Internationale Kooperationen

Amazonian Initiative Movement (AIM), Sierra Leone – Schutz vor weiblicher Genitalverstümmelung

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  • Projektaktivitäten

  • Erfolge

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Rugiatu Turgay. Foto: © AIMMenschen bilden heißt sie stärken. Nur über ihre Denkweise können wir das Handeln der Menschen verändern.“
Rugiatu Turay, Gründerin und Leiterin von AIM
Foto: © AIM
Interventionsgebiete: Die Stadt Lunsar, 80 km nordöstlich der Hauptstadt Freetown, und der umliegende Distrikt Port Loko

Wird von TDF unterstützt seit: 2009

Zielgruppe: Mädchen und junge Frauen, die von Genitalverstümmelung bedroht sind

Projektaktivitäten:

  • Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit gegen FGM
  • Zusammenarbeit mit Beschneiderinnen, die ihrem Beruf abschwören und sich als Aktivistinnen engagieren
  • Ein Schutzhaus für Mädchen, die vor der drohenden Verstümmelung und dem Druck ihrer Familie fliehen
  • Betreuung der Mädchen durch Sozialarbeiterinnen und Rechtsberaterinnen, Mediationsgespräche mit den Eltern
  • Ermöglichung von Schulbesuch, Ausbildung oder Studium  

Projektgründerin/Leiterin: Rugiatu Turay

Kontakt TDF:
Ehrenamtliche Projektkoordinatorin Veronika Kirschner (Sierra-leone@frauenrechte.de) oder
TERRE DES FEMMES-Referat Internationale Zusammenarbeit iz@frauenrechte.de

Projektflyer: Informationsflyer AIM (PDF-Datei)

Hintergründe und Projektbeschreibung

Weibliche Genitalverstümmelung in Sierra Leone

Gruppenfoto der Mädchen aus dem Schutzhaus bei einem Besuch 2018. Foto: © Erika BergGruppenfoto der Mädchen aus dem Schutzhaus bei einem Besuch 2018. Foto: © Erika BergIm westafrikanischen Sierra Leone sind nach Angaben des Internationalen Verbands für Familienplanung zur Lage von Frauen in Afrika (PDF-Datei) (2018) 90% der Mädchen und Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren von Weiblicher Genitalverstümmelung (englisch: Female Genital Mutilation, kurz: FGM) betroffen. Es wird geschätzt, dass ca. 50.000 Beschneiderinnen im Land tätig sind. Die meisten von ihnen sind in so genannten „Frauengeheimbünden“ (in Sierra Leone „Bondo Society“ genannt) landesweit organisiert. FGM ist Teil des Übergangsrituals vom Mädchen- zum Frausein und Voraussetzung für die Aufnahme in den Frauengeheimbund. In der Öffentlichkeit werden FGM und seine lebensgefährlichen Folgen immer noch größtenteils tabuisiert. PolitikerInnen in Sierra Leone fürchten den starken gesellschaftlichen Einfluss der Geheimbünde und beziehen daher nur selten öffentlich Stellung gegen FGM. Bis heute ist die schädliche Praktik in Sierra Leone nicht gesetzlich verboten. Das Maputo-Protokoll (Protokoll für die Rechte von Frauen in Afrika) wurde erst 2015 und nur unter Vorbehalt ratifiziert: Die Forderung, FGM abzuschaffen, wurde durch ein Mindestalter von 18 Jahren ersetzt. Eine nationale Strategie zur Einhaltung des Mindestalters lässt seit 2015 auf sich warten. AIM wirkte zuletzt an einer zivilgesellschaftlichen Arbeitsgruppe für einen Nationalen Aktionsplan zum Abbau von FGM mit, der das Konzept „ritual without cutting“ priorisiert. Selbiger liegt der Regierung nun vor, bislang ohne Reaktion. Dies scheint nicht verwunderlich, brüskierte Fatima Bio, First Lady von Sierra Leone, erst im Mai 2019 mit der Forderung, die Regierung solle Vergewaltigung, nicht aber FGM ahnden. Dass FGM Frauen schade, müsse erst einmal nachgewiesen werden. Heftige Kritik hagelte es darauf von AktivistInnen und betroffenen Frauen.

 

Amazonian Initiative Movement (AIM)

AIM-Team mit Projektkoordinatorin Veronika Kirschner (hinten links). Foto: © Uman Deen KamaraAIM-Team mit Projektkoordinatorin Veronika Kirschner (hinten links). Foto: © Uman Deen KamaraIn diesem Kontext arbeitet die Organisation Amazonian Initiative Movement (AIM), eine unabhängige Frauenrechtsorganisation, die sich das Ziel gesetzt hat, Weibliche Genitalverstümmelung abzuschaffen. Darüber hinaus engagiert sich AIM auch gegen Zwangsverheiratung und sexualisierte Gewalt. Ihren Hauptsitz hat AIM in Lunsar, etwa 80 km nordöstlich von der Hauptstadt Freetown. Dies ist auch der Heimatort der Frauenrechtsaktivistin Rugiatu Turay. Nach ihrer Rückkehr aus dem Bürgerkriegsexil im Nachbarland Guinea im Jahr 2003 gründete Turay dort zusammen mit Gleichgesinnten die Organisation AIM, um FGM in Sierra Leone den Kampf anzusagen.

