Eco-Ethics International Union Kenya – Stärkung der gesellschaftlichen Teilhabe von Mädchen und Frauen: Kenia

Drei Mädchen mit waschbaren Binden. Foto ©: Franziska KupschDrei Mädchen mit waschbaren Binden.
Foto ©: Franziska Kupsch

TERRE DES FEMMES förderte 2010 mit einer einmaligen Zuwendung ein Projekt zur Verbesserung der Teilhabe von Frauen und Mädchen am öffentlichen Leben in Ozi, im Tana Delta Disktrikt, in Kenia.

Die Idee: Die Monatshygiene für die Frauen und Mädchen der 3.000 EinwohnerInnen in dem Fischerdorf Ozi zu verbessern, damit sie während der Menstruation nicht vom Gemeinschaftsleben ausgeschlossen sind. Dass keine bezahlbaren Binden zur Verfügung stehen, ist ein weit verbreitetes Problem in Kenia und hat vielerlei Konsequenzen: Die Mädchen und Frauen bleiben während ihrer Menstruation zuhause, können in dieser Zeit nicht zur Arbeit oder zur Schule gehen, was zu der ohnehin schon starken Stigmatisierung von Mädchen und Frauen während ihrer Blutungen beiträgt. Weil Mädchen oft bis zu eine Woche Unterricht pro Monat versäumen, haben sie dadurch einen Nachteil gegenüber ihren männlichen Mitschülern: Sie zeigen häufig schlechtere Schulleistungen und brechen auch häufiger die Schule ab. Die schlechtere Ausbildung stellt im späteren Leben eine weitere Hürde dar, die es Frauen erschwert, wichtige Positionen im Gemeinschaftsleben zu übernehmen.

TERRE DES FEMMES unterstützte 2010 das Projekt „Nähen von wiederverwertbaren Binden“ der Nichtregierungsorganisation (NRO) Eco-Ethics International Union Kenya, damals eine Unterorganisation der ehemaligen NRO Eco-Ethics International Union Deutschland. In dem Projekt lernten Mädchen und Frauen aus Ozi waschbare Binden herzustellen. Zudem setzten sie sich in parallel stattfindenden Diskussionen und Informationstreffen mit Themen rund um die Menstruation und die Teilhabe und Rolle der Mädchen und Frauen in ihrer Gemeinschaft auseinander. Auf diese Weise wurde die Akzeptanz des Projekts durch die Dorfgemeinschaft gesichert.

Die freiwillige Helferin Franziska Kupsch begleitete die Anfangsphase des Projekts:

„Den Mädchen wurde, nachdem wir Gruppendiskussionen über die Menstruation und die mit ihr verbundenen Probleme geführt haben, die Stoffbinde vorgestellt, von der sie richtig begeistert waren. (FOTO) Daher verabredeten wir uns gleich für den nächsten Tag, einen Feiertag, um die Binden zu nähen. Es kamen alle 54 Mädchen vom Vortag und die Binden wurden mit viel Motivation und Hingabe genäht. {...} Bei unserem Treffen am nächsten Tag kamen zusätzlich 30 weitere Mädchen, welche die Binden ihrer Klassenkameradinnen gesehen hatten und nun auch für sich welche nähen wollten. {...} Inzwischen haben die meisten Mädchen zwei Binden genäht. Diese werden nun auf ihre Richtigkeit geprüft und danach wird weiteres Material ausgeteilt, damit jedes Mädchen für sich fünf Stoffbinden anfertigen kann.“

Wir freuen uns darüber, dass das Projekt in dem Dorf Ozi so viel Anklang fand. Es ist ein Beitrag dazu, dass Mädchen und Frauen in Ozi und Umgebung weniger Nachteile gegenüber Männern aufgrund ihrer Menstruation und aufgrund ihres Frau-Seins haben.