Archiv: Meldungen weibliche Genitalverstümmelung

Hunderte von Fällen weiblicher Genitalverstümmelung in Georgien aufgedeckt

Laut einer investigativen Recherche der Non-Profit-Organisation “Institute for War and Peace Reporting” (IWPR) wurde kürzlich im Osten Georgiens aufgedeckt, dass aktuell hunderte von Frauen und Mädchen von der menschenrechtsverletzenden Praktik der weiblichen Genitalverstümmelung betroffen sind. Die Praktik wird nach Informationen des IWPR in drei Dorf-Gemeinden im Bezirk Kvareli, in denen größtenteils die ethnische Minderheit der Avar lebt, vollzogen.

Nachdem sie von den Berichten erfahren hat, hat die georgische Regierung angekündigt, sofortige Ermittlungen bezüglich der Vorfälle einzuleiten. Die Verfassung Georgiens beinhaltet das Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit, garantiert jedoch auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit seiner BürgerInnen. Zusätzlich hat Georgien die UN-Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Die georgische Regierung hatte laut eigenen Angaben keine Kenntnis darüber, dass innerhalb des Staatsgebiets weibliche Genitalverstümmelung praktiziert wird. Justizministerin Thea Tsulukiani kündigte letzten Dienstag an, “die in zwei oder drei Dörfern vollzogene Praktik so schnell wie möglich zu eliminieren”. Dabei bezog sie sich auch auf die Istanbuler Konvention gegen Gewalt an Frauen, in der es einen Passus explizit zu weiblicher Genitalverstümmelung gibt. Das Parlament muss die Konvention jedoch noch ratifizieren, bevor sie in Georgien Rechtsgültigkeit erlangt. “Sollte das Parlament zustimmen, wird es einen eigenständigen Paragrafen geben, der die sogenannte weibliche Beschneidung zu einer Straftat erklärt”, sagte sie.

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Abschließendes Treffen der MultiplikatorInnen-Schulung in Berlin

Die CHANGE Agents bei ihrem letzten Training mit Dr. Idah Nabateregga (Mitte). Foto: © TERRE DES FEMMESDie CHANGE Agents bei ihrem letzten Training mit Dr. Idah Nabateregga (Mitte). Foto: © TERRE DES FEMMESAm 25.11.2016 fand das letzte Training der CHANGE Plus MultiplikatorInnen in der Bundesgeschäftsstelle von TERRE DES FEMMES in Berlin statt. Moderiert hat die Fachreferentin für weibliche Genitalverstümmelung, Dr. Idah Nabateregga. Ziel des Treffens war es, die bisherigen Trainings zu reflektieren, Eindrücke auszutauschen und die Kernaussagen der Trainingsreihe zu verinnerlichen. Der inhaltliche Fokus des Treffens lag auf der Analyse der Communities und den Mechanismen mit denen die Agents ihre Communities erreichen würden. Das Training wurde mit der Frage eingeleitet, was genau die CHANGE Agents sich unter der Arbeit mit den Communities vorstellten und auf welche Weise die Communities am besten zu erreichen wären.

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Bundesweite Büchertischaktion am 06. Februar 2017, dem Internationalen Tag "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung"

buecheraktion 2013 marburgTERRE DES FEMMES-Büchertisch in Marburg.
Foto: © Universitätsbuchhandlung Elwert-Lehmann Marburg
Weibliche Genitalverstümmelung ist ein globales Problem und geschieht weltweit. Nach Schätzungen der WHO sind weltweit ca. 200 Millionen Frauen betroffen. In Deutschland leben mehr als 48.000 Betroffene und rund 9.300 gefährdete Mädchen und junge Frauen.

Um öffentliches Interesse für die neuen Erkenntnisse und Ergebnisse unserer Arbeit zu wecken, findet auch 2017 wieder eine Büchertischaktion in verschiedenen Buchhandlungen und Bibliotheken in ganz Deutschland statt. Durch die Präsentation von Büchern (PDF-Datei mit Buchtipps) rund um das Thema weibliche Genitalverstümmelung möchten wir das Wissen zu diesem Thema in Deutschland vertiefen und zum Engagement aufrufen. Nur wenn fundiertes Wissen weiter verbreitet ist als die Praxis selbst, können wir mit vereinter Kraft weibliche Genitalverstümmelung beenden. Daher laden wir Sie hiermit herzlich ein, sich an unserer Aktion zu beteiligen und bei Buchhandlungen oder Bibliotheken in Ihrer Nähe nachzufragen, ob diese in ihren Räumlichkeiten dem Thema weibliche Genitalverstümmelung eine Präsentationsfläche widmen möchten. Bitte leiten Sie dazu unsere Bücherliste an die Buchhandlungen bzw. Bibliotheken Ihrer Stadt weiter.

