14 - Save the date!

1. A ist richtig. Seit 2014 ist der 30. Juli der Internationale Tag gegen Menschenhandel. Straftaten im Bereich Menschenhandel werden auch als moderne Formen der Sklaverei bezeichnet.

2. B ist richtig. Sexuelle Ausbeutung allein macht 50 % aller erfassten Fälle von Menschenhandel aus (UNODC 2020). Menschenhandel ist der am schnellsten wachsende Kriminalitätsbereich: von 2008 bis 2019 haben sich die weltweit gemeldeten Fälle mehr als verdreifacht – auf 105.787. Fast alle Staaten sind betroffen – ob als Herkunfts-, Transit- oder Zielland. Menschen werden durch Täuschung, Ausnutzung ihrer Hilfslosigkeit, Erpressung und Gewalt gefügig gemacht und ausgebeutet.

In Deutschland bestand im Jahr 2020 das polizeiliche Hellfeld (amtlich registrierte Straftaten) aus 465 Betroffenen von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung. Das Dunkelfeld (Differenz zwischen amtlich registrierten Straftaten und der Anzahl vermutlich begangener Straftaten) gilt jedoch als weitaus größer, denn Menschenhandel ist und bleibt ein Kontrolldelikt. Wenn die Polizei keine Ressourcen hat, um zu ermitteln, werden auch keine Betroffenen identifiziert. 93,8 % der Betroffenen von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung in Deutschland im Jahr 2020 waren Frauen oder Mädchen. 42,7 % von ihnen war unter 21 Jahre alt, das Durchschnittsalter lag bei 24 Jahren. Deutschland war mit 28,1 % Hauptherkunftsland der Betroffenen. Weitere wichtige Herkunftsländer waren Thailand (19,4 %) und Rumänien (15,5 %). 24,4 % der Betroffenen von Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung wurden durch die sogenannte Loverboy-Methode in die Prostitution gezwungen.