55 - Aufkleber drauf!

Fällt euch ein Beispiel für sexistische Werbung ein? So wie ihr hat auch TERRE DES FEMMES einen Aufkleber gegen sexistische Werbung entwickelt, den ihr auf unserer Website findet. Ihr wollt noch mehr tun? Kein Problem: Reicht ein Foto von der sexistischen Werbung bei TERRE DES FEMMES ein - wir vergeben jedes Jahr den Negativpreis Zorniger Kaktus für besonders frauenfeindliche Werbung! Die Protest- und Bildungsorganisation Pinkstinks wiederum prämiert mit dem Pinken Pudel besonders progressive Werbung. Nutzt auch gerne das Beschwerdeformular des Deutschen Werberats gegen sexistische Werbung oder meldet sie auf der Plattform Werbemelder*in von Pinkstinks! Und boykottiert Unternehmen, die das auf sexistische Weise beworbene Produkt verkaufen! Auch Sprühkreide, Plakatklebebänder oder Stifte helfen, sexistische Werbung humorvoll zu verändern J .

Schon 1974 gab es in der UNESCO Diskussionen um mögliche Leitlinien gegen sexistische Werbung, bisher existiert ein solches Gesetz in Deutschland aber noch nicht.

Der Deutsche Werberat ist die Selbstkontrolleinrichtung der Werbewirtschaft, prüft, ob ethische Grenzen überschritten werden, und nimmt Beschwerden entgegen. Das Entscheidungsgremium wird alle drei Jahre vom Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) gewählt. Der ZAW wiederum setzt sich aus Organisationen und Unternehmen zusammen, die in den Bereichen Medien und Werbung, Werbende Wirtschaft sowie Kommunikations- und Mediaagenturen tätig sind. Damit muss die Neutralität der Institution bezweifelt werden. Zudem darf der Deutsche Werberat nur rügen, statt sexistische Werbung verbieten. Unternehmen können zu keiner Handlung verpflichtet werden, die z.B. vorsehen könnte, die gerügte Werbung aus dem Verkehr zu ziehen. Nur einzelne Bundesländer verbieten mittlerweile diskriminierende Werbung, können diese aber nur auf den Werbeflächen untersagen, die sie selbst verwalten – Handzettel an Autos oder Aufdrucke auf Lieferwagen gehören nicht dazu. Bremen machte 2017 den Auftakt. In Berlin gilt seit 2019: sexistische oder gewaltverherrlichende Werbung ist verboten. Bundesweit sind dagegen derzeit nur Werbungen reguliert, die gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen, also z.B. Schleichwerbung, irreführende Werbungen oder sogenannte Angstwerbungen, die Menschen in eine geistige Zwangslage bringen. 2013 startete Pinkstinks eine Petition für eine Gesetzesnorm gegen Sexismus in der Werbung, die von etlichen SPD-Abgeordneten unterzeichnet wurde. 2016 entschied die AG Recht und Verbraucherschutz der SPD-Bundestagsfraktion jedoch, vorerst zu prüfen, ob nicht auf anderen Wegen ein Umdenken der Werbeindustrie erreicht werden könne.