Als die Organisation ihre Arbeit aufnahm, brach sie mit der öffentlichen Thematisierung von FGM ein Tabu. Mittlerweile ist das Wissen um den Tatbestand der Menschenrechtsverletzung, die gravierenden Schmerzen und langfristigen negativen Folgen von FGM in der Bevölkerung des Distrikts Port Loko weiter verbreitet. Der Name „Amazonen“ bleibt dennoch aktuell, denn ein Engagement bei AIM erfordert nach wie vor Mut und Durchhaltevermögen. Drohungen gegen Anti-FGM-AktivistInnen und ihre öffentliche Bloßstellung sind immer noch üblich.

Gegenwärtig arbeiten ca. 15 Frauen und Männer in Teil- und Vollzeitbeschäftigung für AIM. Daneben gibt es zahlreiche ehrenamtliche UnterstützerInnen. Rugiatu Turay ist durch ihre federführende Arbeit bei AIM und ihr kirchliches und politisches Engagement weit über Lunsar hinaus als Frauenrechtlerin bekannt. Von 2016 bis 2018 war sie stellvertretende Ministerin für Soziales, Gender und Kinder in Freetown. In dieser Funktion hat sie das Thema FGM immer wieder auf die politische Agenda gesetzt und intensiv für Mädchenschutz und -Bildung mobilisiert. Doch die schädliche Praktik ist traditionell verwurzelt und gesellschaftlich noch stark akzeptiert. Erste Schritte sind getan und ein Umdenken findet langsam statt. Aber es ist ein weiter Weg, bis FGM auch in Sierra Leone Vergangenheit sein wird.

AIM verfolgt einen integrativen Ansatz und versucht, alle an der Genitalverstümmelung beteiligten AkteurInnen, wie Beschneiderinnen, Kinder und Jugendliche, Eltern und LehrerInnen, Gesundheitspersonal, sowie politische, traditionelle und religiöse Führungspersonen in die Sensibilisierungs- und Aufklärungsarbeit mit einzubeziehen. Dieser Ansatz hat sich als sehr fruchtbar und wirkungsvoll erwiesen.

 

Projektaktivitäten von AIM

Ein Schutzhaus für Mädchen

Das Mädchenschutzhaus in Lunsar in neuem Anstrich. Foto: © Uman Deen KamaraDas Mädchenschutzhaus in Lunsar in neuem Anstrich.
Foto: © Uman Deen Kamara

Ein Ergebnis der Aktivitäten von AIM ist, dass immer mehr Mädchen über die verheerenden Folgen der Genitalverstümmelung Bescheid wissen. Sie erfahren von ihren Rechten und der Möglichkeit, NEIN! zu sagen. Da sie aber gegen die Macht der lokalen Behörden, Autoritäten und Beschneiderinnen, sowie gegen den Druck ihrer Familien kaum etwas ausrichten können, bleibt vielen Mädchen nur die Flucht, um der Genitalverstümmelung zu entgehen. Die meisten dieser Mädchen wissen nicht wohin. Für sie hat AIM, mit der Unterstützung von TERRE DES FEMMES, ein Schutzhaus gebaut:

Das Schutzhaus liegt eineinhalb Kilometer von Lunsar entfernt. Es bietet bis zu 25 und häufig noch mehr Mädchen und jungen Frauen im Alter von acht bis 20 Jahren ein sicheres Zuhause. Sie suchen nicht nur Schutz vor einer drohenden Genitalver­stüm­melung, sondern häufig auch vor Zwangsver­heiratung, sexualisierter Gewalt oder Kinderarbeit.

 

Rugiatu Turay, Gründerin von AIM, mit Mädchen aus dem Schutzhaus. Foto: © AIMRugiatu Turay, Gründerin von AIM, mit Mädchen aus dem Schutzhaus. Foto: © AIM

Die Mädchen und jungen Frauen werden von einer Sozialarbeiterin betreut, von einer Köchin versorgt und in der Nacht von einem Wachmann beschützt. Auf dem Grundstück des Schutzhauses bauen die Mädchen mittlerweile Gemüse an, das der Selbstversorgung dient und manchmal kleinere Verkäufe auf dem Markt erlaubt. Mit der Fortsetzung von Schulbesuch, Ausbildung oder Studium schaffen sich die Mädchen eine Zukunftsperspektive. Das ist ganz entscheidend, weil die Drohung, nicht weiter für die obligatorischen Schulgebühren aufzukommen, von vielen Eltern als Druckmittel eingesetzt wird, um FGM durchzusetzen. 2018 übernahm AIM das Schulgeld für rund 15 Bewohnerinnen. Außerdem führte AIM Mediationsgespräche mit allen Familien. In mehreren Fällen wirkte die Überzeugungsarbeit: die Mädchen konnten sicher in ihre Familien zurückkehren.

In Gesprächen mit der Sozialarbeiterin des Schutzhauses setzen sich die Mädchen u.a. mit FGM, Zwangsverheiratung, reproduktiver Gesundheit und der Wichtigkeit von Bildung auseinander. Die individuelle Betreuung und Orientierungshilfe soll ihr Selbstwertgefühl stärken und ihnen ermöglichen, in Ruhe und Sicherheit ihr volles Potential zu entfalten. Das gemeinschaftliche Leben im Schutzhaus ist sehr vielfältig: in ihrer Freizeit organisieren die Mädchen kleine Geburtstagsfeiern, erzählen sich Geschichten, singen oder tanzen zusammen.

