ohne Kategoriezuordnung

Rede von Mina Ahadi

„Im Namen des Zentralrats der Ex-Muslime und der neuen Initiative „Frauen gegen Taliban“ begrüße ich die Frauen in Afghanistan. Ich komme aus dem Iran und seit 42 Jahren kämpfe ich gegen das islamische Regime Iran. Weil wir schon gesehen haben, wo Islamisten Macht gewinnen und Frauen alles verlieren. Frauen wollen selbst entscheiden, mit wem sie Sex haben und nicht Mullah oder Gott.Foto Mina AhadiMina Ahadi

Wir haben eine Initiative aus 600 Aktivisten oder Organisationen gegründet, einen Aufruf unterschrieben, dabei sind zum Beispiel Maryam Namazie, Terres des Femmes.

Mein Punkt ist, die europäischen Regierungen - auch die deutsche Regierung - sollen darauf reagieren, sobald eine terroristisch-islamische Regierung in einem Land wie zum Beispiel Iran, Menschen hinrichtet oder Frauen steinigt. Dieses darf nicht einfach hingenommen werden. Die Menschen haben gelernt, mit den Bedrohungen umzugehen solange diese Brutalität auf das eigene Land begrenzt ist.
Jetzt hören wir von Politikern, Taliban wären gemäßigt und besser geworden. Aber Frauen und Menschen in Afghanistan haben Angst. Wir müssen die Stimmen von Frauen und Mädchen hören und uns diesen annehmen.

Wir müssen auf die Straße gehen und die westlichen Regierungen unter Druck setzen, die Taliban nicht anzuerkennen. Genau deswegen haben wir den 10. Oktober als Tag gegen die Taliban ausgerufen. Wir möchten weltweit in 100 Städten Demonstrationen organisieren, so auch in Kabul und also auch in Afghanistan.“

Rede Zahra Esrafil (Farsi und deutsch)

Foto Zahra EsrafilZahra EsrafilWir sind heute hier, um jeden von uns zur Stimme der afghanischen Frauen zu machen. Jeder von uns trägt die Verantwortung gegenüber den Frauen Afghanistans, den Kindern dieses Landes und der Geschichte unserer Generation, unseren Beitrag zum Kampf gegen die Taliban zu leisten.
Wir alle wissen jetzt von den Taliban und den Aktionen dieser Terrorgruppe, und ich glaube nicht, dass es in dieser begrenzten Zeit notwendig ist, sie noch einmal im Detail zu wiederholen. Wir sind hier, um eine weitere Katastrophe zu verhindern. In der Vergangenheit wurden viele große Probleme ignoriert, und jetzt sehen wir das katastrophale Ergebnis.

Damit meine ich zum Beispiel:

Als 2018 die Friedensgespräche begannen, wurde das Thema Frauen überhaupt nicht ernst genommen. Es gab keine Frauen bei den Taliban, und obwohl mehrere Frauen offiziell an den Friedensgesprächen teilnahmen, hatte deren Anwesenheit meist nur einen symbolischen Charakter. Aber dieses Thema sollte nicht vor den Augen informierter Frauen und internationaler Feministinnen verborgen werden, was leider passiert ist. Der zweite Punkt war, dass amerikanische und europäische Politiker mit Hilfe der unter ihrem Einfluss stehenden Medien den Taliban ein anderes Gesicht geben wollten, und die feministische Gemeinschaft war wie die anderen nur eine Zuschauerin, um zu sehen, wie sich die Taliban verändern. Jetzt haben wir keine Zeit, solche Fehler zu machen, und bevor die internationale Gemeinschaft die Taliban-Regierung anerkennen kann, müssen wir klar und deutlich fordern, dass wir die Menschenrechte der Frauen in Afghanistan wahren und Menschenrechtsorganisationen einbringen.

Allerdings behaupten politische Lobbyisten: "Die Taliban sind Teil des afghanischen Volkes und das afghanische Volk akzeptiert die Taliban."
Aber die Realität ist, dass sie nicht Teil des afghanischen Volkes sind, und es liegt in unserer Verantwortung, dass politische Lobbyisten die Stimme des Volkes nicht zum Schweigen bringen. Es ist unsere Pflicht, Teil der Stimmen von Frauen zu sein, die heute von den Taliban gewaltsam aus dem Klassenzimmer, dem akademischen Umfeld und dem Arbeitsplatz entfernt wurden.

Aber sie können Frauen nicht von der Straße entfernen, und es ist unsere Pflicht, für die Frauen einzustehen, die heute trotz aller Bedrohungen und Gefahren in Afghanistan auf die Straße gehen, um ihre Wut hinauszuschreien und gegen die fundamentalistischen religiösen Gesetze zu protestieren.
Die Proteststimme afghanischer Frauen ist heute eine bewusste und mutige junge Stimme, die im Gegensatz zu ethnischen und dschihadistischen Führern nie an politischen und kriminellen Handlungen beteiligt waren.

Wenn heute die Frauen der Welt nicht zu den Frauen Afghanistans stehen, wenn die Frauen und Feministinnen der Welt den Frauen Afghanistans den Rücken kehren - Was ist dann der Unterschied zwischen ihnen als Feministinnen und den chauvinistischen Politikern in ihren Ländern?
Als afghanische Frau möchte ich, dass Sie zu den afghanischen Frauen stehen und sie nicht allein lassen, wenn Sie an Gleichberechtigung und Menschlichkeit glauben.
Wir, die Frauen Afghanistans, fordern die Frauen in Deutschland auf, bei den anstehenden Wahlen dem Thema afghanische Frauen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Fordern Sie die falsche Politik ihrer Regierungen gegenüber Afghanistan heraus und vertreten Sie eine klare politische Haltung gegen sie.
Wir leben heute in einem Land, in dem die Kanzlerin eine Frau ist, aber warum schweigt Frau Merkel einen Monat nach dem Fall von Kabul immer noch zu Deutschlands Haltung zur unmenschlichen Behandlung von Frauen und ethnischen Minderheiten durch die Taliban?
Wir haben die Männerpolitik heute satt, aber Politikerinnen in der Welt folgen noch immer der politischen Linie der Männer.

Heute sind die Taliban nicht nur eine Bedrohung für die Frauen und Männer in Afghanistan, sie sind globale Terroristen und eine ernsthafte Bedrohung für alle Menschen der Welt, für die Jugendlichen, Frauen und Kinder, sogar die, die meilenweit von Afghanistan entfernt sind.
9/11, Der Pariser Terroranschlag, Die Tendenz der Jugend zu den Werten des politischen Islam und die Förderung des Dschihad sind die Kosten, die die internationale Gemeinschaft bezahlt hat, um den politischen Islam und den globalen Terrorismus zu ignorieren. Wenn wir uns also vereinen, können wir unsere Einstimmigkeit mit den Frauen Afghanistans in einen Protestschrei gegen den Chauvinismus der Staatsoberhäupter verwandeln.

 


ما امروز اینجا هستیم تا هر یک از ما صدای زنان افغانستان باشیم. هر یک از ما در مقابل زنان افغانستان در مقابل کودکان آن کشور و در مقابل تاریخ نسل خود مسوولیت داریم تا به اندازه خودمان سهمی در مبارزه علیه طالبان داشته باشیم.

اکنون همه ی ما در مورد طالبان و اعمال این گروه تروریستی می دانیم و لازم نمی دانم در این وقت محدود حرفهای تکراری گفته شود. ما اینجا هستیم تا با کمک هم از یک فاجعه ی دیگر پیشگیری کنیم. در گذشته روی بسیاری از مسائل بزرگ چشم پوشی کردند که اکنون نتیجه ی فاجعه بار آن را می بینیم. برای مثال:

وقتی مذاکرات صلح از سال ۲۰۱۸ به این طرف شروع شد، موضوع زنان به هیچ عنوان جدی گرفته نشد. در هیت طالبان هیچ زنی حضور نداشت  و در این سو نیز به صورت فورمالیته چند زن به مذاکرات صلح حضور پیدا کردند که بیشتر جنبه ی سمبولیک و فرمایشی داشتند. اما این مسئله نباید از دید زنان آگاه و فمینیستان بین المللی پنهان می ماند که متاسفانه اینگونه شد. مسئله ی دوم این بود که سیایتمداران امریکا و اروپا با کمک رسانه های زیر نفوذشان خواستند تا چهره ی دیگری به طالبان دهند که متاسفانه بازهم در این قسمت سهل انگاری شد وجامعه ی فمنیستی  نیز مانند سایرین فقط تماشاگر بودند، تا روند تغییر طالبان را مشاهده کنند. اکنون ما دیگر زمانی برای اشتباه کردن نداریم و باید پیش از اینکه جامعه ی بین الملل، دولت طالبان را به رسمیت بشناسند، ما به طور مشخص و با قاطعیت خواسته های خود را به منظور  حمایت از حفظ حقوق انسانی زنان در افغانستان  با دولتهای مطبوع خود و سازمان های مدافع حقوق بشر مطرح کنیم.

