Ereignisse aus dem Jahr 2020

Am 18. Januar 2020 fand das erste Training der neuen CHANGE Mediators des Projektes „Men Standing Up for Gender Equality“ in der Berliner Geschäftsstelle statt. Die ProjektkoordinatorInnen Charlotte Weil und Maan Obaid sowie die Praktikantin im Projekt Hanna Schnieders haben den Teilnehmern eine Einführung in die Themen weibliche Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung gegeben. Es gab einen regen Austausch über eigene Erfahrungen und Meinungen. Anschließend wurde gemeinsam ein Plan für die kommenden Trainingssitzungen festgelegt.

Am 24. Januar 2020 begrüßte das Referat FGM eine Klasse des Berliner Diesterweg-Gymnasiums in der TDF-Geschäftsstelle. Die SchülerInnen der 10.Klasse trafen sich mit ihrer Lehrerin im großen Besprechungsraum, um über die verschiedenen Aspekte von FGM zu sprechen und sich über Möglichkeiten des Engagements zu informieren.

Anlässlich des Internationalen Tags „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ haben die Partnerorganisationen von Let’s CHANGE am 4. Februar 2020 ein Advocacy Meeting im Europäischen Parlament mit unterschiedlichen Mitgliedern des Europäischen Parlament und VertreterInnen der Europäischen Kommission organisiert. Die Projektkoordinatorinnen Charlotte Weil und Carolin Pranz reisten gemeinsam mit den CHANGE Agents Habiba Al Hinai und Sekou Kaba nach Brüssel, wo sie gemeinsam mit den PartnerInnen und CHANGE Agents aus den anderen Ländern die Bedürfnisse und Bedarfe von Communitys im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung formulierten und politisches Handeln forderten.

Am 6. Februar 2020, dem Internationalen Tag „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ rief das Referat FGM wiedermal zur bundesweiten Büchertischaktion auf. Buchhandlungen, Bibliotheken und AktivistInnen beteiligten sich an der alljährlichen Aktion und machten mit Infomaterial und in Gesprächen auf das Thema aufmerksam. Auch die Konstanzer Buchhandlung „Osiander“ beteiligt sich wie schon im Vorjahr an der Aktion und legte Bücher und Flyer aus. TDF-Mitfrau Erika Korn organisierte die Aktion. In Bremen stellte die Stadtbibliothek das Foyer für einen Infotisch von Angelika Brückner und Marianne von Heusinger zur Verfügung.

Das Referat für Umwelt und Gesundheit der Stadt München hat ebenfalls anlässlich der Zero-Tolerance-Days eine Informationsveranstaltung zu weiblicher Genitalverstümmelung organisiert. Unter der Anwesenheit vieler PädagogInnen wurde das Thema „Gemeinsam Mädchen vor weiblicher Genitalbeschneidung schützen“ diskutiert, wobei es auch einen juristischen Schwerpunkt gab. Anwältin und FGM-Expertin Annalena Göttsche referierte über die „rechtlichen Grundlagen und Verpflichtungen für Sorgeberechtigte und beratende Fachkräfte zum Schutz betroffener Mädchen und Frauen“. TDF-Mitfrau und AG-FGM-Mitglied Juliane von Krause war bei dem Fachtag vor Ort.

Am 7. Februar 2020 wurde im Gemeindehaus einer Kirche in Singen der Film „IN SEARCH…“ von Beryl Magoko gezeigt. Das Netzwerk FGM vom Landkreis Konstanz legte dazu FGM-Materialien von TDF aus.

Einige Tage später, nämlich am 11. Februar wurde derselbe Film im Berliner ACUDKino vor geladenen Gästen gespielt. TERRE DES FEMMES hatte hierzu eine Filmkooperation mit dem Arsenal Filmverleih, der den Film vertreibt. Zu den Gästen gehörten unter anderem MitarbeiterInnen des Referats weibliche Genitalverstümmelung und CHANGE Agents des Let’s CHANGE Projektes.

