Neues von unserer Partnerorganisation in Afghanistan: Frauenbildungszentrum Shahrak baut eigenes Haus!

Der Wunsch nach eigenen Räumen in Sharake Gebrail, einem Vorort von Herat, in dem Frauen und Mädchen lernen können ohne alljährlich durch erneute Umzüge und Kosten unterbrochen zu werden, bestand schon lange. Bereits 2007 sammelte Aqela Nazari, die damalige Direktorin des Zentrums, mit Unterstützung von TERRE DES FEMMES in Deutschland Spenden, um dem Ziel  eines finanziell unabhängigen Frauenzentrums näher zu kommen. Von den Spenden wurde im Jahr 2010 ein Grundstück gekauft und somit der erste wichtige Schritt in Richtung der eigenen Räume für das Frauenzentrum Shahrak getan.

Anfang Dezember 2014 wurde nun der nächste Meilenstein gesetzt: Die Frauen aus Sharake Gebrail legten im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung den Grundstein für ihr eigenes Zentrum!

Feierliche Eröffnung der Baustelle, Fatima Jafari, Roqia Nazari, Aqela Nazari, Farzaneh Farhatiar (von links nach rechts). Foto: ©  Aqela NazariFeierliche Eröffnung der Baustelle, Fatima Jafari, Roqia Nazari, Aqela Nazari, Farzaneh Farhatiar (von links nach rechts).
Foto: © Aqela Nazari

Roqia Nazari, Gründerin des Zentrums, und Farzaneh Farhatiar, Deutsch-Afghanische-Initiative, beim ersten Spatenstich. Foto: © Aqela NazariRoqia Nazari, Gründerin des Zentrums, und Farzaneh Farhatiar, Deutsch-Afghanische-Initiative, beim ersten Spatenstich.
Foto: © Aqela Nazari

Dank der finanziellen Unterstützung durch das deutsche Auswärtige Amt wird in Shahrake Gebrail bis Mitte nächsten Jahres ein zweistöckiges Haus entstehen, welches in acht Unterrichtsräumen Platz für Unterricht und Ausbildung für knapp 500 Frauen jährlich schafft. In den Kellerräumen soll - wie in Afghanistan üblich - ein Veranstaltungsraum entstehen, in dem endlich auch wieder Sportkurse stattfinden können. Die Bauarbeiten werden gemeinsam von der Deutsch-Afghanischen-Initiative und dem afghanischen Trägerverein des Zentrums "Neswan"  in Shahrake Gebrail durchgeführt. TERRE DES FEMMES-Projektkoordinatorin Julia Alexa Barde unterstützte den Finanzierungsantrag in der Entstehungsphase und stellte den Kontakt zum Auswärtigen Amt her. Begleitend zum Bau des neuen Zentrums wird innerhalb der nächsten Monate ein tragfähiges Konzept entwickelt, mit dem der Verein die finanzielle Selbstständigkeit des Zentrums weiter vorantreiben möchte. Parallel zur Ausweitung des Kursprogramms sollen für Kurse, in welchen Frauen und Mädchen Zusatzqualifikationen erwerben können, wie z.B. in den Computer- und Englischkursen, Gebühren erhoben werden.

"Das gute Kurse etwas kosten, und sei es nur einen minimalen Beitrag, ist inzwischen auch in Afghanistan üblich. Das spiegelt die Qualität der Kurse und verschafft auch den Absolventinnen Anerkennung. Alphabetisierungs- und Nähkurse sollen weiterhin kostenlos angeboten werden. Frauen, die aufgrund der Gebühren nicht an den Kursen teilnehmen können, erhalten die Gelegenheit, das Zentrum durch ehrenamtliche Unterstützung zu stärken", erklärt Shafiqa Rahimi, die das Zentrum seit Anfang 2014 leitet und gleichzeitig im Vorstand des Trägervereins aktiv ist. "Neben der finanziellen Selbstständigkeit ist es uns wichtig, die Frauen immer genau so zu unterstützen, wie es gerade am besten zu ihrer Lebenssituation passt."   Deshalb sind in Zukunft mehr Veranstaltungen und Workshops zu Frauenrechten und den Möglichkeiten zu beruflicher Qualifikation geplant.

Dass dies dringend nötig ist, zeigt der aktuelle Bericht, der in Afghanistan ansässigen Organisation Medica Afghanistan:  Aufgrund der negativen Berichterstattung und der Angriffe auf das Gesetz gegen Gewalt an Frauen durch Parlamentarier in den letzten zwei Jahren besteht in der Bevölkerung eine zunehmende Verunsicherung über die tatsächlichen Rechte der Frauen. Die Aufklärung über die geltende Rechtslage und die weiterhin bestehenden Mängel der aktuellen Gesetzgebung sind damit wichtiger denn je, um einen Rückschritt in Sachen Frauenrechten zu verhindern.

TERRE DES FEMMES unterstützt das Frauenbildungszentrum Shahrak bei seinem mutigen Weg in die Zukunft. Shafiqa Rahimi, Leiterin des Zentrums, wird im nächsten Frühjahr in der Geschäftsstelle von TERRE DES FEMMES von den Fortschritten der Baumaßnahmen und des gesamten Projektes berichten.

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