گرچه لابیگران سیاسی در تلاش اند تا بگویند:« طالبان بخشی از مردم افغانستان است و مردم افغانستان طالبان را پذیرا هستند.»

. اما واقعیت این است که انها بخشی از مردم افغانستان نیستند و این مسوولیت ما است که نگذاریم لابیگران سیاسی صدای اعتراض مردم را خاموش کنند. این وظیفه ماست که بخشی از انعکاس صدای زنانی باشیم که امروز از صنف های درسی، از محیط های اکادمیک از محیط های کاری با زور طالبان حذف شدند.

اما آنها نمی توانند زنان را از سرک ها حذف کنند و این وظیفه ماست که به حمایت از زنانی برخیزیم که امروز علارقم تمام تهدیدها و خطرهای که وجود دارد به سرک ها می ِآیند و فریاد خشم و اعتراضشان را از قوانین بنیادگرای دینی فریاد می زنند.

 امروز صدای اعتراض زنان افغانستان جوانانی هستند آگاه، جسور و رسالتمند که برخلاف رهبران قومی و جهادی، سیاستمداران مصالحه گر اهل معامله و خیانت نیستند.

امروز اگر زنان جهان در کنار زنان افغانستان ایستاده نشوند اگر زنان و فمنیستان جهان به زنان افغانستان پشت کنند. پس فرق بین آنها با سیاستمدارانشان در چیست؟

من به عنوان یک زن افغانستانی می خواهم که اگر به برابری و انسانیت باور دارید در کنار زنان افغانستان باشید و انها را تنها نمانید .

ما زنان افغانستان از زنان آلمان می خواهیم که در انتخابات پیش روی به موضوع زنان افغانستان بیشتر توجه کنند.

سیاست های غلط حکومت های خود را در قبال افغانستان به چالش بکشند.و در مقابل آنها  موضع گیری ها سیاسی شفاف خود را داشته باشند.

امروز ما در کشوری زندگی می کنیم که صدر اعظم آن یک زن است اما چرا خانم مرکل بعد از یک ماه  از سقوط کابل همچنان سکوت کرده است و موضع خود و آلمان را در قبال رفتارهای غیر انسانی طالبان مبنی بر حذف زنان و اقلیت های قومی را مشخص نکرده است؟

ما امروز از سیاست های مردانه خسته ایم اما زنان سیاستمدار جهان همواره خط سیاسی مردان را دنبال می کنند.

امروز طالبان فقط  خطر برای مردم و زنان افغانستان نیست انها تروریستان جهانی اند و برای تمام مردم جهان خطر جدی محسوب می شوند برای جوانان، زنان و کودکانی که حتی کیلومترها دور از افغانستان هستند.

۱۱سپتامبر، حادثه پاریس گرایش جوانان به ارزش های اسلام سیاسی، ترویج جهاد و نکاح در بین دختران سیاسی هزینه هایی است که جامعه ی جهانی برای نادیده گرفتن اسلام سیاسی و تروریستان جهانی پرداخته اند.فراموش نکنیم که صلح پایدار در جهان تنها با سهیم شدن زنان در فعالیت های عدالت خواهانه ممکن است.پس با اتحاد خود همصدایی خود را با زنان افغانستان به فریاد اعتراض در مقابل محافظه کاری سران دولتها بدل کنیم.

Rede von Sabour Zamani

Liebe freiheitsliebende Menschen vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Ich begrüße Sie im Namen des Afghanischen Kommunikations- und Kulturzentrums.

Ich bedanke mich für Ihr Mitgefühl und Solidarität für das Afghanische Volk. Sie haben von der Terrorherrschaft in Afghanistan durch die Nachrichten gehört.
Die Machtübergabe an die Taliban ist eine organisierte Katastrophe und ein Verbrechen an den Völkern Afghanistans. Foto Sabour ZamaniSabour ZamaniNach dem Ereignis in den USA am 11.09. 2001 begann am 07. Oktober 2001 der Krieg der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan. Nach der Entmachtung der Taliban haben die USA und weitere 48 Länder die Frauen in Afghanistan beglückwünscht, dass sie nun in Freiheit und Sicherheit leben würden.
Die USA und die Taliban haben am 26 Februar 2020 nach zweijährigen Gesprächen und Verhandlungen ein Friedensabkommen geschlossen, um die gesamte Macht in Kabul den Terrorbanden zu übergeben.

Nun, nach 20 Jahren, wurde die Terrorbande Taliban in Afghanistan wieder an die Macht gebracht.
Seit der Übergabe der Macht an die Terrorbande Taliban am 15. August herrscht weiter Terror in Afghanistan. Die jetzige Katastrophe wurde vor zwei Jahren in Duha von den USA, der NATO, Pakistan und Katar gut organisiert und mit Unterstützung von vielen anderen Ländern in Afghanistan durchgesetzt. Diese Katastrophe ist das direkte Ergebnis von internationalen machtpolitischen Auseinandersetzungen und dem Handeln mit der Terrormiliz Taliban. Jetzt überrascht zu tun, ist beschämend und ein Betrug an den Völkern Afghanistans und den Völkern der Welt.

Nun schaut die Welt auf Afghanistan und sieht, was die USA und ihre Verbündeten den Afghanen antun: Was der US-Imperialismus Afghanen vor 20 Jahren versprochen hat und wie Afghanistan nach 20 Jahren aussieht ist das Ergebnis des (vorgegebenen) Kampfs gegen den Terror in Afghanistan.
Was sie den Völkern versprochen haben, nämlich der Kampf gegen den Terror, dafür wurden Milliarden ausgegeben. Dafür haben sie tausende junge Männer aus aller Welt geopfert. Dafür haben sie zehntausende Kinder, Frauen und Männer in Afghanistan auf bestialische Art ermordet. Der Präsident Trump hat die Mutter aller Bomben in Afghanistan abgeworfen und erprobt.

Was hat der 20-jährige Krieg für Afghanistan und die Welt gebracht?
Der militärische Einsatz in Afghanistan wurde von der „Globalen Koalition gegen den Terror“ vornehmlich als Anti-Terrorkampf und mit der Befreiung der unterdrückten Frauen und Mädchen legitimiert.
Seit dem Überfall auf Afghanistan am 7. Oktober 2001 ist eine Welle der Gewalt losgebrochen und Terror herrscht über das Land. Seit 20 Jahren sind wir Zeuge des Verbrechens, der Gewalt und der Terrorherrschaft in Afghanistan.

