Internationale Kooperationen

Internationale Zusammenarbeit

 

-> Beendete Kooperationen

 

TERRE DES FEMMES unterstützt weltweit Frauenorganisationen in ihrem Engagement für Frauenrechte. Wie bei unserer Inlandsarbeit stehen hier die gleichen Schwerpunktthemen im Vordergrund: der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung, gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution, gegen Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre sowie Aktivitäten zur Verbesserung von Gewaltschutz für Mädchen und Frauen. TERRE DES FEMMES arbeitet zurzeit mit sieben verschiedenen Frauenorganisationen zusammen. Es sind Selbsthilfegruppen von Frauen für Frauen, lokale Fraueninitiativen und Frauenrechtsorganisationen, die ihre Aktivitäten auf der Graswurzelebene umsetzen.

Aktueller Flyer der Internationalen Kooperationen (PDF-Datei)

Neben unseren Partnerorganisationen, mit denen wir längerfristig gemeinsame Projektarbeit umsetzen, haben wir auch weitere interessante Fraueninitiativen durch kurzfristigere Kooperation oder einmalige Aktionen unterstützt.

MIRIAM, Nicaragua – Für ein Leben frei von Gewalt

  • Übersicht

  • Hintergrund

  • Projektaktivitäten

  • Erfolge

  • Unterstützung

  • Weitere Informationen

MIRIAM kämpft für die Rechte von Frauen auf Gewaltfreiheit und Bildung. Foto: © LuceroMIRIAM kämpft für die Rechte von Frauen auf Gewaltfreiheit und Bildung. Foto: © Lucero

Interventionsgebiete: Regionen Estelí, Managua, Matagalpa in Nicaragua

Wird von TDF unterstützt seit: 2012

Zielgruppe: von Gewalt betroffene Mädchen und Frauen aus finanziell prekären Verhältnissen

Projektaktivitäten:

  • Beratung und Aufklärung über die Rechte der Frau
  • psychologische Betreuung und rechtsanwaltliche Vertretung für Frauen mit Gewalterfahrungen
  • Durchführung von Alphabetisierungs-, Grundschul- und berufsbildenden Kursen
  • Bildungsarbeit, Seminare, Workshops
  • Projekte zur Prävention und strafrechtlichen Verfolgung von sexueller Ausbeutung, Menschenhandel und Kinderarbeit
  • politische Lobbyarbeit und Öffentlichkeitsarbeit
  • Vergabe von Stipendien für ein Universitätsstudium

Projektgründerin/Leiterin: Yolanda Acuña Urbina

Kontakt: Ehrenamtliche Projektkoordinatorin
Wencke Loesener (nicaragua@frauenrechte.de) oder
TERRE DES FEMMES-Referat Internationale Zusammenarbeit
(iz@frauenrechte.de)

Projektflyer: Informationsflyer MIRIAM (PDF-Datei)

Factsheet: Komprimierte Fakten zu Frauenrechten in Nicaragua (PDF-Datei)

Testen Sie Ihr Wissen: Ein Quiz zu Frauenrechten in Nicaragua!

Hintergründe und Projektbeschreibung

„Nos están matando“ – Sie töten uns. Demonstration gegen Frauenmorde in Nicaragua, Foto: © Birgitta Hahn„Nos están matando“ – Sie töten uns. Demonstration gegen Frauenmorde in Nicaragua, Foto: © Birgitta Hahn

Gewalterfahrungen gehören zu den größten Problemen von Frauen in Nicaragua und stellen eine Bedrohung für ihre physische und psychische Gesundheit dar. 2018 wurden 57 Frauenmorde (femicidios) in Nicaragua begangen, 2019 waren es sogar 63. Im Vergleich zu den Vorjahren waren diese Verbrechen von zunehmender Brutalität geprägt, u.a. von Folter und Verstümmelungen. Frauenmorde sind die Spitze des Eisbergs. Alltagsgewalt, in aller Regel innerhalb der Familie verübt, zeugt von der strukturellen Diskriminierung von Frauen.

Einer Studie der nationalen autonomen Universität in Managua aus dem Jahr 2015 zufolge sind 70% aller Frauen regelmäßig physischer oder psychischer Gewalt durch ihren Partner ausgesetzt. Beschimpfungen oder Beleidigungen muss sich fast jede zweite Frau von ihrem Partner anhören. Der jüngste Polizeibericht über Gewalt an Frauen aus den Jahren 2016/17 legte 1.080 angezeigte Vergewaltigungen offen. Die Dunkelziffer gilt als weit höher. In Nicaragua gibt es die meisten Teenager-Schwangerschaften in ganz Lateinamerika und der Karibik: jedes vierte minderjährige Mädchen ist bereits Mutter oder schwanger. Laut dem Informationsbüro Nicaragua ist dies eine direkte Folge von mangelnder Aufklärung und einer hohen Missbrauchsrate.

„Machismo“ fördert Gewalt

Endlich lernen dürfen. Eine Frau in der MIRIAM-Schule in Estelí. Foto: ©  Itzel ChavarríaEndlich lernen dürfen. Eine Frau in der MIRIAM-Schule in Estelí. Foto: © LuceroHintergrund für diese alarmierenden Zahlen ist vor allem der unverändert fest verwurzelte „Machismo“ in Nicaragua, demzufolge Frauen als das „schwache Geschlecht“ und Männern untergeordnet gelten. Die Akzeptanz und beständige Reproduktion patriarchal-konservativer Normen bringt es mit sich, dass den Tätern, oft aber auch den betroffenen Frauen, das Unrechtsbewusstsein fehlt. Verschiedene Formen von Gewalt werden nicht als solche erkannt und Wissen über die Rechte von Mädchen und Frauen ist kaum verbreitet. Viele Mädchen lernen in ihrer Sozialisation traditionelle geschlechtsspezifische und soziale Rollenmodelle als gängig und erstrebenswert kennen. Ein niedriger Selbstwert, die Wiederholung der Spirale von innerfamiliärer Gewalt und psychosomatische Erkrankungen prägen die Realität vieler Mädchen und Frauen.

Bildungsmangel verschärft die Situation: Bildung wird von vielen Familien nicht als notwendig angesehen, da die Frau ohnehin heiraten und sich um die Familie kümmern soll. Es ist daher häufig üblich, dass Mädchen bereits die Grundschule abbrechen. Sie tragen anstelle dessen zum Einkommen der Familie bei oder übernehmen Arbeiten im Haushalt. Frühe Schwangerschaften führen ebenfalls zum vorzeiten Schulabbruch.

Familienharmonie auf Kosten von Frauenrechten

Das Rollenverständnis der Frau spiegelt sich auch in der Politik wider. Besonders negativ ins Gewicht fällt dabei die Allianz aus mächtigen Institutionen wie Staat und Kirche, die die traditionelle Familie in den Fokus stellen. Bei seiner Wiederwahl im Jahr 2006 war der Spitzenkandidat der Sandinistischen Nationalen Befreiungsfront (Frente Sandinista de Liberación Nacional bzw. FSLN) und amtierende Präsident Daniel Ortega vor allem um Wählerstimmen aus dem einflussreichen Lager der katholischen Kirche bemüht. Neben ihm rief auch seine Ehefrau und heutige Vizepräsidentin Rosario Murillo zur „Stärkung der nicaraguanischen Familie durch christliches und solidarisches Handeln“ auf. Dieser Maxime folgend sollen Frauen ihre individuellen Bedürfnisse und Interessen dem vermeintlich höheren Ziel des „Familienzusammenhalts“ opfern. Daraus resultieren die Benachteiligung von Frauen und die Missachtung ihrer Rechte. Zum Beispiel steht in Nicaragua jegliche Abtreibung unter Strafe. Mädchen und Frauen müssen ihre Schwangerschaft auch dann fortsetzen, wenn sie ein Risiko für ihre Gesundheit darstellt oder sogar das Leben kosten könnte!

