Aktuelles zum Thema Gleichberechtigung und Integration

Wie Rollen- und Berufsbilder zusammenhängen

Foto: Erman Aksoy

 Das dritte STARK!-Austauschtreffen fand am 17. März 2021, unter Einhaltung der AHA-Regeln, statt und wurde von dem Projektteam für die Väter und Töchter zum Thema Rollen- und Berufsbilder ausgerichtet. Im Mittelpunkt standen Geschlechterstereotype, insbesondere in Bezug auf Berufe. Ziel war es, eine kritische Diskussion anzuregen, wie bzw. warum Berufe teilweise einem Geschlecht zugeschrieben werden.

 

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TERRE DES FEMMES hat die Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ abgegeben!

TERRE DES FEMMES hat die Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ abgegeben!

Am 11. Dezember 2020 hat TERRE DES FEMMES (TDF) nach mehr als zweijähriger Laufzeit die Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ an das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) in Berlin überreicht. Insgesamt wurden über 38.800 Unterschriften gesammelt und an Staatssekretärin Frau Dr. Sudhof überreicht. 

Aufgrund der Pandemie-Bestimmungen fand das Austauschgespräch zur Petition am 25. Februar 2021 digital mit dem BMJV statt. Staatssekretärin Frau Dr. Sudhof nahm gemeinsam mit Herrn Bindels, Leiter des Referats Verfassungs- und Verwaltungsrecht, Völker- und Europarecht, an dem Termin teil. 

TERRE DES FEMMES hat beim Austauschgespräch wertvolle Hinweise erhalten, insbesondere bezüglich der Kompetenzverteilung sowie Vernetzungsmöglichkeiten. TDF hat aus diesem Gespräch neben neuen Ideen auch ein positives Gefühl geschöpft, da seitens des Bundesjustizministeriums mehrmals die Wichtigkeit der Arbeit an dem Thema „Kinderkopftuch“ betont wurde.

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Ja zum Vollverschleierungsverbot in der Schweiz

Die Schweiz hat abgestimmt: Das Tragen einer Vollverschleierung, sprich einem Gesichtsschleier, der nur die Augen freilässt,Gleichberechtigung und Verschleierung ist nun verboten. 51,2 Prozent der SchweizerInnen haben am 7. März 2021 dafür gestimmt. TERRE DES FEMMES  (TDF) begrüßt das Vollverschleierungsverbot in der Schweiz und fordert die deutschen Parteien auf, sich im Rahmen der von TDF erstellten Wahlprüfsteine, diesem Thema anzunehmen.

Seit 2017 setzt sich die Schweizer Volksinitiative „Ja zum Verhüllungsverbot“ für ein Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum ein. Für die Initiative stellen Freiheit – „freie Menschen zeigen ihr Gesicht“ – und Gleichberechtigung die zentralen Gründe für ein Verbot dar, aber auch Sicherheit (Nicht-Vermummung auf Demonstrationen) und Terrorabwehr sind ihr ein Anliegen. Jedes Verbot muss gut überlegt sein und geht immer mit Ausnahmen einher, die in diesem Fall unter anderem für Mund-Nasen-Bedeckungen gelten.

TDF fordert seit 2016 ebenfalls ein gesetzliches Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit. Die Vollverschleierung repräsentiert ein inakzeptables Geschlechterbild. Eine einschränkende geschlechtsspezifische Kleidung steht der Gleichberechtigung von Mann und Frau nach Art. 3 GG entgegen.

Niqab und Burka sind Ausdruck eines rückwärtsgewandten Geschlechterverständnisses, demzufolge sich Frauen vor den (begehrlichen) Blicken fremder Männer schützen müssten. Außerdem ist das dahinterstehende Männerbild problematisch, weil es den Mann zu einem unkontrollierten, triebhaften Wesen stilisiert. Frauen sollen sich durch die Vollverschleierung von den Blicken dieser Männer schützen.

Der Kleidungsstil einer Frau steht in keinem Zusammenhang mit ihrer sexuellen Verfügbarkeit bzw. ihrem Wunsch nach sexueller Annäherung.

Die Vollverschleierung verletzt die Menschenwürde der Frau und ist Ausdruck von Sexismus und Geschlechtertrennung. Alle Formen des Körper- und Gesichtsschleiers sind Kennzeichen eines religiösen Fundamentalismus, der für Missachtung und Erniedrigung der Frau und ihrer Degradierung zu einem Objekt steht. Letztlich gehört das Gesicht zur Identität und macht mithilfe der Mimik einen großen Teil der zwischenmenschlichen Kommunikation aus.