Der 20-jährige Krieg und die Ausgaben von vielen Milliarden Dollar hat Afghanistan zu einem sehr gefährlichen Land nicht nur für die Völker Afghanistans sondern für die ganze Welt gemacht. Ein sehr sicherer Ort für alle Terrorbanden aus aller Welt. Nun sind wir Zeuge, dass dem Terror offiziell die Macht übergeben wurde und der Terror wird als Partner für Sicherheit und Frieden der Welt anerkannt.
Der US Frieden mit den Taliban, wie der angebliche US Krieg gegen die Taliban brachte und bringt keinen Frieden und keine Sicherheit für das Land, sondern eine Weiterführung des Kriegs mit allen Mittel gegen die Menschen und das Land Afghanistan.
Durch den Frieden mit den Taliban und die Besetzung Afghanistans durch Pakistan schützen nun die Taliban an Stelle der Bundeswehr das Interesse der Bundesrepublik am Hindukusch. Der Frieden mit den Taliban schützt die Interessen der USA und ihrer Verbündeten in Afghanistan. Die Macht und Kontrolle über Afghanistan liegen nun bei Pakistan. Pakistan und die Taliban haben allen diesen Ländern versprochen ihre Interessen gut im Auge zu halten. Der Taliban-Terror und der US-Krieg und Terror war und ist aus afghanischer Sicht weder ein Befreiungskrieg, noch ein heiliger Krieg, es ist ein schmutziger Krieg auf dem Rücken der Afghanen. Dieser US, Nato und Taliban Krieg war und ist Terrorismus.
Die USA haben über 5000 Terroristen aus den Gefängnissen von Kabul frei gelassen, um die Taliban zu stärken. Sie haben die Top-Terroristen Haqqani, Mullah Brader, und so weiter aus dem Gefängnis frei gelassen, um ihnen die Macht in Afghanistan zu übergeben. Diese wilde Bande versucht durch Ermordung von Menschen und Terror, psychologischen Druck auf unser Volk auszuüben, damit die Völker Afghanistans jede Art von schändlichen Lehren der Taliban ohne Widerspruch akzeptieren.

Was werden die Taliban für die Völker Afghanistan bringen?

Die Taliban sind nach Afghanistan geschickt worden, um das Licht der Afghanen zu löschen. Sie greifen als erstes die Frauen in Afghanistan an. Das heißt die Mehrheit des Landes und die sich als Motor der Bewegung und des Fortschritts bewiesen haben. Sie wurden wieder eingesperrt. So wird Afghanistan im dunkel gehalten.

Die Taliban sind nach Afghanistan geschickt worden, um die Kulturen in Afghanistan auszulöschen. Sie greifen sofort die Künstler und Künstlerinnen und zertrümmern die Musikhäuser und Musikinstrumente. Sie greifen das Bildungssystem Afghanistans an, um es auszulöschen. Was wollen wir von den Taliban?
Seit der Macht Übergabe an die Taliban protestieren hunderttausende Afghanen in Afghanistan und in der ganzen Welt, um sehr deutlich Ihre Forderungen an die Taliban und ihre Unterstützer zum Ausdruck zu bringen.

Das heißt:
Nieder mit den Taliban.
Pakistan raus aus Afghanistan
Wir wollen eine freies unabhängiges und demokratisches Afghanistan
Keine Macht für den Terror
Keine Anerkennung der Terrorherrschaft in Afghanistan
Kein Verhandeln mit Terroristen
Afghanistan gehört den Afghanen
Die Hände von Bush, Obama, Trump und Biden sind mit Blut von hunderttausenden afghanischen Kindern, Frauen und Männer verschmiert. Hände Weg von Afghanistan.
Keine diplomatische Anerkennung des Terrorregimes
Unser Protest heute hier richtet sich an die Bundesregierung mit der Forderung: das Terrorregime diplomatisch nicht anzuerkennen und Frauenrechte nicht als Verhandlungsmasse zu nutzen.
Keine Waffen an die Terrorbande
Keine politische und moralische Unterstützung für die Terrorbande Taliban
Stoppt den Terror und Krieg in Afghanistan
Wir möchten Solidarität aller Völker der Welt
Hoch die internationale Solidarität

 

Rede von Mariam Wahed

Liebe Menschenrechtler & Menschenrechtlerinnen,
und liebe Frauen-Aktivisten,
ich begrüße Euch herzlich und freue mich sehr, heute zu Euch sprechen zu dürfen.

Foto Mariam WahedMariam WahedMein Name ist Mariam Wahed. Ich bin Deutsche mit einem afghanischen Hintergrund. Meine persönlichen Erfahrungen seit 25 Jahren, die Bedrohungen, Erniedrigung und Gewalt umfassen, haben mein Engagement für die
Menschenrechte und die Hilfe für Frauen und Kinder geprägt.

Im Laufe der Jahre habe ich mich in Deutschland in vielen Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International, TDF, Frauenhilfe Afghanistan e.V. und aktuell im National Kongress Afghanistan in Europa engagiert.

Am 27. September 1996 fängt der dunkelste Teil der Geschichte Afghanistan an. Mit pakistanischer Unterstützung und verdeckter Mitwirkung der Vereinigten Staaten, übernahmen die Taliban die Macht und schafften alle grundlegenden Menschenrechte der Frauen ab und erhoben folgende zutiefst menschen- und frauenfeindlichen Regelungen zum Gesetz:

  • Vollständiges Verbot für Frauen, außerhalb ihrer Häuser zu arbeiten.
  • Verbot für Frauen, Aktivitäten außerhalb ihres Hauses ohne die Begleitung männlicher Verwandter zu machen.
  • Verbot für Frauen, an Schulen, Universitäten oder anderen Einrichtungen zu studieren.
  • Verhüllungspflicht, öffentliches Auspeitschen von Frauen, die ihre Fußgelenke nicht verhüllten
  • Die Fenster der Häuser mussten angestrichen werden, damit man die Frauen von außen nicht sehen konnte.

Diese schreckliche Liste der Frauenrechtsverletzungen ist noch länger.
In dieser Zeit wurde meine verwitwete Schwester von einem Taliban mit Gewalt und Bedrohung zwangsverheiratet. Als die Amerikaner die Taliban besiegten, floh meine Schwester vor dem Taliban nach Kabul, aber der Taliban fand sie an der Bushaltestelle und tötete sie auf der Stelle.

Die Taliban haben auch meine zwei minderjährigen Nichten entführt und vergewaltigt und am Ende verheiratet. So ist die Situation.

Am 15. August 2021 stand die Welt leider wieder unter Schock, weil die Taliban wieder problemlos an die Macht kamen, als ob es geplant war mit organisierter Unterstützung der Amerikaner.
Somit wurde der Krieg gegen Radikalismus verloren.

Die Geschichte Afghanistans hat sich so im schlimmen Sinne wiederholt.
Nun wünsche ich mir, dass die deutsche Regierung, das frauenfeindliche Taliban-Regime, Feinde der Zivilisation, nicht anerkennt. Ansonsten bedeutet das Anerkennung der Täter des gewalttätigen Regimes für uns Menschenrechtlerinnen und die Welt wird zum Mittäter.

Als Pädagogin ist mir immer besonders bewusst, wie wichtig Bildung gerade für Frauen und Mädchen ist, um ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.
Wenn in einem Land Diktatur von Taliban herrscht, haben die Frauen keine Rechte auf Sicherheit, auf Gesundheit, auf Bildung, auf Arbeit, auf Selbstbestimmung, und sogar auf freie Wahl der Ehepartner.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

Rede für den 23.9.21 zur Demonstration vor dem Brandenburger Tor, Berlin

Solidarität mit den Mädchen und Frauen in Afghanistan. JETZT!

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter für die Menschenrechte der Frau, für ein Afghanistan der Rechtstaatlichkeit und Gleichberechtigung, Liebe MitorganisatorInnen und UnterstützerInnen!

Foto Godula KosackGodula KosackDie erneute Machtergreifung der Taliban in Afghanistan ist ein Schlag ins Gesicht für alle, die sich der Frauenemanzipation verschrieben haben. Da entwickelte sich Afghanistan eine Gesellschaft, in der für Frauen alle sozialen, kulturellen und politischen Positionen erreichbar wurden. Die islamistischen Taliban, die von 1996 bis 2001 das Land mit Terror regiert hatten, waren in abgelegene Bergregionen zurückgedrängt worden. NATO-Verbündete versprachen der demokratisch gewählten Regierung Unterstützung im Kampf gegen die Terrorherrschaft, in der Frauen jegliche Menschenrechte verweigert wurden. Was immer die NATO dort gesucht hatte, sie schien ihre eigennützigen Interessen nicht verwirklichen zu können. Deshalb wurde kurzerhand der Truppenabzug beschlossen, zunächst von den Amerikanern und dann von allen Verbündeten. Zurück blieb ein Scherbenhaufen von Hoffnungen, die Afghaninnen und Afghanen für eine demokratische Gesellschaft gehegt hatten. Binnen kürzester Zeit setzten die Taliban allen Projekten und Bewegungen ein Ende, die Rechtsstaatlichkeit, ethnische und religiöse Diversität und vor allem die Gleichberechtigung der Geschlechter zum Ziel hatten. Ohnmacht, Unsicherheit und Angst vor Verfolgung, vor Vergeltung und vor gesellschaftlichen Rückschritten beherrschen seitdem das Land und vor allem den Diskurs unter Frauen. Alle Afghaninnen, mit denen TERRE DES FEMMES in und außerhalb von Afghanistan in Kontakt steht, vertrauen den Versprechungen der Taliban nicht. Sie sind überzeugt, dass die Taliban nur so lange „gemäßigte“ Töne anschlagen, bis sie sich den politischen und finanziellen Rückhalt der internationalen Gemeinschaft gesichert haben.