Durch eine Spendenaktion auf dem Online-Portal betterplace.org konnten das Schutzhaus 2018 renoviert, neu gestrichen und zusätzliche Stockbetten beschafft werden. AIM wird der großen Nachfrage nun noch besser gerecht.

Eine neue Perspektive für BeschneiderInnen

(Ehemalige) Beschneiderinnen in einem Alphabetisierungskurs. Foto: © Veronika Kirschner(Ehemalige) Beschneiderinnen in einem Alphabetisierungskurs. Foto: © Veronika Kirschner

AIM möchte die Beschneiderinnen nicht durch öffentliche Bloßstellung und Stigmatisierung von der Genitalverstümmelung abbringen, sondern klärt sie über die gefährlichen und lebensbedrohlichen Folgen für die betroffenen Mädchen und Frauen während und nach dem Eingriff auf.

Durch Bildungsmaßnahmen bietet AIM den ehemaligen Beschneiderinnen eine Einkommensalternative. Etliche Frauen nahmen zum Beispiel an einem sechsmonatigen Alphabetisierungs- und Landwirtschaftskundekurs teil, der von der örtlichen Berufsschule durchgeführt wurde. Während der Ebola-Epidemie wurden Beschneiderinnen als Multiplikatorinnen im Kampf gegen die Infektion ausgebildet und konnten wichtige Aufklärungsarbeit leisten, da sie in ihren Dorfgemeinschaften als Respektpersonen hohes Ansehen genießen.

 

Bildung und Aufklärung für Kinder

Jugendbotschafterinnen bei einem Rollenspiel zur Aufklärung gegen FGM. Foto: © Uman Deen KamaraJugendbotschafterinnen bei einem Rollenspiel zur Aufklärung gegen FGM. Foto: © Uman Deen Kamara

AIM engagiert sich immer stärker in der politischen Bildungsarbeit für Kinder und Jugendliche, denn sie sind besonders von Menschenrechtsverletzungen betroffen und gleichzeitig die wichtigsten AkteurInnen des sozialen Wandels. So hat AIM ein Menschenrechtsseminar entwickelt, das mittlerweile an über 15 Schulen interaktiv gelehrt wird. Darin erfahren die SchülerInnen, was Menschen- und Kinderrechte sind und dass sie ein Recht darauf haben, unversehrt aufzuwachsen.

AIM organisiert an allen beteiligten Schulen und an Jugendzentren im Distrikt Port Loko außerdem Menschenrechtsclubs, die dabei helfen sollen, SchülerInnen und die weitere Bevölkerung für das Thema Menschen- und Kinderrechte zu sensibilisieren, zum Beispiel durch Radiosendungen, Theaterprojekte, Bild- und Informationsmaterial.

Weiterhin unterhält AIM selbst zwei Schulen in Rolal und Mamusa, an denen 20 LehrerInnen angestellt sind. Welch einen guten Ruf sie genießen, zeigt sich daran, dass eine Schule mit 350 SchülerInnen an den Start ging, obwohl sie nur für 150 ausgelegt war.

Zwischen 2017 und 2019 setzte AIM mit Unterstützung von Sternstunden und TERRE DES FEMMES ein Projekt zur Ausbildung von JugendbotschafterInnen gegen FGM im Distrikt Port Loko um. 74 SchülerInnen und 16 Begleitpersonen an 13 Schulen, einem Ausbildungszentrum und zwei Jugendclubs wurden über Menschenrechte und Menschenrechtsverletzungen aufgeklärt und unterstützt, für ein unversehrtes und selbstbestimmtes Leben von Mädchen in ihren Schulen bzw. Clubs und Gemeinden mobil zu machen. Dafür entwickelten die JugendbotschafterInnen z.B. eine CD und einen Kurzfilm. Für ihr Engagement erhalten sie das Schul- oder Ausbildungsgeld für ein Jahr oder einen Zuschuss zur Gründung eines Kleinunternehmens.

Notfallhilfe während der Ebola-Epidemie

(Ehemalige) Beschneiderinnen im Kampf gegen Ebola. Foto: © AIM(Ehemalige) Beschneiderinnen im Kampf gegen Ebola.
Foto: © AIM
Die Ebola-Epidemie, die 2014 in mehreren westafrikanischen Ländern ausbrach, versetzte auch Sierra Leone in einen absoluten Ausnahmezustand. AIM setzte sich mit Unterstützung von TERRE DES FEMMES für die Versorgung der Bevölkerung und gegen die Ausbreitung des Virus ein und involvierte dabei auch (ehemalige) Beschneiderinnen. Durch das hohe Infektionsrisiko wurde die Sensibilisierung zu Ebola von Anfang an mit Aufklärungskampagnen zu FGM verbunden. Die Organisation leistete unermüdlich praktische Hilfe und Aufklärungsarbeit, was ihren Bekanntheitsgrad über die Grenzen des Distrikts Port Loko hinaus steigerte. Auch die Schule in Rolal reagierte auf die Ausnahmesituation: sie betreibt jetzt ein Waisenhaus für 26 Kinder, die durch die Epidemie zu Waisen geworden sind.

