Frauenverachtende Sendung bei Sat. 1. TERRE DES FEMMES fordert: "Auf Brautschau im Ausland - Junggesellen versuchen ihr Glück im Ausland“ abzusetzen!

"Auf Brautschau im Ausland - Junggesellen versuchen ihr Glück im Ausland" heißt die neue Sendung von Sat. 1, in der deutsche Männer nach Thailand, Russland oder den Philippinen reisen, um ihre Traumfrau zu finden. Wir finden das Format dieser Sendung hoch problematisch. Ein übler Beigeschmack nach dem Motto „Ware Frau“ kommt bei uns dabei auf.

Für die Frauen ist die "Mann kauft Frau im Ausland" - Show in erster Linie mit der Hoffnung auf ein wirtschaftlich besser gestelltes Leben verknüpft. Den Herren bietet ein solches Arrangement aufgrund der schlechten rechtlichen Situation der zugereisten Frauen in Deutschland quasi ein dreijähriges Rückgaberecht. Und das alles zur Unterhaltung und Belustigung der ZuschauerInnen? Geschmacklos! Wir fordern Sat. 1 auf, diese Sendung nicht auszustrahlen!

Wir haben deshalb einen Protestbrief an den Sat.1-Geschäftsführer Joachim Kosack geschrieben:

Berlin, 20. Juni 2012

Sehr geehrter Herr Kosack,

mit Entsetzen haben wir den Start ihrer Sendung "Auf Brautschau im Ausland - Junggesellen versuchen ihr Glück im Ausland" wahrgenommen. Männer aus Deutschland reisen zur Partnerinnensuche ins Ausland, um dort eine Lebenspartnerin zu suchen.

Wir bezweifeln sehr, dass die Herren an einer gleichberechtigten Partnerschaft interessiert oder überhaupt dazu in der Lage sind. Die Suche der Junggesellen nach einer Frau ist erbärmlich, aber auch, dass der Sender diese „Brautschau“ überhaupt ermöglicht. Aussagen wie „Frauen im Ausland sind einfach hübsch und motzen nicht so viel wie deutsche Frauen“ sind schlicht sexistisch! Sie können nicht damit begründet werden, dass die Darstellung von diesen Junggesellen witzig sein soll.

Mit der Sendung normiert der Sender den "Handel" mit der "Ware" Frau und unterstützt eine auf Benachteiligung angelegte Partnerschaft. Zwischen Deutschland und den von Sat. 1 ausgesuchten Heimatländern der Frauen wie Thailand, Russland oder den Philippinen herrscht ein großes, wirtschaftliches Gefälle, das die Kandidaten der Sendung für die Frauen attraktiv wirken lassen. Damit unterstützt die Sendung ein patriarchales Geschlechterverhältnis, indem der "starke" Mann über ein Machtmonopol innerhalb der Beziehung verfügt und die Frau finanziell abhängig ist. Das erinnert an Kolonialismus und nicht an ein Beziehungsmodell im 21. Jahrhundert!

Sollte es tatsächlich zu einer Partnerschaft kommen, begibt sich die Frau zudem in eine gefährliche, wirtschaftliche Abhängigkeit. Ehefrauen, die aus dem Ausland zu einem Ehegatten nach Deutschland ziehen, sind aufgrund der deutschen Gesetzgebung strukturell benachteiligt. Seit dem 1. Juli 2011 muss die Ehe drei Jahre in Deutschland Bestand haben, bevor die Frauen eine von den Ehemännern unabhängige Aufenthaltserlaubnis bekommen können. Die Herren haben quasi ein dreijähriges Rückgaberecht bei Nichtgefallen der Ehefrau. Hinzu kommt, dass die Frauen oftmals unter völlig falschen Vorstellungen und Versprechungen nach Deutschland reisen und hier als kostenlose Arbeitskräfte missbraucht werden. Solche ungleichen Beziehungsverhältnisse sind oft von Gewalt geprägt.

Und das alles zur vermeintlichen Unterhaltung der ZuschauerInnen?

Wir fordern Sie auf, die Sendung sofort abzusetzen!

Mit freundlichen Grüßen

Christa Stolle

Bundesgeschäftsführerin TERRE DES FEMMES