Am 15. Februar fand die zweite Schulung für die CHANGE Mediatoren statt. TDF-Referentin Charlotte Weil führte den Workshop gemeinsam mit Christoph May, einem Experten zum Thema Kritische Männlichkeit, durch. Aus einem ersten Input zum Themenkomplex, in dem Christoph May u. a. Männlichkeitsstereotype, Rollenbilder und -verständnisse, Kritische und Toxische Männlichkeit thematisierte, ergaben sich spannende Diskussionen, in denen die Teilnehmer auch persönliche Erfahrungen teilten. Anschließend erarbeitete die Gruppe gemeinsam, wie man sich als Mann „pro-feministisch“ verhalten kann. Dabei wurde über männliche Dominanz in Medien, beim Sport, über die Gender care gap wie über die Gender pay gap, über Männerbünde und Phänomene wie Mansplaining und Manspreading, über Gefühle zeigen als Mann und vieles mehr diskutiert. Der Workshop bot dabei einen geschützten Raum, um die eigene Position zu hinterfragen und zu reflektieren.

Im Februar 2020 führten die CHANGE Trainerinnen Mai Ali und Isatou Barry insgesamt vier Fortbildungen für Fachkräfte aus dem sozialen sowie asylrechtlichen Bereich durch. Neben Grundlagenwissen zum Thema weibliche Genitalverstümmelung beinhalten die Fortbildungen auch praktische Übungen und Anleitungen zum Umgang mit betroffenen und bedrohten Mädchen und Frauen.

Die CHANGE Agents Yanick Djoubouossie, Sahra Mahamud und Sekou Kaba setzten im Februar und März 2020 vier Aufklärungsaktivitäten in ihren Communitys um. Dabei klärten sie zu weiblicher Genitalverstümmelung und den Folgen der Praxis auf, um ein Umdenken in ihren Communitys anzustoßen. Es nahmen Mitglieder der kamerunischen, äthiopischen, somalischen und guineischen Communitys teil. 

Am 6. und 7. März fand wieder einmal das Forum Hebammenarbeit in Leipzig statt. Angehörige aus dem Gesundheitswesen und der Geburtshilfe kamen im Congresscenter Leipzig zusammen, um aktuelles Wissen zu Themen der Schwangerschaft, Geburt und Frauengesundheit zu teilen. Unsere TDF-Mitfrau und ehemalige Hebamme, Hedwig von Knorre war wie immer für TERRE DES FEMMES bei der Veranstaltung anwesend und informierte die BesucherInnen über weibliche Genitalverstümmelung.

Am 8. März veranstaltete AG FGM-Mitglied und TDF-Mitfrau Silvia Kaufmann einen Workshop mit dem Titel „Praktiken patriarchaler Gewalt an Mädchen und Frauen erkennen und verhindern“ unter Mitwirkung von FGM-Expertin Oumou Diallo im Rahmen des IFT. Die Veranstaltung wurde organisiert vom Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund.

Am 26. März begleitete TDF-Mitfrau Erika Korn eine Filmvorführung des Films „IN SEARCH…“ von Beryl Magoko im Scala-Kino in Konstanz. Neben dem Film gab es auch ein Rahmenprogramm anlässlich des internationalen Frauentages und zum Thema FGM. Erika verteilte hierzu Infomaterial an die BesucherInnen und gab Kontaktadressen von medizinischen und sozialen Unterstützungsangeboten weiter.

Am 25. April fand eine Schulung zum Thema FGM für die CHANGE Mediatoren des „Men Standing Up for Gender Euality“- Projekts aufgrund von Covid-19 in Form eines Webinars statt. 

Thematisch beschäftigten sich die Teilnehmer mit der Verbreitung, den Ursachen und Konsequenzen von FGM und CEFM (child/early/forced marriage). Außerdem arbeiteten sie heraus, welche Mythen sich um diese Themen ranken und wie die Fakten tatsächlich sind.

Am 6. Mai 2020 wurde ein „51. Runder Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen 2.0“ vor allem unter der Fragestellung „Wie beeinflusst Corona unsere Arbeit“ durchgeführt. Im Wesentlichen ging es um die Lebenssituation von Flüchtlingen in NRW, die Beratungssituation sowie finanzielle und personelle Aspekte auf Grund von Corona. 
Hinsichtlich der Lebenssituation von Flüchtlingen hatte agisra einen offenen Brief gesendet und bat um Unterstützung. Die Probleme wurden insgesamt bestätigt. Bezogen auf die Beratungssituation wurde vor allem thematisiert, dass kaum persönliche Beratung stattfinde. Häufig wird am Telefon beraten, was natürlich schwierig(er) als eine persönliche Beratung ist. Die medizinischen Untersuchungen finden allmählich in begrenztem Umfang wieder statt. Beim erhöhten Personal- und Finanzbedarf fehlte es an Informationen.
Insgesamt zeigte sich, dass Webmeetings einen realen Runden Tisch nicht ersetzen können, aber eine Möglichkeit darstellen, in schwierigen Zeiten in Kontakt zu bleiben. Auch nahmen Menschen aus anderen Bundesländern teil. Dies wäre unter anderen Umständen nicht der Fall gewesen.

