66 - Was im Kopf bleibt

Stellt den Slogan auch Freundinnen vor und fragt, was sie davon halten!

Ihr wollt wissen, welche Aktionen gegen Prostitution TERRE DES FEMMES macht? Besucht unsere Website! Dort gehen wir u.a. den Mythen der Prostitution nach: Oft heißt es, Prostitution sei eine freiwillige Entscheidung und ein Beruf wie jeder andere.

Untersuchungen zeigen aber, dass häufig Armut, der Verlust der Familie, Obdachlosigkeit, Drogenkonsum und Missbrauch Menschen verletzlich machen und zu Prostitution führen. Wenn Prostitution freiwillig und lukrativ ist, warum ergreifen dann so wenige Frauen aus Westeuropa diese Chance? Die überwältigende Mehrheit der Frauen in der Prostitution sind Migrantinnen. Oft aus besonders verletzlichen und gesellschaftlich übergreifend diskriminierten ethnischen Gruppen wie den Roma.

TERRE DES FEMMES widmet sich auch dem Mythos, dass Frauen gut an der Prostitution verdienten. Prostitution bringt Geld ein, das ist ein Fakt. Die Frage ist nur, wer genau daran verdient? Nach Angaben von Interpol verdient ein Zuhälter 110.000 Euro pro Jahr an einer Prostituierten. Die meisten Frauen in der Prostitution verdienen dagegen nicht viel Geld. In Deutschland verdient eine Frau pro Sexkaufendem zwischen 10 und 40 Euro auf dem Straßenstrich und im Bordell, bei extrem hohen Mietkosten von täglich 120 bis 180 Euro für Bordellwohnungen, Wohnwagen oder Zimmer in Bordellen (Kraus 2016). Wegen der hohen Konkurrenz sind die Prostituierten immer mehr Druck ausgesetzt und können den Sexkaufenden oft keine Grenzen setzten, so dass sie auch gefährliche und erniedrigende Praktiken in Kauf nehmen müssen (Gugel 2010). Einen hohen Teil ihrer Einkünfte müssen Prostituierte an Zuhälter abgeben (u.a. Schulze 2014). Die Mehrheit der Frauen, die sich prostituieren, besitzen selbst kein Auto und keine Wohnung oder können Geld für die Zukunft sparen. Wie kann das sein, wenn Prostitution doch ein rentabler Job sein soll? Außerdem: Egal, wie hoch der Verdienst ist, Prostitution bedeutet, dass sich jemand Zugang zum Körper und zur Sexualität eines anderen Menschen, meist einer Frau, erkauft. Menschen sind aber unbezahlbar.

Auch heißt es häufig, Prostitution sei das älteste Gewerbe der Welt und damit automatisch etwas, das unvermeidbar und unveränderlich sei. Aber: stimmt das überhaupt? Streng genommen arbeitet die Hebamme im ältesten Gewerbe der Welt – nicht die Prostituierte. Laut der European Women's Lobby könnte Zuhälterei trotzdem als einer der ältesten Berufe der Welt bezeichnet werden. Das heißt aber nicht, dass sich das nicht ändern könnte oder sollte.

Wir sagen ja auch nicht: Mord gab es schon immer, da kann man Nichts machen. Die Geschichte zeigt, dass Veränderung möglich ist, etwa am Beispiel der Todesstrafe oder Sklaverei.

Seit Februar 2021 unterhält TERRE DES FEMMES auch eine Website zur Loverboy-Methode: https://maedchenhandel.de/