Mund auf gegen Zwangsheirat!

Der TDF-Instagram- und SnapChat-Filter #meinherzgehörtmir, um über Zwangs- und Frühehen zu informieren

Anlässlich des internationalen Tages "NEIN zu Gewalt an Frauen" am 25. November 2020 hat TERRE DES FEMMES 25.11. Zwangsverheiratung filtergemeinsam mit der Agentur Upljft GmbH einen Filter für Instagram und Snapchat, zum Thema Zwangs- und Frühehen entwickelt.

Im Rahmen der Awareness-Woche zum Thema Zwangs- und Frühehen, die auf dem TERRE DES FEMMES-Instagram-Kanal vom 20. November bis 25. November läuft, wird am 25. November ein Filter geschalten, der jungen Frauen ermöglicht ein starkes Statement auf den sozialen Netzwerken zu teilen: „Mund auf gegen Zwangsheirat!“, mit dem Hashtag #meinherzgehörtmir.

„Stell dir vor, du heiratest nicht den Mann, den du liebst“

Der Filter stellt die NutzerInnen des Filters im Selfie-Mode mit einem Hochzeitsschleier dar. Jedoch wird ihr Mund mit einem dicken Klebeband bedeckt und macht erfahrbar, was Betroffenen von Zwangsverheiratungen widerfährt: Sie müssen einen Mann heiraten, den sie sich nicht selbst ausgesucht haben.

So machen Nutzerinnen des Filters die Erfahrung der Machtlosigkeit einer Betroffenen von Zwangsheirat. Doch wenn man den Mund aufmacht und seine Rechte einfordert, verschwindet das Klebeband. "Dies spiegelt auch unsere Erfahrung wider, die wir mit unserer Arbeit an Schulen machen: Wenn man mit Mädchen und Jungen an Schulen über die verschiedenen Gewaltformen, die im Namen der Ehre passieren, spricht, werden Traditionen nicht mehr hingenommen sondern kritisch hinterfragt und Tabus gebrochen. Wir rufen alle dazu auf, Mädchen Mut zu machen und ein klares Zeichen gegen Zwangs- und Frühehen online zu setzen und den Filter mit dem Hashtag #meinherzgehoertmir zu nutzen.“, so Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.

Auf der Landingpage www.frauenrechte.de/meinherzgehoertmir, werden Informationen zu Zwangs- und Frühehen für Betroffene oder Bedrohte von Zwangsverheiratungen zur Verfügung gestellt.

Mit dieser Aktion möchte TERRE DES FEMMES am 25. November auch junge Nutzerinnen erreichen, die insbesondere auf den Social Media-Kanälen SnapChat und Instagram unterwegs sind. Diesen Mädchen und Frauen muss bewusst werden, dass Früh- und Zwangsehen eine Menschenrechtsverletzung sind, die auch in Deutschland stattfinden.  Denn trotz des „Gesetzes zur Bekämpfung von Kinderehen“, das seit 2017 ein Mindestalter von 18 Jahren zur Schließung einer Ehe festlegt, wurden innerhalb der letzten 3 Jahre offiziell 1.232 Frühehen in Deutschland registriert. Die meisten Früh- und Zwangsverheiratungen, finden jedoch im Rahmen von religiösen und traditionellen Zeremonien statt, die statistisch nicht offiziell erfasst werden.