Archiv: Meldungen weibliche Genitalverstümmelung

Fachkonferenz zum weltweiten Nulltoleranztag gegen weibliche Genitalverstümmelung am 06.02.2017

Neuen Schätzungen UNICEFs zufolge leben heute weltweit mindestens 200 Millionen Mädchen und Frauen als Betroffene von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM), etwa 70 Millionen mehr als noch 2014 veranschlagt. Durch Migration und Flucht hat sich das Problem regional stark ausgeweitet, sodass heute beispielsweise auch in Deutschland ca. 48.000 Betroffene leben und mehr als 9.000 (TERRE DES FEMMES: 2016) Mädchen gefährdet sind.

Um diese Gefahr abzuwenden und Überlebende umfassend versorgen zu können gilt es, besonders die Berufsgruppen dafür zu sensibilisieren und weiterzubilden, die in ihrer Arbeit am häufigsten mit FGM in Berührung kommen, wie etwa Sozialarbeiter, GynäkologInnen, Hebammen, JuristInnen, Polizeibeamte, Lehrer, und andere.

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Amsterdam: Zweites Koordinationsmeeting für Projektpartner

Teilnehmerinnen der Coordination Meetings in Amsterdam. Foto: © TERRE DES FEMMESTeilnehmerinnen der Coordination Meetings in Amsterdam. Foto: © TERRE DES FEMMESAm 23 September 2016 fand das Coordination Meeting für alle Projektpartner des CHANGE Plus Projekts, welches durch die Europäische Union kofinanziert wird, in Amsterdam statt. FSAN war Gastgeber des Meetings und alle weiteren europäischen Projektpartner – TERRE DES FEMMES, AIDOS, APF, Coventry University, End FGM, Equipop und Plan Stiftung – nahmen daran teil. TERRE DES FEMMES wurde durch Charlotte Weil (Projektkoordinatorin), Linda Ederberg (Projektkoordinatorin) und Idah Nabateregga (Community Managerin) vertreten.

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Projekttag zu Menschenrechtsverletzungen an der Werkrealschule Bonndorf

Ergebnisse des Workshops. Foto: © Melanie BollErgebnisse des Workshops. Foto: © Melanie BollTERRE DES FEMMES-Mitfrau und ehemalige Referentin des Referats „Weibliche Genitalverstümmelung“ Katharina Kunze erarbeitete im Rahmen eines Projekttages am 23. September 2016 mit NeuntklässlerInnen und ihrer Lehrerin Melanie Boll das Thema „Weibliche Genitalverstümmelung“. Die Ursachen, Auswirkungen und Tabuisierung der weiblichen Genitalverstümmelung waren Schwerpunkte dieses Tages.

Zuerst wurde die Arbeit von TERRE DES FEMMES als frauenspezifische Menschenrechtsorganisation vorgestellt; im Anschluss daran stellte sich Katharina Kunze Fragen der Jugendlichen. Sie stellten auch Fragen, mit denen sich die Referentin bisher noch nicht auseinandergesetzt hatte – zum Beispiel was passiere, wenn ein Mädchen während der Genitalverstümmelung stirbt.

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Zweites Training für CHANGE Agents in Berlin und Lissabon

Im Zuge des CHANGE Plus Projekts, welches von der EU kofinanziert wird, führen unter anderem TERRE DES FEMMES und APF Trainings zur Ausbildung von sogenannten CHANGE Agents durch. Nach abgeschlossener Ausbildung sollen diese in ihren afrikanischen Communities Aufklärungsarbeit über weibliche Genitalverstümmelung (FGM) leisten und für dessen Abschaffung sensibilisieren. Insgesamt werden in Deutschland, den Niederlanden, Portugal und Frankreich 48 MultiplikatorInnnen trainiert. Auf der Agenda des zweiten Trainings standen Gender und Frauenrechte sowie FGM und juristische Fragen.

