regisseur des Films aus Senegal stammt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Mitfrau Erika Korn.

Am 06. Februar – Dem Internationalen Tag „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ – fand auch in diesem Jahr wieder eine bundesweite Büchertischaktion statt. Teilgenommen haben Büchereien in dem sie einen Tisch oder Schaufenster zur Verfügung stellten um Bücher und Infomaterialien rund um das Thema FGM auszustellen.

Am 23. Februar hat TDF ein neues Positionspapier veröffentlicht. Thema ist „Jungenbeschneidung“  (auch MGM – Male Genital Mutilation). Darin positioniert TDF sich ganz klar gegen die Beschneidung von Jungen und fordert die Abschaffung jeder Form dieser Praktik weltweit. Es gilt eine Null-Toleranz-Haltung beim FGM und MGM gleichermaßen, denn auch in der männlichen Beschneidung sehen wir eine Verletzung der Menschen- und Kinderrechte.

Der Deutsche Frauenring e.V. lud am 28. Februar zum Frühjahrsempfang in ihre Bundesgeschäftstelle in Berlin. Diesen Anlass nutzte der Verein um die von ihnen erarbeitete Ausstellung zum Thema FGM vorzustellen. Darin werden Gründe, Umfang sowie medizinische und psychische Folgen der Praktik anhand von 21 Tafeln mit Wort und Bild aufgezeigt. Maja Wegener hat TDF vor Ort vertreten.

Am 06. März gab es einen Austauschtermin mit MitarbeiterInnen von MdB Gyde Jensen (FDP). Gyde Jensen ist nicht nur die jüngste MdB, sondern auch Vorsitzende im Ausschuss für internationale Menschenrechte und humanitäre Hilfe. Grund des Treffens war die Aufklärung über das Thema FGM und welche Aspekte International relevant sind. Mit dieser Grundlage soll dann die Entscheidung getroffen werden, ob das FGM mit in die politische Agenda der Abgeordneten aufgenommen werden soll.

Am 07. März fand der 43. Runde Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen im Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in Düsseldorf statt. Unsere Mitfrau Monika Weiß-Imroll vertrat TDF bei der Veranstaltung. Der erste Schwerpunkt des Tages ist die Vorstellung der Ziele, Aktivitäten und Hintergründe des inzwischen 6. „Welttags der genitalen Selbstbestimmung“. Die TeilnehmerInnen werden eingeladen der Forderung nach genitaler Selbstbestimmung für alle Kinder (Mädchen, Jungen, intersexuell geborene Kinder) zu unterstützen. Der zweite Schwerpunkt war „Probleme für geflüchtete Frauen bei Schwangerschaft und Geburt“.  Dazu wurde erörtert wie erreicht werden kann, dass keine kritischen Situationen rund um Schwangerschaft und Geburt entstehen. Dazu gehört u.a. eine Kommunikation, bei der kulturelle und sprachliche Missverständnisse vermieden werden. Dazu gehört auch das notwendige Wissen zum Thema FGM um gefährliche Situationen zu vermeiden.

Am 09. März fand in Düsseldorf das INTEGRA Netzwerktreffen statt. INTEGRA ist das deutschlandweite Netzwerk zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung und ein Zusammenschluss aller Organisationen die sich national mit dem Thema FGM beschäftigen. Es wurde über aktuelle Projektanträge beim BMFSFJ informiert und neue Projekte vorgestellt (z. B. das Projekt „Aktiv gegen weibliche Genitalverstümmelung in Flüchtlingseinrichtungen“ von Plan International Deutschland). Des Weiteren wurde über eine einheitliche INTEGRA Formulierung bei FGM/C gesprochen.

Am 09. und 10. März fand das Forum Hebammenarbeit statt. Diesmal erstmalig in Leipzig. TDF-Mitfrau Hedwig von Knorre hat das Referat FGM mit einem Informationsstand vertreten. Es nahmen 741 TeilnehmerInnen und 63 AusstellerInnen teil und so konnte Hedwig viel Informationsmaterial, an dem gut frequentierten Stand, ausgeben.

Am 14. März fand ein Fachgespräch mit der Landesarbeitsgemeinschaft Gesundheit und Soziales vom Bündnis 90 / Die Grünen statt. Von 18:30 – 21:00 Uhr wurde im Abgeordnetenhaus von Berlin ein Fachgespräch mit Fragen zu weiblicher Genitalverstümmelung durchgeführt. TDF wurde durch Abteilungsleiterin Themen, Projekte, Beratung Maja Wegener vertreten. Besprochen wurden hier besonders die Beratungsangebote und medizinische Versorgung von Betroffenen in Berlin.