Der Gesichtsschleier ist aus feministischer Sicht nicht einfach ein Stück Stoff, ein Kleidungsstück wie jedes andere. Er symbolisiert den ultrakonservativen Islam salafistischer bzw. wahhabitisch-sunnitischer Ausrichtung und ist nicht ohne Grund mit dem IS assoziiert. Daher überrascht es nicht, dass viele muslimische Frauen und Männer der Vollverschleierung ablehnend gegenüberstehen. Wir solidarisieren uns mit den säkularen und liberalen MuslimInnen, die immer häufiger vonseiten konservativer unter Druck gesetzt werden. Mit der Unterstützung des Verhüllungsverbots solidarisieren wir uns zudem mit vielen liberalen Menschen, die in Ländern wie Saudi-Arabien oder dem Iran ihr Leben für den Kampf für Gleichberechtigung aufs Spiel setzen.

TERRE DES FEMMES macht sich stark gegen alle Menschenrechtsverletzungen, die Mädchen und Frauen weltweit allein deshalb erdulden müssen, weil sie weiblich sind. TDF folgt in ihrem Engagement dem feministischen Leitbild: Die Geschlechter sind einander ebenbürtig – ohne Wenn und Aber. Festzementierte Positionen für Frauen in Familie und Gesellschaft werden abgelehnt, unabhängig davon, ob sie religiös, kulturell, als Tradition oder als natürliche Bestimmung definiert werden.

Daraus folgt: TERRE DES FEMMES lehnt sexistische, rassistische, rechtsextreme, populistische, islamistische und andere religiöse fundamentalistische Ideologien ab, die zur Begründung für Gewalt gegen Frauen und als Instrument ihrer Unterdrückung herangezogen werden.

Was Mädchen und ihre Väter gegen sexualisierte Gewalt tun können – ein STARKer Austausch!

Teilnehmer und Workshopleiterin D. Birri
Die Väter sowie Projektreferentin Désirée Birri (Mitte) und Moderator Mozafer Kabbar (2. v. r.) halten Fische in die Kamera, die widerspiegeln, wie sie sich am Ende des Treffens fühlten. © TERRE DES FEMMES

Am 17.02.2021 hat das zweite Austauschtreffen des ersten Durchgangs im Projekt „STARK! Töchter und Väter gemeinsam für Gleichberechtigung“ stattgefunden. Das Thema des Workshops war dieses Mal: Mädchenrechte und was Mädchen und ihre Väter gegen Gewalt tun können.

Nach einem kurzen Input durch das Projektteam zu Zahlen und Fakten über häusliche und sexualisierte Gewalt, hat der Film „Männerwelten“ für eine lebhafte Diskussion gesorgt. Die zentrale Frage, die im Raum stand, war: „Wie können wir unsere Töchter schützen?“

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„Es macht mir Hoffnung, dass es Väter gibt, die so denken wie ich.“ Das erste inhaltliche Treffen im Projekt STARK!

Foto: © TERRE DES FEMMES

Am 20.01.2021 hat der erste inhaltliche Austausch im Projekt „STARK! Töchter und Väter gemeinsam für Gleichberechtigung“, unter Beachtung der sogenannten AHA-Regeln, persönlich in Berlin-Neukölln stattfinden können. Mit den Vätern hat das Projektteam, bestehend aus Ciler Kilic, Désirée Birri und Mozafer Kabbar, in angenehmer und vertrauensvoller Atmosphäre zu den Themen Vaterrolle und Vater-Tochter-Beziehung gesprochen.

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STARKer Projektauftakt

Foto: © Erman Aksoy

Am Samstag, den 5. Dezember 2020, war es soweit: Zum Auftakt des Projekts „STARK! Töchter und Väter gemeinsam für Gleichberechtigung“ haben sich das gesamte Projektteam sowie die Väter und Töchter im Refugio in Berlin getroffen.

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Der Countdown läuft: Am 05. Dezember 2020 heißt es STARK!-klar

STARK Team 2020. Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMESDer Start des Projekts „STARK! Töchter und Väter gemeinsam für Gleichberechtigung“ im Referat Gleichberechtigung und Integration rückt näher. Deshalb lernen die TERRE DES FEMMES-Referentinnen Ciler Kilic und Désirée Birri seit September 2020 interessierte Berliner Väter und Töchter im persönlichen oder digitalen Gespräch kennen.

