Fachtagung „Frauenhandel bekämpfen: Erfahrungen und Projekte aus Osteuropa“ - unsere Vorstandsfrau Inge Bell ist dabei!

Foto: © Bernd Vonau / photocase.deFoto: © Bernd Vonau / photocase.deAm 17. Oktober 2017 veranstaltet die Hans-Seidel-Stiftung in Kooperation mit dem Aktionsbündnis gegen Frauenhandel und der Solidaritätsaktion Renovabis eine Fachtagung, um die Situation des zunehmenden Frauenhandels aus den Herkunftsländern Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Albanien genauer zu beleuchten.

TERRE DES FEMMES ist Mitglied im Aktionsbündnis gegen Frauenhandel und hat mit dieser Problematik ebenfalls zu tun: durch unsere internationale Kooperationsarbeit in Bulgarien mit der Roma-Union unterstützen wir das Projekt FLORIKA im Kampf gegen den internationalen Frauenhandel.

Unsere Vorstandsfrau Inge Bell nimmt an der Münchner Fachtagung teil. Sie hat bereits vor 16 Jahren das Aktionsbündnis gegen Frauenhandel gemeinsam mit anderen ins Leben gerufen und sich durch breit gefächertes Engagement und Veröffentlichungen als Expertin im Kampf gegen Menschenhandel ausgewiesen. 

In dem von TERRE DES FEMMES unterstützten FLORIKA-Projekt liegt der Schwerpunkt auf Präventionsarbeit im Kampf gegen den internationalen Frauenhandel und Zwangsprostitution. Für Roma-Mädchen im Alter von 9-15 Jahren werden in der bulgarischen Stadt Burgas pädagogische Angebote bereitgestellt, um zu verhindern, dass sie die Schule abbrechen und Opfer von Menschenhandel werden. Neben dem pädagogischen Kursangebot ist ein weiteres wichtiges Standbein die Aufklärungsarbeit im Stadtteil der Roma. Gespräche mit den Eltern und Familienangehörigen werden aufgesucht, denn meist sind sie es, die auf die falschen Versprechungen der Menschenhändler eingehen. Projekte wie FLORIKA sind wichtig, um den kriminellen Machenschaften der Menschenhändler präventiv etwas entgegen zu setzen.

In den letzten Jahren ist eine alarmierende Zunahme der Opfer von Frauenhandel und Zwangsprostitution aus dem osteuropäischen Raum zu verzeichnen. Die steigende Zahl betrifft u.a. auch Bulgarien. Nach Berichten des Bundeskriminalamtes kamen im Jahr 2014 aus Bulgarien 16 % der Opfer von „Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung“, im Jahr 2015 waren es bereits 17.1 %.

Nicht anders sieht es in den Statistiken von SOLWODI aus (Solidarity with Women in Distress, dt.: Solidarität mit Frauen in Not), eine Hilfsorganisation zur Betreuung von Opfern von Menschenhandel und  Zwangsprostitution, die deutschlandweite Beratungsstellen anbietet. Unter den mehr als 100 verschiedenen Herkunftsländern der Frauen, die die SOLWODI-Beratungsstellen aufsuchen, liegt Bulgarien während der letzten Jahre kontinuierlich auf den obersten Rängen 3 bis 5 platziert.

Häufig sind die Betroffenen Angehörige von Roma-Familien. Extreme Armut und ein Leben im sozialen Abseits sind die häufigsten Ursachen dafür, dass Familienangehörige den Zuhältern und Menschenhändlern zum Opfer fallen. Die Erfahrungen aus der Projektarbeit mit FLORIKA haben gezeigt, dass der duale Ansatz aus pädagogischer Bildungsarbeit und Aufklärungsarbeit ein geeignetes Mittel ist, um präventiv gegen den internationalen Frauenhandel zu wirken.

Unterstützen Sie unsere Projektarbeit im Kampf gegen den internationalen Frauenhandel.

 

 

Stand: 10/2017