Wir wollen noch mehr bewegen in der internationalen Zusammenarbeit…

Die Projekte der internationalen Zusammenarbeit von TDF leben von der hilfreichen Unterstützung unserer SpenderInnen. Wenn größere Projektvorhaben umgesetzt werden sollen, dann können wir gemeinsam mit unseren PartnerInnenorganisationen Fördermittel beim BMZ, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, beantragen. Eines unserer zurzeit laufenden BMZ-Vorhaben ist das Gewaltschutzzentrum in Ouagadougou, welches wir gemeinsam mit Bangr Nooma aufgebaut und im Juni 2015 feierlich eröffnet haben. Um die Perspektiven für weitere zukünftige BMZ-Projekte auszuloten, war Renate Staudenmeyer (Referat IZ) vom 06.-14.02.2016 auf Projektbesuch in Mali und Burkina Faso.

Renate Staudenmeyer im Gespräch mit der juristischen Beraterin von APDF. Foto: © TERRE DES FEMMESRenate Staudenmeyer im Gespräch mit der juristischen Beraterin von APDF.
Foto: © TERRE DES FEMMES
In Mali ging es zunächst darum, die PartnerInnenorganisation „Association pour le Progrès et la Défense des Droits des Femmes“ – APDF näher kennenzulernen. Die Organisation zur Förderung und Verteidigung der Rechte der Frauen engagiert sich in Mali für Frauenrechte, betreibt in Bamako ein Frauenschutzhaus und hat an weiteren malischen Standorten Projektbüros. Seit 2009/2010 ist TDF in Kontakt mit APDF und wir wollen die Zusammenarbeit perspektivisch ausbauen.

Mali ist noch immer geschwächt durch die politische Krise im Norden des Landes. 2012-2014 durchlebte das Land schwere politische Unruhen: Meuternde Soldaten stürzten den Präsidenten, während gleichzeitig im Norden des Landes eine Touareg-Rebellion und islamistische Extremisten die Einheit des Landes gefährdeten. Islamistische Djihadisten haben immer wieder die Macht im Norden übernommen und die Bevölkerung gewaltsam unter die Herrschaft der Scharia gestellt.

Seit Juli 2013 kämpft die UNO-Mission MINUSMA dagegen an, ihr Ziel: den malischen Staat zu stabilisieren und gegen islamistische Kämpfer zu verteidigen. Der MINUSMA-Einsatz (Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali) hat zu einer Stabilisierung im Land führen können, aber bis heute ist die Situation noch immer als prekär einzuschätzen.

Und dies ganz besonders für Mädchen und Frauen.

Viele Frauen haben vor dem islamistischen Terror unter der Scharia die Flucht ergriffen. APDF konnte immerhin einigen von ihnen in Bamako Zuflucht bieten. Vielen Frauen stand allerdings diese Möglichkeit nicht offen, sie waren hilflos den gewaltsamen Terroraktionen der Djihadisten in Nordmali ausgesetzt. Es gab furchtbare Vergewaltigungen und APDF arbeitet noch heute daran, den extrem traumatisierten Frauen Hilfe zukommen zu lassen. In der Region Nordmali hat APDF zwar Projektbüros in Goa und Timbuktu, aber kein Frauenschutzhaus. Die betroffenen Frauen müssen weite Wege auf sich nehmen, um in Bamako gezielte Unterstützung erhalten zu können.

Madame Fatoumata Siré Diakité, Präsidentin APDF und Renate Staudenmeyer. Foto: © TERRE DES FEMMESMadame Fatoumata Siré Diakité, Präsidentin APDF und Renate Staudenmeyer.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Beim Projektbesuch in Bamako berichtet das Fachpersonal von APDF von schlimmen Vergewaltigungsfällen und wie die Mädchen und Frauen bei APDF gezielte Hilfe bekommen. Medizinische, psychologische und juristische Betreuung gehen dabei Hand in Hand.

Im Austausch mit der Präsidentin von APDF, Mme Fatoumata Siré Diakité, überlegen wir, ob und wie der Aufbau eines Frauenschutzhauses in Nordmali als Kooperationsprojekt APDF-TDF realisiert werden kann.

Der Zugang zu BMZ-Mitteln kann dabei hilfreich sein. Allerdings handelt es sich hier nur um eine Zuschussförderung von 75%, die restlichen 25% müssen von TDF und der Partnerorganisation getragen werden.

Auf diese Art und Weise konnten wir bereits das Gewaltschutzzentrum in Ouagadougou aufbauen. Burkina Faso ist darum auch die zweite Station der Dienstreise. Hier geht es darum, im Austausch mit den KollegInnen von Bangr Nooma vor Ort zu sehen:

  • Welche Erfahrungen wurden in der ersten Phase des Gewaltschutzzentrums gemacht?
  • Welche Fälle kommen zum CAECF?
  • Wie stark wird die Notunterkunft genutzt?
  • Wie sieht es mit der Sicherheitssituation im Projektgebäude aus?
  • Mit welchen Sensibilisierungsaktivitäten können wir die Arbeit im CAECF begleitend flankieren?

Anhand der Reflexion der Ergebnisse haben wir gemeinsam an der inhaltlichen Orientierung für die nächste Förderphase gearbeitet.

v.r.n.l.: Arbeitstreffen mit dem Team CAECF: Alimata (Animatrice), Mme Thombiano (Sozialarbeiterin), Kadi (Finanzadministratorin),  Arsène (Animateur), Renate Staudenmeyer und Rakieta Poyga. Foto: © TERRE DES FEMMESv.r.n.l.: Arbeitstreffen mit dem Team CAECF: Alimata (Animatrice), Mme Thombiano (Sozialarbeiterin), Kadi (Finanzadministratorin), Arsène (Animateur), Renate Staudenmeyer und Rakieta Poyga.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Bangr Nooma ist eine unserer langjährigen Partnerorganisationen und auch hier ist Rakieta Poyga, die viele von euch kennen, eine überaus engagierte ehrenamtliche Koordinatorin des CAECF-Gewaltschutzzentrums. „Es gibt nichts Besseres, als die Solidarität unter Frauen, wenn wir unsere Welt gerechter machen wollen“, so Rakieta Poyga. „Ich bin so glücklich, über-glücklich, wenn ich daran denke, was wir von Bangr Nooma mit eurer Unterstützung von TERRE DES FEMMES haben aufbauen können! Die Zusammenarbeit Association Bangr Nooma und TERRE DES FEMMES ist das Herzstück all`unserer Aktivitäten im Kampf gegen die Weibliche Genitalverstümmelung und für den Schutz von Mädchen und Frauen vor Gewalt. Ich kann euch gar nicht sagen, wie stolz ich darauf bin.“

Dieses Jahr besteht die Zusammenarbeit ABN-TDF 20 Jahre. Anlässlich dieses Jubiläums wird es im Oktober eine besondere Aktivität geben, die Beerdigungszeremonie der Beschneidungswerkzeuge in der Region Toukin. Interessierte Mitfrauen können gerne an dieser Aktion teilnehmen. Wir werden darüber weiter berichten.

 

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