Frauenrechtlerin aus dem Sudan zu Besuch bei TERRE DES FEMMES

(v. l.) Anna Mattes, Jumana Eltgani, Laura Ilg und Renate Staudenmeyer. Foto: © TERRE DES FEMMES (v. l.) Anna Mattes, Jumana Eltgani, Laura Ilg und Renate Staudenmeyer.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Vom 2. bis 4. Dezember 2015 war die sudanesische Frauenrechtlerin Jumana Eltgani bei TERRE DES FEMMES zu Gast. Es ergab sich ein spannender Austausch.

Jumana Eltgani ist in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum für die NGO SEEMA tätig. SEEMA setzt sich für Frauen und Kinder ein, die von Gewalt betroffen sind, und unterstützt sie durch juristische, medizinische sowie psychotherapeutische Beratung. Außerdem leistet die Organisation Aufklärungsarbeit zu Themen wie häusliche Gewalt, Weibliche Genitalverstümmelung und Frühehen.

Diese Arbeit ist wichtig um die schwierigen Lebensumstände von Frauen im Sudan zu verbessern. Die Gesellschaft ist dort stark patriarchalisch organisiert und die Rechte von Frauen werden nicht ausreichend vom Gesetz gestärkt. Hinzu kommt, dass es aufgrund des andauernden Konflikts im Nordwesten fast 2,2 Millionen Binnenflüchtlinge im Land gibt. Die Mädchen und Frauen unter ihnen sind dem Risiko von sexualisierter Gewalt ausgesetzt.

Jumana Eltgani absolviert gerade im Rahmen des Programms „Cross Culture Praktika“ ein dreimonatiges Praktikum am Nürnberger Menschenrechtszentrum. Vom 2. bis 4. Dezember 2015 konnte die 25-jährige nun einen Einblick in die Arbeit von TERRE DES FEMMES gewinnen. Für sie eine wertvolle Erfahrung: „Ich habe gelernt, dass Gewalt gegen Frauen auch im Globalen Norden ein Problem ist. Die Themenbereiche von TERRE DES FEMMES und SEEMA ähneln sich unter anderem bei häuslicher und sexualisierter Gewalt sowie Weiblicher Genitalverstümmelung – der Kontext ist jedoch ein anderer.“

Überrascht zeigt sich Jumana Eltgani davon, dass Frühehen auch in Deutschland ein Problem sind. „Ich hätte nicht gedacht, dass es in Deutschland legal ist, schon im Alter von 16 Jahren zu heiraten“, meint die Frauenrechtsaktivistin. Im Sudan sind Frühehen weit verbreitet. Bisher gibt es kein Gesetz, das Mädchen davor schützt, jung verheiratet zu werden. Frauenrechtlerinnen und Nichtregierungsorganisationen setzen sich zwar für eine Verbesserung der rechtlichen und sozialen Stellung der Frau ein, doch dieses Engagement bringt viele Probleme mit sich.

Nach einem aufschlussreichem Erfahrungsaustausch waren sich TERRE DES FEMMES und Jumana Eltgani einig: Frauenrechtsorganisationen müssen sich weltweit vernetzen, um Frauenrechte durchzusetzen. Aus diesem Grund sind solche Besuche wichtig.

 

Stand: 12/2015

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