 

Erfolge des Projekts

  • Die Mädchen aus dem Schutzhaus beim gemeinsamen Mittagessen. Foto: © Veronika KirschnerDie Mädchen aus dem Schutzhaus beim gemeinsamen Mittagessen. Foto: © Veronika KirschnerAIM bietet im Schutzhaus jederzeit bis zu 25 Mädchen eine sichere Unterkunft. Alle bisherigen Bewohnerinnen sind erfolgreich vor FGM bewahrt worden. Viele konnten nach Mediationsgesprächen in ihre Familien zurückgeführt werden und leben dort unversehrt weiter.
  • Alle bisherigen Bewohnerinnen des Schutzhauses sind weiter zur Schule gegangen oder haben ihre Ausbildung bzw. ihr Studium fortgesetzt. Einige haben mittlerweile erfolgreich ihren Abschluss gemacht oder eine Arbeitsstelle gefunden.
  • Bisher hat AIM durch Bildungsmaßnahmen insgesamt ca. 60 Beschneiderinnen davon überzeugt, der Weiblichen Genitalverstümmelung abzuschwören.
  • Etwa die Hälfte der ehemaligen Beschneiderinnen sind mittlerweile AIM-Aktivistinnen, die in ihrem Umfeld als Multiplikatorinnen gegen FGM wirken. Mindestens zwei der Frauen begleiten AIM bei jeder Sensibilisierungskampagne.

Zitate

Eine junge Bewohnerin in ihrer Schuluniform. Foto: © Veronika KirschnerEine junge Bewohnerin in ihrer Schuluniform. Foto: © Veronika Kirschner„Ohne das Schutzhaus hätte ich nie mein Potential entfalten können. Ich bin heute stolz auf meine Entscheidung. Die Welt braucht Mädchen, die sie verändern. Mythen und Praktiken, die uns schaden, müssen wir hinter uns lassen.“
Fatih Kargbo*, 14 Jahre, Bewohnerin des Schutzhauses
*Name wurde verändert

„Meine Eltern finden es mittlerweile auch gut, dass ich im Schutzhaus lebe –
da sie sehen, wie sich mein Leben verbessert hat."

Ramatu Bangura*, 17 Jahre, Bewohnerin des Schutzhauses
*Name wurde verändert

„Unsere Arbeit mit Jugendlichen hat Erfolg. Kinder sprechen frei und regen Diskussionen mit Gleichaltrigen und ihren Familien an. Es ist ein großer Fortschritt, dass sie keine Angst mehr haben, über Genitalverstümmelung zu sprechen. Das Schweigen wurde gebrochen.“
Margaret Harding, langjährige Mitarbeiterin von AIM

 

Aktiv werden & Spenden

Mädchen aus dem Schutzhaus von AIM. Foto: © AIMMädchen aus dem Schutzhaus von AIM.
Foto: © AIM
Auch in Zukunft benötigt AIM finanzielle Unterstützung für

  • die laufenden Kosten des Schutzhauses.
  • die Instandhaltung und den Ausbau des Schutzhauses.
  • die dort stattfindende Rechtsberatung und psychologische Unterstützung.
  • die Gehälter für die Sozialarbeiterin, die Köchin und den Wachmann, die die Mädchen betreuen.
  • die Verpflegung und das Schulgeld für die Mädchen im Schutzhaus.
  • Mediationsgespräche mit den Eltern der Mädchen.
  • die Durchführung von Workshops über FGM und andere schädliche traditionelle Praktiken.
  • Schul- und berufsbildende Kurse für ehemalige Beschneiderinnen zum Aufbau von Existenzalternativen.
  • die Einrichtung eines Netzwerks von ehemaligen Beschneiderinnen.
  • die Bildung von Menschenrechtsclubs an Schulen.
  • die Ausbildung weiterer JugendbotschafterInnen für Menschenrechte.

Unterstützen Sie AIM mit einer einmaligen Spende oder spenden Sie regelmäßig und werden Sie FörderIn!

Selbstbestimmt und unversehrt Teenager sein - das ist im Schutzhaus von AIM möglich. Foto: © Veronika KirschnerSelbstbestimmt und unversehrt Teenager sein - das ist im Schutzhaus von AIM möglich. Foto: © Veronika KirschnerSie können auch mit dem Stichwort „SIERRA LEONE“ auf folgendes Konto spenden:

EthikBank
BIC GENODEF1ETK
IBAN DE35 8309 4495 0103 1160 00

Die ehrenamtliche Projektkoordinatorin Veronika Kirschner bietet Vortragsveranstaltungen an, bei denen sie umfassend über die Arbeit von AIM und die Situation von Mädchen und Frauen in der Region informiert. Nehmen Sie bei Interesse gerne Kontakt auf.

 

Weitere Informationen

Flyer

Jahresberichte

Jährlich veröffentlicht Veronika Kirschner, ehrenamtliche Projektkoordinatorin, einen Bericht für die Mitfrauenversammlung von TERRE DES FEMMES über die AIM-Projektaktivitäten:

Reiseberichte

Interviews und Neuigkeiten

Öffentlichkeitsarbeit für AIM in Deutschland

  • PowerPoint- Präsentation zur MV 2016 (PDF-Datei)
  • Kurzfilm über AIM und ihre Arbeit gegen FGM
  • Veranstaltung mit der AIM-Gründerin Rugiatu Turay vor dem Brandenburger Tor anlässlich des Internationalen Kongresses „Mädchenrechte stärken – weltweit“
  • Rugiatu Turay im November 2011 beim Speakers' Corner vor dem Brandenburger Tor über ihren Einsatz gegen Weibliche Genitalverstümmelung in Sierra Leone.