Die Taliban behaupten, Frauen stünden alle Positionen und Handlungsräume offen, solange diese die Scharia nicht verletzten. Sind solche Phrasen mehr als Augenwischerei? Wohl kaum.

Schon die jüngsten Entwicklungen in Afghanistan sprechen eine deutlich Sprache: AugenzeugInnen berichten von Hausdurchsuchungen bei Aktivistinnen, Gewalt gegen Demonstrantinnen und willkürlichen Festnahmen einstiger Politikerinnen. In der Übergangsregierung der Taliban sitzt keine einzige Frau, Mädchen und Lehrerinnen wird der Zugang zu weiterführenden Schulen verweigert, Frauen werden landesweit aufgefordert, nicht zur Arbeit zu kommen; das Frauenministerium wurde abgeschafft und dafür das Ministerium zur Förderung der Tugend und Verhinderung des Lasters wiedereingesetzt. Eine derartige Behörde war während der ersten Taliban-Herrschaft für Auspeitschungen von Frauen verantwortlich.

Die islamistische Terrorherrschaft will eine absolute Geschlechter-Apartheid: Frauen droht Entmündigung und Entrechtung. Ob oder welche Menschenrechte Frauen zugestanden werden, liegt in der Willkür von Männern, genauer gesagt in der Willkür von religiösen Fundamentalisten, die die Scharia als Grundlage für die gesellschaftliche Ordnung und das Zusammenleben der Geschlechter seit jeher ultrakonservativ auslegen.

War das abzusehen, als die NATO-Truppen ihren Abschied nahmen? Auf alle Fälle! Die Taliban hatten elf Jahre lang im Hintergrund, aber weder geheim noch unsichtbar, auf ihre Chance gelauert, erneut die Macht zu übernehmen, die sie jetzt unbeirrt an sich reißen.

Aber was haben sie geerntet? Eine handfeste Wirtschaftskrise. Wie können sie ein Land regieren, dem das ökonomische Fundament fehlt? Wie können sie eine Bevölkerung regieren, die mehrheitlich keine sogenannten Gotteskrieger an der Spitze will, die ihre Rechte einfordert und reelle Zukunftsperspektiven braucht? Eine humanitäre und gesellschaftliche Katastrophe droht.

Demokratisch gesinnte Frauen sehen einer trüben Zukunft entgegen:

Unter der Herrschaft der Islamisten werden sie zukünftig landesweit keinen Zugang zu höherer Bildung, Berufen ihrer Wahl, wirtschaftlicher Unabhängigkeit und politischer Mitbestimmung haben. Sie werden wieder nur mit Tschador oder Burka und im schlimmsten Fall nur in männlicher Begleitung das Haus verlassen dürfen. Früh- und Zwangsverheiratung werden wieder Einzug halten. Wie werden die Taliban mit Frauen verfahren, die öffentlich für ihre eigenen und die Rechte anderer Frauen eingetreten sind, wenn das Auge der Weltöffentlichkeit nicht mehr auf sie gerichtet ist? Wie mit Künstlerinnen, Wissenschaftlerinnen, Sportlerinnen, mit der LGBTIQ-Community und Angehörigen ethnischer Minderheiten?

Die Enttäuschung, ja, die Entrüstung über die internationale Gemeinschaft ist groß.

Wir befürchten, dass der politische Westen bereit ist, die Frauen und ihre Rechte zu opfern, um einen Fuß beim Wiederaufbau des Landes in die Tür zu bekommen. Denn, so wird gemauschelt, sonst übernehmen die Chinesen oder die Russen die einflussreiche Geberrolle und üben geostrategischen Einfluss am Hindukusch aus – ohne Europa oder die USA.

Was können wir tun, um den Ausverkauf der Frauenrechte zu verhindern?

Wir wollen und dürfen die Hoffnungen und Verbesserungen der letzten 20 Jahre nicht begraben. Auch wir tragen Verantwortung dafür, wenn Frauen Entrechtung, Früh- und Zwangsverheiratung, sexueller Gewalt und gar öffentlichen Hinrichtungen ausgesetzt sind.

Deshalb fordern wir von der Bundesregierung und der internationalen Gemeinschaft jetzt, unter Ausschöpfung aller Ressourcen und Möglichkeiten, dafür Sorge zu tragen:

  • Dass weiterhin akut gefährdete Frauen unverzüglich evakuiert werden oder ihnen die Flucht ermöglicht wird. Ihnen muss eine Aufnahme in Anrainerstaaten garantiert und Asyl in Ländern ihrer Wahl gewährt werden.

Es muss Sorge getragen werden,

  • Dass die Menschenrechte aller Mädchen und Frauen in Afghanistan gewahrt bleiben,
  • Dass Mädchen und Frauen einen gleichberechtigten Zugang zu Hilfs- und Versorgungsleistungen haben,
  • Dass laufende oder neue zivilgesellschaftliche Projekte der humanitären Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit für, mit und durch afghanische Mädchen und Frauen durchgeführt werden,
  • Dass frauenrechtliche Standards bei humanitären und entwicklungsbezogen Organisationen vor Ort eingehalten werden,
  • Dass eine unabhängige Menschenrechtskommission eingesetzt wird, die die Einhaltung der Frauen- und Menschenrechte in Afghanistan überwacht und für Strafverfolgung Sorge trägt.

Wir fordern die deutsche Bundesregierung und die internationale Gemeinschaft nachdrücklich dazu auf, die Führung der Taliban, das sogenannte Islamische Emirat Afghanistan, diplomatisch nicht als Regierung anzuerkennen sowie von jedweder direkten Unterstützung der Taliban abzusehen. Stets muss deutlich kommuniziert und politisch entsprechend gehandelt werden, dass die radikalislamische, zutiefst frauenfeindliche ideologische Ausrichtung der Taliban die Menschenrechte, das Prinzip der Rechtsstaatlichkeit und der Gleichberechtigung der Geschlechter mit Füßen tritt.

Unsere Solidarität und Unterstützung gilt den mutigen Frauen, die in Herat, Kabul und anderswo auf die Straße gehen und ihr Recht auf Arbeit, auf Bildung und auf Freiheit einfordern. „Frauenreche und Menschenrechte!“ rufen sie.

Die Möglichkeiten freier Entfaltung und Mitgestaltung der Gesellschaft in den letzten 20 Jahren, lassen sich nicht ohne Weiteres unter der Burka verstecken. Frauen in Afghanistan stehen an der vordersten Front im Kampf gegen das Patriarchat. Sie kämpfen für uns alle. Wenn sie verlieren, dann verlieren auch wir, dann verschiebt sich die Front des Patriarchats in unsere Richtung. Dann verliert auch das internationale Bekenntnis zum Wert und Schutz der Menschenrechte. Entwicklung und Fortschritt sind nur in einer Gesellschaft denkbar, in der die Geschlechter gleichberechtigt sind. Die Forderungen der Frauen Afghanistans sind unsere Forderungen. Bleiben wir wachsam!

Beitrag von UN Women Deutschland e.V. in Berlin am 23.09.2021

„Solidarität für afghanische Mädchen und Frauen“

Nach dem Aufruf von TERRE DES FEMMES hat sich auch UN Women Deutschland der heutigen Demonstration angeschlossen, um ebenfalls die Sorge um die Rechte und die Sicherheit der Frauen und Mädchen in Afghanistan, aber auch die volle Solidarität mit allen Frauen Afghanistans auszudrücken.