Am 15. März gab Referentin Dr. Idah Nabateregga eine Fortbildung in Göttingen die sich an Berufsgruppen und Ehrenamtliche richtete, die potenziell mit gefährdeten oder betroffenen Mädchen und Frauen in Kontakt stehen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Gleichstellungsstelle und Integrationsbüro des Landkreises Göttingen.

Am 19. März gab Referentin Dr. Idah Nabateregga eine Fortbildung zum Thema „Weiblicher Genitalverstümmelung begegnen: Präventionsmaßnahmen und Unterstützung von Betroffenen und Gefährdeten – Handlungsstrategien“ in Bremen. Diese wendete speziell an Hebammen. Sie spielen im Kampf gegen FGM eine wichtige Rolle, da sie oftmals eine vertrauensvolle Beziehung zu den Familien aufbauen und sie bis zu zweieinhalb Jahren begleiten. Organisiert wurde die Fortbildung von ProKind Bremen.

Am 20. März TDF gemeinsam mit MOGiS e.V. und Projekt 100% Mensch einen offenen Brief an das isländische Parlament geschickt. Grund dafür ist die geplante Gesetzesänderung in Island. Der Schutz von Mädchen vor allen Formen von Genitalverstümmelung soll auf Kinder jeglichen Geschlechts ausgeweitet werden. TDF begrüßt diesen Vorschlag und unterstützt gerne die Rechte der Kinder auf körperliche Selbstbestimmung.

Am 10. April fand das erste Treffen mit dem Team CHANGE statt. Fatou Diatta empfang dazu alle in ihrer Wohnung und kochte senegalesisches Essen. Es wurden die nächsten Schritte des Team CHANGE besprochen, unteranderem die mediale Präsenz und zukünftige Projekte. Außerdem verabschiedete sich Referentin Dr. Idah Nabateregga vom Team in ihren Mutterschutz und Charlotte Weil übernahm die Leitung.

Am 01. Mai war TDF auf dem alljährlichen Myfest  in Berlin-Kreuzberg auf der Afrikabühne vertreten. Die CHANGE Agents Isatou Barry und Mai Ali haben gemeinsam mit TDF-Referentin Charlotte Weil ihre Arbeit gegen weibliche Genitalverstümmelung vorgestellt. Erreicht wurde ein großes Publikum verschiedener MigrantInnen und anderer Interessierter. Das Event diente darüber hinaus der Vernetzung mit anderen migrantischen Initiativen und Communities.

Im Zuge des „Weltweiten Tag der genitalen Selbstbestimmung“ organisierte TDF-Mitfrau Gislinde Nauy gemeinsam mit dem Referat FGM am Sonntag, den 06. Mai eine Podiumsdiskussion zum Thema Medikalisierung von weiblicher Genitalverstümmelung: Ein Tabu – nicht nur in Asien in der Alten Feuerwache in Köln. Auf dem Podium diskutierten: Dr. med. Christoph Zerm, Hannah Wettig (WADI e.V.), Yuliati Umrah (Aktivistin der indonesischen Kinderschutzorganisation Arek Lintang) und TDF-Vorstandsfrau Dr. Necla Kelek. TDF Mitfrau Gislinde Nauy hat die Diskussion moderiert.

Am 07. Mai, dem „Weltweiten Tag der genitalen Selbstbestimmung“, jährte sich in diesem Jahr das „Kölner Urteil“ zum sechsten Mal. Dieses hatte 2012 auch Jungen das Recht auf genitale Selbstbestimmung zugesprochen, indem es eine medizinisch nicht indizierte Vorhautentfernung eines Jungen als eine strafbare Körperverletzung bewertete. Der inhaltliche Schwerpunkt in diesem Jahr war Weibliche Genitalverstümmelung in Asien. Deswegen hat TDF, in Kooperation mit MOGiS e.V. und vielen weiteren Organisationen, wieder dazu aufgerufen, an den Kundgebungen vor dem Kölner Landgericht sowie auf dem Wallrafplatz am WDR-Funkhaus in Köln teilzunehmen. Unsere Mitfrau Gislinde Nauy hat TDF bei der Kundgebung auf dem Podium repräsentiert.