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Erstes Training für CHANGE Agents in Berlin

Von links nach rechts: Colette Tchoumbou, Charlotte Weil (Projektmanagerin), Fadhumo Musa, Idah Nabateregga (Community Manager), Isatou Barry, Tiranke Diallo, Evariste Franz Kapnang Tchaptchet. Foto: © TERRE DES FEMMESVon links nach rechts: Colette Tchoumbou, Charlotte Weil (Projektmanagerin), Fadhumo Musa, Idah Nabateregga (Community Manager), Isatou Barry, Tiranke Diallo, Evariste Franz Kapnang Tchaptchet. Foto: © TERRE DES FEMMESZwar ist weibliche Genitalverstümmelung (FGM) in Deutschland sowie anderen Ländern der EU gesetzlich verboten – dennoch werden immer wieder in Europa lebende Mädchen in ihre Heimatländer gebracht, um sie dort zu beschneiden. Nach Schätzungen des EU-Parlaments sind rund 500.000 Mädchen und Frauen in der Europäischen Union von FGM betroffen sowie 180.000 weitere Mädchen und Frauen gefährdet.

TERRE DES FEMMES bildet deshalb erstmals sechs MultiplikatorInnen aus. Mit dem Ziel, dass die sogenannten CHANGE Agents nach abgeschlossener Ausbildung in ihren Communities in Deutschland für die Abschaffung von FGM sensibilisieren. Idah Nabateregga, Fachreferentin für FGM bei TERRE DES FEMMES, bereitet die künftigen CHANGE Agents auf ihre Aufgabe vor. Sie klärt über gesundheitliche, religiöse, soziale, rechtliche und kulturelle Dimensionen von weiblicher Genitalverstümmelung auf. „Durch die eigene Zugehörigkeit zur Community haben die MultiplikatorInnen einen besonderen Zugang zu den Menschen und insbesondere auch zu schwer erreichbaren Gruppen“, erklärt Nabateregga.

Insgesamt werden in Deutschland, den Niederlanden, Portugal und Frankreich 48 MultiplikatorInnnen trainiert. Die Ausbildung ist Teil des zweijährigen Projekts CHANGE Plus, das von der EU-Kommission kofinanziert wird.

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Russland: Weibliche Genitalverstümmelung gegen „sexuelle Unmoral”

Die Verbreitung von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Afrika ist weltweit bekannt. Doch nun ist diesbezüglich auch Russland erstmalig in den Blick der Öffentlichkeit geraten. Denn dort wird ebenfalls FGM praktiziert.

In der mehrheitlich von Muslimen bewohnten Nordkaukasus-Republik Dagestan in Russland ist weibliche Genitalverstümmelung nicht unüblich. Laut der Menschenrechtsorganisation Russian Justice Initative sind zehntausende dort lebende Mädchen und Frauen beschnitten. Im Normalfall findet der Eingriff im Alter von bis zu drei Jahren statt, gelegentlich jedoch auch bei älteren Mädchen.

Die Stellungnahme des muslimischen Geistlichen Ismail Berdijew im Radiosender Goworit Moskwa zur weiblichen Genitalverstümmelung in Russland sorgte kürzlich für große Empörung. Berdijew verteidigt nicht nur die Beschneidung von Frauen in Bergdörfern der Republik Dagestan im Nordkaukasus, sondern empfahl darüber hinaus diese Praktik an allen russischen Frauen vorzunehmen.

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Crêpes-Verkauf für einen guten Zweck

Crepes-Verkauf in den Schulpause. Foto: © Barbara GheorgeanCrepes-Verkauf in den Schulpause.
Foto: © Barbara Gheorgean
Anfang Juli verkauften Schülerinnen und Schüler des Leistungs- und Grundkurses Französisch der Prälat-Diehl-Schule Groß-Gerau Crêpes zugunsten von TERRE DES FEMMES.

Im Rahmen des Themas „Francophonie – continent african“ haben sich die SchülerInnen intensiv mit dem Thema Weibliche Genitalverstümmelung befasst. Sie führten unter anderem ein Skype-Interview mit unseren Referentinnen Idah Nabateregga und Linda Ederberg, in dem sie über soziale, kulturelle und gesundheitliche Aspekte von Weiblicher Genitalverstümmelung sprachen und viele Fragen stellen konnten. Im Anschluss daran beschlossen die SchülerInnen spontan, die Arbeit von TERRE DES FEMMES mithilfe eines Crêpes-Verkaufs zu unterstützen.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Schülerinnen und Schülern sowie ihrer Lehrerin Barbara Gheorgean für ihr Engagement und Interesse!

Neuer Leitfaden für Fachkräfte jetzt erhältlich!

