70 - Schnelle Gedanken

Heute wird in der Politik und den Medien meist von Prostitution als Arbeit gesprochen. Der Begriff der Sexarbeit bzw. Sexarbeiterin normalisiert Prostitution als eine Dienstleistung und betont die vermeintliche Selbstbestimmung der Prostituierten. Viele mögen an eine deutsche Domina denken, die sich ihre Kunden aussucht und von niemandem abhängig ist. Das gilt jedoch nur für eine extreme Minderheit. Unsichtbar bleiben die vielen Prostituierten v.a. ausländischer Herkunft, die sich aus finanzieller Not prostituieren oder dazu gezwungen werden.

Prostitution als eine Arbeit wie jede andere zu bezeichnen, geht an der Realität von Gewalt und Ausbeutung in der Prostitution aus unserer Sicht vorbei.

Hier noch einige Informationen zu unseren Netzwerken im Einsatz gegen Sexkauf:

(1) Wir unterstützen die Gemeinschaftskampagne #RotlichtAus, die sich für ein deutschlandweites Sexkaufverbot einsetzt. Die von Sisters e.V. und dem Landesfrauenrat Baden-Württemberg initiierte Dachkampagne richtet sich v.a. an politische Entscheidungsträgerinnen und bietet Unterstützerinnen einheitliche Werbemittel wie Flyer und Tipps für deren Einsatz an.

(2) Wir sind auch Teil des Stop Sexkauf-Netzwerks zur Beendigung der Prostitution in Deutschland durch das Sexkaufverbot. Gemeinsam mit anderen Organisationen entwickeln wir Strategien, machen Veranstaltungen und Aktionen und klären über Prostitution auf.

(3) Wir unterstützen zudem den Brussels‘ Call – Together for a Europe free from Prostitution – zu Dt.: Brüssel-Aufruf – Gemeinsam für ein Europa frei von Prostitution (brusselscall.eu). Der Brussels‘ Call ist ein Zusammenschluss von abolitionistischen Organisationen aus ganz Europa, die sich dafür einsetzen, dass die vom Europäischen Parlament 2014 beschlossene europaweite Einführung des Sexkaufverbots stattfindet.