Gerne schicken wir Ihnen auch Flyer und Informationsmaterialien zum Auslegen zu. Diese können Sie im TDF-Online-Shop bestellen. Bei Fragen können Sie sich auch gerne telefonisch (+49 30 40504699-22) oder per E-Mail bei uns melden.

Wir würden uns sehr über Ihre Unterstützung dieser Aktion freuen!

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Das Projekt „STOP harmful traditional practices – Patriarchale Gewalt verhindern“

Rakieta Poyga (Partnerorganisation Association Bangr Nooma, Burkina Faso) spricht am 23.112.2017 gegen weibliche Genitalverstümmelungen. Foto: © Martin FunckRakieta Poyga (Partnerorganisation Association Bangr Nooma, Burkina Faso) spricht am 23.112.2017 gegen weibliche Genitalverstümmelungen. Foto: © Martin FunckDas von Aktion Mensch geförderte Projekt "STOP harmful traditional practices - Patriarchale Gewalt verhindern" bietet für junge Frauen in Berlin dringend notwendige Hilfe.

Ob Frühehen, Zwangsheirat oder weibliche Genitalverstümmelung - Es sind vor allem junge heranwachsende Mädchen und Frauen, die von traditionsbedingten patriarchalen Gewaltformen und -praktiken betroffen sind. Unter die englische Bezeichnung harmful traditional practices, was sich auf Deutsch mit Traditionelle schädigende Praktiken übersetzen lässt, fallen Gewaltformen wie Zwangsheirat, Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmelung (FGM), Brautraub, Polygamie, Jungfräulichkeitstests oder Säureangriffe. Ihnen gemein ist, dass sie auf kulturell und sozial verwurzelten patriarchalen Traditionen und Normen beruhen. Für die Betroffenen bedeuten diese Formen der geschlechterspezifischen Gewalt und Diskriminierung oft langfristige körperliche und seelische Folgen sowie die Verletzung ihrer Menschenrechte.

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Austauschtermin zum Thema weibliche Genitalverstümmelung mit SPD-Bundestagsabgeordneten

Gelungener Austausch. V.l.n.r.: Dr. Idah Nabateregga, MdB Gabriela Heinrich, MdB Michaela Engelmeier, Christa Stolle. Foto: © TERRE DES FEMMESGelungener Austausch. V.l.n.r.: Dr. Idah Nabateregga, MdB Gabriela Heinrich, MdB Michaela Engelmeier, Christa Stolle.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Am 22. November 2016 tauschten sich Christa Stolle und FGM-Fachreferentin Dr. Idah Nabateregga mit den Bundestagsabgeordneten Gabriela Heinrich (stellvertretende menschenrechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion) und Michaela Engelmeier (zuständige Berichterstatterin für die SPD im Entwicklungsausschuss) zum Thema Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) aus. Zwei weitere MitarbeiterInnen der MdBs nahmen am Gespräch teil.

Die beiden Bundestagsabgeordneten beschäftigen sich immer wieder mit dem Thema FGM. Zuletzt hat Frau Heinrich eine Rede vor der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zu einem Bericht über FGM gehalten. Nun gab es Anliegen zum Austausch zum Thema FGM. Es ginge darum, dass es in Deutschland keine Meldepflicht z.B. für ÄrztInnen gibt, Betroffene oder von FGM bedrohte Patientinnen an Behörden oder sonstige Stellen zu melden. Die beiden MdBs erfuhren die Sichtweise von TERRE DES FEMMES und politische Implikationen, eine politische Initiative zu starten.

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TDF-Mitfrau Hedwig von Knorre klärt auf Hebammenforum zu weiblicher Genitalverstümmelung auf

Hedwig Knorre am Infotisch. Foto: © Hebammenforum, Hedwig von KnorreHedwig Knorre am Infotisch. Foto: © Hebammenforum, Hedwig von KnorreAm 18. – 19. November 2016 fand das diesjährige Hebammenforum in Mainz statt. TERRE DES FEMMES-Mitfrau und Hebamme Hedwig von Knorre, auch aktiv in der AG zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM - Female Genital Mutilation), vertrat TDF dort mit einem Infostand.

