Buchpräsentation: Maria von Welsers “Wo Frauen nichts wert sind- vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen” am 16.10.14 in der Bertelsmann Repräsentanz

Maria von Welser berichtete von ihren Recherchen. Foto: © Anna MattesMaria von Welser berichtete von ihren Recherchen.
Foto: © Anna Mattes
Eineinhalb Jahre Recherche und Reisen durch Afghanistan, Indien und den Ost-Kongo, viele Begegnungen und Gespräch mit Mädchen und Frauen – das Ergebnis stellte Autorin und Journalistin Maria von Welser in Kooperation mit TERRE DES FEMMES am 16. Oktober 2014 in der Bertelsmann-Repräsentanz in Berlin vor. Dass das Buch “Wo Frauen nichts wert sind- vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen” keine leichte Lektüre ist, wurde den BesucherInnen der Buchpräsentation spätestens dann klar, als Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES, das Wort ergriff. Nachdem der Programmleiter für Sachbücher des Verlags Random House, Klaus Fricke, die Anwesenden begrüßte, sprach Christa Stolle in ihrem Grußwort von den täglich stattfindenden Menschenrechtsverletzungen in vielen Ländern weltweit und unserer Verpflichtung, nicht weg zu sehen und gegen diese vorzugehen.

Im Gespräch mit Moderatorin Julia Niharika-Sen stellte Maria von Welser anschließend einige Fakten und Geschichten aus den drei Ländern vor. Dazu zeigte sie Fotos ihrer Reise. Dabei achtete sie darauf, neben einer Beschreibung der Lebenswirklichkeit der dort lebenden Mädchen und Frauen, auch Geschichten und Beispiele von Widerstand, Hoffnung und den Kampf für Gleichberechtigung zu erzählen.

In Afghanistan sehen viele dem Abzug der Truppen mit Beunruhigung entgegen. Vielen Frauen ist es trotz gesundheitlicher Risiken nicht erlaubt, ohne Burka aus dem Haus zu gehen. Tun sie es trotzdem, müssen sie mit Gewaltdrohungen und Übergriffen rechnen. Bei dem Versuch, mit Frauen ins Gespräch zu kommen, erfuhr Maria von Welser häufig am eigenen Leibe, welch geringen Status Frauen in Afghanistan haben. Bereits bei der Begrüßung wurde sie häufig neben ihren männlichen Begleitern ignoriert bzw. übergangen. Beeindruckt war sie von den Frauen und Mädchen, die trotz des ihnen gegenüber feindlich eingestellten Umfelds, Boxen trainieren für die Olympischen Spiele.

In Indien sind weibliche Föten häufig nicht mal während der Schwangerschaft der Mutter sicher. Die Mitgift ist zwar in ganz Indien inzwischen verboten, sie wird allerdings in vielen Fällen immer noch verlangt. Dadurch stellen Töchter für Familien teilweise ein hohes finanzielles Risiko dar. Werdende Mütter werden unter Druck gesetzt, weibliche Föten abzutreiben oder müssen – im schlimmsten Fall – mit körperlichen Übergriffen mit dem Ziel eine Fehlgeburt zu verursachen rechnen, wie im Fall von Mitu Khurana, mit der Maria von Welser während ihrer Recherchen sprach. Mitu Khurana war die erste Inderin, die gegen diese Gewaltausübung vor Gericht zog.

Die grausamen Massenvergewaltigungen der letzten Jahre riefen zwar eine Welle der Empörung in internationalen und indischen Medien hervor und führten zu einer Stärkung der feministischen Bewegung innerhalb Indiens, allerdings stellte Maria von Welser auch fest, dass auf institutioneller Ebene bei Polizei und Gerichten die Veränderungen erst langsam spürbar werden.

Im Ostkongo leiden die Mädchen und Frauen immer noch unter den Folgen des dritten Kongokriegs. Auf ihrem Blog berichtet Maria von Welser von Ihren Erfahrungen vor Ort und beschreibt die ausweglose Situation und die immer noch anhaltende Gewalt gegen Mädchen und Frauen.

Nach ihrem Vortrag ist klar: Bis wir es geschafft haben, allen Mädchen und Frauen ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben zu ermöglichen, haben wir noch einen weiten Weg vor uns. Wir freuen uns über jede Form der Unterstützung - ideell und finanziell, wie beispielsweise durch den Kauf des Buchs “Wo Frauen nichts wert sind- vom weltweiten Terror gegen Mädchen und Frauen” in unserem Online-Shop oder eine Spende.

Für den Watch-Salon hat Christine Olderdissen den Abend zusammengefasst.

Christa Stolle, TERRE DES FEMMES Bundesgeschäftsführerin begrüßt die Anwesenden. Foto: © Anna MattesChrista Stolle, TERRE DES FEMMES Bundesgeschäftsführerin begrüßt die Anwesenden.
Foto: © Anna Mattes

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