Beschneidung – ein umstrittenes und unbequemes Thema - Fachtagung des bundesweiten Netzwerks Integra zum Thema weibliche Genitalverstümmelung am 27.11.2012 (23.11.2012)

Berlin, 23.11.2012. Das Netzwerk Integra organisiert in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf von Berlin, Christine Rabe, die Fachtagung zum Thema: „Beschneidung – ein umstrittenes und unbequemes Thema. Verantwortung von Politik und Gesellschaft für eine Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung“

Diese findet am 27. November 2012 von 9.30 Uhr bis 19.00 Uhr mit anschließendem musikalischem Ausklang im Rathaus Berlin-Charlottenburg (Otto-Suhr-Allee 100, 10585 Berlin) statt.

Nach Impulsreferaten am Vormittag zu Beispielen erfolgreicher Präventionsarbeit in Afrika und in Europa wird in Workshops über die Verantwortung von Politik, Zivilgesellschaft und Medien zur Abschaffung weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland diskutiert. Neben einer gesetzlichen Verankerung braucht es hierzulande auch eine politische Antwort, wie Mädchen in Deutschland vor dieser Praktik geschützt werden können. Integra fordert deshalb, dass die 2009 gegründete Bund-Länder-Arbeitsgruppe zur Beendigung weiblicher Genitalverstümmlung wieder ihre Arbeit aufnimmt und gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen Maßnahmen zum Schutz gefährdeter Mädchen in Deutschland und in den Herkunftsländern entwickelt.

Einladung zur Pressekonferenz

Wir möchten Sie herzlich einladen zur Pressekonferenz im Anschluss an die Fachtagung

am 27. November 2012 um 19 Uhr

im Rathaus Berlin-Charlottenburg (Minna-Cauer-Saal).

Die Integra-SprecherInnen Barbara Schirmel und Dirk Wüstenberg werden Ihnen die Ergebnisse der Fachtagung vorstellen und Ihre Fragen beantworten.

Hintergrund

Weltweit sind mehr als 130 Millionen Frauen und Mädchen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Täglich kommen schätzungsweise rund 8.000 hinzu. Sowohl die körperlichen und seelischen Folgen für die Betroffenen selbst als auch die gesellschaftlichen Auswirkungen sind drastisch. Diese Menschenrechtsverletzung ist in vielen afrikanischen und in einigen asiatischen Ländern verbreitet. Aufgrund der Zuwanderung ist die Praktik auch in Deutschland eine Tatsache. Mehrere tausend Mädchen aus Zuwandererfamilien sind der Gefahr ausgesetzt, in Deutschland oder während eines Aufenthaltes im Heimatland der Eltern an ihren Genitalien beschnitten zu werden – ein wichtiger Teil ihres Sexualorgans, die Klitoris, wird zerstört. Die jungen Mädchen haben keine Chance, selbst über ihr gesundheitliches Wohl zu entscheiden. Erfolgreiche Integration hierzulande wird sich künftig auch an der Frage messen lassen müssen, ob es gelingt, Wege für eine wirksame Überwindung der Genitalverstümmelung an in Deutschland lebenden Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund zu finden.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Franziska Gruber (Referentin Weibliche Genitalverstümmelung), Tel. 030/40504699-0 oder per E-Mail an: presse@frauenrechte.de.