Der „52. Runder Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen 2.0“ am 3. Juni 2020 befasste sich vor allem mit der Situation von Flüchtlingsfrauen in Unterkünften. Als Sachverständige berichtete Miriam Koch, Leiterin des Amtes für Migration und Integration Düsseldorf aus ihrer Arbeit. Außerdem äußerten sich Teilnehmende zu ihren Erfahrungen. Ferner ging es um die Frage, wie Frauen in Pandemiezeiten beraten und zu wichtigen Terminen begleitet werden können. Außerdem wurde „Slack“ als Internetplattformen vorgestellt. Auch entschieden die Teilnehmenden künftig, dass der RT künftig je zwei Mal als Präsenz- und zwei Mal als Onlineveranstaltung angeboten werden soll.

Nach der Sommerpause widmete sich der  „53. Runder Tisch NRW gegen Beschneidung von Mädchen 2.0“ am 2. September 2020 dem Schwerpunkt: “Fallberatung mit anonymisierten Daten”.

Als Expertin stand Fadumo Korn zur Verfügung. Sie beantwortete Fragen der Teilnehmenden hinsichtlich des sachgerechten Umgangs in Kitas und Schulen bei dem Verdacht einer Genitalbeschneidung. Außerdem betonte sie die Bedeutung von Aufklärung zur Prävention. Ferner war der Schutzbrief erneut Thema, da noch immer keine bundesweite Vorlage existiert. Teilnehmende sollten sich zu Textüberlegungen äußern.

Aufgrund der Covid-19 Pandemie musste die Infoveranstaltung „Männliche Genitalbeschneidung“ am 7. Mai hinsichtlich des weltweiten Tags für genitale Selbstbestimmung an der Fachhochschule Dortmund abgesagt werden. 

Am 16. Mai konnte die nächste Schulung der CHANGE Mediatoren des „Men Standing Up for Gender Equality“- Projekt wieder persönlich stattfnden, mit den entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. In dieser Sitzung lernten die Teilnehmer auch Sonja Störmer kennen, die im Mai die Projektkoordination übernahm. 

Am 20. Juni trafen sich die CHANGE Mediatoren im Rahmen des „Men Standing Up for Gender Equality“-Projekt erneut und beschäftigten sich thematisch mit der Verbindung zwischen FGM und CEFM. Die Beiden Praktiken verbindet nämlich mehr als man vielleicht auf den ersten Blickt denkt: Sie sind beide Formen geschlechtsspezifischer Gewalt und sind zudem Ausdruck von patriarchalen Strukturen, Geschlechterungleichheit und überholten Vorstellungen zu weiblicher Sexualität. 

Die Covid-19 Pandemie beeinflusste auch die CHANGE Agents in ihrer Arbeit in den Communitys. In Hinblick auf FGM stellt die Pandemie eine besonders große Bedrohung für Mädchen dar, denn durch die Kita- und Schulschließungen fallen wichtige Kontrollmechanismen für den Schutz der Mädchen weg. Während zurzeit jährlich schätzungsweise 4,1 Millionen Mädchen in ihren Genitalien verstümmelt werden, gehen die Vereinten Nationen davon aus, dass allein durch die Corona-Maßnahmen 2 Millionen Mädchen bis 2030 zusätzlich beschnitten werden. Nichtdestotrotz veranstalteten die CHANGE Agents während des Lockdowns virtuelle Treffen, um weiterhin mit betroffenen Communitys in Kontakt zu bleiben. 

Die CHANGE Agents und CHANGE Trainers waren auch während des Lockdowns weiter aktiv und haben Sensibilisierungsveranstaltungen online durchgeführt. Aufgrund der Lockerungen im Juni 2020 konnten dann endlich auch wieder Behavior Change Aktivitäten live durchgeführt werden. CHANGE Agent Audrey Ledjou organisierte im Juni zwei Aktivitäten: eine bei sich zu Hause und eine im Afrika-Haus in Berlin. Sie lud Menschen aus Côte d’Ivoire, Mali, Guinea und Kamerun, um über FGM zu diskutieren.

