Projektbesuch in Bulgarien: TERRE DES FEMMES-Botschafterin Sibel Kekilli engagiert sich für Roma-Mädchen (01.06.2015)

Berlin. TERRE DES FEMMES-Botschafterin Sibel Kekilli reist am 7. Juni gemeinsam mit unserer ehrenamtlichen ProjektkoordinatorinJuliane von Krause nach Bulgarien, um unser FLORIKA-Projekt, das Roma-Mädchen vor Zwangsprostitution schützt, zu besuchen. Neben der Teilnahme an Aktivitäten mit den Mädchen des Projekts, werden sie auch wichtige Termine mit lokalen AmtsträgerInnen zur Unterstützung von FLORIKA wahrnehmen.

Das Projekt FLORIKA bekämpft die Ursachen von Frauenhandel und Zwangsprostitution und schafft Zukunftsperspektiven für gefährdete Roma-Mädchen. Der Projektstandort ist Burgas in Bulgarien, der einen hohen Roma-Anteil in der Bevölkerung aufweist. Im Mittelpunkt der Projektarbeit stehen die pädagogische Arbeit, Aufklärungsarbeit und die (schulische) Entwicklung der Mädchen, die zwischen neun und 15 Jahre alt sind. Neben einer Beratungsstelle steht dem FLORIKA-Projekt eine Tagesstätte der Roma Union zur Verfügung, in dem zwei Sozialpädagoginnen die Mädchen bei den Hausaufgaben betreuen und viele Freizeitaktivitäten durchführen. Ein wichtiges Angebot bildet auch die Elternarbeit: Das soziale Umfeld wird von den Sozialpädagoginnen nicht nur über die Gefahren des internationalen Frauenhandels aufgeklärt sondern auch für die Notwendigkeit und Relevanz von Bildung sensibilisiert. Keines der Mädchen, die 2014 vom Projekt betreut wurden, ist zwangsverheiratet oder nach Westeuropa in die Prostitution verkauft worden.

Nach den Ergebnissen des Bundeskriminalamts, zusammengefasst im Bericht Menschenhandel. Bundeslagebild 2013, sind unter den in Deutschland als Opfer von sexueller Ausbeutung registrierten Fällen, mit 96 Prozent Mädchen und Frauen überproportional betroffen und somit sehr gefährdet. Der größte Anteil der vom Menschenhandel in die sexuelle Ausbeutung betroffenen Personen kam aus Bulgarien. Die Opferzahlen aus Bulgarien sind in den letzten Jahren signifikant angestiegen. 2006 waren es lediglich 5 Prozent, wohin gegen die Betroffenenzahl in 2013 auf 26 Prozent angestiegen ist. Ursächlich dafür sind die strukturelle Diskriminierung der Roma, die große Armut, die hohe Arbeitslosenquote und der niedrige Bildungsstand. Diese Faktoren münden in eine Zukunft ohne Chancen und Perspektiven und machen die Mädchen anfällig für die falschen Versprechen von skrupellosen Menschenhändlern.

Die Projektreise wird vom 7. Juni bis zum 10. Juni 2015 stattfinden. Für Interviews stehen Ihnen ab dem 11. Juni 2015 zur Verfügung: Sibel Kekilli und Juliane von Krause.

Für Nachfragen wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Referat Internationale Zusammenarbeit, Renate Staudenmeyer, Tel. 030 40504699-15 oder per E-Mail an iz@frauenrechte.de.

Für Interviews mit Sibel Kekilli wenden Sie sich bitte an Sibylle Breitbach (Agentur Wasted Management), Tel. 030 37580005 oder per E-Mail an wasted.mgmt@tma-mv.net.