Die Versprechen der Taliban, die Rechte von Frauen und Mädchen zu achten, werden derzeit immer unglaubwürdiger. Frauen sind in der von den Taliban eingerichteten neuen Regierung ausgeschlossen. Das Frauenministerium wurde abgeschafft und ein neues "Ministerium der Tugend und Laster" eingeführt. Friedliche Proteste werden mit Gewalt aufgelöst und Mädchen wird die Sekundärbildung verwehrt.

Foto Bettina MetzBettina MetzSolche Maßnahmen bekräftigen die Besorgnis der internationalen Gemeinschaft, dass die Menschenrechte von Frauen und Mädchen, einschließlich ihres Rechts auf Teilnahme am öffentlichen und politischen Leben in der Praxis eingeschränkt werden. Frauenrechte sind Menschenrechte; und diese sind nicht verhandelbar!

Mit der Verfassung Afghanistans aus dem Jahr 2004, in der die Gleichberechtigung aller Bürger*innen fest verankert ist, ist der derzeitige Kurs der Taliban nicht vereinbar. Außerdem hat Afghanistan das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau (CEDAW) ohne Vorbehalt ratifiziert und 2015 einen nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der Resolution 1325 „Frauen, Frieden und Sicherheit“ angenommen. Diese Verpflichtungen sind rechtsverbindlich und UN Women setzt sich dafür ein, dass diese auch weiterhin gelten. Die Taliban-Führung ist mit Übernahme der Kontrolle verpflichtet, die Grundrechte und damit auch die Garantie der Gleichberechtigung aller Bürger*innen in vollem Umfang zu gewährleisten. Wenn Frauen keinen gebührenden Platz in der Regierung und der Gesellschaft einnehmen können, ist dies ein Rückschritt, der die Arbeit der letzten 20 Jahre in Frage stellt. Die Beteiligung von Frauen ist eine Grundvoraussetzung für die Gleichstellung der Geschlechter und für eine echte Demokratie.

Der Kurs, den die Taliban derzeit in Bezug auf Frauen- und Menschenrechte einschlagen, muss sich dringend ändern, um die wachsende Besorgnis der internationalen Gemeinschaft auszuräumen und eine sichere Zukunft für Frauen und Mädchen zu garantieren. Die Normalisierung von Gewalt ist inakzeptabel.

Die Fortschritte der letzten 20 Jahre dürfen nicht zunichtegemacht werden, indem Frauen - als Stütze der Gesellschaft - aus dem öffentlichen Leben mehr und mehr verschwinden.

Es muss sichergestellt werden, dass eine sichere Ausreise, aber auch humanitäre Hilfe vor Ort gewährleistet wird und Organisationen wie UN Women ihre Arbeit vor Ort fortsetzen können. Frauen ihr Recht auf Teilhabe am öffentlichen und politischen Leben uneingeschränkt, gleichberechtigt und sicher wahrnehmen können. Es ist erschreckend, dass es kurz nach der Übernahme der Kontrolle durch die Taliban zu Menschenrechtsverstößen gekommen ist. Es muss Frauen und Mädchen möglich sein, ihr Recht auf friedlichen Protest wahrnehmen zu können, ohne Gewalt befürchten zu müssen. Derartige Verstöße müssen überwacht und untersucht werden und Maßnahmen ergriffen werden.

Wir können hier heute als Teil der internationalen Gemeinschaft gemeinsam dafür sorgen, dass die Aufmerksamkeit weiter auf Afghanistan gerichtet ist. UN Women ist wie andere Organisationen der Vereinten Nationen vor Ort und versucht alles, um die Rechte von Frauen und Mädchen zu schützen. UN Women betreibt in Afghanistan Einrichtungen, um Frauen vor Gewalt zu schützen. Diese Einrichtungen sind so wichtig wie noch nie. Wir müssen UN Women bei ihren Bemühungen unterstützen, für die Rechte aller Frauen und Mädchen in Afghanistan einzutreten. Wir rufen unsere Bundesregierung dazu auf, Sorge zu tragen, dass UN Women in Afghanistan und anderen Krisenregionen arbeitsfähig bleibt. Aber auch wir alle, können Frauen und Mädchen in Afghanistan unterstützen, indem wir UN Women stärken. Regelmäßige Informationen fidnen Sie auf unserer Webseite www.unwomen.de.

Vielen Dank

Grußwort von Dr. Massouda Jalal

Für die Kundgebung „Solidarität mit afghanischen Frauen und Mädchen“, organisiert von Terre des Femmes am 24.9.2021 in Berlin 

Wir erheben heute unsere Stimme aufgrund der beunruhigenden politischen Entwicklungen in Afghanistan. Der Zusammenbruch der afghanischen Regierung wurde nach dem Abzug der Amerikaner erwartet. Unsere Armee konnte ohne die Hilfe der Amerikaner im Krieg gegen die Taliban keinen Widerstand mehr leisten, und die afghanische Regierung war nicht stark genug, um allein zu überleben und den Krieg gegen die Taliban erfolgreich zu führen.Foto Massouda Jalal

Diese Entwicklung war unvermeidlich, nachdem die Verhandlungen mit den Taliban in Doha abgeschlossen wurden. Nach der Flucht von Präsident Ghani nutzten die Taliban das Machtgefälle und übernahmen die Kontrolle über Kabul.

Bereits nach der ersten Machtübernahme der Taliban im Jahr 1996 waren die afghanischen Frauen nicht mehr als Bürgerinnen ersten Grades betrachtet worden. Ihnen wurde die Teilnahme am sozioökonomischen und politischen Leben verwehrt. Frauen waren in die eigenen vier Wände eingesperrt und lebten auf dem allerniedrigsten Niveau im Vergleich zu Frauen in anderen Gesellschaften.

Wir als afghanische Frauenaktivistinnen glauben dennoch an den Erfolg. Auch wenn wir von einem Misserfolg im Jahr 1996 zu einem weiteren Misserfolg im Jahr 2021 wechseln, verlieren wir nicht die Motivation, für Freiheit und Gerechtigkeit zu kämpfen. Wir werden weiter für unsere Rechte kämpfen, für Freiheit und Gerechtigkeit, so wie in der Vergangenheit, um den positiven Wandel herbeizuführen, den wir erreichen wollen. Dabei sind wir zu jedem Opfer bereit!

Dies ist unser Versprechen an die Welt: Wir werden diese Mission nicht unvollendet lassen! Die afghanische Frauenbewegung wird diese Mission in Richtung Freiheit und Gleichberechtigung sicher zu Ende führen! Wir Frauen Afghanistans haben diesen Kampf seit Jahrzehnten gemeinsam geführt und wir werden ihn auch weiterhin führen. Wir werden nicht kapitulieren vor der Dunkelheit der uns aufgezwungenen Ideologien und Politik, die vor uns liegt.

Als afghanische Frauen wollen wir die Kultur der Rückständigkeit, die Kultur der Unterdrückung, die Kultur der Diskriminierung und der Gewalt bekämpfen. Wir wollen die Gelegenheit nutzen, die sich uns durch die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft bietet – wir wollen die Demokratie in Afghanistan, und Freiheit von Extremismus, Unterdrückung und Diktatur.

Besonders wichtig ist dabei die Befreiung der Frauen. Der Status der afghanischen Frauen hängt nach zwei Jahrzehnten internationaler Unterstützung noch immer am seidenen Faden. Es geht jetzt darum, dass nicht alle hart erkämpften Errungenschaften verloren gehen, während die internationale Gemeinschaft abzieht.

Seit die Taliban auf tragische Weise erneut die Macht übernommen haben, vertreten sie eine radikale und frauenfeindliche Politik. Die Taliban sollten daran erinnert werden, dass sie in den späten neunziger Jahren schon einmal gescheitert sind. Die Taliban müssen begreifen, dass der Kampf der afghanischen Frauen nur eine Richtung kennt, nämlich VORWÄRTS!