Die im CHANGE-Projekt entwickelte Broschüre „Weiblicher Genitalverstümmelung begegnen: Ein Leitfaden für Fachkräfte in sozialen, pädagogischen und medizinischen Berufen“ wurde im neuen CHANGE Plus Projekt aktualisiert und in drei weitere Sprachen übersetzt: Französisch, Italienisch und Portugiesisch. Auch die deutsche und niederländische Version wurde zur weiteren Verbreitung nachgedruckt. Zusätzlich wurde eine EU-weite, englischsprachige Version entwickelt, die einen speziellen Part zu Gesetzgebung und Strategien der Europäischen Union beinhaltet.

Die Präventionsbroschüre vermittelt Grundlagenwissen zu weiblicher Genitalverstümmelung und wie Fachkräfte unterschiedlicher Berufe eine akute Gefahr erkennen und so Mädchen schützen können. Im Falle eines Verdachts zeigt sie Handlungsmöglichkeiten auf. Darüber hinaus bietet die Broschüre eine Hilfestellung im Umgang mit Betroffenen.

Die deutsch- und englischsprachige Version kann bei TERRE DES FEMMES bestellt werden. Die Broschüre steht in allen weiteren Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Niederländisch) auf www.change-agent.eu zum freien Download zur Verfügung.

Arbeitstreffen mit dem LKA 123 „Delikte an Schutzbefohlenen“ in Berlin

Hintere Reihe: TDF-Referentinnen Idah Nabateregga und Charlotte Weil Vorder Reihe: MitarbeiterInnen des LKA 123. Foto: © TERRE DES FEMMESHintere Reihe: TDF-Referentinnen Idah Nabateregga und Charlotte Weil Vorder Reihe: MitarbeiterInnen des LKA 123.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Am Dienstag, den 5. Juli 2016 haben sich unsere Referentinnen für Weibliche Genitalverstümmelung, Idah Nabateregga und Charlotte Weil, mit drei MitarbeiterInnen und dem Dezernatsleiter des Landeskriminalamts 123 (Delikte an Schutzbefohlenen) getroffen, um sich zu dem Straftatbestand Weibliche Genitalverstümmelung auszutauschen.

Neben einem allgemeinen Informationsaustausch wurden Fallbeispiele besprochen und wie in diesen konkret eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Gemeinsam wurde eine Interventionskette bei Fällen von Weiblicher Genitalverstümmelung skizziert. Auch Opferschutz und Prävention sind dem LKA ein großes Anliegen.

TERRE DES FEMMES freut sich über die Zusammenarbeit mit der Berliner Kriminalpolizei.

 

 

2. Coordination Meeting des Projektes ‚United to End FGM’ in Madrid

Vom 23. bis 24. Juni ist Linda Ederberg, Mitarbeiterin im Referat Genitalverstümmelung und Koordinatorin der EU-Projekte, in Madrid, um am 2. Coordination Meeting des Projektes ‚United to End FGM: European Knowledge Platform for Professionals dealing with Female Genital Mutilation (FGM)’ teilzunehmen.

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Weibliche Genitalverstümmelung: Zahl der Betroffenen und Gefährdeten in Deutschland steigt drastisch

Seit 1998 erstellt und veröffentlicht TERRE DES FEMMES (TDF) fast jährlich eine eigene Hochrechnung der von weiblicher Genitalverstümmelung Betroffenen und Gefährdeten in Deutschland. Die neuen Zahlen zeigen, dass über 48.000 betroffene Frauen und mehr als 9.300 gefährdeten Mädchen hier leben.

Im Vergleich zu 2014 ist ein Anstieg um 37 % bei den Betroffenen und um 57 % bei den Gefährdeten zu verzeichnen. Dieser ist vor allem auf verstärkte Migration aus Ländern mit hoher FGM-Prävalenzrate, insbesondere aus Eritrea und Somalia, zurückzuführen.