Gesetze allein helfen nicht

In Workshops bei MIRIAM setzen sich Frauen mit Machismo, Gewalt und ihren Rechten auseinander. Foto: © LuceroIn Workshops bei MIRIAM setzen sich Frauen mit Machismo, Gewalt und ihren Rechten auseinander. Foto: © LuceroIn Nicaragua gibt es zwar Gesetze und Einrichtungen zum Schutz der Frau, es mangelt aber an politischem Willen, diese adäquat umzusetzen bzw. auszustatten. So wurden in den 90er-Jahren von der Polizei landesweite Kommissariate für Frauen, Kinder und Jugendliche (Comisarías de la Mujer, Niñez y Adolescencia) eingerichtet. Dahinter stand die Idee, dass speziell geschultes Personal Anzeigen gegen innerfamiliäre Gewalt entgegennehmen und die Betroffenen an geeignete Stellen zur Betreuung weiter verweisen sollte. Trotz anfänglicher Erfolge wurden die Erwartungen aufgrund fehlender finanzieller Mittel, häufig wechselnden Personals, mangelnder Durchsetzung der Rechte seitens staatlicher Instanzen und überwiegender Straffreiheit der Täter nicht erfüllt. Mittlerweile hat die Regierung die meisten spezialisierten Kommissariate geschlossen. Die wenigen, die noch existieren, sind kaum funktionsfähig. Unterstützung und somit Zugang zu Recht bieten in erster Linie nichtstaatliche Frauenrechtsorganisationen wie MIRIAM.

2012 wurde ein umfassendes Gesetz zum Schutz von Frauen vor Gewalt (Ley 779) erlassen, nur um durch mehrere Reformen ab 2013 wieder entkräftet zu werden. Eine der fundamentalen Errungenschaften des neuen Gesetzes war z.B. das Verbot der Mediation zwischen Täter und gewaltbetroffener Frau. Mittlerweile wurde sie für die meisten Fälle wieder eingeführt. Reformbefürworter vertreten die Auffassung, dass Frauen eine Mitschuld an häuslicher Gewalt tragen und Familien zerstören, wenn sie den Täter anzeigen. Ziel der Mediation ist, dass sich die Frau mit ihrem Aggressor aussöhnt und auf eine Strafanzeige verzichtet. Auch hat sich der Rechtsweg für gewaltbetroffene Frauen geändert: anstelle direkt in ein Kommissariat für Frauen, Kinder und Jugendliche zu gehen, muss sich die Frau nun an eine so genannte „Nachbarschaftsberatung“ wenden, in der einflussreiche Personen aus ihrem Wohnviertel sitzen. Wird ihr Fall dort als „schwer“ eingestuft, darf sie zur Polizei und Strafanzeige stellen. Wird er aber als „minder schwer“ eingestuft, muss die Frau zur Mediation. Dort wird ihr Fall weder polizeilich noch statistisch erfasst.

MIRIAM steht für ein selbstbestimmtes Leben frei von Gewalt

Die Koordinatorinnen von MIRIAM. Foto: © Birgitta HahnDie Koordinatorinnen von MIRIAM.
Foto: © Birgitta Hahn

MIRIAM ist eine anerkannte Frauenrechtsorganisation, die sich für die Menschenrechte und ganzheitliche Förderung von Frauen, Jugendlichen und Kindern einsetzt. Im Mittelpunkt des Engagements stehen das Recht auf ein Leben frei von Gewalt und das Recht auf Bildung. Die Frauen und Mädchen werden darin unterstützt, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln, ihre Rechte zu kennen und zu vertreten sowie an gesellschaftlichen Veränderungen mitzuwirken.

Entstanden ist MIRIAM durch eine private Initiative, um nicaraguanischen Frauen mittels finanzieller Unterstützung für ein Universitätsstipendium ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Einige der Stipendiatinnen gründeten 1989 die NRO MIRIAM.

1995 wurde die rechtliche Beratung für gewaltbetroffene Frauen ins Leben gerufen. Ein Jahr später kamen Alphabetisierungs-, Grundschul-, und berufsbildende Kurse für Frauen dazu, die aus dem staatlichen Schulsystem ausgeschlossen sind. Weitere Projekte in den Bereichen Kinderarbeit, Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung folgten.

Projektaktivitäten von MIRIAM

Die Psychologinnen von MIRIAM begleiten und stärken Frauen auf ihrem Weg aus der Gewalt. Foto: © Lucero Die Psychologinnen von MIRIAM begleiten und stärken Frauen auf ihrem Weg aus der Gewalt. Foto: © Lucero

Rechtsberatung durch Anwältinnen

Die Anwältinnen informieren Mädchen und Frauen über ihre Rechte, unterstützen sie bei der Anzeigeerstattung, gerichtlichen Verfahren und begleiten sie zu den jeweils zuständigen Instanzen.

Betreuung durch Psychologinnen

Neben der psychologischen Einzelberatung unterstützt der Austausch in Selbsthilfegruppen die Frauen in der Auseinandersetzung mit und Bewältigung von eigenen Gewalterfahrungen und deren Folgen. Der Austausch in der Gruppe hilft den Frauen, sich neu zu orientieren und sich als aktive Protagonistinnen ihres Lebens zu begreifen.

Workshops und Ausbildung zu Multiplikatorinnen

Workshops und die Arbeit von Multiplikatorinnen bilden eine wichtige Strategie der Gewaltprävention und Unterstützung in Gewaltsituationen. In Workshops informieren sich Frauen und/oder Männer über die Rechte der Frau, reflektieren gemeinsam über Gewaltstrukturen und entwerfen gewaltfreie Lebensperspektiven. Als Multiplikatorinnen ausgebildete Frauen informieren in ihrer Gemeinde zu verschiedenen Themen und bieten Hilfestellung für Mädchen und Frauen mit Gewalterfahrungen.

Alphabetisierungs-, Schul- und berufsbildende Kurse

Arlen, Unternehmerin und Absolventin der Berufsbildung in Kunsthandwerken. Foto: © LuceroArlen, Unternehmerin und Absolventin der Berufsbildung in Kunsthandwerken. Foto: © Lucero

MIRIAM hat eine eigene Schule für Frauen ab 14 Jahren. In Alphabetisierungskursen lernen die Frauen lesen, schreiben und rechnen. Sie können ihren Schulabschluss nachholen und berufsbildende Kurse in Schneiderei, Friseurhandwerk/Kosmetik, Kunsthandwerken und PC-Anwendungen belegen. Die Kurse sind staatlich zertifiziert und ermöglichen den Frauen, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften und so finanziell unabhängiger zu werden.

