TERRE DES FEMMES-Delegation besucht PartnerInnenorganisation in der Ost-Türkei!

TDF-Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle (stehend li.)  und TDF-Vorstandsfrau Necla Kelek bei ihrer Ansprache während der YAKA-KOOP-Versammlung mit Dorfvorstehern, Hodschas und Vereinsmitgliedern. Foto: © YAKA-KOOPBundesgeschäftsführerin Christa Stolle (stehend li.) und Vorstandsfrau Necla Kelek bei ihrer Ansprache während der YAKA-KOOP-Versammlung mit Dorfvorstehern, Hodschas und Vereinsmitgliedern. Foto © YAKA-KOOPEs ist der erste Delegations-Besuch bei unserer PartnerInnenorganisation YAKA-KOOP in Van, die von TERRE DES FEMMES (TDF) seit 2014 unterstützt wird. Im ersten Jahr der Kooperation hat TDF mit YAKA-KOOP Aufklärungskampagnen und kreative Wettbewerbe an Schulen realisiert. Die Themen: „Kinderbräute NEIN!“ und „Sag NEIN zu Gewalt gegen Frauen!“.

Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle und Vorstandsfrau Necla Kelek waren vom 08. bis 11. Oktober 2015 vor Ort und konnten sich vom Erfolg der Projektaktivitäten überzeugen.

„Frühe Zwangsverheiratung von Mädchen ist Gewalt“, so die Leiterin und Gründerin von YAKA-KOOP, Gülmay Gümüshan, die die TDF-Delegation in Van in Empfang genommen hat.

Die Region Van befindet sich im Osten der Türkei nahe der Grenzgebiete zu Iran und Irak. Die Stadt zählt ungefähr 400.000 EinwohnerInnen, die meisten von Ihnen kurdisch stämmig. Die Gesellschaft ist stark patriarchalisch geprägt, es herrschen traditionelle Vorstellungen von Familie und Rollenverständnis. Das Prinzip der „Ehre“ spielt nach wie vor eine große Rolle. Oft wird die Ehre des Mannes am Verhalten seiner Frau gemessen. Dies führt nicht selten zu Häuslicher Gewalt an Mädchen und Frauen, im Extremfall werden sie im Namen der Ehre getötet. Die Zahl der Morde an Frauen ist in den letzten zwei Jahren in der Türkei enorm angestiegen, um fast 45 Prozent. Schon 2010 sorgte eine Statistik für Aufruhr, nach der sich die Zahl der ermordeten Frauen von 2003 bis 2010 mehr als verzehnfacht hat. Fast 300 Frauen wurden 2014 in der Türkei von ihren Männern ermordet. Allein im Januar 2015 waren es bereits 27!

Gülmay Gümüshan, Gründerin und Vorsitzende von YAKA-KOOP während der Versammlung. Foto: © YAKA-KOOPGülmay Gümüshan, Gründerin und Vorsitzende von YAKA-KOOP während der Versammlung.
Foto: © YAKA-KOOP
YAKA-KOOP bietet juristische und psychologische Beratung und hilft Frauen in Not, wenn sie Opfer von Gewalt, Zwangsverheiratung und Missbrauch sind. Aufklärungsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit gehören dabei ebenso zur täglichen Arbeit der YAKA-KOOP-Mitarbeiterinnen.

Auch die TDF-Delegation hat an einer von YAKA-KOOP organisierten Versammlung teilgenommen, zu der Bürgermeister, Dorfvorsteher, Hodschas und Mitglieder des Vereins eingeladen waren. Im kommenden Jahr will YAKA-KOOP Versammlungen in 20-25 Dörfern durchführen und sie werben schon jetzt für die hierfür dringend notwendige Unterstützung von Seiten der Dorfvorsteher. Neben den ständigen Aufklärungsthemen von YAKA-KOOP zu Gewaltschutz für Mädchen und Frauen, werden in einigen Dörfern intensivere Austausch-Treffen anvisiert. Sie wollen gezielt Mädchen beraten zum Beispiel über Ausbildungsmöglichkeiten: welche Möglichkeiten kann ihnen ein Selbststudium durch Fernstudiengänge bieten? Oder – Frauen sollen spezifische Beratung zu Themen wie Berufstätigkeit und Unterstützung bei beruflichen Fortbildungen erhalten. Auch andere Themen werden vertieft, wie Kindererziehung, Familienplanung und Gesundheitserziehung.

„Wir sind tief beeindruckt, vom mutigen Engagement der YAKA-KOOP-Kolleginnen! Es erfüllt uns mit Stolz, dass wir unseren feministischen Mitstreiterinnen in der Türkei zur Seite stehen können“, so Stolle und Kelek.

 

Stand 10/2015

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