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TERRE DES FEMMES im Gespräch mit Halina Bendkowski: "Säkularität bedeutet die Aufklärung ernst zu nehmen und die Macht der Kirchen und aller Religionen im öffentlichen Raum zurück zu halten"

Foto: © Halina Bendkowski

Der Anlass: Säkularität und Berliner Neutralitätsgesetz

Anlässlich der aktuellen Diskussionen über das Neutralitätsgesetz in Berlin trafen wir die Agentin für Feminismus und Geschlechterdemokratie, einst kulturelle Kuratorin des feministischen FrauenKulturzentrums SCHOKOFABRIK in Berlin-Kreuzberg, Sprecherin  der Berliner FrauenfrAKTION und Gründungsfrau des Lesben- und Schwulenverband in Deutschland e. V. (LSVD), Halina Bendkowski. 

Im Gespräch erzählt uns die 71-jährige Feministin, dass sie als ungewolltes Kind aus einem Verhältnis ihrer katholischen Mutter mit einem jüdischen Mann im Nachkriegspolen hervorging.

Solange sie zurück denken kann, war sie mit Gewalt konfrontiert, die sie sowohl in Polen als  auch später im Nachkriegsdeutschland als furchtbar normal erlebte, denn niemand half, wie sie noch im Nachhinein vorwirft.

Hieraus entwickelte sich bei ihr das Bedürfnis, sich selber mit Suche nach Hilfe, aus der Gewaltspirale zu entziehen. Die feministische Lektüre und deren Aktivistinnen halfen ihr, ihre eigenen Erfahrungen und die der anderen konstruktiv zu verarbeiten. Es befähigte sie, sich u.a. engagiert für den Kampf gegen Gewalt einzusetzen. Heute ist Bendkowski eine angesehene Aktionsforscherin des Feminismus, der Männerforschung und der Lesbenbewegung. In der Debatte um das Berliner Neutralitätsgesetz sieht sie in der Frage um Gleichberechtigung die Pflicht des Staates, sich der Geschlechterdemokratie verpflichtet zu wissen und diese auch durchzusetzen. Gerade weil die Feministin von der Macht und deren Konventionen in den Religionen weiß – da deren Rollenbilder überall Ungleichheiten verursachen –, appelliert Bendkowski an die Fürsorgepflicht des Staates und fordert eine strikte Einhaltung der gebotenen Säkularität, d.h. Trennung von Staat und religiösen Anschauungen- jenseits des Privaten. 

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Social Media Awareness-Woche zum Thema "Kinderkopftuch"

© Florian Chefai (CC BY-ND 3.0 DE)

Mit der Petition "DEN KOPF FREI HABEN" fordert TERRE DES FEMMES eine gesetzliche Regelung des sogenannten „Kinderkopftuchs“ an öffentliche Bildungseinrichtungen für alle minderjährigen Mädchen. Für diese Position haben wir viel Zuspruch und Solidarität, aber auch Gegenwind erhalten. Auf unserem Instagram Kanal findet diese Woche (3.-9. August 2020) eine Awareness-Woche zum Thema "Kinderkopftuch" statt, in der wir auf Fragen, Anmerkungen und Kritik eingehen werden, um Klarheit über unsere Position und unsere Beweggründe dahinter zu schaffen. Dafür konnten wir zudem viele prominente Menschen wie Mina Ahadi gewinnen.

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"Ich habe mich extrem angepasst, um Anerkennung von meinen Eltern zu bekommen"

Frau A. K. im Alter von 10 Jahren
© A.K.

Interview mit A. K. über ihre Erfahrungen mit dem "Kinderkopftuch"

Vor einigen Wochen kontaktierte uns eine Frau aus Nordrhein-Westfalen, die von unserer Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ gehört hatte. Darin fordern wir eine gesetzliche Regelung des sogenannten Kinderkopftuchs in öffentlichen Bildungseinrichtungen für minderjährige Mädchen. Sie schrieb uns, dass sie selber bereits als Kind Kopftuch getragen habe und uns von ihren Erfahrungen berichten möchte. Wir veröffentlichen hier mit wenigen Kürzungen die Transkription dieses Gesprächs, welches am 05.02.2020 stattgefunden hat. Frau K., 45 Jahre alt und türkischer Herkunft, möchte anonym bleiben, weil sie befürchtet, dass es bei Nennung ihres Namens zu erneuten Verwerfungen mit ihren Eltern kommen könnte.

