Update zum Kooperationsprojekt in Mali: SchülerInnen und Lehrkräfte klären über Gewalt an Frauen und Mädchen auf

Abb. 1: Fortbildungsveranstaltung für Lehrkräfte ©AMDD

Seit kurzem ist es öffentlich: der Bundestag muss zwar noch darüber abstimmen, doch Deutschland soll sich nicht weiter an der EU-Ausbildungsmission EUTM in Mali beteiligen - seit Juli 2021 stand diese sogar unter deutscher Führung. Der UN-Stabilisierungseinsatz MINUSMA dagegen soll andauern, obwohl dieser, durch den Rückzug Frankreichs, ebenfalls vor großen Herausforderungen steht. Was das für die Menschen vor Ort bedeutet, bleibt abzuwarten. Aktuell zeichnet sich jedenfalls keine Verbesserung der Krisensituation in Mali ab. Stattdessen wurden auch die für Februar 2022 angesetzten Neuwahlen um weitere fünf Jahre von der malischen Regierung verschoben. In dieser angespannten Lage sind vor allem Frauen und Kinder gefährdet. Für viele von ihnen bestimmen Zwangsverheiratungen, Genitalverstümmelungen und Vergewaltigungen, v.a. deren systematischer Einsatz durch Milizen und Terrorgruppen, den Alltag.

 

In dem Pilotprojekt „Denew Ka Hake Sabatili“ , das die malische Entwicklungsorganisation AMDD (Association Malienne pour les Droits des Femmes) und die TDF-Partnerorganisation APDF (Association pour le Progrès et la Défense des Droits des Femmes) mit Unterstützung von Häuser der Hoffnung und TERRE DES FEMMES umsetzen, steht die Aufklärung über Menschenrechte, Gewaltschutz und reproduktive Gesundheit an Schulen im Vordergrund.

Schlüssel dafür ist die Ausbildung von Lehrkräften und SchülerInnen an inzwischen 12 Schulen. Diese leisten anschließend selbst Aufklärungsarbeit und regen Diskussionen zu elementaren Themen des Gewalt- und Gesundheitsschutzes an. Gerade SchülerInnen werden als aktive MuliplikatorInnen eingebunden: ihr Wissen verbreitet sich mit großer Geschwindigkeit auch über den Kontext der Schule hinaus und erreicht dabei alle Generationen.

Abb 2 Uprojektupdate Mali
Abb. 2: Die SchülerInnen beteiligen sich mit viel Elan an der Sensibilisierungsarbeit ©AMDD

Die Sensibilisierungsarbeit geht in beeindruckendem Tempo voran und trägt sehr viele Früchte. In den ersten Monaten des Jahres 2022 etwa fand eine dreitägige Schulung für Lehrkräfte statt, an der 20 der 24 am Projekt beteiligten LehrerInnen teilnahmen. Außerdem bildeten sich die SchülerInnen-Clubs im Rahmen von vier verschiedenen Fortbildungen weiter. Zwar beteiligten sich drei Schulen vorerst nicht an den Workshops, nach persönlichen Gesprächen zeigten sie aber ebenfalls großes Interesse und gestalteten zuletzt aktiv mit. Die Teilnehmenden berichteten mehrheitlich, sich wertvolles Wissen angeeignet zu haben und gestärkt aus der Schulung hervorgegangen zu sein.

Um die Sensibilisierungsarbeit der MultiplikatorInnen zu erleichtern, wurde auch ein Flyer gemeinsam entwickelt. So konnten seit Jahresbeginn 2022 über 2.000 Mädchen und Jungen mit Aufklärungsaktionen erreicht werden und sich über Menschenrechte, sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie geschlechtsspezifische Gewalt informieren.

Die 12 beteiligten Schulen wollen auch weiter mit großem Engagement dabei bleiben - in diesem Jahr ist z.B. noch ein Wettbewerb der SchülerInnen-Clubs geplant, um Anreize und Motivation zur Einbindung neuer SchülerInnen in das Projekt zu schaffen.

Das wichtigste Ziel ist aber schon erreicht: mehr und mehr junge Menschen werden sich ihrer Rechte bewusst und klären anschließend andere Menschen in der Schule, Familie und im Freundeskreis auf - um so schädliche Praktiken wie Zwangsverheiratung und weibliche Genitalverstümmelung zu verhindern.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie unser Kooperationsprojekt in Mali weiterverfolgen und unterstützen ! Jeder Euro hilft – herzlichen Dank!

Stand: 05/2022