Weitere Informationen erhalten Sie bei

TERRE DES FEMMES e.V.
Brunnenstr. 128, 13355 Berlin
Tel: 030 - 40 50 46 99-0
E-Mail: Kontaktformular

 

Bangr Nooma, Burkina Faso – Schutz vor Genitalverstümmelung

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  • Projektaktivitäten

  • Erfolge

  • Unterstützung

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„Frauen müssen in jeder Hinsicht und besonders gegen traditionelle schädliche Praktiken gestärkt werden, damit sie mehr Selbstbewusstsein erlangen und eigenständig entscheiden können. Nur so werden wir auch die weibliche Genital­verstümmelung eines Tages besiegen. Dafür machen wir uns stark.“ Rakieta Poyga, Gründerin und Leiterin von Bangr Nooma. Foto: © Alexander GonschiorRakieta Poyga, Gründerin der Association Bangr Nooma.
Foto: © Alexander Gonschior

„Frauen müssen in jeder Hinsicht und besonders gegen traditionelle schädliche Praktiken gestärkt werden, damit sie mehr Selbstbewusstsein erlangen und eigenständig entscheiden können. Nur so werden wir auch die weibliche Genital­verstümmelung eines Tages besiegen. Dafür machen wir uns stark.“
Rakieta Poyga.

Projektgebiete:
Drei Provinzen im Königreich Mossi: Kadiogo, Sanmatenga und Nahouri sowie in Bezirken der Hauptstadt Ouagadougou mit umliegenden Wohnvierteln und Dörfern, Burkina Faso

Wird von TDF unterstützt seit: 1998

Zielgruppe: Dorfchefs, Religionsführer, LehrerInnen, ehemalige Beschneiderinnen etc., von FGM betroffene und bedrohte Mädchen sowie die gesamte Bevölkerung  
 
Projektaktivitäten:

  • Gezielte Aufklärungsarbeit und Sensibilisierungskampagnen zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung
  • Schulung der MitarbeiterInnen für die Kampagnenarbeit (Animateur/Animatrice)
  • Bildungsarbeit mit dem Ziel der Bewusstseinsveränderung hin zur Ächtung von FGM
  • Einrichtung von Dorfkomitees zum Schutz bedrohter Mädchen
  • Hilfe für Betroffene durch Notoperationen
  • Vergabe von Mikrokrediten für (ehemalige) Beschneiderinnen zur Förderung der beruflichen Umorientierung
  • Ein Gewaltschutzzentrum bietet Mädchen und Frauen die von jeglicher Art von Gewalt bedroht sind, oder bereits Opfer von Gewalt geworden sind, Unterstützung, sowie psychologische und juristische Beratung. Die organisierten Gesprächskreise in den Dorfgemeinschaften, sowie Hausbesuche, geben den Frauen die Möglichkeit sich über FGM und ihre persönlichen Erfahrungen, aber auch über andere Sorgen und Probleme, die sie im Alltag belasten, auszutauschen.

Projektgründerin/Leiterin: Rakieta Poyga

Kontakt: Ehrenamtliche Projektkoordinatorin Sepide Freitag (burkina-faso@frauenrechte.de) oder TERRE DES FEMMES-Referat Internationale Zusammenarbeit (iz@frauenrechte.de)

Projektflyer: Informationsflyer Bangr Nooma (PDF-Datei)

Factsheet: Komprimierte Fakten zu Frauenrechten in Burkina Faso (PDF-Datei)

Hintergründe und Projektbeschreibung

FGM in Burkina Faso

Burkina Faso gehört mit zu den ärmsten Ländern der Welt, im Jahr 2018 lag es im Human Development Index auf Platz 185 von 189 und belegte damit während der vergangenen Jahre immer einen der letzten Plätze der Rangliste. Weniger als ein Fünftel der Mädchen und Frauen kann lesen und schreiben. Mehr als die Hälfte der Bevökerung lebt in extremer Armut. Nach Angaben der Stiftung 28 Too Many sind im westafrikanischen Burkina Faso ca. 76% aller Mädchen und Frauen im Alter von 15-49 Jahren von Genitalverstümmelung betroffen (Female Genital Mutilation: FGM). Ihnen wird meist ohne Narkose und unter unhygienischen Bedingungen die Klitoris entfernt. In vielen Fällen werden zusätzlich die inneren sowie die äußeren Schamlippen teilweise oder vollständig abgetrennt (Exzision). Viele der betroffenen Mädchen und Frauen leiden ein Leben lang unter Schmerzen, verursacht durch Fistelbildungen Verwachsungen oder Infektionserkrankungen. Auch die psychische Gesundheit der Frauen leidet oft nachträglich unter der Genitalverstümmelung. Nicht selten verbluten Mädchen bei der Prozedur. Bei Schwangerschaften und Geburten kommt es häufig zu lebensgefährlichen Komplikationen für Mutter und Kind.