Auch CHANGE Agent Sahra Mahamud hat im Juni und Juli 2020 insgesamt drei Behaviour Change Aktivitäten durchgeführt. Dafür lud sie Mitglieder der äthiopischen und eritreischen Community ein, um sie über die Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung aufzuklären. 

Der CHANGE Agent Sana Diedhiou hat am 31. August 2020 ebenfalls eine Aufklärungsaktivität durchgeführt. Er lud 15 Männer aus der senegalesischen, gambischen und malischen Community zum Essen zu sich nach Hause ein, um gemeinsam über weibliche Genitalverstümmelung zu diskutieren.

Am 25. Juli 2020 konnten sich die 12 CHANGE Mediatoren persönlich treffen und im Rahmen des Men Stand Up-Projekts an einer ganztägigen Schulung im Sharehaus Refugio teilnehmen. Hier beschäftigten sie sich noch einmal intensiv mit dem Thema der weiblichen Genitalverstümmelung. Hierbei bekam die Gruppe Unterstützung durch den externen Experten Dr. med. Christoph Zerm, der dafür extra nach Berlin anreiste.

Eine weitere Schulung der CHANGE Mediatoren fand am 29. August statt. Hier stand vor allem das Erlernen bestimmter Kommunikationsfähigkeiten im Vordergrund. Dazu wurde eine externe Expertin, Maria Klupp (Psychologin), eingeladen. 

Am 11. September legte TERRE DES FEMMES gemeinsam mit LebKom e. V. und Lessan e. V.  und in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Netzwerk End FGM dem GREVIO-Komitee des Europarates einen Schattenbericht über die Umsetzung der Istanbul-Konvention durch Deutschland bezüglich Prävention, Schutz, Strafverfolgung und integrierter Maßnahmen gegen FGM vor. Die Istanbul-Konvention ist der erste rechtsverbindliche Vertrag, der anerkennt, dass FGM auch ein europäisches Thema ist.

Am Dienstag, den 15. September 2020, fand die Abschlusskonferenz des zweijährigen, von der Europäischen Union kofinanzierten EU-Projekts Let’s CHANGE statt. Aufgrund der Covid-19 Pandemie hat die Konferenz online stattgefunden und wurde nur für einen kleinen Personenkreis live vor Ort in Paris umgesetzt.Die Konferenz lief unter dem Titel: „How to overcome challenges in ending Female Genital Mutilation (FGM) in the European Union (and beyond)?“ (Wie können die Herausforderungen bei der Abschaffung von FGM in der Europäischen Union und darüber hinaus bewältigt werden?). Die Veranstaltung wurde simultan in Englisch und Französisch übersetzt.
Die Konferenz bildete den Projektabschluss und bot die Möglichkeit, die gemeinsame Arbeit der vergangenen zwei Jahre Revue passieren zu lassen. Sie beinhaltete Inputvorträge der Projektkoordinatorinnen, von politischen VertreterInnen sowie von den CHANGE Agents und CHANGE Trainers. In drei parallel stattfindenden Workshops gab es anschließend die Möglichkeit zur Diskussion mit den KonferenzteilnehmerInnen.

Die internationale Konferenz fand mit über 100 TeilnehmerInnen großen Anklang und zeigt, wie wichtig die Arbeit gegen weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam mit den Communitys ist.

Im Rahmen des Let’s CHANGE Projektes fand am 25. September eine interne Feier zum Projektabschluss statt. Dazu kamen die CHANGE Agents und CHANGE TrainerInnen, die Projektkoordinatorinnen Charlotte Weil und Carolin Pranz sowie TDF-Geschäftsführerin Christa Stolle und Bereichsleiterin Sina Tonk zusammen. Anlässlich des erfolgreichen Projektabschlusses nach zwei gemeinsamen Jahren und der offiziellen Übergabe der Zertifikate für die CHANGE Agents und TrainerInnen wurde in kleiner Runde gemeinsam in einem Neuköllner Restaurant gefeiert. Auch wenn das Let’s CHANGE Projekt erfolgreich abgeschlossen wurde, bedeutet das nicht das Ende einer Zusammenarbeit der CHANGE Agents und TrainerInnen mit TERRE DES FEMMES: Die anwesenden Frauen und Männer waren und sind hochmotiviert, sich auch in zukünftigen Projekten mit TDF für eine Abschaffung von FGM einzusetzen.

