Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

TERRE DES FEMMES warnt: Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen wird bundesweit unzureichend umgesetzt

Zwei Jahre nach Inkrafttreten ist das Gesetz nicht in der Praxis angekommen: 813 gemeldete Fälle und erst 10 Aufhebungen

Das „Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“, welches am 22. Juli 2017 in Kraft getreten ist, ist nach einer aktuellen bundesweiten Umfrage von TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e. V. nicht in allen Bundesländern in der Praxis angekommen.Frühehen: Es ist von 813 Fällen auszugehen. © TERRE DES FEMMESFrühehen: TERRE DES FEMMES geht von einer bedeutend höheren Dunkelziffer als die in der Umfrage genannten 813 gemeldeten Fälle aus. © gabipott/photocase

Demnach sind bundesweit 813 Fälle von Ehen mit Minderjährigen seit Inkrafttreten des Gesetzes gemeldet worden, in nur 10 Fällen sind die Ehen tatsächlich aufgehoben worden. „Was ein großer Schritt für den Kinder- und vor allem den Mädchenschutz war, kommt durch mangelnde Umsetzung des Gesetzes bei den Betroffenen nicht an“, warnt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. „Zudem spiegelt die offiziell gemeldete Anzahl der minderjährig Verheirateten in Deutschland sehr wahrscheinlich die tatsächlich existierende nicht wider.“, so Stolle weiter. „Denn viele der Mädchen trauen sich nicht, Hilfe zu suchen oder sind über ihre Rechte nicht informiert. Und Behörden scheinen hier auch nicht adäquat helfen zu können.“

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Entsetzen, Wut und Proteste in der arabischen Welt – Zum Ehrenmord an Israa Ghrayeb

Momentan verbreitet sich in den sozialen Medien die Nachricht über den sogenannten „Ehren“-Mord an der 21-jährigen Palästinenserin Israa Ghrayeb wie ein Lauffeuer – im Westjordanland protestierten hunderte von Menschen und forderten einen besseren Schutz für Frauen. 

Der „Ehren“-Mord an Israa Ghrayeb

Berichten zufolge hatte die junge Bloggerin in den sozialen Medien einen Beitrag veröffentlicht, der sie und einen Mann zeigte, der schon bei ihren Eltern um ihre Hand angehalten hatte.

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Zwangsverheiratung: „Die Sommerferien sind lang, in dieser Zeit kann man viel vertuschen“

Foto: © Film "Nur eine Frau"Foto: © Film "Nur eine Frau"Auch in Deutschland leben viele von Zwangsheirat betroffene oder bedrohte Mädchen. Besonders die Sommerferienzeit ist gefährlich für von Zwangsverheiratung bedrohte Mädchen. TERRE DES FEMMES-Vorstandsfrau Inge Bell erklärt in der tagesschau, warum die Sommermonate so ein hohes Risiko darstellen.

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11. Todestag von Morsal Obeidi: Kein Opfer ist je vergessen

Heute vor 11 Jahren starb Morsal Obeidi. Am 15. Mai 2008 wurde sie mit 16 Jahren in Hamburg von ihrem eigenen Bruder Ahmed ermordet. Nach jahrelangem Leiden unter ihrer gewalttätigen Familie, die nicht akzeptieren konnte, dass sie frei und selbstbestimmt leben wollte, rächte sich ihr Bruder mit über 20 Messerstichen an ihr. Sie hatte in seinen Augen die Familienehre beschmutzt, weil sie sich den strengen Traditionen ihrer Familie nicht gebeugt hatte.

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Bundesweiter Start des Films “Nur eine Frau“ am 09. Mai 2019

Gedenkveranstaltung zum 14. Todestag von Hatun Sürücü. Foto: © TERRE DES FEMMESGedenkveranstaltung zum 14. Todestag von Hatun Sürücü. Foto: © TERRE DES FEMMESDas Leben von Hatun Sürücü - Zwangsheirat und sog. "Ehrenmorde" gehören nach wie vor nicht der Vergangenheit an

Der Film „Nur eine Frau“ erzählt die wahre Geschichte von Hatun Sürücü, die am 7. Februar 2005 von ihrem eigenen Bruder auf offener Straße erschossen wurde, weil sie angeblich die Ehre der Familie verletzt hatte:

Hatun, die sich selbst und von Freunden und Familie Aynur genannt wurde, begleitet nichts ahnend ihren Bruder Ayhan zur Bushaltestelle. Doch bevor sie an der Haltestelle in Berlin-Tempelhof ankommen, wird Aynur von ihrem eigenen Bruder auf offener Straße erschossen. 
Zuhause liegt ihr fünfjähriger Sohn Can im Bett und schläft. Er weiß noch nicht, dass er seine Mutter nie wiedersehen wird…

Mit unkonventionellen Stilmitteln und einer außergewöhnlichen Erzählstruktur gelingt es der Regisseurin Sherry Hormann dem Zuschauer einen authentischen Einblick in das Leben einer mutigen Deutsch-Türkin zu ermöglichen.

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