Genitalverstümmelung ist in Burkina Faso seit 1996 gesetzlich verboten, trotzdem wird sie weiterhin praktiziert. Auch internationale Rechtsgrundlagen, welche Genitalverstümmelung als Menschenrechtsverletzung verurteilen, wie beispielsweise die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948), das UN-Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (1979) und die Kinderrechtskonvention (1989) wurden von Burkina Faso ratifiziert. Ein großes Problem in der Umsetzung besteht jedoch darin, dass Gewohnheitsrecht, sowie kulturelle und traditionelle Praktiken in der Gesellschaft immer noch hohes Ansehen genießen. Hinzu kommt, dass vermehrt sehr junge Mädchen beschnitten werden. Denn die Beschneidung gilt vielerorts als Voraussetzung für eine Heirat. Religionsführer, Dorfchefs sowie die Beschneiderinnen selbst vertreten die Praktik von FGM und genießen hohes Ansehen innerhalb ihrer Dorfgemeinschaft, was die Arbeit von Bangr Nooma umso wichtiger macht.

 

Bangr Nooma - "Es gibt nichts Besseres als Wissen"

MitarbeiterInnen von ABN, die für die Aufklärungsarbeit zuständig sind (Animatrices/Animateurs). Foto: © TERRE DES FEMMESMitarbeiterInnen von ABN, die für die Aufklärungsarbeit zuständig sind (Animatrices/Animateurs). Foto: © TERRE DES FEMMESSeit 20 Jahren setzen sich Rakieta Poyga, die Gründerin und Leiterin der Assocation Bangr Nooma (ABN) sowie ihre MitarbeiterInnen für ein Ende der weiblichen Genitalverstümmelung in Burkina Faso ein. Sie arbeiten in den Provinzen Sanmatenga im Norden Zentralburkinas, in Nahouri im Süden des Landes, in Bezirken der Hauptstadt Ouagadougou sowie in umliegenden Wohnvierteln und Dörfern. Bangr Nooma bedeutet soviel wie "Es gibt nichts Besseres als Wissen". Die Organisation wurde 2001 offiziell als gemeinnützige Organisation anerkannt und zählt inzwischen über 300 ehrenamtliche Mitglieder und Aktive.

Die Organisation vertritt einen ganzheitlichen Ansatz und bezieht die gesamte Bevölkerung eines Viertels oder Dorfs in die Sensibilisierungskampagnen ein. Eine Kampagne dauert in der Regel mehrere Jahre. Dazu bildet ABN Animatricen und Animateure aus, die mit den Menschen über das tabuisierte Thema der Genitalverstümmelung sprechen und über die negativen Folgen der Praktik informieren. Ein Schwerpunkt liegt in der Schulung und Fortbildung lokal einflussreicher Personen, die als MultiplikatorInnen fungieren. Dazu gehören neben den Dorfchefs, Religionsführern, LehrerInnen, PolizistInnen, VertreterInnen von Frauenorganisationen und traditionellen Hebammen vor allem auch die ehemaligen Beschneiderinnen.

Die Organisation bietet außerdem medizinische Unterstützung in Form von Notoperationen für von FGM betroffene Frauen an.

2015 errichtete ABN außerdem ein Gewaltschutzzentrum in dem Mädchen und Frauen, die von jeglicher Form von Gewalt bedroht oder betroffen sind, Zuflucht suchen können und umfassende Unterstützung erhalten.

 

Projektaktivitäten von Bangr Nooma

Feierliches "Begräbnis" der Beschneidungswerkzeuge in Toukin nach erfolgreichem Abschluss der Aufklärungskampagne. Foto: © TERRE DES FEMMESFeierliches "Begräbnis" der Beschneidungswerkzeuge in Toukin nach erfolgreichem Abschluss der Aufklärungskampagne.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Die Aufklärungskampagnen von ABN verlaufen in drei Phasen:

  1. Bangr Nooma versucht die Dorfchefs für ihre Aktivitäten zu gewinnen. Stehen diese dem Anliegen NEIN zu FGM offen gegenüber, dann wählen sie eine geeignete Frau und einen geeigneten Mann aus dem Dorf aus, die zur Animatrice bzw. zum Animateur für die Aufklärungsarbeit und –kampagnen ausgebildet werden.
  2. Zunächst liegt der Schwerpunkt auf der Sensibilisierung von lokal einflussreichen Personen wie LehrerInnen, Polizisten, traditionellen Hebammen und Beschneiderinnen.
  3. In einer weiteren Phase der Aufklärungsarbeit wird letztendlich die gesamte Bevölkerung als Zielgruppe anvisiert, um sie davon zu überzeugen, dass ein NEIN zu FGM notwendig ist. Durch kontinuierliche Gespräche wird versucht, das Vertrauen der Bevölkerung zu gewinnen. Diskussionsrunden zu FGM werden angeleitet und durch Filme, Theatersketche oder andere Sensibilisierungstechniken ergänzt. Am Ende der Kampagnenarbeit wird ein Dorfkomitee eingerichtet, welches die Verantwortung dafür übernimmt, gefährdete Mädchen in ihrer Dorfgemeinschaft zu schützen. Das Dorfkomitee wird während einer Zeremonie zum Kampagnenabschluss eingesetzt. Dies ist eine große Dorfversammlung, bei der alle wichtigen Dorfchefs, Dorfkönige, Traditionshüter und Religionsführer, ehemalige Beschneiderinnen, PräsidentInnen von lokalen Gruppierungen etc. das NEIN zu FGM als neue soziale Norm deklarieren. Die Zeremonie wird durch das feierliche „Begräbnis“ von Beschneidungswerkzeugen symbolisch untermauert.