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„Learning for meaningful change“ - Erfahrungsaustausch über EU-Projekte im Bereich Gewalt gegen Frauen in Brüssel

Die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen ist für die Europäische Union ein wichtiges Thema. Aufgrund von TERRE DES FEMMES’ mehrjähriger Erfahrung mit EU-Projekten im Bereich weibliche Genitalverstümmelung wurde unsere Referentin Linda Ederberg zu einem von der Europäischen Kommission organisierten Austauschtreffen nach Brüssel eingeladen. Ziel dieses Meetings, das am 6. Juni 2016 stattfand, war es, VertreterInnen verschiedener von der EU geförderten Projekte zum Thema Gewalt gegen Frauen zusammenzubringen und gemeinsam die während der Umsetzung der Projekte gemachten Erfahrungen zu diskutieren. So konnten einerseits die TeilnehmerInnen voneinander lernen und andererseits durch ihre Rückmeldungen zur Qualitätssicherung und Weiterentwicklung der EU-Programme im Bereich Gewalt gegen Frauen beitragen.

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Capacity Building zum Thema „Genitalverstümmelung und Asyl“ bei End FGM

Linda Ederberg, zuständig für die EU-Projekte im Referat FGM, hat vom 1.-2. Juni 2016 an einem Seminar zum Thema Asyl und weibliche Genitalverstümmelung (FGM) teilgenommen. Das Europäische Netzwerk End FGM, in dem TERRE DES FEMMES seit Anfang diesen Jahres Mitglied ist, hat im Rahmen seines aktuellen Schwerpunktthemas Asyl zu diesem zweitägigen Capacity Building Workshop nach Brüssel eingeladen.

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Datenerhebung statt Dunkelziffern – Quantitative und qualitative Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland

Treffen mit den Interviewerinnen zu Beginn der Datenerhebung – wir sind gespannt auf die Ergebnisse! Foto: © TERRE DES FEMMESTreffen mit den Interviewerinnen zu Beginn der Datenerhebung – wir sind gespannt auf die Ergebnisse! Foto: © TERRE DES FEMMES

Weibliche Genitalverstümmelung galt lange als ein rein afrikanisches Phänomen. Dementsprechend konzentrierte sich auch die Arbeit von TERRE DES FEMMES überwiegend darauf, Partnerorganisationen zu unterstützen, die sich in Ländern mit einer hohen Prävalenzrate gegen die Praktik einsetzen, und durch Kampagnen und Lobbyarbeit in Deutschland auf das Thema aufmerksam zu machen. Die Erkenntnis, dass weibliche Genitalverstümmelung durch Migration mittlerweile auch in Europa angekommen ist, stellt daher sowohl die Politik als auch die Zivilgesellschaft vor neue Herausforderungen.

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Schulung zum Thema FGM für Fachkräfte

Idah Nabateregga, TDF-Referentin "Weibliche Genitalverstümmelung". Foto: © Souleymane DialloIdah Nabateregga, TDF-Referentin "Weibliche Genitalverstümmelung".
Foto: © Souleymane Diallo
Die Zahl von weiblicher Genitalverstümmelung betroffener oder gefährdeter Mädchen und Frauen in Deutschland steigt durch Migration. TERRE DES FEMMES e.V. ist es besonders wichtig Mädchen und Frauen die bestmögliche Unterstützung zukommen zu lassen. Daher fordern wir mehr Beratungsstellen und verstärkte Schulung von Fachpersonal. Viele Fachkräfte sind nicht genug zu dem Thema geschult, da in den wenigsten Ausbildungen Weibliche Genital­verstümmelung thematisiert wird. Doch gerade Mitglieder von Berufsgruppen die in Kontakt mit Betroffenen oder Gefährdeten kommen müssen besser über weibliche Genitalverstümmelung aufgeklärt werden, um ein besseres Unterstützungsangebot zu ermöglichen. TERRE DES FEMMES ist diese Informationsarbeit sehr wichtig, bei Fragen wenden sie sich gerne an unser Referat „Weibliche Genitalverstümmelung“. Wir bieten weiterhin Schulungen für Fachpersonal an bzw. können diese vermitteln.

Als deutsche Partnerorganisation in dem von der EU finanzierten Projekt „United to END FGM“ erstellen wir eine mehrsprachige Online-Wissensplattform. Diese Plattform bietet ein umfassendes Schulungsangebot für unterschiedliche Berufsgruppen. Ab September 2017 wird die Plattform kostenlos online verfügbar sein, bis dahin kann die Vorläuferversion unter http://www.uefgm.org/ abgerufen werden. Ihre Fragen zu diesem Thema beantworten wir gerne.