Schulklasse zu Besuch in der TERRE DES FEMMES-Geschäftsstelle

SchülerInnen des Diesterweg-Gymnasiums informieren sich zu weiblicher Genitalverstümmelung. Foto: ©TDF 2020SchülerInnen des Diesterweg-Gymnasiums informieren sich zu weiblicher Genitalverstümmelung. Foto: © TERRE DES FEMMES 2020Am Freitag, 24.01.2020 durfte das Referat zu weiblicher Genitalverstümmelung (engl.: Female Genital Mutilation, FGM) eine Klasse des Berliner Diesterweg-Gymnasiums in der TDF-Geschäftsstelle begrüßen. Die SchülerInnen der 10.Klasse trafen sich mit der Referatsassistentin Lovina Okonkwo, um über die verschiedenen Aspekte von FGM  zu sprechen. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin hatten sie sich dazu bereits im Rahmen des Philosophieunterrichts mit dem Thema beschäftigt. Nun wollte die gesamte Klasse einen tieferen Einblick in die Arbeit von TERRE DES FEMMES zu weiblicher Genitalverstümmelung gewinnen und sich zudem über Möglichkeiten des Engagements von SchülerInnen austauschen.

Im ersten Teil der Infoveranstaltung wurde auf die Grundlagen von FGM eingegangen. Die einzelnen Typen sowie die gesundheitlichen und rechtlichen Konsequenzen wurden vorgestellt. In einem zweiten interaktiven Teil sollten die SchülerInnen die Beweggründe für die Praxis ermitteln und sich über die Risiken von medikalisierter FGM Gedanken machen. Schließlich stellte das Referat dann seine Aufklärungsarbeit und internationalen Projektkooperationen zur Bekämpfung von FGM vor. Besonders wurde dabei die sog. „Theory of Change“ hervorgehoben. Diese Theorie besagt, dass ein nachhaltiger Verhaltenswandel innerhalb einer Community nur erreicht werden kann, wenn die Community von innen heraus diesen Wandel selbst initiiert. Aus diesem Grund ist die Arbeit mit MultiplikatorInnen aus betroffenen Communities ein Kernbestandteil der Arbeit von TERRE DES FEMMES. Die internationalen Projekte in Burkina Faso und Sierra Leone verdeutlichten ebenfalls, dass diese Methode der Aufklärung am erfolgversprechendsten ist.

Zudem wurden auch die Herausforderungen unserer Aufklärungsarbeit thematisiert: Wie kann ein gefährdetes Mädchen effektiv geschützt werden? Wie überzeugt man Communities von einer Beendigung der Praxis und worauf sollte man bei der Aufklärungsarbeit achten? Diese und weitere Fragen wurden von den TeilnehmerInnen eifrig diskutiert.

Zum Schluss erklärte Lovina Okonkwo, wie sich die SchülerInnen aktiv für ein Beenden der Praxis einsetzen können. So wären bereits Veranstaltungen wie diese ein guter Ausgangspunkt für eine stärkere Sensibilisierung in der Gesellschaft. Ein Schulworkshop, eine Diskussionsrunde oder eine Projektwoche zum Thema weibliche Genitalverstümmelung würden helfen, auf das Thema aufmerksam zu machen. Je mehr Menschen über die unterschiedlichen Dimensionen der Praxis informiert sind, umso besser können gefährdete Mädchen und Frauen geschützt und Betroffene unterschützt werden.

Wir danken dem Diesterweg-Gymnasium für die spannende Diskussion und freuen uns auf zukünftige Möglichkeiten des Austauschs.

 

Stand 01/2020