Weltweite Tanzdemonstration ONE BILLION RISING gegen Gewalt an Frauen (14.2.): Gerechtigkeit für die Opfer von sexueller Gewalt – Vergewaltigungsparagraf muss endlich verschärft werden (12.02.2015)

Berlin. Am Samstag, den 14. Februar, startet zum dritten Mal die weltweite Kampagne ONE BILLION RISING: Frauen und Männer sind aufgefordert, sich gemeinsam zu erheben und für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen zu tanzen. Der Name der Aktion bezieht sich darauf, dass weltweit eine Milliarde Mädchen und Frauen in ihrem Leben bereits Gewalt erfahren haben. TERRE DES FEMMES beteiligt sich an der zentralen Veranstaltung in Berlin: Am 14. Februar ab 17:30 Uhr am Brandenburger Tor. Sie wird organisiert vom Centre Talma, ein Mädchensportprojekt der Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit gGmbH, eine Initiative der Sportjugend Berlin. Schirmherrin ist Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration des Landes Berlin.

TERRE DES FEMMES nimmt den Tag zum Anlass, die von Bundesjustizminister Heiko Maas angekündigte Reform des Vergewaltigungsparagrafen 177 StGB einzufordern: „Der Bundesjustizminister muss nun seinen Worten Taten folgen lassen und die Schutzlücken im deutschen Recht für Betroffene von Vergewaltigung tatsächlich schließen. Alle sexuellen Handlungen, die nicht einverständlich erfolgen, müssen geahndet werden können“, mahnt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.

TERRE DES FEMMES setzt sich zusammen mit anderen Verbänden und Frauenorganisationen seit 2013 für eine Reform des Paragrafen 177 StGB ein. Im Mai 2014 übergab die Frauenrechtsorganisation knapp 30.000 Unterschriften aus der Bevölkerung an das Justizministerium, um die Reform des Sexualstrafrechts voranzutreiben.

Die aktuelle Rechtssituation für Frauen, die Opfer einer Vergewaltigung wurden, ist in Deutschland katastrophal: Kaum ein Verbrechen in Deutschland wird so selten bestraft wie eine Vergewaltigung – obwohl es eine der häufigsten Formen von Gewalt an Frauen ist: Laut Dunkelfeldforschung geschehen in Deutschland etwa 160.000 Vergewaltigungen pro Jahr! Dem gegenüber stehen etwa 1.000 Verurteilungen jährlich. „Die Schutzlücken im Sexualstrafrecht tragen systematisch dazu bei, dass zahlreiche Vergewaltigungstäter nicht verurteilt werden können,“ so Stolle.

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