TERRE DES FEMMES startet Kampagne "Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!" (15.10.2012)

Berlin, 15.10.2012. Am Donnerstag, den 18. Oktober, dem 6. Europäischen Tag gegen Menschenhandel, beginnt die neue TERRE DES FEMMES-Kampagne "Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!". Nach der Eröffnungsrede der Vorstandsvorsitzenden des Vereins Irmingard Schewe-Gerigk um 11:00 Uhr fällt der Startschuss am Brandenburger Tor zur zweiwöchigen bundesweiten Straßentheateraktion, dem Kernstück der Kampagne.

"Opfern von Zwangsprostitution muss aus humanitären Gründen ein unbefristeter Aufenthaltstitel in Deutschland erteilt und damit ihr Martyrium beendet werden. Deutschland will vor allem die Täter verurteilen und benötigt dafür die Aussage der Betroffenen vor Gericht. Geboten wird den Frauen, die sich dadurch in Lebensgefahr begeben, nur eine vage Chance während des Prozesses in Deutschland zu bleiben. Diese katastrophale Situation für Frauen aus Nicht-EU-Ländern ist eines Rechtsstaates, der den Menschenrechten verpflichtet ist, unwürdig und gehört schnellst möglich geändert!" fordert Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin der Frauenrechtsorganisation. „Bei Frauenhandel handelt es um eine der schlimmsten Menschenrechtsverletzungen. Die Betroffenen werden systematisch gedemütigt, vergewaltigt und erleiden massive Gewalt. Nur jedes 100. Opfer wird aus den Zwängen des Menschenhandels befreit!" so Stolle. „Diese Frauen müssen unterstützt werden -  ein sicheres Bleiberecht ist dafür die Grundvorraussetzung!"

Mit der Kampagne möchte TERRE DES FEMMES das Bewusstsein für die Lage der Betroffenen stärken und fordert zudem in einer Unterschriftensammlung eine Gesetzesänderung bei Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich ein. Ein unbefristeter Aufenthaltstitel muss unabhängig von ihrer Bereitschaft, vor Gericht auszusagen, geschaffen werden. Zudem müssen Betroffenen geeignete Betreuung und Entschädigung garantiert werden. Die Kampagne wird bis Mitte März 2013 laufen. Weitere Informationen zur Kampagne finden Sie unter www.frauenrechte.de/frauenhandel.

Nach Schätzungen der Internationelen Arbeitsorganisation (ILO) sind 1,6 Millionen Menschen weltweit Opfer von Menschenhandel. Deutschland stellt eines der Hauptzielländer dar. Um den prekären Lebenssituationen in ihren Heimatländern zu entfliehen, lassen sich tausende Frauen auf attraktiv erscheinende Arbeitsangebote in Deutschland ein. Der Handel mit der Ware Frau, beschert dem organisierten Verbrechen weltweite Gewinne von ca. 12 Milliarden Euro jährlich. Diese horrenden Summen werden nicht zuletzt durch deutsche Freier erwirtschaftet, die den Markt durch ihre Nachfrage bestimmen.

Für Nachfragen, Bildmaterial zur Kampagne sowie Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Sibylle Schreiber (Fachbereichsleitung), Tel. 030/ 40504699-0, oder per Mail an presse@frauenrechte.de.