33 - Nur eine Statistik

1. C ist richtig. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen, häufiger als Verkehrsunfälle und Krebserkrankungen zusammen. Fast jede 3. Frau weltweit (30 %) hat bereits körperliche und/oder sexualisierte Gewalt in der Paarbeziehung erlebt (WHO 2013) Auch gilt häusliche Gewalt als eine der primären vermeidbaren Todesursachen von Frauen (WHO 2004). Hintergründe sind ungleiche Macht- und Besitzverhältnisse zwischen den Geschlechtern sowie diskriminierende Gesetze und Praktiken. 2017 wurden 50.000 Frauen (58 % der 87.000 weltweit getöteten Frauen) von ihren (Ex-)Partnern oder anderen Familienmitgliedern ermordet – 6 Frauen pro Stunde (UNODC 2018). Eine britische Studie aus dem Jahr 2020 wies übrigens nach, dass bei Überlebenden von häuslicher Gewalt die Belastung weit über psychische und emotionale Faktoren hinausgeht. So konnten die Forschenden feststellen, dass die allgemeine Mortalitätsrate durch eine Vielzahl kardiometabolischer Erkrankungen, wie z.B. Diabetes, Fettstoffwechselstörungen und Adipositas, bei missbrauchten Frauen im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um 40 % erhöht ist. Akute und chronische Stresssituationen gelten als Auslöser.

2. 18 % der weltweit von Tötungsdelikten durch (Ex-) Partnerinnen Betroffenen sind Männer und 82 % Frauen (UNODC 2017). Bei häuslicher Gewalt gegen Männer ist jedoch ebenfalls von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, da Männer – aufgrund der in ihrem Fall gängigen Rollenstereotype, z.B. um nicht als schwach zu gelten oder gar lächerlich gemacht zu werden, wenn sie sich dazu bekennen, von einer Frau gedemütigt oder geschlagen worden zu sein – die Gewalt selten anzeigen, sich nur in wenigen Fällen an Beratungseinrichtungen wenden und selten in Männerschutzhäuser flüchten. Bundesweit gibt es 5 solcher Einrichtungen.