BMZ: EINEWELT-Zukunftsforum am 24.11.2014 – wir waren dabei

Zukunftsforum 2014. Foto: © TERRE DES FEMMESZukunftsforum 2014.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Die Veranstaltung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fand zu Ehren der Zukunftscharta statt, die über einen intensiven bundesweiten Dialog zum Entwicklungsjahr 2015 entstanden ist.

Über sechs Monate hinweg konnten sich Bürgerinnen und Bürger bei verschiedenen Veranstaltungen und Online an dem Prozess beteiligen. Am 24.11.2014 fand die feierliche Übergabe der Charta „EINEWELT – unsere Verantwortung“ an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel statt.

Die Zukunftscharta enthält die wesentlichen Prioritäten und Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die zusammen mit VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft, Kirche und Zivilgesellschaft ausgearbeitet wurde.

Die Positionen in den acht Handlungsfeldern Menschenwürde, Umweltschutz, Wirtschaften für Mensch und Natur, gute Regierungsführung, Frieden, kulturelle und religiöse Vielfalt respektieren und schützen, neue Technologien sowie partnerschaftliches Zusammenarbeiten, sind als Wegweiser für die zukünftige Entwicklungszusammenarbeit formuliert.

Beim EINEWELT-Zukunftsforum gab es Politikarenen sowie verschiedene Talks zu entwicklungspolitischen Themen und Workshops von rund 100 Organisationen und Verbänden, welche die Besucher zum mitmachen, nachdenken und diskutieren einluden.

Inhaltlich diente das EINEWELT-Zukunftsforum auch als Bühne für Politiker und Parteien. In den Politikarenen gaben sich unter anderem Entwicklungsminister Dr. Gerd Müller, die Bundesministerin für Arbeit und Soziales Andrea Nahles sowie der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Christian Schmidt die Ehre und lobten und forderten zu gleichen Teilen die deutsche Entwicklungspolitik.

Zu den Höhepunkten gehörten neben Angela Merkel die internationalen Gäste wie der Exekutivdirektor des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) Anthony Lake und die eingespielte Videobotschaft von Bill Gates von der Bill & Melinda Gates Stiftung.

Bei der Zukunftscharta handelt es sich bis jetzt nur um eine schriftliche Neupositionierung. Viele Fachleute bemängeln, dass es dem Dokument an Ecken und Kanten fehlt und keine Antworten auf Problemlagen geliefert werden, zwar wird an Politik und Wirtschaft appelliert, aber wie die Konflikte anzugehen sind, bleibt völlig offen. Weiterhin lässt Müller auch nicht durchblicken, ob er die Zukunftscharta in ein Aktionsprogramm zur Umsetzung der neuen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen für die Zeit nach 2015 überführen will. So lassen Vertreter vom Verband Entwicklungspolitik deutscher Nichtregierungsorganisationen e.V. (VENRO) und des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik (DIE) vermerken, dass es völlig unklar sei, wie die Charta umgesetzt werde. Deren Inhalte sind unverbindlich, denn bis jetzt ist die Charta nur ein Papier des Entwicklungsministeriums und nicht der Bundesregierung.

Es bleibt also abzuwarten und weiter kritisch zu beobachten, was uns das Entwicklungsjahr 2015 bringen wird. Es gilt nun die ambitionierte Charta zu konkretisieren und in die Tat umzusetzen, denn die Politik will und muss sich an deren Umsetzung messen lassen.

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