Interaktives Theater an Schulen: Landesregierung Baden-Württemberg fördert Projekt für Toleranz und Frauenrechte (22.10.2015)

Berlin. 22.10.2015. Das von TERRE DES FEMMES (TDF) initiierte und preisgekrönte  Schultheaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre“ wird fortgesetzt. Das Ministerium für Integration Baden-Württemberg hat die Finanzierung von weiteren zehn Aufführungen in Baden-Württemberg übernommen. Dadurch ist es möglich, das Theaterstück mit Themen wie Zwangsverheiratung, Homosexualität und Jungfräulichkeit auf die Bühne zu bringen und mit SchülerInnnen zu diskutieren. Auftakt ist am Dienstag, 27. Oktober, in der Gewerblichen Schule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart.

Im Theaterstück werden in fünf Szenen Konflikte behandelt, unter denen besonders Jugendliche aus patriarchal geprägten Familien leiden: Kontrolle durch Familienmitglieder, Verbot von Liebesbeziehungen, Ächtung von Homosexualität, Zwang zur Jungfräulichkeit. Die SchülerInnen können in das Stück eingreifen und Handlungsvorschläge machen, wie eine Situation entschärft werden könnte. „Es zeigt, dass jeder Mensch in Deutschland gleiche Rechte unabhängig seines Geschlechts und seiner Herkunft hat“, erklärt TDF Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle. Baden-Württembergs Integrationsministerin Bilkay Öney meint: „Unsere Aufgabe ist es, über diese Themen aufzuklären und die Jugendlichen dafür zu sensibilisieren, dass Zwangsverheiratung etwas ist, wogegen man sich erfolgreich zur Wehr setzen kann. Das Integrationsministerium finanziert Beratungsstellen zum Thema. Wir fördern aber auch innovative Projekte vor Ort – wie zum Beispiel das tolle Theaterprojekt mit TERRE DES FEMMES.“

Das erstmals im Juli 2014 aufgeführte Theaterstück haben bislang mehr als 1200 SchülerInnen in Baden-Württemberg gesehen. Der Großteil von ihnen war zwischen 13 und 17 Jahren alt. Vereinzelt wurde auch an Berufsschulen gespielt. Ein zwölfjähriges Mädchen antwortete auf die Frage, was ihr am Stück gefallen habe: „Dass es uns gezeigt hat, dass wir auch Rechte haben". Insgesamt bewerteten die SchülerInnen das Stück sehr positiv. 92 Prozent der Befragten fanden es sehr gut oder gut. „Mit den angesprochenen Themen treffen wir den Nerv der Jugendlichen“,  erklärt Stolle.

Doch nicht nur die SchülerInnen waren vom Theaterstück begeistert. Im Juli 2015 ist es vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt“ ausgezeichnet worden. Es gewann im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“. TDF hat das Stück mit dem Theaterensemble „Mensch Theater!“ und der mobilen Beratungsstelle YASEMIN aus Baden-Württemberg realisiert.

 

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