Am 18. und 19. Mai fand das „Forum Hebammenarbeit“ in Augsburg statt. TDF-Mitfrau Hedwig von Knorre hat uns erneut mit einem Informationsstand vertreten. Anwesend waren ca. 600 TeilnehmerInnen.

Am 19. Mai nahm FGM-Referentin Charlotte Weil an dem Namensgebungsfest der neugeborenen Tochter von Fatou Mandiang Diatta, auch bekannt als Sister Fa und Mitglied des Team CHANGE, teil. Da ein großer Teil der senegalesischen Diaspora-Gemeinschaft aus Berlin anwesend war, nutzte Charlotte Weil das Treffen, um sich weiter mit der senegalesischen Community zu vernetzen.

Am 22. Mai fand ein erneutes Treffen mit dem Team CHANGE statt, bei dem zukünftige Aktivitäten diskutiert und geplant wurden. Unter anderem wurde das Programm des diesjährigen Community-Grillfests besprochen. Die Frauen erklärten sich bereit Salate, afrikanische Beilagen und Musik vorzubereiten und eine afrikanische Modenschau zu organisieren.

Am 02. Juni lud das Referat FGM zum großen Community-Grillfest ein. In Kooperation mit weiteren Organisationen, wie UNICEF Berlin, BUGI e. V., FaZIT Brandenburg, WADI e. V. und Mama Afrika e. V. wurde von 17:00 bis 23:00 Uhr mit bis zu 100 Besuchern, bestehend aus migrantischen Communities und Interessierten, zusammen in der Gärtnerei auf dem Gelände des Coop Campus in Neukölln, gegrillt und ab 21:15 Uhr das Fastenbrechen begangen. Während des Fests wurden Redebeiträge der Organisationen und dem Team CHANGE gehalten sowie Kinderanimation und eine Modenshow veranstaltet. Das Fest lud zum Austausch und Vernetzen von Organisationen und Communities ein und schuf einen Raum der Begegnung.

Vom 6. bis 7. Juni vertrat FGM-Referentin Charlotte Weil TERRE DES FEMMES bei der Jahreshauptversammlung des europäischen Netzwerks End FGM EU, in dem TDF seit Januar 2016 Mitglied ist. Neben dem fachlichen Austausch mit anderen europäischen Organisationen, konnten die Beziehungen zu den Partnern vertieft werden und gemeinsam wurden Strategien zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung in der Europäischen Union entwickelt. Am zweiten Tag fand ein Communications Training mit dem Journalisten Christopher Burn statt, in dem neben der Vermittlung von theoretischem Wissen auch praktische Übungen durchgeführt wurden.

Am 26. Juli fand in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin ein Austauschtreffen mit zwei Wiener Ärztinnen eines Frauengesundheitszentrums statt. Sie wollten sich zu unseren bisherigen FGM-Projekten CHANGE und CHANGE Plus informieren und suchten Anregungen und Hinweise für die Umsetzung eines eigenen Projekts in Österreich. Anwesend bei dem Gespräch waren FGM-Referentin Charlotte Weil und ihre Praktikantin sowie die Gesundheitspsychologin und Leiterin des Zentrums Hilde Wolf und Beraterin zu FGM Umyma El-Jelede. Im Laufe des Gesprächs kam dann auch Mai Ali hinzu, die bei dem Vorgängerprojekt CHANGE Plus als CHANGE Agent aktiv war. Gemeinsam wurden Hinweise und Herausforderungen im Umgang mit FGM als Thema sowie mit den Betroffenen ausgetauscht.

Am 14. August fand in der Berliner Bundesgeschäftsstelle ein Austauschtreffen zwischen dem Referat weibliche Genitalverstümmelung und mehreren Ärztinnen des Charité Virchow-Klinikums statt. Zu den Gästen gehörten neben zwei Gynäkologinnen der Charité-Infektambulanz auch eine Kindergynäkologin, zwei Assistenzärztinnen und eine Krankenschwester. Anders als bei bisherigen Informationsgesprächen zum Thema FGM wurde bei diesem Treffen nach gemeinsamen Lösungen und Tipps gesucht, das Thema FGM bei betroffenen schwangeren Frauen behutsam anzusprechen. Zudem wurden zahlreiche Möglichkeiten, um neu geborenen Mädchen vor einer eventuellen Verstümmelung zu schützen, durchgesprochen und diskutiert. So entstand viel mehr ein Think Tank zum medizinischen und psycho-sozialen Umgang mit betroffenen Müttern, als dass es um einen Austausch über die Arbeitsweise des Referats ging. Am Ende des Gespräch konnte Charlotte Weil den Ärztinnen noch einige hilfreiche Adressen und Namen von anderen spezialisierten ÄrztInnen in und um Berlin geben, die sich zu FGM beschäftigen und daher für die Gynäkologie der Charité ein Anlaufpunkt sein könnten.

