Aktuelle Studie kommt zu erschreckendem Ergebnis: Geflüchtete Frauen erleben sexuelle Gewalt in Unterkünften

In der Studie „Study on Female Refugees – Repräsentative Untersuchung von geflüchteten Frauen in unterschiedlichen Bundesländern in Deutschland„ wurden über 600 geflüchtete Frauen aus Syrien, Afghanistan, Somalia, Eritrea, Iran und dem Irak wurden zu ihrer aktuellen Lebenssituation in Deutschland befragt. Erschreckendes Ergebnis der Studie ist, dass die Frauen in den Unterkünften in Deutschland vor sexueller Gewalt nicht geschützt sind. Sie müssen in den schlecht ausgestatteten Gebäuden immer wieder mit Respektlosigkeit, Angst vor sexueller Gewalt und sexuellen Übergriffen durch andere Geflüchtete zurechtkommen. Die repräsentative Studie wurde von der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoguz, in Auftrag gegeben und unter Beteiligung der Berliner Charité durchgeführt.

Der Bericht zeigt zudem, dass die meisten geflüchteten Frauen hier in Deutschland keine professionelle Hilfe erhalten, um über die traumatisierenden Ereignisse hinweg zu kommen. In den Flüchtlingsunterkünften mangelt es an DolmetscherInnen, psychologischer und medizinischer Unterstützung. Dabei haben die Frauen haben in ihren Heimatländern und auf der Flucht massiv traumatisierende Ereignisse erleben müssen, sie waren außerdem betroffen oder bedroht von sexualisierter Gewalt wie Gewalt im Namen der Ehre, Zwangsprostitution, Zwangsverheiratungen und weiblicher Genitalverstümmelung.

Deswegen fordert TERRE DES FEMMES
(Auszug aus dem "Forderungspapier zum Thema „Flucht und Frauenrechte“):

  • die Verankerung eines standardisierten Gewaltschutzkonzepts in allen Flüchtlingsunterkünften zur Prävention von und Intervention bei geschlechtsspezifischer Gewalt.
  • die flächendeckende Information geflüchteter Frauen über ihre Rechte und das Hilfesystem in Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt.
  • umfassende Prüfung und Würdigung geschlechtsspezifischer Verfolgungsgründe im Asylverfahren. AnhörerInnen, EntscheiderInnen und SprachmittlerInnen müssen ausreichend qualifiziert und für die spezifischen Lebensumstände der von geschlechtsspezifischer Verfolgung betroffenen Geflüchteten sensibilisiert werden.
  • Staatliche Anstrengungen zur effektiven gesamtgesellschaftlichen Teilhabe geflüchteter Frauen. Hierzu ist der Zugang zu Sprachkursen und die Sicherstellung einer Kinderbetreuung Grundvoraussetzung

Weiterführende Informationen:

 

Stand 3/2017

 

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