20 - Erotik im Film

1. C ist richtig. Feministische Bewegungen vertreten verschiedene Positionen: Manche halten Pornografie für frauenverachtend und wollen sie abschaffen. Sie sehen Pornografie als Vorstufe von Prostitution an bzw. Pornografie als Theorie und Prostitution als Praxis. Man könne nicht von zwei getrennten Welten sprechen, denn viele Porno-Websites erzielten Gewinne durch Live-Video-Chats und Werbeanzeigen für Escort-Seiten, auf denen Frauen gekauft und verkauft würden. Studien zeigten außerdem, dass Männer, die sich Pornografie anschauten, mit höherer Wahrscheinlichkeit Sex kauften. Pornografie gilt den Gegnerinnen als multinationale Industrie, geschaffen von Männern für Männer, und hält das sexualisierte Machtungleichgewicht aufrecht, das Männer als dominant und mächtig, Frauen dagegen als unterwürfig und machtlos darstellt. Sie warnen vor den Auswirkungen des Konsums von Pornografie: 98 % aller 16-jährigen Jungen und 54 % aller 16-jährigen Mädchen haben bereits Pornografie angeschaut, aufgrund verzerrter Bilder nicht ohne Folgen: Die Pornokonsumentinnen sehen sich selbst und ihre Partnerinnen zunehmend kritisch und entwickeln eine unrealistische und schädliche Erwartungshaltung, hinsichtlich des Aussehens und sexuellen Verhaltens. Beide Partnerinnen fühlen sich zu vermeintlich erwarteten sexuellen Handlungen gedrängt, obwohl sie sich dabei unwohl fühlen. Zahlreiche internationale Studien zeigten außerdem einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Pornografie bei Jungen und Männern und einer erhöhten sexuellen Aggression gegen Frauen und Mädchen. 

Andere feministische Strömungen gestalten Pornografie seit den 1970er Jahren nach eigenen Vorstellungen um. Aus Sicht dieser Strömungen bauen Mainstream-Pornos bei vielen Zuschauerinnen Druck auf, sei es durch die vorgeblich jederzeit abrufbare Lust der Beteiligten, das vorgespiegelte sexuelle Durchhaltevermögen oder die nahezu immer den gängigen Schönheitsidealen entsprechenden Köper der Darstellerinnen. Das gezeigte Frauenbild ist oft herabwürdigend. Feministische Pornografie will das heteronormativ geprägte, leistungsorientierte Verständnis von Pornografie verändern. Während im Mainstream-Porno in der Regel allein die männliche Sexualität und Begierden im Fokus stehen, zielt feministische Pornografie darauf ab, die authentische Lust aller Beteiligten widerzuspiegeln. Auf der Produktionsebene bedeutet feministische Pornografie, dass Frauen auch Schlüsselrollen einnehmen - z.B. als Kamerafrau oder Produzentin. Auf der Darstellungsebene sollen Vielfalt in Form von sexueller Orientierung und Geschlechterrollen und vielfältige Körperbilder in den Vordergrund gestellt werden. Herabwürdigende Handlungen werden ebenso abgelehnt wie rassistisches Labeling, Darstellerinnen dürfen also z.B. nicht als exotisch bezeichnet werden. Setting und Geschichten der Filme sind realitätsnah, um Identifikationspunkte für die Zuschauerinnen zu schaffen. Feministische Pornos arbeiten mit abwechslungsreichen Kameraeinstellungen und zeigen, wie der gesamte Körper reagiert, nicht nur die Genitalien. Die Handlung schließt expliziten Konsens, Safer Sex, sprich Verhütung, Absprachen und Intimität ein. Darstellerinnen geben das Videomaterial erst frei, nachdem sie es gesehen haben. Die häufige Vorstellung, feministische Pornografie sei eine Antwort auf den speziellen Wunsch von Frauen nach mehr Romantik und softeren Bildern, trifft so nicht zu. Diese Idee stellt die weibliche Sexualität bestenfalls verkürzt und schlimmstenfalls falsch dar. Feministische Pornografie widmet sich vielmehr der riesigen Bandbreite weiblicher Sexualität und Begierden und erweitert parallel dazu auch oft eingeschränkte Vorstellungen über männliche Sexualität und Männlichkeit.

2. 12,4 % des weltweiten Porno-Traffic entfallen auf Deutschland – der höchste Prozentsatz vor Spanien (9,5 %), England (8,5 %) und den USA (8,3 %).

Laut dem Portal netzsieger.de drehen sich 25 % aller Suchanfragen im Internet um Pornografie - das entspricht 68 Millionen Suchanfragen pro Tag. 43 % der Internet-Userinnen schauen sich pornografische Inhalte an. Dabei wird von den Anbieterinnen ein Umsatz von 12,6 Millionen Euro pro Tag erzielt.“