Alarmierende Entwicklung: wieder mehr Mädchen und Frauen in Ägypten von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen – Übergabe von 12.000 Protestunterschriften an die ägyptische Botschaft am 06.11.2012 (02.11.2012)

Wann:       Dienstag, den 6. November 2012, 10:45 Uhr
Wo:           vor der ägyptischen Botschaft in Berlin, Stauffenbergstraße 6-7
Wer:          Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende TERRE DES FEMMES
                 Uwe Kekeritz, MdB, Vorsitzender des BT-Ausschusses Gesundheit in Entwicklungsländern
                 Heba Ahmed, Vertreterin der Egyptian Women’s Union in Deutschland

Berlin, 02.11.2012. TERRE DES FEMMES wird am Dienstag, den 6. November 12.000 Unterschriften für ein Ende weiblicher Genitalverstümmelung an die ägyptische Botschaft in Berlin übergeben. Nachdem Anfang 2012 bekannt geworden war, dass die Zahl der Genitalverstümmelungen in Ägypten zugenommen hat und Parlamentarier über die Aufhebung des gesetzlichen Verbots diskutierten, startete TERRE DES FEMMES zum 6. Februar 2012, dem internationalen Tag "Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung" eine bundesweite Petition. In dieser wird die ägyptische Regierung aufgefordert, die Praxis konsequent unter Strafe zu stellen und landesweite Sensibilisierungskampagnen zu starten. Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Menschenrechtsverletzung, die lebenslange gesundheitliche Folgen hat und zum Tod führen kann.

In Ägypten sind über 90% der Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Dabei werden Mädchen die Klitoris und oft Teile der Schamlippen entfernt. Seit 2008 gibt es in Ägypten ein Gesetz, welches die Praxis verbietet. Allerdings ist sie weiterhin straffrei, wenn ärztlich bescheinigt wird, dass die Genitalverstümmelung „medizinisch notwendig“ sei. Drei Viertel aller Genitalverstümmelungen in Ägypten werden von medizinischem Personal durchgeführt – und damit mit staatlichem Einverständnis.

An der TERRE DES FEMMES-Unterschriftenübergabe beteiligen sich Heba Ahmed, Vertreterin der ägyptischen Frauenunion in Deutschland, und der Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses Gesundheit in Entwicklungsländern im Bundestag, Uwe Kekeritz.

"Mit der Petition möchten wir uns mit den mutigen Frauen und auch Männern in Ägypten solidarisch zeigen, die sich für ein Ende weiblicher Genitalverstümmelung einsetzen. Gemeinsam werden wir kritisch weiterverfolgen, wie sich die ägyptische Regierung in Bezug auf Mädchen- und Frauenrechte verhält", so Irmingard Schewe-Gerigk, TERRE DES FEMMES-Vorstandsvorsitzende.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung.
Bitte wenden Sie sich an Franziska Gruber, Tel: 030/405046990 oder presse@frauenrechte.de