Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

STOP-Schulung geht in die letzte Runde

Teilnehmerinnen der Schulung im Dezember zusammen mit der Referentin Myria Böhmecke. Foto: © TERRE DES FEMMESTeilnehmerinnen der Schulung im Dezember zusammen mit der Referentin Myria Böhmecke. Foto: © TERRE DES FEMMESEnde Februar 2019 fand die letzte Fortbildung des von Aktion Mensch geförderten Projekts „STOP harmful traditional practices – patriarchale Gewalt verhindern“ statt. Teilnehmerinnen aus der Straßensozialarbeit, der Pädagogik und der Wissenschaft wurden in diesem Rahmen eingehend über sog. traditional harmful practices (z. dt.: traditionelle schädigende Praktiken) aufgeklärt und anhand eines 10-Punkte-Plans dazu geschult, wie im Einzelfall am sensibelsten und effektivsten gehandelt werden kann.  Unter den Begriff der traditional harmful practices fallen Praktiken, die hauptsächlich auf kulturell und sozial verwurzelte patriarchale Normen zurückzuführen sind und vor allem junge Frauen und Mädchen unterdrücken. Das sind z.B. Zwangsverheiratung, Ehrverbrechen, weibliche Genitalverstümmlung oder Jungfräulichkeitstests.

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Gender ABC: Internationales Projektmeeting in TERRE DES FEMMES-Bundesgeschäftsstelle

PartnerInnen des aktuellen Projekts sind v.l.n.r. Isma Benboulerbah (EndFGM), Sónia Breda (APF), Carolin Pranz (TDF), Myria Böhmecke (TDF), Maja Wegener (TDF), Ophélie Masson (EndFGM), Sónia Duarte Lopes (APF), Paco Llorente (MDM), Fiona Coyle (EndFGM), Susana Vicente Andueza (MDM), Eva Ulshöfer (TDF), Valentina Fanelli (AIDOS). Julia Mergenschröer (TDF). Foto: © TERRE DES FEMMESPartnerInnen des aktuellen Projekts sind v.l.n.r. Isma Benboulerbah (EndFGM), Sónia Breda (APF), Carolin Pranz (TDF), Myria Böhmecke (TDF), Maja Wegener (TDF), Ophélie Masson (EndFGM), Sónia Duarte Lopes (APF), Paco Llorente (MDM), Fiona Coyle (EndFGM), Susana Vicente Andueza (MDM), Eva Ulshöfer (TDF), Valentina Fanelli (AIDOS). Julia Mergenschröer (TDF). Foto: © TERRE DES FEMMESVom 13. bis 15. März 2019 fand das zweite Meeting des EU-geförderten Projektes Gender ABC in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin statt. Mit den ProjektpartnerInnen der Organisationen EndFGM (Belgien), AIDOS (Italien), MDM (Spanien) und APF (Portugal) wurde der aktuelle Stand sowie der weitere Verlauf des Projekts diskutiert.

Ein wichtiger Punkt auf der Agenda: Die Wirkung und Evaluation des Projekts sowie Herausforderungen in der Durchführung in den Schulen.

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Gender ABC in Berlin!

Foto: © End FGM EU (2018)Foto: © End FGM EU (2018)Nachdem das Bildungsprojekt in den ersten Monaten überwiegend aus konzeptioneller Arbeit, thematischer Modulentwicklung und Absprachen mit ProjektpartnerInnen bestand, soll es nun in die Berliner Schulen gehen!

Zunächst scheint dieses Vorhaben leichter gesagt als getan: Denn -unabhängig davon, ob Grund- oder weiterführende Schule- das Schulpersonal hat alle Hände voll zu tun und das Schuljahr ist mit Prüfungen, Gesamt-, LehrerInnen-, Elternkonferenzen, Aktionstagen und Lehrplänen gefüllt. Angesichts der zahlreichen Termine, Fristen sowie Vor- und Nachbereitungen wäre eine zunächst abweisende Haltung mehr als nachvollziehbar…Wir wurden jedoch positiv überrascht!

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14. Todestag von Hatun Sürücü – „Ehren“-Morde und Zwangsverheiratungen weiterhin keine Einzelfälle

Vertreterinnen von TERRE DES FEMMES und Vorstandsfrau Dr. Necla Kelek (3.v.l.) gedachten mit Erinnerungstafeln "Ehren"-Mordopfern der letzten Jahre. Foto: © TERRE DES FEMMESVertreterinnen von TERRE DES FEMMES und Vorstandsfrau Dr. Necla Kelek (3.v.l.) gedachten mit Erinnerungstafeln "Ehren"-Mordopfern der letzten Jahre. Foto: © TERRE DES FEMMESAm 7. Februar 2019 jährte sich der Todestag von Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von ihrem eigenen Bruder erschossen worden war, zum 14. Mal. Zu diesem Anlass lud die Bürgermeisterin des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler (SPD), zu einer Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung am Tatort in der Oberlandstraße ein.

Über 50 TeilnehmerInnen aus Politik, Projekten, Presse und der interessierten Öffentlichkeit erinnerten an die mutige junge Frau. Sie wurde zu einer Symbolfigur für alle Mädchen und Frauen, die an patriarchaler Gewalt im Namen der Ehre und Unterdrückung aufgrund überholter Geschlechterrollen leiden. Vertreterinnen von TERRE DES FEMMES, darunter Vorstandsfrau Dr. Necla Kelek, machten auf die Verbreitung von „Ehren“-Morden anhand von Gedenkschildern aufmerksam. Diese verdeutlichten neben der symbolischen Anteilnahme, dass sowohl Frauen als auch Männer und genauso junge wie erwachsene Menschen von Gewalt im Namen der Ehre betroffen sind. Ebenfalls anwesend waren AktivistInnen des Projekts HEROES – Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre. HEROES setzt sich dafür ein, bei jungen Männern mit ehrkulturellem Hintergrund ein Hinterfragen ihrer tradierten patriarchalen Werte anzustoßen.

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Gedenkveranstaltung anlässlich des 14. Todestags von Hatun Sürücü am 07.02.2019

 Der Gedenkstein des „Ehren“-Mordopfers Hatun Sürücü 2018. Foto: © TERRE DES FEMMES Der Gedenkstein des „Ehren“-Mordopfers Hatun Sürücü 2018. Foto: © TERRE DES FEMMESAm kommenden Donnerstag, den 07.02.2019 jährt sich der Todestag von Hatun Sürücü zum 14. Mal. Mit 15 war sie zwangsverheiratet worden, versuchte sich aber mit zunehmendem Alter, aus einengenden, patriarchalen Familienstrukturen zu lösen und selbstbestimmt zu leben. Am 7. Februar 2005 wurde die Deutsch-Türkin deshalb im Alter von 23 Jahren auf offener Straße von ihrem jüngeren Bruder niedergeschossen. Durch den „Ehren“-Mord sollte die durch ihr Verhalten vermeintlich verletzte Familienehre wiederhergestellt werden. Um an die mutige junge Frau zu erinnern, findet am Tatort in der Oberlandstraße am 7. Februar um 14 Uhr eine Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung statt. Gemeinsam mit dem Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung ruft TERRE DES FEMMES dazu auf, an dieser Veranstaltung teilzunehmen.

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