Vergabe von Stipendien für Hochschulstudien

Das Stipendienprogramm von MIRIAM unterstützt Frauen, die aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht studieren können. Mit dem Stipendium können die Frauen die Studiengebühren und -Materialien bezahlen und einen Teil ihres Lebensunterhalts finanzieren. Neben der Stipendienvergabe unterstützt MIRIAM die Frauen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung durch die Auseinandersetzung mit Gender-Themen in Workshops. Die Stipendiatinnen multiplizieren die erhaltene Unterstützung, indem sie sich ehrenamtlich für MIRIAM oder in sozialen Projekten außerhalb engagieren.

Koordination und Öffentlichkeitsarbeit

In Selbsthilfe-Gruppen unterstützen und solidarisieren sich die Frauen miteinander. Foto: © LuceroIn Selbsthilfe-Gruppen unterstützen und solidarisieren sich die Frauen miteinander. Foto: © Lucero

MIRIAM arbeitet mit Organisationen der Zivilgesellschaft und staatlichen Institutionen für gesellschaftliche Veränderungen in der Wahrnehmung und im Umgang mit Gewalt auf familiärer, kommunaler und nationaler Ebene. Mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit sensibilisiert MIRIAM zu Themen wie häuslicher und sexualisierter Gewalt: das Schweigen über Gewaltdelikte wird gebrochen und Gewalt als gesamtgesellschaftliches Problem thematisiert. MIRIAM klärt die Menschen über Formen und Folgen von Gewalt und Gesetze zum Schutz der Frau auf. Auch wird über Hilfsangebote und Möglichkeiten der Strafverfolgung informiert.

Unterstützung dringender denn je

In den letzten Jahren ist die Zusammenarbeit mit dem nicaraguanischen Staat immer schwieriger geworden, da die aktuelle Politik in Übereinstimmung mit kirchlicher Doktrin auf eine „Stärkung der Familie“ abzielt. Dies impliziert, dass Frauen erneut unter Druck gesetzt werden, den Familienzusammenhalt über ihre Menschenrechte zu stellen. Viele Gewaltdelikte gegen Frauen werden nicht mehr statistisch erfasst, da der Staat erneut außergerichtliche Verfahren der „Einigung“ zwischen Aggressor und betroffener Frau erlaubt. Frauenrechtliche Organisationen in Nicaragua haben zunehmend mit bürokratischen Hürden, Kontrollen durch Ämter und Demonstrationsverboten zu kämpfen. Viele kleinere Organisationen mussten schließen, weil sie nach Kontrollen mit unüblich hohen Strafen belegt wurden, die sie nicht begleichen konnten. Auch ziehen sich immer mehr internationale Unterstützer aus Protest aus Nicaragua zurück, so dass für Frauenrechtsorganisationen noch weniger Geld zur Verfügung steht.

Protestierende Frauen und FrauenrechtsaktivistInnen im April 2018. Foto: © LuceroProtestierende Frauen und FrauenrechtsaktivistInnen im April 2018. Foto: © Lucero

Seit April 2018 befindet sich Nicaragua in einer politischen Krise. Erste Proteste gingen v.a. von Studierenden, UmweltaktivistInnen, Bauernverbänden und der Frauenrechtsbewegung aus. Die Gesamtbevölkerung stieg ein, als Präsident Ortega ankündigte, staatliche Rentenzahlungen zu kürzen. Im ganzen Land entbrannten Unruhen, die von der Regierung niedergeschlagen wurden. Zahlreiche AnhängerInnen der Protestbewegung wurden festgenommen oder verschleppt. Sogar treue Regime-Verfechter wie die katholische Kirche und das Unternehmertum sprachen sich für den Rücktritt Ortegas aus. Ein neues Gesetz zur „Terrorismus“-Bekämpfung (Ley 977) dient seit Juli 2018 als Grundlage für willkürliche Sanktionen gegen Menschenrechtsorganisationen oder deren Verbot. MIRIAM ist ein Ankerpunkt für die Frauen und lässt sie nicht alleine. Die Arbeit geht weiter, wenn auch unter Sicherheitsvorkehrungen.

Erfolge der Organisation

Berufsbildender Kurs in Kosmetik/Friseurhandwerk in Estelí.. Foto: © LuceroBerufsbildender Kurs in Kosmetik/Friseurhandwerk in Estelí.. Foto: © Lucero

Im Jahr 2018 konnten trotz der politisch angespannten Lage in Nicaragua tolle Erfolge mit den bei TERRE DES FEMMES eingegangenen Spenden und der finanziellen Unterstützung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung erzielt werden:

  • Für 252 Frauen rechtliche Beratung (737 Gesprächstermine) und bei Bedarf anwaltliche Vertretung bei häuslicher oder sexualisierter Gewalt, Scheidung, Unterhaltsansprüchen und Anerkennung der Vaterschaft (74 Gerichtsverfahren)
  • Für 200 Frauen, Männer und Kinder Reflexionstreffen zu folgenden Themen: Allgemeines Gesetz gegen Gewalt an Frauen (Ley 779), Gewaltspirale und Auswege, Gender und Macht, Sexualität und Liebe, Empowerment etc.
  • 30 Workshops und Selbsthilfegruppen-Treffen mit Frauen, v.a. zu den eigenen Rechten und Handlungsmöglichkeiten, zu Persönlichkeitsentwicklung, Selbstbewusstsein und Selbstfürsorge
  • Für 81 Frauen ab 14 Jahren aus finanziell prekären Verhältnissen berufsbildende Kurse in zwei Ausbildungsbereichen: Schneiderei und Kunsthandwerken
  • Für 43 Absolventinnen der berufsbildenden Kurse Beratung bei der Entwicklung eines Business-Plans und dem Aufbau eines Kleinunternehmens
  • Aktionen anlässlich des Internationalen Frauentags mit großer Teilnehmerschaft
  • Vor Beginn der politischen Krise (April 2018) Demonstrationen in Managua und Estelí, v.a. gegen Frauenmorde und andere Gewalt an Frauen, Reformen an Gesetzen zum Schutz der Frau etc.
  • 50 Hausbesuche zwecks Kontaktaufnahme zu Frauen, die die Rechtsberatung ausgesetzt hatten, z.B. weil sie wegen ihrer Strafanzeige von der Familie Druck bekommen hatten oder sich wegen gewaltsamer Ausschreitungen im Zuge der Krise nicht mehr auf die Straße trauten; die Frauen wurden bei diesen Besuchen über den Bearbeitungsstand ihrer Verfahren informiert und in der Fortführung ihrer Bemühungen um Strafverfolgung bestärkt.

Dem selbstbestimmten Leben näher: Schneiderei-Absolventin Darís in ihrem Modeatelier. Foto: © LuceroDem selbstbestimmten Leben näher: Schneiderei-Absolventin Darís in ihrem Modeatelier. Foto: © LuceroIn den letzten 30 Jahren hat MIRIAM rund 34.000 Mädchen, Jungen, Frauen und Männer unterstützt:

  • 5.000 Frauen ab 14 Jahre nahmen an Alphabetisierungskursen teil, beendeten die Grundschule, erlernten einen Beruf oder erhielten ein Stipendium für ein Universitätsstudium
  • 11.000 von Gewalt betroffene Frauen wurden über ihre Rechte aufgeklärt, psychologisch betreut, von Anwältinnen beraten oder durch die Instanzen des Rechtssystems begleitet
  • 18.000 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer wurden geschult und aktiv einbezogen zum Schutz vor häuslicher Gewalt, sexueller Ausbeutung oder Ausbeutung durch Kinderarbeit und Menschenhandel.

