63 - Sexkauf verboten!

Offiziell gibt es in Deutschland 40.000 registrierte und damit legal arbeitende Prostituierte, die Dunkelziffer gilt als 5- bis 25-mal höher. Prostitution würde durch ein Sexkaufverbot nicht verschwinden, bei Diebstahl oder Mord hielte aber auch niemand ein Verbot für unnötig, wenn Menschen trotzdem klauen oder Mitmenschen umbringen. Ein Verbot brächte ein Umdenken: Sexkauf würde nicht mehr als Nachfrage nach einer Dienstleistung oder Folge einer natürlichen Triebgesteuertheit von Männern normalisiert, sondern sozial geächtet und gesellschaftlich abgelehnt. Weniger Nachfrage bedeutet weniger Prostitution und damit auch weniger Gewalt an Frauen.

TERRE DES FEMMES setzt sich für eine selbstbestimmte Sexualität ein, die auf der Entfaltung der Person, Einvernehmen und Respekt beruht. Aus unserer Sicht…

  • ist Prostitution menschen- und v.a. frauenverachtend. Sie verstößt grundsätzlich gegen die Menschenwürde.
  • ist Prostitution eine der am längsten tradierten Formen sexueller Ausbeutung von Mädchen und Frauen im Patriarchat und damit Ausdruck eines grundlegenden Machtungleichgewichts zwischen den Geschlechtern.
  • reduziert Prostitution Sexualität zur Ware und verfestigt Geschlechterhierarchien.
  • suggeriert Prostitution eine permanente sexuelle Verfügbarkeit der Frau und eine grundlegende Triebgesteuertheit des Mannes. Entgegen der häufigen Behauptung schützt Prostitution niemanden vor sexualisierter Gewalt.