Es wäre richtig, die Vereinten Nationen aufzufordern, dass sie Maßnahmen ergreifen, um Afghanistan auf Wahlen und eine inklusive Regierung vorzubereiten, damit sich alle sozialen und ethnischen Gruppen in der Regierung wiederfinden, insbesondere aber die Frauen, die die Hälfte der Gesellschaft ausmachen. Die Menschen in Afghanistan haben das Recht, ihr Schicksal und ihre Zukunft selbst zu bestimmen, und diese Chance sollte ihnen gegeben werden.

Gleichzeitig gilt: Die Welt darf die Taliban-Regierung nicht anerkennen. Ihnen darf aus der EU keine Legitimation gegeben werden! Die internationale Gemeinschaft sollte Afghanistan nicht im Stich lassen. Sie sollte die Menschen in Afghanistan direkt mit wirtschaftlicher und humanitärer Hilfe unterstützen. Gleichzeitig sollte die Bildung einer repräsentativen, demokratischen und integrativen Regierung unterstützen, die die grundlegenden Menschenrechte achtet und gemeinsame und nachhaltige Ziele in Bezug auf Frieden, Sicherheit, Stabilität und Schutz erreicht.


Greeting by Dr. Massouda Jalal

For the rally "Solidarity with Afghan women and girls", organized by Terre des Femmes in Berlin on 24.9.2021 

We are raising our voices today because of the disturbing political developments in Afghanistan. The collapse of the Afghan government was expected after the withdrawal of the Americans. Our army could no longer resist without American help in the war against the Taliban, and the Afghan government was not strong enough to survive on its own and successfully wage war against the Taliban.

This development was inevitable after negotiations with the Taliban were concluded in Doha. After President Ghani fled, the Taliban took advantage of the power imbalance and took control of Kabul.
When Taliban first took power in 1996, Afghan women were no longer considered first-degree citizens. They were denied participation in socioeconomic and political life. Women were confined to their homes and lived at the very lowest level compared to women in other societies.

Nevertheless, we as Afghan women activists believe in success. Even if we go from failure in 1996 to another failure in 2021, we will not lose our motivation to fight for freedom and equity. We will continue to fight for our rights, for freedom and equity, as we have in the past, to bring about the positive change we want to achieve. In doing so, we are ready to make any sacrifice!

This is our promise to the world: we will not leave this mission unfinished! The Afghan women’s movement will surely complete this mission towards freedom and equity! We women of Afghanistan have waged this struggle together for decades and we will continue to do so. We will not capitulate to the darkness of ideologies and policies imposed on us ahead.

United we will face any enemies, we will succeed and the golden pages our our white history will be the legacy for generations of women to come. As Afghan women, we want to fight the culture of backwardness, the culture of oppression, the culture of discrimination and violence. We want to take advantage of the opportunity provided by the support of the international community - we want democracy in Afghanistan, and freedom from extremism, oppression and dictatorship. The liberation of women is particularly important in this regard. The status of Afghan women is still hanging by a thread after two decades of international support. The issue now is to ensure that all hard-won gains are not lost as the international community pulls away.

Since the Taliban tragically retook power, they have advocated radical and anti-women policies. The Taliban should be reminded that they failed once before in the late 1990s. The Taliban must understand that the struggle of Afghan women knows only one direction, FORWARD!

It would be right to ask the United Nations to take action to prepare Afghanistan for elections and an inclusive government so that all social and ethnic groups are reflected in the government, but especially the women who make up half of society. The people of Afghanistan have the right to determine their own destiny and future, and they should be given this opportunity.

At the same time, the world should not recognize the Taliban government. They must not be given legitimacy from the EU! The international community should not abandon Afghanistan. It should directly support the people of Afghanistan with economic and humanitarian aid. At the same time, it should support the formation of a representative, democratic and inclusive government that respects basic human rights and achieves common and sustainable goals of peace, security, stability and protection.

Unsere Forderung „DEN KOPF FREI HABEN“  

TERRE DES FEMMES fordert:

Kopf frei Schulhof A6 Slogan cmyk 300dpiGrafik: © Miriam Barton

Eine bundesweite Regelung zum sogenannten Kinderkopftuch in öffentlichen Bildungseinrichtungen. Öffentliche Schulen müssen für alle Minderjährigen eine selbstbestimmte und freie Entwicklung ermöglichen und als staatliche Orte religiöse und ideologische Symbolik vermeiden. Nur so kann der Staat seinen Bildungsauftrag erfüllen und Heranwachsenden die Wichtigkeit von Gleichberechtigung vermitteln sowie demokratisches Denken fördern. Mit der Regelung zum sogenannten Kinderkopftuch sollen alle religiösen und weltanschaulichen Symbole in Schulen verboten werden.

Wieso diese Forderung?

Als Frauenrechtsorganisation setzt sich TERRE DES FEMMES für die Rechte von Mädchen und Frauen ein. Alle Traditionen und Symbole, die ausschließlich Mädchen und Frauen betreffen, sollten kritisch betrachtet werden. Der öffentliche Bildungsraum bietet die Möglichkeit, Kinder zum selbstständigen und freien Denken aufzufordern und im Unterricht traditionelle Rollenvorstellungen und Familienkonstellationen zu hinterfragen. Das sogenannte Kinderkopftuch erschwert den betroffenen Mädchen eine gleichberechtigte Teilhabe an schulischen oder außer-schulischen Aktivitäten, wie am Schwimm- und Sportunterricht.

 

 

Das sogenannte Kinderkopftuch steht für:
  • eine geschlechtsspezifische Diskriminierung
  • eine fundamentalistische Auslegung des Islam
  • Einteilung in „ehrbare“ und „nicht ehrbahre“ Mädchen
  • Kontrolle über den Körper von Kindern
  • frühes Erlernen von Sittsamkeit und Frömmigkeit
  • weitere körperliche und seelische Einschränkungen
TERRE DES FEMMES wünscht sich für alle Mädchen, dass sie
  • gleichberechtigt
  • frei von sozialem oder familiärem Druck
  • ohne Einschränkungen, die das „Kinderkopftuch" mit sich bringt
  • am Schwimm- und Sportunterricht teilnehmend
  • aufwachsen können
 

 

Grafik: © Miriam Barton
Grafik: © Miriam Barton

Aus einer westlichen Perspektive kann das sogenannte Kinderkopftuch harmlos wirken. Beschäftigt man sich jedoch genauer damit, wird deutlich, dass Mädchen durch das Tragen eines Kopftuchs in einem sehr jungen Alter lernen sollen, ihren Körper und ihre Haare vor „fremden Blicken zu schützen“. Das sogenannte Kinderkopftuch ist ein frühes Mittel, Sittsamkeit und Frömmigkeit zu erlernen und geht mit weiteren Verboten oder Pflichten für die betroffenen Mädchen einher.

In den letzten Jahren treten immer mehr LehrerInnen, PädagogInnen und ErzieherInnen an TERRE DES FEMMES heran und berichten von Kleinkindern, die bereits in sehr jungen Jahren jeden Tag ein Kopftuch in der Kindertagesstätte tragen. Auch in den Grundschulen beobachten LehrerInnen einen eindeutigen Anstieg an Mädchen mit Kopftuch.

 

Was LehrerInnen dazu sagen: 

„Die Mädchen denken schon im Übergang zur 5. Klasse darüber nach, ob sie zu Beginn der 5. Klasse das Kopftuch tragen, damit sie es später nicht erklären müssen. Das Thema beschäftigt sie sehr. Sie sind sehr intensiv mit ihrer Rolle als Frau beschäftigt und welche Rolle sie erfüllen können. Mit 10 Jahren die Rolle als Frau einzunehmen, finde ich eine komplette Überforderung. Ich beobachte, dass das Lebhafte verschwindet, die Neugierde und Lebensfreude nimmt ab, Teilhabe an Veranstaltungen wird vermieden oder erschwert.“
„Eine gesetzliche Regelung des ‚Kinderkopftuchs‘ würde meine Arbeit als Lehrerin erleichtern: Ich kann die Mädchen und jungen Frauen begleiten, sie stärken, mit ihnen über die Hintergründe und ihre Motivation, ein Kopftuch tragen zu wollen, sprechen. Wächst das Mädchen mit verhülltem Haar auf, stehen wir bereits vor Tatsachen – eine große Entscheidung ist dabei schon getroffen.“


Weitere Zitate sowie das Ergebnis der LehrerInnen-Umfrage zum „Kinderkopftuch“ finden Sie hier.