 

 

 

 

 

Aktiv werden & Spenden

Unternehmerin Urania kann heute selbstbestimmt leben. Helfen Sie auch anderen Frauen, das zu erreichen! Foto: © LuceroUnternehmerin Urania kann heute selbstbestimmt leben. Helfen Sie auch anderen Frauen, das zu erreichen! Foto: © Lucero

Damit MIRIAM Frauen in Nicaragua zur Durchsetzung ihrer Rechte auf Gewaltfreiheit und Bildung verhelfen kann, sind wir dringend auf Ihre Unterstützung angewiesen.

Unterstützen Sie MIRIAM mit einer einmaligen Spende oder spenden Sie regelmäßig und werden Sie FörderIn!

Sie können auch mit dem Stichwort "Nicaragua" auf folgendes Konto spenden:

EthikBank
BIC GENODEF1ETK
IBAN DE35 8309 4495 0103 1160 00

Online-Alternative:

Unkompliziert und direkt: Spenden Sie für MIRIAM auf der Spendenplattform betterplace.org.

 

Weitere Informationen

Aktuelle Informationen über MIRIAM erhalten Sie auf dem Blog "Frauenprojekte in Nicaragua".

Flyer

Jahresbericht

Jährlich veröffentlicht Wencke Loesener, ehrenamtliche Projektkoordinatorin, einen Bericht für die Mitfrauenversammlung von TERRE DES FEMMES über die MIRIAM-Projektaktivitäten: 

Reiseberichte

Interviews

Öffentlichkeitsarbeit für MIRIAM in Deutschland

Weitere Informationen erhalten Sie bei

TERRE DES FEMMES e.V.
Brunnenstr. 128, 13355 Berlin
Tel: 030 - 40 50 46 99-0
E-Mail: Kontaktformular

oder bei der

ehrenamtlichen TERRE DES FEMMES-Projektkoordinatorin
Wencke Loesener
E-Mail: nicaragua@frauenrechte.de

 

BHUMIKA Women's Collective, Indien – Anlaufstelle für Frauen in Not

  • Übersicht

  • Hintergrund

  • Projektaktivitäten

  • Erfolge

  • Unterstützung

  • Weitere Informationen

Als Frau in Indien gewaltfrei und selbstbestimmt leben können - dafür kämpft BHUMIKA Women's Collective. Foto: © BHUMIKA Women's CollectiveEin selbstbestimmtes und freies Leben – dafür kämpft BHUMIKA Women's Collective.
Foto: © BHUMIKA Women's Collective

Projektgebiet: Hyderabad im Bundesstaat Telangana

Wird von TDF unterstützt seit: 2016

Zielgruppe: Von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffene Mädchen und Frauen

Projektaktivitäten:

  • In Polizeistationen integrierte Beratungsstellen zur rechtlichen und psychologischen Unterstützung von gewaltbetroffenen Mädchen und Frauen
  • Hilfe-Telefon für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen
  • Durchführung von Seminaren für PolizistInnen, RichterInnen und AnwältInnen
  • Aufklärungs- und Präventionsarbeit
  • Lobbyarbeit auf politischer Ebene

Projektgründerin: Kondaveeti Satyavati

Projektflyer: TERRE DES FEMMES-Projektflyer (PDF-Datei)

Factsheet: Komprimierte Fakten zu Frauenrechten in Indien (PDF-Datei)

Testen Sie Ihr Wissen: Ein Quiz zu Frauenrechten in Indien!

Kontakt: Ehrenamtliche Projektkoordinatorinnen Patricia Maag und Jessica Espinoza (indien@frauenrechte.de)

Hintergründe und Projektbeschreibung

Die Situation der Frauen in Indien - Zeiten des Umbruchs

Das BHUMIKA Women's Collective macht gegen Gewalt an Frauen mobil. Foto: © Gina Rumsauer.Das BHUMIKA Women's Collective macht gegen Gewalt an Frauen mobil. Foto: © Gina Rumsauer. Das vergangene Jahrzehnt hat Indiens Frauenstimmen in Politik, Wirtschaft und Kultur, im öffentlichen Leben in Städten, aber auch auf dem Land lauter werden lassen. Gleichzeitig sind nur 11,6 Prozent der Sitze im indischen Parlament an Frauen vergeben. Lediglich 39 Prozent der Frauen haben einen Sekundarschulabschluss – versus 63,5 Prozent der Männer (Index für Geschlechterungleichheit, UNDP 2018). 

Ob eine Frau ein selbstbestimmtes und freies Leben führen kann, hängt stark von ihrer Religions- und Kastenzugehörigkeit, ihrer sozialen Schicht, ihrem Bildungsgrad und dem ihres Umfelds ab. Da zwei Drittel der Menschen in Indien Teil der Landbevölkerung sind, die häufig keinen vergleichbaren Zugang zu Bildung haben wie Menschen in der Stadt, ist ein Großteil der Frauen nach wie vor abgeschnitten von emanzipatorischen Bewegungen.

Parallel zur Entwicklung in Indiens Metropolen sind traditionell patriarchalische Strukturen weiterhin fest im Leben und Denken der Menschen verankert. Dazu gehört u.a. die patrilokale Familienordnung. Traditionsgemäß verlässt die Frau nach der Heirat die eigene Familie und gehört fortan zur Familie des Ehemanns. Den eigenen Verwandten ist sie damit von wenig Nutzen. Diese Ordnung hat weitreichende Konsequenzen für den gesellschaftlichen Wert, der Frauen zugeschrieben wird, und trägt zur strukturellen Diskriminierung von Frauen bei:

  • Der Wunsch nach Söhnen führt zur gezielten Abtreibung weiblicher Föten.
  • Da die Arbeit der Ehefrau „im Haus“ ist, wird bei Mädchen weniger Wert auf Bildung gelegt.
  • Der Brauch der Mitgift führt zu sogenannten Mitgiftmorden durch die Familie des Ehemanns, die durch eine weitere Heirat erneut Geld und/oder Güter erhalten kann.
  • In der Familie des Ehemanns nimmt die Frau zunächst die unterste Stufe in der Familienhierarchie ein und ist gewalttätigen Übergriffen der angetrauten Verwandtschaft daher schutzlos ausgesetzt.

Auch außerhalb der Familie sind Schutzräume für Frauen selten. Ein internationaler Aufschrei, der die prekären Verhältnisse für Frauen in Indien anprangert, erfolgte zuletzt nach der tödlichen Vergewaltigung einer jungen Studentin im Dezember 2012. Auch in Indien sorgte der Vorfall für großes Entsetzen und bewirkte, dass die öffentliche und private Sicherheit von Frauen zunehmend in den Fokus landesweiter Debatten rückte.  

Seitdem eingeführte Schutzmaßnahmen und Reformen zeigen allerdings kaum Wirkung: 2018 wurde Indien von der Thomson Reuters Stiftung wegen des hohen Risikos von sexueller Gewalt noch vor Afghanistan und Syrien, die die Plätze 2 und 3 belegen, als gefährlichstes Land für Frauen weltweit eingestuft.

