Doppeljubiläum bei TERRE DES FEMMES: 25 Jahre Engagement für Frauenrechte: Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle fordert mehr Mut Menschenrechte für Frauen durchzusetzen (27.10.2015)

Berlin, 27.10.2015. Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES, schreckt vor Tabuthemen nicht zurück: Anlässlich der Gründung der Bundesgeschäftsstelle vor 25 Jahren fordert die 55-Jährige von den Vereinten Nationen (UN) mehr Mut Menschenrechte für Frauen weltweit durchzusetzen. „Wo diese dauerhaft verletzt werden, kommt es zu Konflikten und Kriegen, vor denen Menschen sich genötigt sehen, in andere Länder zu fliehen“, erklärt sie. Es gehe darum, weltweit die Rechte von Frauen zu stärken, damit sie gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. „Bildung für alle ist der Schlüssel zu Freiheit und Frieden“.

Stolle begeht gleichzeitig am Sonntag ihr 25-jähriges Dienstjubiläum. Als erste hauptamtliche Mitarbeiterin startete die Ethnologin am 1. November 1990 die Bundesgeschäftsstelle von TERRE DES FEMMES in Tübingen. Ihrem langjährigen Engagement ist es zu verdanken, dass der gemeinnützige Verein heute als eine der bedeutendsten Frauenrechtsorganisationen gilt.  2004 übernahm Stolle auch die Geschäftsführung für die im gleichen Jahr gegründete Förderstiftung von TERRE DES FEMMES. Für ihren Mut und Einsatz für Gleichberechtigung und Frauenrechte erhielt Stolle 2013 das Bundesverdienstkreuz. Ein Jahr zuvor wurde sie bereits mit dem Woman of Courage Award von der U.S. Botschaft in Deutschland ausgezeichnet.

TERRE DES FEMMES hat seit 25 Jahren unter der Geschäftsführung von Stolle eine Schlüsselrolle bei Gesetzesänderungen, die Frauenrechte und die Gleichstellung fördern. Anfang der 90er Jahre macht die Organisation mit zahlreichen Projekten und Aktionen die Öffentlichkeit auf das Thema „Vergewaltigung in der Ehe“ aufmerksam. 1997 wird sie unter Strafe gestellt. Doch die „Reform“ des Vergewaltigungsparagraphen §177 StGb. ist nach wie vor nicht ausreichend: „Wir fordern, dass ein Nein der Frau auch ein Nein bedeutet, unabhängig davon, ob der Täter ein Unbekannter oder Vertrauter ist“, sagt Stolle.  

Um den Einfluss auf das politische Geschehen zu stärken, zog die Frauenrechtsorganisation im Juni 2011 mit ihrer Bundesgeschäftsstelle von Tübingen nach Berlin. Einen Monat später tritt das Gesetz zur Bekämpfung von Zwangsheirat in Kraft. TERRE DES FEMMES hatte sich dafür zehn Jahre lang mit Aufklärungsarbeit durch Kampagnen, Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit eingesetzt.

Im September 2013 trägt TERRE DES FEMMES langjähriger Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung – kurz: FGM – Früchte. Genitalverstümmelung wird als eigener Straftatbestand und schwere Körperverletzung im Strafgesetzbuch verankert. Ein weiterer Erfolg ist, dass FGM in den medizinischen Diagnoseschlüssel aufgenommen wird. „Wir werden auch weiterhin kontinuierliche Lobbyarbeit betreiben, um folgenreiche Durchbrüche in verschiedenen Gesellschaftsbereichen zu erreichen“, erklärt Stolle.  

Für Nachfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES,  Marion Brucker  (Pressereferentin), Tel. 030/ 40504699-25, oder per Mail an presse@frauenrechte.de