Wie ist die rechtliche Lage?

TERRE DES FEMMES hat den renommierten Professor für Staatsrecht Prof. Dr. Nettesheim beauftragt, ein Rechtsgutachten zu erstellen, welches die Machbarkeit einer gesetzlichen Regelung zum „Kinderkopftuch“ prüft. Ihm zufolge umfasst der staatliche Erziehungsauftrag, Mädchen und Jungen zur Reflektion anzuregen und auf ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmtheit vorzubereiten. Der Raum Schule sollte deshalb frei von allen religiösen und weltanschaulichen Symbolen gehalten werden.
 
Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände in Deutschland (BAGIV) hat ein Rechtsgutachten zur Frage der Zulässigkeit eines Kopftuchverbotes für Minderjährige erstellen lassen. Prof. Dr. Schwarz kommt in diesem Gutachten ebenfalls zur Schlussfolgerung, dass ein Verbot verfassungskonform wäre. Er betont die Schutzverantwortung des Staates bei Grundrechten von Kindern unter 14 Jahren.

Ein weiterer wichtiger Schritt für die Einschätzung der rechtlichen Lage ist der Grundgesetzkommentar des ehemaligen Richters des Bundesverfassungsgerichts Prof. Dr. Dr. Di Fabio zum Artikel 4  GG (Religionsfreiheit). In diesem schließt er sich dem von TERRE DES FEMMES beauftragten Gutachten von Prof. Dr. Nettesheim vollumfänglich an.

 

 
TERRE DES FEMMES setzt sich für ein freies und zukunftsorientiertes Frauenbild ein und distanziert sich in aller Deutlichkeit von RechtspopulistInnen, weil diese ein rückwärtsgewandtes, faschistisches, unmenschliches und antifeministisches Weltbild vertreten (TDF Stellungnahme zu Rechtspopulismus und Extremismus).

 

Wie geht es weiter?

Nachdem die Petition „DEN KOPF FREI HABEN!“ erfolgreich an das Bundesjustizministerium übergeben wurde, konzentriert sich TERRE DES FEMMES auf Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. TERRE DES FEMMES erarbeitet verschiedene Formate und Konzepte, um auf das Thema aufmerksam zu machen und vor allem Betroffenen Mädchen zu helfen. In allen politischen Gesprächen betont TERRE DES FEMMES die Dringlichkeit einer unabhängigen Studie zu den Zahlen und Fakten des „Kinderkopftuchs“. Vor allem die psychischen und gesundheitlichen Folgen sowie Fallzahlen sind unabdinglich, um Betroffenen Kindern helfen zu können.

 

Als Deutschlands größte Frauenrechtsorganisation sieht TERRE DES FEMMES es als ihre Pflicht, Mädchen vor religiöser Indoktrination zu schützen und ihnen ein gleichberechtigtes Heranwachsen zu ermöglichen. TERRE DES FEMMES kritisiert falsche Toleranz und kulturrelativistische Sichtweisen, die Mädchen Steine in den Weg legen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.
TERRE DES FEMMES möchte, dass die Debatte in der breiten Öffentlichkeit ankommt und auch jenseits vom politisch linken oder rechten Spektrum diskutiert wird. Vor allem aber sollen Mädchen, unabhängig von ihrer Religion oder Herkunft, dieselben Rechte und Chancen bekommen wie gleichaltrige Jungen.

 

 

Sie möchten unsere Arbeit unterstützen?

Aktionsideen

Final Banner FA 20202

Liebe MitstreiterInnen,

Toll, dass Sie in diesem Jahr am 25. November wieder „Flagge zeigen“ und sich gemeinsam mit uns zu einem gleichberechtigten, selbstbestimmten und freien Leben für Mädchen und Frauen bekennen möchten.

Für unser diesjähriges Schwerpunktthema #TrautesHeimLeidAllein stellen wir Ihnen im Folgenden einige Ideen und Veranstaltungstipps zusammen.

1. Fahne oder Banner hissen

Das „Musthave“ jeder Fahnenaktion. Hissen Sie Ihre Fahne an einem repräsentativen, gut sichtbaren Ort in Ihrer Stadt. Vergessen Sie nicht, Medien/die Lokalpresse und prominente UnterstützerInnen einzuladen, damit die Öffentlichkeit von Ihrem Engagement erfährt!

Falls Sie noch keine eigene Fahne haben, können Sie Ihre original „frei leben ohne Gewalt“-Fahne in unserem Onlineshop bestellen. Sie haben die Auswahl zwischen dem neuen Design oder dem vergünstigtem Vorgängermodel, das sich bisher bewährt hat.

2. Die Aktion bekannt machen

SOZIALE MEDIEN

Unter dem Hashtag #TrautesHeimLeidAllein laufen unsere diesjährigen Online-Aktionen zur Fahnenaktion. Zusätzlich können Sie auch den Hashtag #gegenGewalt nutzen, der jedes Jahr mit der Fahnenaktion in Verbindung steht.

Helfen Sie mit und unterstützen Sie die Aktion #TrautesHeimLeidAllein auf Facebook, Twitter und Instagram und fordern Sie auch von PolitikerInnen ein, Haltung zu zeigen gegen häusliche  Gewalt!

Filmen Sie ein kurzes Statement, indem sie erklären, was für Sie #TrautesHeimLeidAllein bedeutet.

Die Statements können so vielfältig sein, wie es die Lebenswelten von Frauen nun mal sind.

Kennen Sie schon unsere neuesten Kampagnen zum Thema?

Bei #JedeVierte haben wir mit der Wall AG auf großen Plakaten in Berlin darauf aufmerksam gemacht, dass häuslcihe Gewalt viel zu häufig im Verborgenen geschieht. Hier ist der Film dazu. Und auf unserer Kampagnen-Seite haben wir gesammelt Informationen und auch konkrete Hinweise zum Helfen zusammengestellt - damit Betroffene nicht allein bleiben!

Hier erfahren Sie mehr zu unserem Experiment zu Zivilcourage - gemeinsam mit eBay Kleinanzeigen haben wir "Anzeigen gegen Gewalt" gestartet - sehen Sie hier die Webseite und den Film dazu.

Unsere Forderungen zum Thema finden Sie hier - wir freuen uns, wenn auch Sie sich an unserer Seite für den Schutz und die Rechte von Frauen gegen häusliche Gewalt einsetzen und den Forderungen Sichtbarkeit und Reichweite verschaffen!

Posten Sie ein Foto Ihrer Aktion auf Sozialen Medien wie Facebook, Twitter oder Instagram, zum 25.11. aber auch gerne schon in den Tagen davor. Benutzen Sie die Hashtags #gegenGewalt und #TrautesHeimLeidAllein, damit andere auf Ihre Posts aufmerksam werden.

3. Informieren

Empfehlenswert ist es, die Fahnenhissung am 25.11. mit einem thematisch gestalteten Infotisch zu ergänzen, damit sich Gäste, Medien und Politik über Hintergründe und Forderungen der Fahnenaktion „frei leben ohne Gewalt“ informieren können.

In unserem Shop finden Sie nicht nur viele Begleitartikel, um Ihren Infotisch mit Aufklebern, Luftballons, Lesezeichen und Jutebeuteln der Fahnenaktion ansprechend zu gestalten.

Viele der inhaltlichen Materialien stellen wir kostenfrei oder zum Selbstkostenpreis zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es Buttons mit dem Fahnenmotiv und dem Slogan "Lieber gleichberechtigt als später", Doorhänger zum Thema häusliche Gewalt, Schals, Mützen, Taschen, und vieles mehr.

Des Weiteren finden Sie hier eine Auswahl an (Sach)Büchern zu Frauenrechten in unserem Shop.

