7 - Weisst du’s?

1. A ist richtig. Intersektionalität bedeutet, dass die Diskriminierung, die ein Mensch erfährt, immer eine Überschneidung verschiedener Formen von Diskriminierung ist. So sind die Erfahrungen einer Schwarzen Frau mit Sexismus anders als die von Weißen Frauen und ihre Erfahrungen mit Rassismus anders als die von Schwarzen Männern. Auch kann es in einer benachteiligten Gruppe privilegierte Untergruppen geben. Weiße, heterosexuelle Frauen haben z.B. oft Privilegien, die Schwarze oder Queer-Frauen nicht haben.

Der Begriff Intersektionalität wurde erstmals 1989 durch die US-amerikanische Juristin Kimberlé Crenshaw geprägt, die das Bild einer Straßenkreuzung (engl. intersection), an der sich Machtwege überlagern, kreuzen und überschneiden, zur Illustration der Verflechtungen sozialer Ungleichheiten anführte. Wenn sich verschiedene Merkmale bzw. Marginalisierungen also in einer Person kreuzen, kann diese von einer spezifischen Form der Diskriminierung betroffen sein, die jemand mit einer anderen Kombination von Merkmalen nicht erlebt. Intersektionalität ist v.a. als Erfahrung, aber auch als Konzept schon so alt wie die Kämpfe gegen Versklavung und Kolonialismus. So fragte die Frauenrechtlerin und ehemalige Sklavin Sojourner Truth (1798-1883) bereits 1851: Ain’t I a Woman? (Bin ich denn keine Frau?), als die damalige Frauenbewegung das Wahlrecht für Frauen forderte, allerdings ausschließlich für Weiße, wohlhabende Frauen. Damit kritisierte Truth nicht nur, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts kein Stimmrecht besaßen, sondern auch Rassismus und Klassenunterdrückung in der Frauenbewegung selbst.

Keine der Strukturkategorien wie Geschlecht, Ethnizität, Klasse, Nationalität, Sexualität, Alter etc. steht nur für sich alleine, sondern immer auch im Zusammenspiel mit den anderen, was erheblichen Einfluss auf die gesellschaftlichen Machtverhältnisse hat.

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