Diskrepanz: Starkes Strafrecht, schwache Umsetzung

Strukturelle Diskriminierung findet sich in allen Lebensphasen von Frauen wieder. Foto: © TERRE DES FEMMESStrukturelle Diskriminierung findet sich in allen Lebensphasen von Frauen wieder. Foto: © TERRE DES FEMMES2012 richtete die Regierung Schnellgerichte ein, die die Täter rascher und konsequenter bestrafen sollen. Anfang 2013 wurde das indische Sexualstrafrecht verschärft: der Begriff der Vergewaltigung ist seitdem nicht mehr an die Anwendung von Gewalt oder konkrete Drohungen gekoppelt, sondern allein an das fehlende Einverständnis der Frau. Das Gesetz zum Schutz vor häuslicher Gewalt bietet Frauen ungeachtet ihres Familienstands, also auch außerhalb der Ehe, Rechtssicherheit bei körperlicher oder psychischer Gewalt.

Trotz der Bemühungen von Staat, Zivilgesellschaft und Bevölkerung, Frauen und Mädchen vor gewalttätigen Übergriffen zu schützen, sind die offiziellen Zahlen zu geschlechtsspezifischer Gewalt in ganz Indien nach wie vor hoch.

Nach der letzten landesweiten Umfrage des indischen Gesundheitsministeriums (NHFS-4 2015/16) ist jede dritte Frau zwischen ihrem 15. und 49. Lebensjahr häuslicher Gewalt ausgesetzt.

Aufklärung über Frauenrechte, hier an einer Schule, spielt eine große Rolle. Foto: © Gina RumsauerAufklärung über Frauenrechte, hier an einer Schule, spielt eine große Rolle. Foto: © Gina Rumsauer

Die Gewaltstatistik der Indischen Frauenkommission von Telangana spricht dieselbe Sprache: von insgesamt 138 Beschwerden, die 2017 bei der Kommission eingingen, waren 91, sprich über 65 Prozent, allein aus Hyderabad, wo der Sitz des BHUMIKA Women’s Collective ist.

Hyderabad ist nach Delhi die zweitgefährlichste Metropole für verheiratete Frauen in Indien. (Nationales Büro für Kriminalitätsstatistik 2016, PDF-Datei) Während 2016 in der fast 19 Millionen-Metropole Delhi 3.645 Fälle von häuslicher Gewalt durch den Ehemann oder seine Verwandten registriert wurden, waren es in Hyderabad mit nur sieben Millionen EinwohnerInnen immerhin 1.311.

Human Rights Watch berichtet, dass Polizeibeamte oft nicht bereit sind, Anzeigen gegen sexuelle Belästigung aufzunehmen. Weder die Betroffenen selbst noch relevante ZeugInnen erhalten zudem ausreichend Schutz bei Gewalt- oder Vergeltungsdrohungen durch den Täter oder sein Umfeld.

Grund für die Diskrepanz zwischen Rechtlage und gelebter Realität ist die nur langsame und oft unzureichende Umsetzung der Gesetze und Ahndung von Gewaltverbrechen gegen Frauen. BehördenvertreterInnen, die Fälle von gewalttätigen Übergriffen aufnehmen, sind oftmals ungeschult und kennen weder die Gesetzestexte noch den rechtlichen Verlauf einer Anzeigeerstattung. Außerdem fehlt es an Anlaufstellen und spezialisierten Einrichtungen, die Frauen und Mädchen bei Gewalterlebnissen unterstützen und medizinische Versorgung bereitstellen.

BHUMIKA Women's Collective – Anlaufstelle für Frauen in Not

Musste selbst für ihr Recht auf Bildung kämpfen: Kondaveeti Satyavati, Gründerin und Koordinatorin von BHUMIKAMusste selbst für ihr Recht auf Bildung kämpfen: Kondaveeti Satyavati, Gründerin und Koordinatorin von BHUMIKA
Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt
Das von TERRE DES FEMMES geförderte Projekt des BHUMIKA Women’s Collective in Telangana unterstützt Mädchen und Frauen, die häuslicher und sexualisierter Gewalt ausgesetzt sind.

Die Geschichte der Frauenrechtsorganisation BHUMIKA Women's Collective nimmt 1993 ihren Lauf: Damals gab Gründerin Kondaveeti Satyavati zum ersten Mal ein feministisches Frauenmagazin mit dem Titel BHUMIKA heraus. Kondaveeti Satyavati stammt aus einfachen Verhältnissen und musste für ihr Recht auf Bildung kämpfen. Sie schaffte schließlich den Sprung auf die Universität und engagiert sich seit den 1970er Jahren für Frauen und Frauenrechte.

Das BHUMIKA Women’s Collective setzt sich auf mehreren Ebenen für eine bessere Begleitung und die emotionale und rechtliche Stärkung von Mädchen und Frauen ein, die von Gewalt bedroht oder betroffen sind. Auch Gewaltprävention ist ein wichtiges Anliegen für das BHUMIKA Women’s Collective.

Projektaktivitäten von BHUMIKA

Erstanlaufstelle und Beratung für Frauen in Not

Beratung für Frauen in Not - das A und O für einen gewaltfreien Neuanfang. Foto: © Gina RumsauerBeratung für Frauen in Not - das A und O für einen gewaltfreien Neuanfang. Foto: © Gina RumsauerDie Mitarbeiterinnen des BHUMIKA Women's Collective sind im Bundesstaat Telangana wichtige AnsprechpartnerInnen für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen. Seit 2014 betreibt die Organisation in Hyderabad und Karimnagar insgesamt drei Beratungsstellen, die an Polizeistationen angegliedert sind – so genannte Support Centres for Women & Children. Diese Beratungsstellen werden in Städten oder Stadtteilen eingerichtet, in denen Gewaltverbrechen gegen Frauen besonders häufig vorkommen. BeraterInnen bieten dort rechtliche und psychologische Unterstützung an und helfen betroffenen Mädchen und Frauen, Anzeige zu erstatten. TERRE DES FEMMES unterstützt seit Juni 2017 die Beratungsstelle in Karimnagar.

Seit 2006 betreibt das BHUMIKA Women’s Collective zudem ein Hilfe-Telefon für Mädchen und Frauen.

Betreuung von schwerwiegenden Fällen

Bei schwerwiegenden Gewalttaten übernehmen die BeraterInnen der Support Centresfor Women & Children eine längerfristige Betreuung. Die Mitarbeiterinnen des BHUMIKA Women's Collective begleiten die Frauen etwa ins Krankenhaus, in eine Schutzunterkunft oder suchen den Kontakt zur Familie. Zeigen die Gesprächsversuche mit der Familie keinen Erfolg, unterstützt das BHUMIKA Women's Collective bei der Beantragung staatlicher Fördermittel und steht den Betroffenen bei Rechtsfragen zur Seite.

Aufklärungsarbeit und Prävention im Kampf gegen Gewalt an Frauen

BHUMIKA schult Beamte im Umgang mit Fällen von Gewalt an Frauen. Foto: © BHUMIKA Women’s CollectiveBHUMIKA schult Beamte im Umgang mit Fällen von Gewalt an Frauen. © BHUMIKA Women’s Collective

Das BHUMIKA Women's Collective organisiert zudem Seminare für PolizistInnen, RichterInnen und AnwältInnen, um diese für das Thema Frauenrechte und Gewalt gegen Frauen zu sensibilisieren. Trainings werden auch für Krankenhaus-Angestellte angeboten. Damit soll erreicht werden, dass gewaltbetroffene Mädchen und Frauen bei ihrer Suche nach Hilfe optimal begleitet werden und sich erfolgreich aus gewalttätigen oder -fördernden Strukturen lösen können.