Am 26. September hielt TDF-Mitfrau Silvia Kaufmann zusammen mit Frau Diallo einen Vortrag am Bildungswerk Stadtteilschule in Dortmund zu „Genitalverstümmelung/-beschneidung“.

Am 1. und 2. Oktober fand der virtuelle Projektstart des neuen EU-Projekts „CHAIN – Linking the prevention of female genital mutilation and early and forced marriage in Europe“ statt. Der Fokus des neuen Projektes liegt in der Prävention und Intervention in Fällen von weiblicher Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung. Zusammen mit den Partnerorganisationen Action Aid International Italia Onlus (Mailand), Equilibres et Populations (Paris), Save a Girl, Save a Generation (Madrid) und End FGM EU (Brüssel) werden Community TrainerInnen in Berlin, Madrid, Mailand und Paris ausgebildet, die sowohl in ihren Communitys als auch unterschiedliche Fachkräfte zu den Themen FGM und EFM sensibilisieren und schulen. Des Weiteren wird im Projekt CHAIN auf institutioneller Ebene eine Interventionskette mit relevanten Stakeholdern entwickelt. 

Das zweitägige Kick-off Meeting bot die Möglichkeit für die Partner, sich kennenzulernen und auszutauschen und die kommenden zwei Jahre gemeinsam zu planen. Die Projektkoordinatorinnen Charlotte Weil und Carolin Pranz stellten die Vorgaben der EU bezüglich der Projektdokumentation und -abrechnung vor und die Projektaktivitäten der einzelnen Workpackages wurden gemeinsam diskutiert.

Am 21.10. führte CHANGE Mediator Abed Al Rahman Arab eine Behaviour Change Activity durch, zu der er eine Gruppe aus seiner Community in ein Restaurant einlud. Während des Essens unterhielt er sich mit ihnen erst einmal über Frauenrechte im Allgemeinen, bevor die Gruppe auf weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation/Cutting - FGM/C) und Kinder-, Früh- und Zwangsverheiratung (Child, Early and Forced Marriage - CEFM) zu sprechen kam. 

Am 22.10. fand unter verschärften Corona-Bedingungen in einer Kleingruppe die erste Fortbildung im Rahmen der neuen Berliner Koordinierungsstelle gegen weibliche Genitalverstümmelung_beschneidung statt. Die Fortbildung wurde von Frau Fatou Mandiang Diatta durchgeführt. Durch diese Fortbildungen sollen Wissenslücken zum Thema FGM bei Fachkräften aus dem Gesundheitswesen, Kinderschutz oder aus sozialen Bildungseinrichtungen geschlossen werden. 

Für die CHANGE Mediatoren des „Men Standing Up for Gender Euality“-Projekt ist am 31. Oktober die zweite Projekthälfte eingeläutet worden. Das bedeutet, dass sie nach ihren Schulungen nun selbst in ihre Communitys und Unterkünfte für Geflüchtete gehen und über tabuisierte Themen wie FGM/C und CEFM sprechen und damit Impulse setzten. Anlässlich dieser Gegebenheiten gab es einen Grund zum Feiern, weshalb am 31.10.2020, unter Einhaltung der Coronamaßnahmen, eine kleine Feier organisiert wurde. Gemeinsam sollte der erfolgreiche Abschluss der ersten projekthälfte gefiert werden und die CHANGE Mediatoren sollte in diesem Zusammengang sich und ihre Arbeit vorstellen. 

Im Rahmen eines Projekttages an seiner Schule konnte der CHANGE Mediator Sajjad Khawari im Dezember 2020 eine Behaviour Change Activity durchführen. Vieler seiner MitschülerInnen waren schockiert darüber, dass auch hier in Europa so viele Mädchen und Frauen von FGM und EFM betroffen sind und mit den Konsequenzen dieser schädlichen Praktiken leben müssen. Seine BCA hat ihm vor allem gezeigt, wie wichtig eine Aufklärung über FGM und EFM schon in der Schule ist.