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Öffentliche Stellungnahme von TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V. zur Notwendigkeit von Kritik an Weltanschauungen und Religionen

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMES

In Anbetracht der Turbulenzen und Anfeindungen, denen einige Frauen unseres Vereins aufgrund der Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ oder der Podiumsdiskussion „Die Verschleierung: Modeaccessoire, ein religiöses Symbol oder politisches Instrument?“ ausgesetzt sind, möchten wir die Gelegenheit ergreifen und mit diesem Offenen Brief unsere Solidarität, aber auch unsere Bedenken ausdrücken.

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„Jetzt ist alles rund“: Das letzte CONNECT-Gruppentreffen

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMES

Mit dem Jahr 2019 geht auch das Integrationsprojekt CONNECT – Empowerment für geflüchtete Frauen zu Ende. Ein letztes Mal kamen deshalb am 10.12.2019 Patinnen in der Geschäftsstelle von TERRE DES FEMMES zusammen und tauschten sich mit dem CONNECT-Team Désirée Birri und Laureen Hinz über Hürden, Erfolge und Zukunftsperspektiven aus.

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„Auch nach CONNECT werden wir in Kontakt bleiben“ – Abschlussfeier des Integrationsprojekts CONNECT

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMES

Nach dreieinhalb Jahren Projektlaufzeit neigt sich Ende des Jahres das Patinnenprojekt CONNECT – Empowerment für geflüchtete Frauen dem Ende zu. Aus diesem Grund haben das CONNECT-Team Gesa Birkmann, Désirée Birri und Laureen Hinz die Teilnehmerinnen am 30.11.2019 zur Abschlussfeier in das indische Restaurant PAPADAM eingeladen. Sowohl Tandems der ersten Stunde als auch Tandems, die im Juli gebildet wurden, sind der Einladung zahlreich gefolgt und machten das Fest zu einem vollen Erfolg.

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Lisa und Adanna*: Ein Rückblick auf ihre Patenschaft

Alles in allem bewerte ich die CONNECT-Zeit mit meiner Tandempartnerin Adanna als sehr lohnenswert, aber auch als sehr anstrengend. Eine Frau ohne Schulbildung, mit Fluchterfahrung und in einer Krisensituation über einen langen Zeitraum begleiten zu dürfen und vor allem auch in schwierigen Situationen, etwa bei Anhörungen, dolmetschen zu können, hat mich auch persönlich geprägt: einerseits das volle emotionale Verständnis für meine Tandempartnerin in diesen Situationen, andererseits auch die Notwendigkeit, ihr erklären zu müssen, dass diese (leidvollen) administrativen Schritte nun zu ihrem Leben gehören und ihr letztlich für ihre Zukunft auch Gutes bringen können. Hierbei hat vor allem geholfen, dass Adanna und ich uns persönlich von Anfang an gut verstanden haben (gleicher Humor!), sie mir stets vertraut hat und ich ihre Tochter fast von Geburt an habe kennenlernen können. So habe ich seit Beginn der Patenschaft die Gesamtsituation meiner Tandempartnerin erfahren, viel über ihr Leben in Benin und ihre Fluchtgeschichte gelernt und konnte mich so in gewisser Weise auf diese Dinge einstellen.

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Schulung „Traumasensibler Umgang mit geflüchteten Frauen“ für CONNECT-Patinnen

traumaweiterbildung 10 2019Foto: © TERRE DES FEMMES

Am 20.10.2019 haben Désirée Birri und Laureen Hinz vom CONNECT-Team die Patinnen des gleichnamigen Integrationsprojektes in die TERRE DES FEMMES-Geschäftsstelle eingeladen. Die Schulung zum Thema „Traumasensibler Umgang mit geflüchteten Frauen“ wurde von Cathy Kopp, Sozialpädagogin und selbst CONNECT-Patin, durchgeführt.

„Der Begriff Trauma (griech.: Wunde) lässt sich bildhaft als eine ‚seelische Verletzung‘ verstehen, zu der es bei einer Überforderung der psychischen Schutzmechanismen durch ein traumatisierendes Erlebnis kommen kann.“ So definiert die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie den Begriff.

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