6 - Gleichheit der Rechte

1. Der Mittlere Ost und Nordafrika bilden mit je 60,5 % das regionale Schlusslicht bezüglich der erreichten Gleichberechtigung.

Beim jetzigen Tempo dauert es noch 99,5 Jahre, bis weltweit vollständige Gleichberechtigung erreicht sein wird.

Denn Mädchen und Frauen weltweit werden weiterhin Menschenrechte vorenthalten, auch in Deutschland. Oft sind ihre Rechte gesetzlich verankert, werden faktisch aber nicht oder nicht ausreichend durchgesetzt. Es gibt viele Formen von Diskriminierung – z.B. wenn Mädchen in ihrer Familie weniger wertgeschätzt werden und weniger selbst bestimmen dürfen als Jungen. Nach Angaben von UNICEF geht eines von vier Mädchen im Alter von 15 bis 19 Jahren weltweit weder zur Schule noch einer Weiterbildung oder bezahlten Beschäftigung nach. Diese schlechte Startposition für das Arbeitsleben trifft nur auf einen von zehn Jungen zu. In Ländern, die von Konflikten betroffen sind, gehen Mädchen sogar doppelt so häufig nicht zur Schule wie Mädchen in Ländern, in denen Frieden herrscht. Kinderehen kommen bei Mädchen fünfmal so häufig vor wie bei Jungen. Meist gehen die jungen Ehefrauen nicht mehr zur Schule, sondern müssen sich um den Haushalt kümmern und werden früh Mutter. Komplikationen rund um Schwangerschaft und Geburt gehören unter Jugendlichen zu den häufigsten Todesursachen.

Menschenrechtsverletzungen an Mädchen und Frauen sind facettenreich. Sie bleiben vielfach unerkannt oder unbeachtet oder werden als selbstverständlich hingenommen. Frauen sind einem höheren Risiko ausgesetzt, Vergewaltigung und häuslicher Gewalt zum Opfer zu fallen, als den Krankheiten Krebs und Malaria, Verkehrsunfällen und Kriegen. Dabei beschränkt sich Gewalt gegen Frauen nicht auf einzelne kulturelle oder religiöse Kontexte, Länder oder Bevölkerungsgruppen. Über die Hälfte aller 87.000 jährlich getöteten Frauen wird von ihren Beziehungspartnern umgebracht. Jedes Jahr werden über 5.000 Frauen Opfer sogenannter Ehrenmorde. In der Bevölkerungsstatistik fehlen über 60 Millionen Mädchen aufgrund selektiver Abtreibung, Kindesmord oder Tod durch Vernachlässigung. Traditionelle schädigende Praktiken existieren trotz internationaler Ächtung und nationaler Verbote weiter - 200 Millionen Mädchen und Frauen weltweit sind etwa von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen.

2. Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte umfasst 30 Artikel. Artikel 1 besagt, dass alle Menschen frei und gleich an Würde und Rechten geboren sind.