Lobbyarbeit auf politischer Ebene soll den Druck auf die Regierung erhöhen, sich gezielter für den Gewaltschutz von Mädchen und Frauen einzusetzen: „Auf dem Papier existieren zwar Gesetze zum Schutz der Frauen, in der Realität werden diese jedoch kaum umgesetzt“, beklagt Gründerin Satyavati. Die Support Centres for Women & Children sind Teil einer Initiative, Regierungsbeamte ganz praktisch und nachhaltig in frauenrechtliche Arbeit einzubinden.

Erfolge des Projekts

Hilfe aus einer Hand – BHUMIKA-Beratungsstelle und Polizei teilen sich ein Gebäude . Foto: © BHUMIKA Women’s CollectiveHilfe aus einer Hand – BHUMIKA-Beratungsstelle und Polizei teilen sich ein Gebäude. Foto: © BHUMIKA Women’s Collective

Seit Juni 2017 unterstützt TERRE DES FEMMES eine Beratungsstelle für Mädchen und Frauen in Not in der Stadt Karimnagar.

Das BHUMIKA Women’s Collective betreibt die Beratungsstelle seit 2016, nachdem Karimnagar 2015 die höchste Gewaltrate gegen Mädchen und Frauen im ganzen Bundesstaat aufgewiesen hatte. Begleitend werden PolizistInnen, AnwältInnen und RichterInnen in Seminaren zu den Hintergründen, Folgen und zum Umgang mit geschlechterspezifischer Gewalt geschult.

BHUMIKA-Beratungsstelle in Karimnagar

Zwischen 2010 und 2018 erhielten rund 2.300 Menschen Unterstützung und Weiterbildungen durch MitarbeiterInnen des Support Centre for Women and Children in Karimnagar und des BHUMIKA Women’s Collective:

  • 1.300 Frauen besuchten die Beratungsstelle in Karimnagar
  • 1.000 StaatsbeamtInnen wurden mit Schulungen zu geschlechtsspezifischer Gewalt erreicht

Bei Hausbesuchen nach Ende der Beratung prüft BHUMIKA, ob es den Frauen weiter gut geht. Foto: © BHUMIKA Women’s CollectiveBei Hausbesuchen nach Ende der Beratung prüft BHUMIKA, ob es den Frauen weiter gut geht. Foto: © BHUMIKA Women’s CollectiveIn der ersten Jahreshälfte 2019 suchten 193 Frauen die Beratungsstelle in Karimnagar auf. Insgesamt fanden 345 Individualgespräche, 214 Partnergespräche und 382 Familiensitzungen statt. 68 Frauen und ihren Partnern konnte auf direktem Weg geholfen werden. Andere Frauen wurden nach den Sitzungen bei der Anzeigestellung oder ihrem Gerichtsprozess unterstützt bzw. in Frauenhäuser begleitet.

Mit einer Spende der eudim - Stiftung für soziale Gerechtigkeit wird die Beratungsstelle in Karimnagar ab November 2018 durch eine zusätzliche Honorarkraft personell aufgestockt. So kann das BHUMIKA Women’s Collective der großen Nachfrage noch besser gerecht werden und auf nachhaltige Veränderungen der Lebenssituation gewaltbetroffener Frauen hinwirken.

Hilfe-Telefon in Hyderabad

Das Hilfe-Telefon des BHUMIKA Women's Collective hat sich in Hyderabad einen Namen gemacht. Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische WeltDas Hilfe-Telefon des BHUMIKA Women's Collective hat sich in Hyderabad einen Namen gemacht. Foto: © ASW - Aktionsgemeinschaft Solidarische WeltBis April 2017 hat TERRE DES FEMMES ein Hilfe-Telefon für Mädchen und Frauen in Not in der Stadt Hyderabad in einer Dreieckskooperation mit der Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW) gefördert. Das Hilfe-Telefon ist seit seiner Gründung 2006 immer bekannter geworden und wird unverändert stark nachgefragt:

  • 52.000 Anrufe gingen zwischen 2006-2014 beim Hilfe-Telefon des BHUMIKA Women’s Collective ein
  • 15 bis 20 Anrufe erhalten die Mitarbeiterinnen des BHUMIKA Women’s Collective pro Tag
  • Die häufigsten Gründe, weshalb Mädchen und Frauen beim Hilfe-Telefon anrufen, sind häusliche und sexualisierte Gewalt, Schikanen durch Ehemann und Schwiegereltern, sowie Frühverheiratungen

Dem BHUMIKA Women’s Collective ist es gelungen, die Finanzierung mit indischen Fördermitteln längerfristig zu decken. Deshalb hat sich TERRE DES FEMMES gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation einen neuen Schwerpunkt gesetzt.

 

 

 

Aktiv werden & Spenden

Kämpfen Sie mit uns für ein gewaltfreies und selbstbestimmtes Leben von Frauen! Foto: © BHUMIKA Women’s CollectiveSpenden auch Sie, damit mehr Frauen in Indien gewaltfrei und selbstbestimmt leben können. Foto: © Gina RumsauerAuch in Zukunft benötigt BHUMIKA Ihre Unterstützung für:

  • Beratung und Begleitung von gewaltbetroffenen Frauen im Support Centre for Women and Children in Karimnagar
  • Einzelbetreuung von besonders schwerwiegenden Notfällen
  • Seminare zu geschlechtsspezifischer Gewalt für PolizistInnen, RichterInnen und AnwältInnen
  • Bildungsangebote zur Gewaltprävention und kritischen Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Rollenmustern

Unterstützen Sie BHUMIKA mit einer einmaligen Spende oder spenden Sie regelmäßig und werden Sie FörderIn!

 

Sie können auch mit dem Stichwort „Indien“ auf folgendes Konto spenden:

EthikBank
IBAN DE35 8309 4495 0103 1160 00
BIC GENODEF1ETK

 

Weitere Informationen

Projektflyer

Jahresbericht

Jährlich veröffentlicht die ehrenamtliche Projektkoordinatorin einen Bericht für die Mitfrauenversammlung von TERRE DES FEMMES über die Projektaktivitäten des BHUMIKA Women’s Collective:

Interviews

Sonstige Informationen

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei 

TERRE DES FEMMES e.V.
Brunnenstr. 128, 13355 Berlin
Tel: 030 - 40 50 46 99-0
E-Mail: Kontaktformular

oder bei den

ehrenamtliche Projektkoordinatorinnen Patricia Maag und Jessica Espinoza (indien@frauenrechte.de)

 

APDF, Mali – Gewaltschutzzentrum für Mädchen und Frauen

  • Übersicht

  • Hintergrund

  • Projektaktivitäten

  • Erfolge

  • Unterstützung

  • Weitere Informationen

Das Leitungsteam von APDF (2017): Bintou Diawara Coulibaly (rechts) und Aminata Koné Diakité Foto: © TERRE DES FEMMESDas Leitungsteam von APDF (2017): Bintou Diawara Coulibaly (rechts) und Aminata Koné Diakité
Foto: © TERRE DES FEMMES

Projektgebiete: Gewaltschutzzentrum in Bamako und Mopti sowie weitere Projektstandorte in ganz Mali

Wird von TDF unterstützt seit: 2009

Zielgruppe: gewaltbetroffene Mädchen und Frauen

Projektaktivitäten:

  • Gewaltschutz und Notunterkunft für Mädchen und Frauen
  • Medizinische, psychologische und juristische Betreuung betroffener Frauen
  • Aufklärungs- und Lobbyarbeit
  • Unterstützung beim Aufbau ökonomischer Selbstständigkeit durch Schulungen für einkommensschaffende Maßnahmen und die Bereitstellung der benötigten Materialien und Werkzeuge

Projektgründerin: Fatoumata Siré Diakité († Oktober 2016)

Kontakt: TERRE DES FEMMES-Referat Internationale Zusammenarbeit (iz@frauenrechte.de)

Projektflyer: Informationsflyer zu APDF (PDF-Datei)

Factsheet: Komprimierte Fakten zu Frauenrechten in Mali (PDF-Datei)

Testen Sie Ihr Wissen: Ein Quiz zu Frauenrechten in Mali!