Dieses Jahr waren fast 1.700 BesucherInnen dabei, die entweder selbst Hebammen sind oder mit dem Berufsfeld zu tun haben.

Mit dem Infostand und anhand von diversen Broschüren und Flyern half Hedwig von Knorre dabei, das Thema weibliche Genitalverstümmelung stärker in die Arbeit von Hebammen und der Geburtshilfe in Deutschland einzubringen. Leider sind noch nicht viele, die in dem Berufsfeld arbeiten, ausreichend ausgebildet, wenn es um Schwangerschaften und Geburten von Betroffenen von FGM geht.

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Arbeitsgruppe der Bund-Länder-NRO AG zur Entwicklung von Projekten gegen FGM

Am 09. November 2016 nahm TDF Fachreferentin Idah Nabateregga an der von der Bund-Länder-NRO AG (am 12.10.2016) gegründeten Unter-Arbeitsgruppe zum Thema weibliche Genitalverstümmelung teil. Die AG traf sich zum ersten Mal für einen ganzen Tag im Familienministerium, um über die Gestaltung von Projekten gegen FGM zu sprechen. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Situation von geflüchteten Frauen und Mädchen.

Verschiedene Mitglieder des INTEGRA-Netzwerks waren eingeladen, um ihre Erfahrungen aus der direkten Arbeit mit Communities in Deutschland zu teilen. Um weibliche Genitalverstümmelung zu überwinden, müssen die Communities unbedingt in den Prozess eingebunden werden.

Neben den Mitgliedern von INTEGRA sind auch VertreterInnen der Ministerien in der Unter-AG tätig.

Vorletztes MultiplikatorInnentraining in Berlin

CHANGE Agents im Training in Berlin. Foto: © TERRE DES FEMMESCHANGE Agents im Training in Berlin. Foto: © TERRE DES FEMMESAm 19.11.2016 fand das vorletzte CHANGE Agent Training in der Bundesgeschäftsstelle von TERRE DES FEMMES in Berlin statt. Nach einer kurzen Willkommensrede von Idah Nabateregga übernahm Katrin Schwedes, Psychologin und Leiterin der Beratungsstelle von TERRE DES FEMMES, die Leitung des Trainings. Sie stellte als Expertin Selbstschutz-Strategien für CHANGE Agents vor.

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Weibliche Genitalverstümmelung in Kolumbien

Nach dem Tod zweier neugeborener Mädchen in Pueblo Rico, wurde 2007 öffentlich bekannt, dass weibliche Genitalverstümmelung in Kolumbien praktiziert wird. Beide Mädchen waren an den schwerwiegenden Folgen dieser Praktik gestorben. Die Emberá, die zweitgrößte ethnische Gruppe in Kolumbien, praktiziert als bisher einzige bekannte Ethnie in Lateinamerika weibliche Genitalverstümmelung. Allein in Kolumbien leben rund 230.000 Emberá. Auch in Panama und Ecuador findet man Angehörige dieser ethnischen Gruppe.

Viele Emberá-Männer erfuhren erst nach der öffentlichen Aufdeckung von der Praktik innerhalb ihrer ethnischen Gruppe. Auch vielen Frauen wurde erst bei der Geburt ihrer ersten Tochter bewusst, dass ihre Ethnie weibliche Genitalverstümmelung praktiziert.

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TDF-Referentin Linda Ederberg bei der End FGM Konferenz in Brüssel

Das europäische Netzwerk End FGM hat am 08. November 2016 zu einer Konferenz zum Thema Asyl und weibliche Genitalverstümmelung nach Brüssel eingeladen. End FGM ist ein europäischer Dachverband, der sich aus 15 nationalen Nichtregierungsorganisationen zusammensetzt und für nachhaltige Maßnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung einsetzt. Seit Januar 2016 ist TERRE DES FEMMES Mitglied des Dachverbands.

Thema der Konferenz ist weibliche Genitalverstümmelung und geschlechtsbasierte Vulnerabilität im Kontext des EU-Asylverfahrens. Ziele sind u. a., die Reform des Common European Asylum Systems (CEAS) und damit einhergehende Herausforderungen gemeinsam zu analysieren, bisher bewährte Vorgehensweisen zu teilen, Strategien zu entwickeln um dem Mangel an Fortbildungen für Fachpersonal entgegenzuwirken, sowie die verschiedenen Perspektiven unterschiedlicher Akteure zusammenzutragen.

