83 - Hilfsbereit

Beispiele: 24/7 – Hilfetelefone, Beratungsstellen, Frauenhäuser, Polizei, Jugendamt, Gesundheitsämter mit psychosozialem Dienst, Interventionsstellen, Gewaltpräventionsprojekte z.B. der HeRoes, Selbstverteidigungskurse, Anti-Gewalt-Programe für Männer, Gleichstellungsbeauftragte, Vertrauens- und Ombudspersonen, Kummerkasten, Demonstrationen z.B. am 8. März, Hashtags wie #MeToo oder Aktionen wie One Billion Rising zur Sichtbarmachung, Solidarisierung und Mobilisierung, Informationsmaterial zu Gewalt und Gewaltschutz, öffentliche Generationen- und/oder Geschlechterdialoge etc.

Das bundesweite Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen ist unter 08000 116 016 rund um die Uhr erreichbar. Betroffene erhalten dort Informationen zu Schutzmöglichkeiten und zur Strafverfolgung sowie Kontakt zu Unterstützungseinrichtungen in ihrer Nähe, z.B. zu Interventionsstellen und Frauenhäusern, aber auch zu Beratungsstellen, die sich auf die Situation von Kindern spezialisiert haben, die von häuslicher Gewalt betroffen sind. Frauenberatungsstellen und -häuser gibt es in allen Bundesländern. Das Angebot richtet sich an alle Frauen und Mädchen mit Gewalterfahrung, unabhängig von ihrem Alter, Bildungsgrad, sozialem Status, ihrer sexuellen Orientierung, kulturellen Herkunft oder Religionszugehörigkeit, sowie unabhängig vom Zeitpunkt und von der Art der erlebten Gewalt. Auch Angehörige und Bekannte können sich beraten lassen – in mehreren Sprachen, online, telefonisch oder in Präsenz. Alle Einrichtungen sind vernetzt – über die Vernetzungsstellen für Frauenhäuser (Frauenhauskoordinierung), Frauenberatungsstellen/ -Notrufe (bff) und Betroffene von Menschenhandel (Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel - KOK).

Auch für gewaltbetroffene Männer gibt es selbstverständlich all diese Angebote, also z.B. das bundesweite Hilfetelefon für Männer und Männerschutzhäuser, wenn auch in geringerer Anzahl, da allen Studien und Statistiken zufolge deutlich weniger Männer als Frauen von häuslicher Gewalt betroffen sind.

Meist ist es nicht leicht zu erkennen, ob jemand z.B. im eigenen Freundeskreis von häuslicher Gewalt betroffen ist. Viele gewaltbetroffene Frauen geben sich große Mühe, ihre Situation zu Hause vor der Öffentlichkeit zu verbergen, vielleicht aus Sorge um ihre Kinder oder weil sie sich schämen. Ein wichtiges Zeichen kann sein, dass eine Frau sich mehr und mehr aus ihrem sozialen Umfeld zurückzieht, Ausreden erfindet und Treffen absagt – oder wenn sie ihren Lebenspartner erst um Erlaubnis bittet. Bemerkt ihr dann noch blaue Flecken oder andere Verletzungen, solltet ihr auf jeden Fall intervenieren. Es gibt keine Entschuldigung oder Rechtfertigung für das Ausüben häuslicher Gewalt. Niemand sollte mit Gewalt leben müssen, und die Tatpersonen müssen sich dafür verantworten bzw. dafür bestraft werden. Schaut also nicht weg, wenn ihr Gewalt mitbekommt! Schweigen hilft v.a. den Tatpersonen.