Hintergrund

Frauen warten vor dem Projektgebäude auf Beratung. Foto: © TERRE DES FEMMESFrauen warten vor dem Projektgebäude auf Beratung.
Foto: © TERRE DES FEMMES

Im Human Development Index ist Mali auf Platz 184 von 189 (Stand 2019), das Land zählt zu den ärmsten Ländern Afrikas: Circa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Zudem gibt es einen Bevölkerungszuwachs von ca. 3% im Jahr, was die Wirtschaft vor große Probleme stellt. In den Jahren 2012-2014 durchlebte Mali schwere politische Unruhen: Meuternde Soldaten stürzten den Präsidenten, während gleichzeitig im Norden des Landes rebellierende Touareg und islamistische Extremisten die Einheit des Landes gefährdeten. Islamistische Terrorgruppen haben von 2012-2013 die Macht im Norden übernommen und die Bevölkerung gewaltsam unter die Herrschaft der Scharia gestellt. Seit Juli 2013 kämpft die UNO-Mission MINUSMA (Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali) dagegen an. Noch heute herrscht ein Klima der Unsicherheit und besonders die weibliche Bevölkerung leidet unter den nicht aufgeklärten Kriegsverbrechen.

Seit 2012 ist Mali im Ausnahmezustand. Damals stellte ein Militärputsch die ohnehin brüchige Gesellschaftsordnung auf den Kopf. Seitdem gibt es in Mali keinerlei Rechtssicherheit, klare Zuständigkeiten oder einen wirklichen Schutz der Zivilbevölkerung. Die Lage ist nach Zusammenstößen zwischen islamistischen Gruppen, aufständischen Tuareg-Stämmen, dem Militär und traditionellen Führern mehr als unübersichtlich. Besonders schwierig ist die Lage in Nordmali und seiner Hauptstadt Gao. Seit 2019 macht sich allerdings die anhaltende Krise zunehmend auch in Zentralmali bemerkbar. Eine UNO-Mission soll zur Stabilisierung des Landes beitragen, dieser gehören auch etwa tausend Bundeswehrsoldaten an, die in Gao stationiert sind.

Ministerpräsident Soumeylou Boubèye Maïga und sein Kabinett hatten Mitte April 2019 ihren Rücktritt erklärt. Damit waren sie einem von der Regierungsfraktion und Teilen der Opposition geplanten Misstrauensantrag im Parlament zuvorgekommen. Maïgas Regierung war zuletzt heftig kritisiert worden, weil die Gewalt im zentralen Teil des Landes immer mehr zugenommen hatte. Kurz darauf ernannte Malis Präsident Ibrahim Boubacar Keïta mit Cissé einen neuen Regierungschef und neue MinisterInnen.

Die Situation von Frauen ist in Mali besonders prekär.

In einem Bericht von UN OCHA („Aperçu des besoins humanitaires 2017") wird festgehalten, dass angesichts der aktuellen Sicherheitslage in Mali, die geprägt ist von sporadischen bewaffneten Konflikten, Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Gemeinschaft sowie von verstärkten Flucht- und Migrationsbewegungen aus diesen Gebieten, ein verstärktes Risiko von Sexueller Gewalt in den Regionen Kidal, Gao, Timbuktu, Mopti, Ségou, Ménaka und Taoudeni besteht. Schätzungsweise sind davon 142.242 Frauen, 162.987 Mädchen und 62.638 Jungen sowie 28.720 Männer betroffen. Die Anzahl der dokumentierten Fälle sexueller Gewalt nimmt stetig zu.

Das Gewaltschutzhaus in Bamako. Foto: © TERRE DES FEMMESDas Gewaltschutzhaus in Bamako. Foto: © TERRE DES FEMMES

Aber auch außerhalb der Krisenregionen haben Frauen in Mali einen besonders schwierigen Status. Eine malische Frau bekommt im Durchschnitt 6,4 Kinder. Früh- und Zwangsehen sind verbreitet, 55% der Mädchen heiraten vor ihrem 18. Lebensjahr. Ein weiteres Problem ist die weibliche Genitalverstümmelung (FGM): fast 89% der Mädchen und Frauen werden beschnitten, 90% von ihnen vor ihrem 5. Lebensjahr. In Mali gibt es, als eines der wenigsten Länder auf der Welt, kein nationales Gesetz mit einem Verbot zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM). Benachteiligung von Mädchen bei der Teilhabe an Bildung sind ein weiterer Faktor, der dazu führt, dass laut der Organisation ONE Mali auf Platz 3 der Einstufungsskala liegt, die auflistet, wo es Mädchen weltweit am schwersten haben (2016).

Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Gewohnheitsrecht und traditionelle Praktiken in Mali nach wie vor hohe Anerkennung in der Gesellschaft genießt. Diese beruhen auf patriarchalen Herrschaftsstrukturen und führen mitunter zu Menschenrechtsverletzungen wie Zwangsheirat und Frühehen, oder weibliche  Genitalverstümmelung.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass es Frauenrechtsorganisationen wie APDF gibt.

Projektaktivitäten von APDF

Eine Frau bedruckt einen Stoff während eines Kurses von APDF. Foto: © TERRE DES FEMMES	Eine Frau bedruckt einen Stoff während eines Kurses von APDF.
Foto: © TERRE DES FEMMES

Die "Association pour le Progrès et la Défense des Droits des Femmes" (APDF) ist die einzige Organisation in Mali, die im Bereich Gewaltschutz sowohl Notunterkunft als auch umfassende soziale, medizinische, psychologische und juristische Dienste unter einem Dach anbietet. Mit ihren ca. 30.000 Mitgliedern, die teilweise durch Regionalbüros in den acht Regionen Malis vertreten sind, ist sie Frauenrechtsorganisation und Frauenbewegung zugleich.

Die wesentlichen Ziele von APDF sind:

  • Die fundamentalen Rechte von Mädchen und Frauen zu fördern, zu schützen und zu verteidigen.
  • Frauen über ihre Rechte zu informieren.
  • Gegen alle Formen geschlechtsspezifischer Gewalt einschließlich schädlicher Praktiken und Traditionen zu kämpfen.
  • Auf ein Ende der weiblichen Genitalverstümmelung hinzuarbeiten.
  • Alle Formen der Diskriminierung von Frauen zu bekämpfen.
  • Dafür zu kämpfen, dass Frauen in Entscheidungsgremien aller Bereiche eingeschlossen werden.
  • Die soziale Rolle und ökonomische Teilhabe der malischen Frau zu stärken.
  • Frauen durch Ausbildungen in ihrem Bestreben nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu unterstützen.
  • Die korrekte Einhaltung der regionalen und nationalen Texte gegen Diskriminierung zu überwachen.

