74 - Aufklärung

Wie klärt TERRE DES FEMMES auf? Wir veröffentlichen Studien zu FGM/C, schulen Fachkräfte (Sozialarbeiterinnen, Lehrerinnen, Polizistinnen, Mitarbeiterinnen von Asylbehörden etc.) und stellen Informationen für Behörden bereit. Am 6. Februar rufen wir zur Büchertischaktion auf, bei der Händlerinnen Literatur zu FGM/C anbieten. Jährlich erstellen wir eine Dunkelzifferstatistik zur geschätzten Anzahl der von FGM/C betroffenen und gefährdeten Mädchen und Frauen in Deutschland. National sind wir im Netzwerk INTEGRA und international im europäischen Netzwerk End FGM organisiert, um uns möglichst wirkungsvoll gegen FGM/C einzusetzen. Wie kooperieren zudem mit Aktivistinnen aus Diasporagemeinden in Europa und weltweit.

Hier könnt ihr unsere Forderungen zum Thema FGM/C an die Bundesregierung im Detail kennenlernen:

  • Personen aus Risikogruppen sollen rechtzeitig über die juristische Lage und Hilfsangebote in Deutschland, Mädchenrechte im Allgemeinen und medizinische Fakten zu FGM/C informiert werden.
  • FGM/C ist ein geschlechtsspezifischer Asylgrund und soll Gefährdeten ein unbefristetes Aufenthaltsrecht ermöglichen.
  • Fachkräfte mit Schutz- und Lehrfunktion (Pädagoginnen, Sozialarbeiterinnen, Lehrerinnen, Ärztinnen, Hebammen, Mitarbeiterinnen des Jugend- und Sozialamts, Polizistinnen, Juristinnen usw.) müssen im Rahmen der Ausbildung oder des Studiums das Thema FGM/C behandeln. Institutionen und Behörden in Deutschland müssen angemessen auf jeden Hinweis aus der Bevölkerung reagieren.
  • Es braucht langfristige Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit in Diasporagemeinden, um einen Einstellungs- und Verhaltenswandel zu erreichen.

Männer müssen maßgeblich in diese Arbeit eingebunden werden und selbst aktive Rollen bei der Eindämmung und schließlich Abschaffung dieser Gewaltform einnehmen. Dafür müssen langfristig Gelder zur Verfügung gestellt werden.

  • Vorsorgeuntersuchungen, so genannte U-Untersuchungen, sollen bundesweit verpflichtend sein, da sie ein zusätzliches Präventionsinstrument darstellen.
  • Für betroffene Mädchen und Frauen sollen kompetente Beratungsstellen flächendeckend gesichert werden. Die medizinische und psychologische Nachbehandlung (inkl. Rekonstruktionsoperationen) muss den Betroffenen als Krankenkassenleistung ohne Zuzahlung möglich sein.

Was würdet ihr fordern? Unabhängig von unseren Forderungen oder zusätzlich dazu?