4. Mit Veranstaltungen ein interessantes Rahmenprogramm schaffen

Für BesucherInnen und Medien wird Ihre Fahnenhissung besonders interessant, wenn zusätzlich rund um den Aktionstag am 25. November ein Rahmenprogramm geboten wird. Dort haben Sie Raum, um Gäste und ExpertInnen einzuladen, Aufklärungs- und Präventionsarbeit zu leisten und über Hintergründe und Hilfsangebote zu informieren.

In den über 20 Jahren, in denen die Fahnenaktion „frei leben ohne Gewalt“ bereits stattfindet, haben sich folgende Veranstaltungsformate besonders großer Beliebtheit erfreut.

  • Podiumsdiskussionen und/oder Expertenvorträge

  • Filmvorführungen (diesmal z.B. die beiden Kurzfilme "Jede Vierte" und  "Anzeigen gegen Gewalt"

  • Kundgebungen und Demonstrationen

  • Spendenläufe und -konzerte

  • Lesungen

  • Selbstverteidigungskurse

  • Kunstausstellungen

  • Markt der Möglichkeiten, bei denen mehrere AkteurInnen mit Infoständen vertreten sind

  • Aktionen im öffentlichen Raum, z.B. Flashmobs und andere Formen des kreativen Protestes wie z.B. Straßentheater oder Tanzeinlagen

  • Gedenkveranstaltungen zugunsten von Opfern von Gewalttaten, z.B. Lichterinstallationen, Mahnwachen, Gottesdienste, Nachtwanderungen

Im Rahmen des diesjährigen Themas  #TrautesHeimLeidAllein möchten wir Ihnen folgende Vorschläge für Veranstaltungen und Rahmenprogramm machen:

Aktionen an Ihrem Arbeitsplatz - TDF entwickelt aktuell eine Workplace Policy, damit Betroffene an ihrem Arbeitsplatz Unterstützung finden können

Am häufigsten erleben Frauen Gewalt noch immer in ihrem Zuhause, durch den eigenen Partner oder den Ehemann, gerade dort also, wo normalerweise Schutz und Geborgenheit gesucht werden. Die Folgen der Gewalt sind gravierend und haben auch Einfluss auf den Arbeitsalltag der Betroffenen. Für betroffene Mitarbeiterinnen ist es von immenser Bedeutung, auch an ihrem Arbeitsplatz Unterstützung zu erfahren. TERRE DES FEMMES setzte sich daher dafür ein, Unternehmen und Betriebe für die Strategie der sogenannten Workplace Policy zu gewinnen, mit der Betroffene von häuslicher Gewalt Unterstützung am Arbeitsplatz erfahren.

Regen Sie an Ihrer Arbeitsstelle an, sich mit dem Thema zu befassen - mit einer Aktion zum 25.11. und dann vielleicht auch dauerhaft mit der Implementierung unserer Workplace Policy engagieren sich Unternehmen und Institutionen gegen häusliche Gewalt. Folgende Maßnahmen können ArbeitgeberInnen zum Beispiel ergreifen: Angebot von Workshops für Führungspersonen innerhalb des Unternehmens, Informationsveranstaltungen für MitarbeiterInnen, Bereitstellung von Flyern und Informationsmaterial, Betroffene konkret unterstützen (durch Betriebsärzte, Vertrauenspersonen innerhalb des Unternehmens…), sowie Aufklärungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen.

Aktion im Öffentlichen Raum: Anlässlich unserer Kampagne #TrautesHeimLeidAllein schlagen wir vor (sofern es die aktuelle Situation aufgrund der Corona-Pandemie zulässt), mit passenden Initiativen zu kooperieren passenden Initiativen, die sich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt einsetzen.

Öffentliche oder private Diskussionsrunden, auch über Zoom: Warum nicht eine Veranstaltung organisieren und in diesem Rahmen über die Handlungsmöglichkeiten zur Unterstützung von Betroffenen von Häuslicher Gewalt sprechen. Welche politischen und Gesellschaftlichen Missstände gilt es zu beseitigen? Inwiefern können ArbeitsgeberInnen Betroffene unterstützen?

5. Unterstützung gewinnen

Dank engagierter Frauen, Gleichstellungsbeauftragter und Frauenbüros hat unsere Fahnenaktion schon in vielen Städten und Gemeinden Einzug gefunden. Motivieren Sie Ihre BügermeisterIn, die Partnerstadt oder lokale Unternehmen dazu, die Fahne an öffentlich sichtbaren Gebäuden und Plätzen wehen zu lassen. Die Fahne ist in vielen verschiedenen Sprachen erhältlich.

Einige MitstreiterInnen haben besonders kreative Ideen entwickelt, um auf das Thema der geschlechtsspezifischen Gewalt aufmerksam zu machen. Dafür haben Sie starke PartnerInnen in ihrer Region gewinnen können. Lassen Sie sich davon inspirieren!

  • „Brötchentütenaktion“: Zusammenarbeit mit Bäckereien/ Einzelhandel, die im November Tüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt uns nicht in die Tüte“ verteilen

  • „Papiertaschentuchaktion“: Zusammenarbeit mit Apotheken, die im November Taschentücher mit der Aufschrift „Wir haben die Nase voll – Keine Gewalt gegen Mädchen und Frauen“ ausgeben

  • „Briefaktion“: Auch behördliche Briefe können mit einer Aufschrift versehen werden, so z.B. „Gewalt ist keine Privatsache!“ (Das Briefgeheimnis schon)

  • „Öffentlicher Nahverkehr“ – In einigen Städten konnten bereits die lokalen Nahverkehrsbetriebe für die Fahnenaktion begeistert werden. Doorhänger in U- und S-Bahn, dem betrieblichen „Fernsehprogramm“ oder sogar auf der Außenseite der Fahrzeugflotte sind starke Symbole.

Wir danken Ihnen sehr für Ihr Engagement und sind sehr gespannt auf Ihre kreativen Ideen und Aktionen rund um den 25.11.2022!

 

Kartenspiel "Es liegt an uns"

kartenspielimage001Andersdenkende sind die Zukunft

(Ruth Bader Ginsburg, 15.3.1933-18.9.2020, ehemalige Richterin am Obersten Gerichtshof der USA)

Was verbirgt sich hinter der Loverboy-Methode, wie viele Mädchen gehen täglich weltweit minderjährig in die Ehe und welche App könnte Frauen vor sexualisierter Gewalt schützen? Bildet euch eine Meinung, diskutiert mit, entwickelt Ideen und übernehmt Verantwortung für eine Welt ohne Sexismus, Diskriminierung und Gewalt aufgrund des Geschlechts. Denn: Es liegt an uns!

Es liegt an uns ist ein Kartenspiel von TERRE DES FEMMES zur Auseinandersetzung mit den Menschenrechten der Frau, der Gleichberechtigung der Geschlechter und Gewalt an Mädchen und Frauen in Deutschland und weltweit.

Das Kartenspiel richtet sich an Erwachsene und Jugendliche aller Geschlechter ab 12 Jahren, Interessierte aus der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit sowie Schulen und Einrichtungen der Jugendarbeit. Für das Spiel braucht ihr mindestens 30 Minuten Zeit. Spiel 1 - Wisst ihr’s? könnt ihr bereits ab zwei Personen gemeinsam spielen, für Spiel 2 - Macht mit! solltet ihr mindestens zu dritt sein.

 

Hier stellen wir Begleitmaterialien zum Kartenspiel zur Verfügung:

 

Das Kartenspiel könnt ihr im TERRE DES FEMMES-Shop für nur 15 Euro bestellen - die Einnahmen kommen internationalen Frauenrechtsprojekten im Globalen Süden und entwicklungspolitischer Bildungsarbeit in Deutschland zugute.

Ihr wollt uns Feedback zum Kartenspiel geben? Wir freuen uns auf eure Meinungen und Vorschläge! Schreibt uns gerne unter: iz@frauenrechte.de

Die Entwicklung und Herausgabe des Kartenspiels wurden gefördert durch Engagement Global mit Mitteln des

BMZ 2017 Office Farbe de

 

 

 

 

 

 

 

Für den Inhalt dieser Publikation ist allein TERRE DES FEMMES – Menschenrechte für die Frau e.V. verantwortlich.