ENähkursteilnehmerinnen. Foto: © TERRE DES FEMMES Nähkursteilnehmerinnen. Foto: © TERRE DES FEMMESntsprechend dieser Zielsetzungen betreibt APDF Frauenschutzhäuser in Bamako und Mopti. Dort finden von Gewalt und Diskriminierung betroffene Mädchen und Frauen ganzheitliche Hilfs- und Unterstützungsangebote. Damit die Frauen sich ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen können, werden ihnen Schulungen zu einkommensschaffenden Aktivitäten angeboten, wie z.B. Stofffärben, Schneidern, Herstellung von Seifen und Verarbeitung von lokalen Agrarprodukten zu getrockneten Tomaten, getrockneten Kräutern oder Zwiebeln etc.). Nach den Kursen bekommen die Frauen die benötigten Materialien und Werkzeuge mit nach Hause und können sich so in ihren Dörfern mit Produktion und kleinen Verkaufsständen ein eigenes Einkommen erwirtschaften. Darüber hinaus geben sie ihre neu erlernten Fähigkeiten an andere Dorfbewohnerinnen weiter, wodurch sich der Erfolg der Schulungen vervielfacht.

Die MitarbeiterInnen von APDF sind beteiligt, wenn neue Gesetzestext beraten werden, sie sensibilisieren Sicherheitspersonal wie Polizei, Gendarmerie und Armee. Außerdem führen sie Aufklärungskampagnen, beispielsweise gegen FGM durch. APDF besitzt eine eigene Bibliothek, in der alle Veröffentlichungen zum Thema Frauenrechte dokumentiert werden und Stellungnahmen dazu abgegeben werden.

Fortschritte beim Bau des Frauenschutzhauses in Gao/Nordmali. Foto: © Michael DeutschmannFortschritte beim Bau des Frauenschutzhauses in Gao/Nordmali. Foto: © Michael DeutschmannAktuell steht für die Kooperation APDF-TDF das neue Gewaltschutzhaus in Gao, Nordmali, im Vordergrund der gemeinsamen Projektarbeit. Der Bedarf einer kompetenten Beratungsstelle im Norden Malis ist immens, denn der Großteil der bei APDF Zuflucht suchenden Frauen kommt aus dem Norden des Landes. Im Rahmen des TDF-Projektbesuches 2017 wurden hierfür die notwendigen Vorbereitungen und die Voraussetzungen für die Durchführung geschaffen. Wegen der angespannten Sicherheitslage in Nordmali und der schlechten Zugänglichkeit des Projektstandorts hat sich der Bauablauf etwas verzögert. Im August 2017 konnte APDF den Grundstückskauf endgültig abwickeln, im Januar 2018 wurde die Baugenehmigung offiziell erteilt und im Februar 2018 wurde der Bauvertrag unterzeichnet. Im Dezember 2018 konnte der Bau erfolgreich abgeschlossen werden. Das Frauenschutzhaus bietet 20 Schlafplätze und auch hier soll, wie bereits in Bamako und Mopti, das ganzheitliche Schutz-und Beratungskonzept verwirklicht werden. Seit Anfang 2019 werden Möbel angeschafft und nach und nach die Arbeit zugunsten der gewaltbetroffenen Mädchen und Frauen aufgenommen.

 

Erfolge der Organisation

APDF-MitarbeiterInnen mit den TERRE DES FEMMES-Besucherinnen Renate Staudenmeyer und Susanne Meister. Foto: © TERRE DES FEMMESAPDF-MitarbeiterInnen mit den TERRE DES FEMMES-Besucherinnen Renate Staudenmeyer (Mitte) und Susanne Meister. Foto: © TERRE DES FEMMES

Das Zustandekommen der Partnerschaft von APDF und TERRE DES FEMMES ist auf die großzügige Unterstützung eines Kölner Unternehmers zurückzuführen. Er hat im Jahr 2009/2010 nicht nur die Baumaßnahme zum Aufbau des Gewaltschutzzentrums in Bamako finanziert, sondern immer wieder auch die Projektaktivitäten von APDF unterstützt.

TDF hat diese Zusammenarbeit flankierend begleitet und baut die Kooperation mit APDF seit 2015 weiter aus. Hierbei geht es TDF vor allem darum, die Betreuung der hilfesuchenden Mädchen und Frauen im Gewaltschutzzentrum in Bamako zu unterstützen sowie den Aufbau eines weiteren Frauenschutzhauses in Nordmali voranzubringen.

  • APDF ist die einzige Organisation in Mali, die im Bereich Gewaltschutz für Frauen sowohl Notunterkunft, als auch umfassende soziale, medizinische, psychologische und juristische Dienste unter einem Dach anbietet.
  • APDF ist mit 47 dezentralisierten Projektbüros in 8 Regionen Malis vertreten.
  • Im Jahr 2013 wurden allein bei APDF in Bamako 426 Mädchen und Frauen betreut, die meisten kamen aus Nordmali, 30 aus Südmali; im Jahr 2014 waren 505 Fälle, davon 24 aus Südmali; 2015 fanden 243 Mädchen und Frauen aus Nordmali und 25 aus Südmali gezielte Unterstützung und Hilfsangebote.
  • Mit den Schulungen zu einkommensschaffenden Aktivitäten werden pro Jahr ca. 300 Frauen direkt erreicht, durch den Multiplikatoreffekt in den Dörfern sogar noch weitaus mehr.
  • Durch regelmäßige Projekte und Veranstaltungen, wie beispielsweise zum 6. Februar, dem Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung, schafft APDF Bewusstsein in der Bevölkerung Malis für Probleme wie Gewalt an Mädchen und Frauen oder FGM und mobilisert diese gleichzeitig sich dagegen einzusetzen.
  • Darüber hinaus ist APDF eine anerkannte Frauenrechtsorganisation in Mali, deren Expertise von vielen Seiten aus Politik und Zivilgesellschaft angefragt wird.

 



Aktiv werden & Spenden

Verkauf von Stoffen, Nähprodukten und hergestellten Lebensmitteln. Foto: © TERRE DES FEMMES Verkauf von Stoffen, Nähprodukten und hergestellten Lebensmitteln. Foto: © TERRE DES FEMMES Damit APDF ihre Projekte für ein Leben frei von Gewalt weiterhin nachhaltig durchführen kann, ist die Organisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Unterstützen Sie APDF mit einer einmaligen Spende oder spenden Sie regelmäßig und werden Sie FörderIn!

Auch über die Spendenplattform betterplace.org können Sie APDF in ihrer Arbeit unterstützen!

Sie können auch mit dem Stichwort "Mali" auf folgendes Konto spenden:

EthikBank
IBAN DE35 8309 4495 0103 1160 00
BIC GENODEF1ETK

 

 

 

Weitere Informationen

Flyer

Jahresberichte

Die ehrenamtliche Projektkoordinatorin Susanne Meister berichtet jährlich zu den Projektentwicklungen:

Reiseberichte

Öffentlichkeitsarbeit

Betterplace

Im Rahmen unserer Spendenaktion auf betterplace.org informieren wir zudem regelmäßig über Neuigkeiten aus unserer Partnerorganisation.

Weitere Informationen erhalten Sie bei

TERRE DES FEMMES e.V.
Brunnenstr. 128, 13355 Berlin
Tel: 030 - 40 50 46 99-0
E-Mail: Kontaktformular