Frauen beteiligen sich bei der Aufklärungsarbeit zur Weiblichen Genitalverstümmelung in Toukin: Foto: © TERRE DES FEMMESFrauen beteiligen sich bei der Aufklärungsarbeit zur Weiblichen Genitalverstümmelung in Toukin: Foto: © TERRE DES FEMMES

Danach ist das eingesetzte Dorfkomitee für die Umsetzung des NEIN zu FGM verantwortlich. Die ehemaligen Beschneiderinnen spielen hier eine entscheidende Rolle, erfahren sie doch von geplanten Beschneidungen und können diese zur Anzeige bringen. Da mittlerweile immer häufiger Mädchen im Babyalter beschnitten werden, sorgen die Dorfkomitees besonders für den Schutz von neugeborenen Mädchen. Gemeinsam mit den Dorfkomitees vertieft ABN die Aktivitäten und macht regelmäßige Monitoring-Besuche, um einen nachhaltigen Erfolg der Aufklärungsarbeit zu gewährleisten. Danach arbeiten die Komitees unabhängig und führen die Arbeit eigenständig fort.

Unterstützung für medizinische Notoperationen

Aufgrund der weiblichen Genitalverstümmelung leiden viele Mädchen und Frauen unter schweren medizinischen Folgeschäden. Es kann zu Wucherungen, Verwachsungen oder zu schlimmen Fistelbildungen kommen (z.B. Vesico-Vaginal Fistulae). Mädchen und Frauen, die Opfer von FGM geworden sind und deshalb unter starken Schmerzen leiden, kann durch medizinische Eingriffe geholfen werden.

Immer öfter kommen Eltern auf ABN zu. Sie haben ihre Töchter genitalverstümmeln lassen und wussten nicht, dass sie ihnen damit großen Schaden zugefügt haben. Erst deren leidvolle Schmerzen machen ihnen dies bewusst. Sie nehmen Kontakt mit Bangr Nooma auf und bitten um medizinische Notoperationen. ABN ist vernetzt mit Prof. Dr. Akotionga, der solche Operationen an von FGM betroffenen Mädchen und Frauen durchführt. Bangr Nooma stellt den Kontakt her und begleitet sie zu den medizinischen Eingriffen. Um die ehrenamtliche Tätigkeit von Prof. Akotionga zu unterstützen, hat die Städtegruppe Nürnberg 2015/2016 von zwei unterschiedlichen medizinischen Einrichtungen wertvolle Sachspenden in Form von OP-Instrumenten bekommen.

Das C.A.E.C.F (Gewaltschutzzentrum)

Das Gewaltschutzzentrum bietet Betreuung für Mädchen und Frauen, die Gewalt erfahren haben oder davon bedroht sind. Dies kann jegliche Form von Gewalt sein (psychologische, verbale, physische, sexuelle, wirtschaftliche). Neben psychologischer und juristischer Beratung beteiligt sich das Zentrum außerdem aktiv an dem übergeordneten Ziel der Organisation: Dem Ende der weiblichen Genitalverstümmelung! Durch Gesprächskreise und Hausbesuche kommen die Animatricen und Animateure mit den Frauen in Kontakt und bieten ihnen so die Gelegenheit sich über FGM, aber auch über generelle Probleme, die sie belasten, auszutauschen. Die Aktivitäten des CAECF zeigen, dass Mädchen und Frauen in Burkina Faso vor allem durch finanzielle Sorgen und eine prekäre wirtschaftliche Situation stark belastet sind. Viele Frauen fragten ABN, wieso nicht mehr finanzielle oder materielle Unterstützung geleistet werden kann, denn sie bräuchten genau diese, um sich weiterzubilden und selbst versorgen zu können.

Erfolge des Projekts

Das Projektbüro von Bangr Nooma, welches mit Hilfe von TERRE DES FEMMES aufgebaut wurde, besteht seit 2005. Es ist eine wichtige Anlaufstelle für Mädchen und Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Dort finden Mädchen, die vor einer drohenden Genitalverstümmelung fliehen, Beratung und Schutz. Für Frauen, die als Folge weiblicher Genitalverstümmelung unter massiven gesundheitlichen Problemen leiden, ermöglicht Bangr Nooma mit Unterstützung des Arztes Prof. Akotionga ca. 15-20 mal im Jahr Operationen für notleidende Mädchen und Frauen. In dieser Situation ist die Arbeit der Organisation unerlässlich und nicht mehr wegzudenken.

Im Projektgebäude von ABN werden die Animateure und Animatricen regelmäßig fortgebildet. So bleiben sie in der Lage, die Menschen auf den Dörfern über Jahre hinweg immer wieder zu besuchen und nachhaltig dafür zu sorgen, dass nicht wieder heimlich Mädchen beschnitten werden. Einen wichtigen Beitrag hierzu leisten die ehemaligen Beschneiderinnen, die sich mit Hilfe von Kleinkrediten durch Bangr Nooma eine neue Existenz aufbauen konnten und sich danach in die Arbeit von ABN einbringen.