Am 28. August fand im Bahnhofszentrum des Berliner Ostbahnhofs die Eröffnung der Ausstellung WE ARE PART OF CULTURE statt, zu der TERRE DES FEMMES herzlich eingeladen wurde. Die Ausstellung sowie das Vorprogramm der Vernissage wurden unter anderem von dem Projekt 100% Mensch initiiert und durchgeführt, mit dem TDF schon im Rahmen der Kampagne „Mein Körper – unversehrt und selbstbestimmt“ zusammenarbeitet. Die Ausstellung im Ostbahnhof soll den prägenden Beitrag von LGBTTIQ* an der gesellschaftlichen Entwicklung Europas präsentieren und darüber hinaus als bildungspolitischer Exkurs für SchülerInnen der weiterführenden Schulen dienen. So wurde auf der Vernissage auch entsprechendes Schulmaterial zur Ausstellung vorgestellt. Die Bilder zeigen allesamt Portraits von über 30 Persönlichkeiten der Vergangenheit und Gegenwart, die in ihrem Leben und Schaffen eine geschlechtliche Thematik hatten/haben. Neben der musikalischen Begleitung und Unterhaltung von Ela Querfeld und Projekt 100% Mensch gab es auch zahlreiche Reden von AktivistInnen der LGBTTIQ-Community und der Politik. So sprachen zum Beispiel auch die Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey und der Staatsminister für Europa Michael Roth und forderten gemeinsam zu mehr Akzeptanz und Toleranz in der Gesellschaft auf.

Am 10. September hat TDF-Referentin Charlotte Weil gemeinsam mit Abteilungsleiterin Maja Wegener an der Bund-Länder-NRO-AG, ausgerichtet vom BMFSFJ, teilgenommen. Charlotte Weil hat dort VertreterInnen der Bundesministerien, der Landesministerien sowie zivilgesellschaftlicher Organisationen die Arbeit von TDF gegen weibliche Genitalverstümmelung vorgestellt und einen Fokus auf die Communityarbeit und das neue Projekt „Let’s CHANGE“ gelegt.

Am 17. September fand im Berliner Abgeordnetenhaus eine Anhörung des Ausschusses für Gesundheit und Gleichstellung statt. Neben vielen anderen Themen, wie zum Beispiel der aktuellen Situation in der Erwerbstätigkeit von Frauen in Berlin, wurde auch über das neue Prostituiertenschutzgesetz diskutiert. Für das Thema weibliche Genitalverstümmelung in Berlin und Brandenburg wurde TDF-Referatsleiterin Maja Wegener eingeladen, die Situation in Berlin zu FGM näher zu beschreiben und die Tätigkeit Terre des Femmes vorzustellen. Gemeinsam mit dem Familienplanungszentrum BALANCE aus Lichtenberg und dem Waldfriede Krankenhaus, auch als Desert Flower Center bekannt, wurde zudem im Ausschuss der Wunsch nach einem FGM-Referenzzentrum geäußert, sodass in Zukunft in Berlin und Brandenburg eine koordinierte Stelle für Beratung und Unterstützung von von FGM betroffenen Mädchen und Frauen besteht.

Vom 7. bis 9. Oktober gab es in Berlin ein Austausch-Treffen zwischen Intact Denmark, MOGiS e.V. Projekt 100% MENSCH, und TERRE DES FEMMES. Thema waren vor allem die Gesetzesinitiativen zur genitalen Autonomie und dem Verbot von Genitalverstümmelung an Kindern jeden Geschlechts (weiblich, männlich, intersexuell) in Dänemark und Island. Mitfrau Gislinde Nauy (AG „Weibliche Genitalverstümmelung“) nahm an dem Treffen teil.

