Sibel Kekilli setzt sich für gefährdete Roma-Mädchen in Bulgarien ein (16.06.2015)

Berlin.TERRE DES FEMMES-Botschafterin Sibel Kekilli ist vom 7. Juni bis zum 10. Juni 2015 erstmals mit unserer ehrenamtlichen Projektkoordinatorin Juliane von Krause in ein Roma-Viertel der Stadt Burgas in Bulgarien gereist. Bei der zweitägigen Projektreise besuchten sie das von TERRE DES FEMMES unterstützte FLORIKA-Projekt, das Mädchen vor Zwangsprostitution und Frauenhandel schützt, und nahmen wichtige Lobbytermine wahr.

Das Projekt FLORIKA, das seit 2012 von TERRE DES FEMMES gefördert wird, bekämpft die Ursachen von Frauenhandel und Zwangsprostitution und schafft Zukunftsperspektiven für gefährdete Roma-Mädchen. Im Mittelpunkt der Projektarbeit stehen die pädagogische Arbeit, die Aufklärung und die Förderung der schulischen Entwicklung der Mädchen, die zwischen neun und 15 Jahre alt sind. Neben einer Beratungsstelle steht dem FLORIKA-Projekt eine Tagesstätte der Roma Union zur Verfügung, in dem zwei Sozialpädagoginnen die Mädchen bei den Hausaufgaben betreuen und viele Freizeitaktivitäten durchführen.

Sibel Kekilli mit den Mädchen vor der Tanzaufführung. Foto: © Andreas DauererSibel Kekilli mit den Mädchen vor der Tanzaufführung. Foto: © Andreas Dauerer

Am ersten Tag der Projektreise nahm Sibel Kekilli an Aktivitäten mit den Mädchen teil. Schnell gab es einen guten Draht unter ihnen: Viele Mädchen stammen aus türkischstämmigen Familien und beherrschen ihre Muttersprache. Durch die türkischen Wurzeln von Sibel Kekilli verlief die Kommunikation ungehindert und die Mädchen fassten zügig Vertrauen. Mit großer Freude haben sie zusammen das Mittagessen gekocht. Die Begeisterung der über zwanzig teilnehmenden Mädchen war nicht zu übersehen. Neben dem gemeinsamen Mittagessen besuchte die kleine Delegation aus Deutschland eine öffentliche Tanzaufführung der Mädchen im Stadtpark von Burgas, die an dem sonnigen Tag zu einem großen Erfolg wurde. Die Mädchen scheuten sich auch nicht davor, Sibel Kekilli zum Tanzen zu bewegen.

Der zweite Teil der Projektreise bestand aus offiziellen Terminen. Erfolgreich war das Gespräch mit der stellvertretenden Bürgermeisterin, die versprach, dass die Roma Union das derzeitige Gebäude für die Durchführung der Aktivitäten von FLORIKA weiter nutzen darf. Ebenfalls informativ war das Gespräch mit einer Hebamme aus dem lokalen Krankenhaus. Sie berichtete von einer hohen Zahl minderjähriger Frauen, die schon in ihren jungen Jahren ein Kind gebären. Dadurch eröffnet sich neben der Prävention von Zwangsprostitution und Frauenhandel ein neuer Handlungsbedarf gegen so genannte Teenagerschwangerschaften.

"FLORIKA ist eine wichtige Anlaufstelle für die benachteiligten Roma-Mädchen und es war beeindruckend zu sehen, dass es Menschen gibt, die versuchen, das alles möglich zu machen. Ich hoffe, dass ich in Zukunft auch intensiver mitarbeiten kann." – Mit diesen Worten von Sibel Kekilli endete die Projektreise, aber nicht ihr Engagement für die FLORIKA-Mädchen. Neben neuen Einkommensmöglichkeiten interessierte sie sich insbesondere auch für die materielle Hilfe wie die Beschaffung von Schuhen, Kleidern oder Stoffen.

 

Für Nachfragen und Interviews mit Juliane von Krause wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Referat Internationale Zusammenarbeit, Tel. 030/40504699-15 oder per E-Mail an iz@frauenrechte.de.

Für Interviews mit Sibel Kekilli wenden Sie sich bitte an Sibylle Breitbach (Agentur Wasted Management), Tel. 030/37580005 oder per E-Mail an wasted.mgmt@tma-mv.net.