Frau Safiata Zongo. Foto: © TERRE DES FEMMESFrau Safiata Zongo. Foto: © TERRE DES FEMMES

Frau Safiata Zongo ist 51 Jahre alt und lebt in Ouagadougou. Prof. Akotionga und ABN haben ihr mit einer medizinischen Notoperation im Jahr 2014 helfen können. In einem Interview mit TERRE DES FEMMES hat sie stolz davon berichtet (Juni 2015).

Bangr Nooma konnte mit Hilfe der kontinuierlichen Unterstützung durch TERRE DES FEMMES ein Umdenken bei vielen Menschen bewirken.

  • FGM ist kein Tabuthema mehr, die Gesellschaft ist allgemein aufgeklärter und informierter über die Folgen von FGM.
  • Insgesamt erreichte die Organisation bislang über eine Millionen Menschen in Burkina Faso. Seit der Gründung von ABN konnten nachweislich unzählige Mädchen vor Genitalverstümmelung bewahrt werden.
  • In mehr als 900 Dörfern gibt es Komitees gegen die Praktik von FGM.
  • Etwa 400 Beschneiderinnen und ihre Assistentinnen sowie Frauengruppierungen haben Kleinkredite bekommen, die Mehrzahl davon hat sich eine neue Existenz aufgebaut. Rund 180 von ihnen sind nun gemeinsam mit ABN aktiv im Kampf gegen FGM.
  • Im Gewaltschutzzentrum CAECF finden monatlich ca. 15 Mädchen und Frauen Notunterkunft und Beratung.
  • Durch Aufklärungsarbeit im schulischen Milieu konnten bereits mehr als 40 Schulkomitees eingerichtet werden, die sich für das Thema Gewaltschutz für Mädchen an ihrer Schule engagieren.
  • In über 35 Radiosendungen wurde das Thema Gewalt gegen Frauen durch die cAE cF-Mitarbeiterinnen unter spezifischen Aspekten auch in der breiten Öffentlichkeit diskutiert.
  • Immer mehr Dorfchefs, traditionelle und religiöse Führer sowie die Bevölkerung selbst stehen überzeugt zu einem „Nein zu FGM“.
  • Durch gezielte Lobbyarbeit von burkinischen Frauenorganisationen (u.a. ABN) und in Kooperation mit dem Frauenministerium ist es im September 2015 erstmalig zur Verabschiedung eines Gewaltschutzgesetzes für Mädchen und Frauen gekommen. Ein Meilenstein für die Frauenrechte in Burkina Faso!

 

 

Aktiv werden & Spenden

Bei einer Aktivität von ABN mit TDF-Besuch (2015 ). Foto: © TERRE DES FEMMESBei einer Aktivität von ABN mit TDF-Besuch (2015). Foto: © TERRE DES FEMMESAuch in Zukunft benötigt Bangr Nooma finanzielle Unterstützung für:

  • Sensibilisierungs- und Aufklärungskampagnen in weiteren Dörfern des Einzugsgebietes von ABN,
  • Seminare und Schulungen vor allem für die Animatricen/Animateure von ABN, aber auch für die Beschneiderinnen, LehrerInnen und Aktiven in den Dorfkomitees,
  • die Finanzierung von Fahrrädern und Mopeds für die Animateure/Animatricen sowie deren Aufwandsentschädigungen,
  • Filmvorführungen sowie Auftritte von Theater- und Musikgruppen zur Unterstützung der Kampagnen,
  • die Vergabe von Kleinkrediten für die ehemaligen Beschneiderinnen, damit sie sich alternative Einkommensquellen schaffen können,
  • die Finanzierung des Krankenhausaufenthaltes und der Medikamente für die Notoperationen für betroffene Frauen mit gesundheitlichen Problemen.

UNTERSTÜTZEN AUCH SIE DIE ARBEIT DER ASSOCIATION BANGR NOOMA GEGEN GENITALVERSTÜMMELUNG AN FRAUEN UND MÄDCHEN!

Unterstützen Sie Bangr Nooma mit einer einmaligen Spende oder spenden Sie regelmäßig und werden Sie FörderIn!

Sie können auch mit dem Stichwort „Burkina Faso“ auf folgendes Konto spenden:

EthikBank
IBAN DE35 8309 4495 0103 1160 00
BIC GENODEF1ETK

Weitere Informationen

Quelle: Ruslan Olinchuk - Fotolia.comFlyer

Jahresberichte

Öffentlichkeitsarbeit

2018

2017

2016

Anlässlich einer Spendenaktion auf der Spendenplattform Betterplace, wurde im Jahr 2016 ein Video-Interview mit Rakieta Poyga erstellt.

2015

2014

Hintergrundinformationen

Gewaltschutzgesetz für Mädchen und Frauen in Burkina Faso (PDF-Datei)

Weitere Informationen erhalten Sie bei

TERRE DES FEMMES e.V.
Brunnenstr. 128, 13355 Berlin
Tel: 030 - 40 50 46 99-0
E-Mail: Kontaktformular

oder bei der ehrenamtlichen TERRE DES FEMMES-Projektkoordinatorin Sepide Freitag,
E-Mail: burkina-faso@frauenrechte.de