Vom 23. bis zum 24. Oktober fand in der Bundesgeschäftsstelle von TERRE DES FEMMES das Kick-Off Meeting des neuen Let’s CHANGE Projekts statt. Offizielle startete das Projekt bereits am 1. Oktober und läuft insgesamt bis Ende September 2020. Das Kick-Off Meeting bildete dabei die erste offizielle Auftaktveranstaltung, bei dem alle internationalen Partnerorganisationen zusammenkamen, um die Projektaktivitäten zu diskutieren und das weitere Vorgehen zu besprechen. Wie im letzten CHANGE Plus Projekt sind diesmal wieder FSAN (Niederlande), Equipop (Frankreich) und Plan International Deutschland dabei. Weiterhin wird das Projekt diesmal von einer externen Organisation, Open Europe Consulting, evaluiert. Nun werden alle beteiligten Organisationen mit der weiteren Bearbeitung ihrer Zuständigkeiten fortfahren, sodass zum nächsten Konsortium-Meeting in Hamburg erste Ergebnisse sichtbar sind.

Am 12. November begrüßte TDF Referentin Charlotte Weil die sudanesische Aktivistin und UNICEF-Mitarbeiterin Samah Abdallah Fathalrhman in der Berliner Geschäftsstelle. Sie präsentierte die Arbeit gegen FGM in Sudan und wollte sich mit TDF zu deren Strategien und Aktivitäten austauschen. Anwesend waren darüber hinaus auch zwei aktuelle CHANGE Agents, Mai Ali und Samreen Suliman, die über eigene Erfahrungen in der Communityarbeit berichteten.

Am 16. und 17. November fand in Wiesbaden das Forum Hebammenarbeit statt und TERRE DES FEMMES wurde wie immer durch TDF-Mitfrau und ehemalige Hebamme Hedwig von Knorre mit einem Infostand vertreten. Neben den sonst angebotenen Informationsmaterialien nahmen viele Besucher der Messe vor allem einen vorformulierten Brief für Gynäkologiepraxen mit. Dieser Brief soll den entsprechenden ÄrztInnen, die in ihrer Arbeit von Fällen der Genitalverstümmelung betroffen sind, die Möglichkeit geben, sich gegen medizinische Durchführung einer Verstümmelung zu positionieren. Darüber hinaus bietet der Brief auch eine Gegenpositionierung von Schönheitsoperationen im Intimbereich, welche eine steigende Nachfrage erfährt. Unterstützt wurde Hedwig zudem von einer ehrenamtlichen TDF-Mitfrau aus Leipzig, die bei der Betreuung des Standes geholfen hat.

Am 13. Dezember nahm Charlotte Weil, TDF-Referentin zu weiblicher Genitalverstümmelung, an einem Roundtable zur EU-Strategie gegen FGM teil. In den Räumlichkeiten der EU-Kommission in Brüssel trafen sich VertreterInnen der Generaldirektion Justiz (DG Justice), der Generaldirektion Migration und Inneres (DG Home), der Generaldirektion Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (DG DEVCO), des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen (EIGE), des UNHCR, des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) sowie Mitglieder des Europäischen Parlaments mit VertreterInnen der EU-Mitgliedsstaaten sowie VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen. Gemeinsam wurde zurückgeschaut, was in den letzten fünf Jahren erreicht wurde, wo Lücken sind und welche Schwerpunkte für die Zukunft gelegt werden müssen, um weibliche Genitalverstümmelung zu beenden. Charlotte Weil präsentierte dort die Communityarbeit von TDF gegen weibliche Genitalverstümmelung, präsentierte Erfolge und Lessons Learned der vergangenen CHANGE-Projekte und gab einen Ausblick in die kommenden Aktivitäten im Rahmen des EU-Projekts Let’s CHANGE.

Am 17. Dezember fand das Community Kick-Off Meeting im Rahmen des Let’s CHANGE Projekts statt. Erstmalig trafen sich die TDF-Referentin und Projektkoordinatorin Charlotte Weil mit den sechs erfahrenen CHANGE Agents aus dem Vorgängerprojekt, die nun eine Aufbauschulung zu sog. CHANGE Trainers durchlaufen werden, sowie den zehn neuen CHANGE Agents, um sich gegenseitig kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und voneinander zu lernen. Es wurde viel diskutiert und ebenso viel gelacht und am Ende waren sich alle einig: Dies war ein gelungener Auftakt in die kommenden zwei Jahre, um gemeinsam gegen FGM einzustehen.

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