Netto-Werbung: Nacktheit und "sex sells" oder warum sich TERRE DES FEMMES für erneute Sexismus-Diskussion "bedankt"

Beispiel für die NettowerbungDie aktuell bundesweit plakatierte sexistische Netto-Werbung sorgt für großen Unmut in der Bevölkerung und vielen Negativschlagzeilen in der Presse. Sie ist derzeitig mit Abstand die Werbung, zu der TERRE DES FEMMES die meisten Anfragen bekommt, wenn es darum geht, wie Privatpersonen gegen frauenfeindliche und sexistische Werbung vorgehen können.

Seit Herbst 2019 hängen die Plakate mit der sexistischen Netto-Werbung großflächig auf Plakataußenflächen in Deutschland. Dass es auch männliche Nacktmodels geben soll, ändert nichts an der Geschmacklosigkeit und Frauenfeindlichkeit dieser Werbekampagne.

Warum Nettos Werbung sexistisch ist? Die Frau, nackt, wird in der Werbung auf bestimmte Körperteile reduziert und sie steht in keinem Zusammenhang mit dem beworbenen Produkt. Sie dient lediglich als Blickfang. Gleiches gilt übrigens auch für eine Werbevariante mit einem nackten Mann. Prüfen Sie selbst anhand unserer Checkliste für sexistische Werbung.

TERRE DES FEMMES ist enttäuscht, dass das wichtige Nachhaltigkeits-Thema „plastikfrei einkaufen“ von Netto mit einer frauenfeindlichen Kampagne vermarktet wird. Eine Werbung, die ohne die "Sex sells"-Prinzipien auskäme, hätte Netto besser getan – und dem Umweltschutz erst recht. Einzig positiver Effekt: Nettos Werbekampagne hat eine erneute Sexismusdebatte ausgelöst.

Bitte werden Sie aktiv, wenn Sie sexistische Werbung wie diese hier von Netto sehen. Je mehr und häufiger sich Menschen beschweren, desto mehr wächst der Druck auf die Politik, zu handeln. Beschweren Sie sich beim Deutschen Werberat, bei Pinkstinks und beim Unternehmen selbst, in diesem Fall direkt bei Nettos Pressestelle (presse@netto-online.de). Leiten Sie die Werbung gern an uns weiter (bl-referate@frauenrechte.de), denn TERRE DES FEMMES verleiht jedes Jahr den Zornigen Kaktus für die sexistischste Werbung. Den diesjährigen Gewinner finden Sie hier.

Seit vielen Jahren kämpfen TERRE DES FEMMES und die Arbeitsgemeinschaft „Gegen sexistische, diskriminierende und frauenfeindliche Werbung“ des Bezirksamtes Friedrichshain-Kreuzberg unter Leitung von Petra Koch-Knöbel (Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte) für ein Verbot sexistischer Werbung.

In Berlin scheint das seit dem 01.01.2019 in Kraft getretene Verbot frauenfeindlicher und diskriminierender Werbung auf öffentlichen Plakatstellen zu wirken. Die BerlinerInnen bleiben häufiger verschont von plakatierter sexistischer Werbung in ihrer Stadt.

Das beweist: Ein Verbot für sexistische Werbung wirkt! TERRE DES FEMMES setzt sich für ein deutschlandweites Verbot von sexistischer Werbung ein.

Abschließend sagen wir als Frauenrechtsorganisation: „Danke, Netto. Endlich wird sexistische Werbung wieder deutschlandweit heftig diskutiert!“

 

Berlin, 30.10.2019

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