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Pro Familia und Dr. Christoph Zerm beim 4. CHANGE Plus MultiplikatorInnentraining in Berlin

4. CHANGE Agent Training. Foto: © TERRE DES FEMMES4. CHANGE Agent Training. Foto: © TERRE DES FEMMESAm 5. November 2016 fand das vierte Training der zukünftigen CHANGE Agents im Rahmen des EU-weiten CHANGE Plus Projekts in der Bundesgeschäftsstelle von TERRE DES FEMMES in Berlin statt. Die Ausbildung von sogenannten CHANGE Agents aus verschiedenen afrikanischen Diaspora-Communities soll zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation – FGM) innerhalb Europas beitragen. Als besondere Gäste und ExpertInnen durfte TERRE DES FEMMES zu diesem Training Andreas Ritter und Jutta Pliefke von Pro Familia sowie Dr. Christoph Zerm begrüßen. Inhalt des Trainings waren sexuelle und reproduktive Gesundheit, gesundheitliche Konsequenzen von FGM, rekonstruktive Chirurgie sowie FGM und Schwangerschaft.

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TDF-Referentin Idah Nabateregga bei EASO-Workshop zu weiblicher Genitalverstümmelung

Am 25. und 26. Oktober 2016 nimmt unsere Referentin Idah Nabateregga vom Referat „Weibliche Genitalverstümmelung“ an einem vom European Asylum Support Office (EASO) in Valletta, Malta organisierten Workshop zu „Weibliche Genitalverstümmelung/-beschneidung in ausgewählten Herkunftsländern“ teil.

EASO sammelt u.a. Informationen aus „Herkunftsländern“, aus denen Asyl-Suchende kommen. Diese Informationen sind wichtig für Zuständige im Asyl-Prozess und bei der Entscheidung über die Vergabe von Asyl. EASO organisiert länder-spezifische und themenbezogene Workshops, um Informationen über „Herkunftsländer“ zu teilen, diese mit verschiedenen ExpertInnen zu diskutieren und Informationen für Anfragen von verschiedenen EU-Mitgliedstaaten zu sammeln.

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Treffen der Bund-Länder-NRO-AG in Berlin

Am 12. Oktober 2016 tagte erstmals nach zwei Jahren wieder die Bund-Länder-NRO-AG gegen weibliche Genitalvestümmelung (FGM) im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) in Berlin.TERRE DES FEMMES Referentin Idah Nabateregga nahm als eine der INTEGRA-Vertreterinnen teil. INTEGRA (Deutsches Netzwerk zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung) setzt sich seit 2000 gemeinsam für die deutschland- und weltweite Abschaffung von weiblicher Genitalverstümmelung ein. Es wurden verschiedene Themen diskutiert sowie ein Blick in die bestehende Arbeit von INTEGRA geworfen.

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3. CHANGE Plus Multiplikatorinnentraining in Berlin

3. CHANGE Plus Training in Berlin. Foto: © TERRE DES FEMMESTeilnehmer_innen des 3. CHANGE Plus Trainings in Berlin.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Am 01. Oktober 2016 fand das dritte Training der MultiplikatorInnen im Rahmen des EU-weiten Projekts CHANGE Plus in Berlin statt. Die Ausbildung von MultiplikatorInnen aus verschiedenen afrikanischen Diaspora-Communities soll zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) innerhalb Europas beitragen. Thema dieses Treffens waren Kompetenzen in der Kommunikation und beim Konfliktmanagement, die die MultiplikatorInnen beherrschen sollten und die Rolle von Kultur, Tradition, Identität und Religion im Kontext von FGM.

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„Von wegen schwer erreichbar!“ – Fachtagung zur Zusammenarbeit mit afrikanischen Communities

Idah Nabateregga, TDF-Referentin für Weibliche Genitalverstümmelung, nahm am 30. September an einer Fachtagung der Deutschen AIDS-Hilfe zur Zusammenarbeit mit afrikanischen Communities teil.

Oft gelten diese Communities als „schwer erreichbar“ für Aufklärungsprojekte und Angebote der Gesundheitsförderung – aber schwer erreichbar für wen, und warum?

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